• F1 M10 EQ Power+

Eine neue Power Unit für die Saison 2019

Während die Chassis-Entwicklung zum Teil durch die Regeländerungen bestimmt wurde, blieb das Reglement mit Blick auf die Power Units weitestgehend stabil. Dadurch stellte die Entwicklungsarbeit mehr eine Evolution dar, in deren Prozess das Team hart daran arbeitete, zwei Hauptziele zu erreichen: eine Verbesserung der Performance und der Zuverlässigkeit.

„Wir haben einige Veränderungen an der Kühlung der Power Unit vorgenommen, die sich hoffentlich positiv auf die Aerodynamik des Autos auswirken werden und gleichzeitig einen Effizienzvorteil für die Power Unit bieten. Damit wäre es sowohl für das Chassis als auch die Power Unit ein Gewinn“, sagte Andy Cowell, Geschäftsführer von Mercedes-AMG High Performance Powertrains.

Im Herzen der Power Unit findet in der Brennkammer die Umwandlung von Benzin in Wärmeabgabe statt, die schlussendlich von der Kurbelwelle in nutzbare Arbeit umgesetzt wird. Wir haben Fortschritte bei der Verbrennungseffizienz sowie dem ERS-System erzielt

“Dadurch fällt die Verbindung zwischen dem Turbolader und der MGU-H, dem Wechselrichter, den Zellen und der MGU-K nun als Ganzes viel effizienter aus, was hilft, die Energie während des Rennens besser abzugeben.”

Der Titelpartner des Teams, PETRONAS, spielte erneut eine entscheidende Rolle bei der Jagd nach einer verbesserten Performance und Zuverlässigkeit. Das gilt natürlich ganz besonders bei der Entwicklung der neuen Power Unit.

„Das Benzin ist ein wichtiger Bestandteil des Verbrennungsprozesses. Dabei ist es entscheidend, sicherzustellen, dass die chemische Zusammenstellung und die thermodynamische Architektur der Power Unit außergewöhnlich gut zusammenarbeiten“, sagte Andy.

„PETRONAS hat weiter sehr gut mit unseren thermodynamischen Ingenieuren zusammengearbeitet und wir haben viele verschiedene Kandidaten auf dem Einzylinder-Prüfstand und dem V6-Motor getestet, um ein neues Benzin für die Saison 2019 zu entwickeln. Hierbei handelt es sich um eine eingeschworene Truppe, in der die Ingenieure von PETRONAS genau wissen, wie der Motor funktioniert, und in der unsere Power Unit Ingenieure genau wissen, wie der Sprit funktioniert.“

„PETRONAS stellt uns auch die Schmiermittel für unser Auto zur Verfügung. Diese nehmen zwei wichtige Rollen ein: Sie stellen sicher, dass die Komponenten sich nicht berühren. Dabei ist es entscheidend, dass ein dünner Ölfilm zwischen den hochbeanspruchten Komponenten besteht, was sowohl der Zuverlässigkeit als auch der Verminderung von Reibung zuträglich ist. Wenn man die Komponenten auseinanderhält, fallen die Reibung und der Verschleiß geringer aus. Gleichzeitig sorgt das Schmiermittel für die innere Kühlung des Motors. Es ist ein entscheidendes Element des Antriebs, so zu sagen sein Lebenselixier, das für sein Fortbestehen sorgt.“

Die maximale Rennspritmenge wurde um fünf Kilogramm auf 110 kg erhöht. Die höhere erlaubte Spritmenge hat keinen Einfluss auf die thermische Effizienz der Formel 1 Power Units, die zu den effizientesten Motoren gehören, die jemals gebaut wurden.

„Wer einen effizienten Motor sowie eine effiziente Aerodynamik besitzt und darauf vorbereitet ist, etwas ‚Lift and Coast‘ zu betreiben, der erhält die Möglichkeit, mit weniger als 110 kg ins Rennen zu gehen“, erklärte Andy.

„Pro fünf Kilogramm Gewichtsersparnis ist man ungefähr zwei Zehntelsekunden pro Runde schneller. Es besteht also ein natürlicher Vorteil bei einem Start mit einem etwas leichteren Auto. Dennoch besteht immer noch ein Wettkampf um den Bau des effizientesten Autos – sowohl bei der Power Unit als auch bei der Aerodynamik – und auch cleveres Racing ist entscheidend, um sicherzustellen, dass man sowohl beim Rennstart als auch im Rennverlauf eine gute Pace besitzt.“

Mercedes-AMG F1 M10 EQ Power+ Technische Daten

Power Unit Spezifikation

Typ: Mercedes-AMG F1 M10 EQ Power+
Mindestgewicht: 145 kg
Umfang der Power Unit: Verbrennungsmotor (ICE)
Motor-Generator-Einheit – Kinetisch (MGU-K)
Motor-Generator-Einheit – Hitze (MGU-H)
Turbolader (TC)
Energiespeicher (ES)
Kontroll-Elektronik (CE)
Power Unit Zuteilung: Drei ICE, TC & MGU-H pro Fahrer und Saison
Zwei MGU-K, ES, CE pro Fahrer und Saison

Verbrennungsmotor (ICE)

Hubraum: 1,6 Liter
Zylinder: Sechs
Zylinderbankwinkel: 90
Anzahl der Ventile: 24
Max. Drehzahl ICE: 15.000 U/Min
Max. Benzindurchfluss: 100 kg/Stunde (über 10.500 U/Min.)
Benzineinspritzung: Hochdruck-Direkteinspritzung (max. 500 bar, eine Einspritzdüse/Zylinder)
Aufladung: einstufiger Kompressor und Abgasturbine an einer gemeinsamen Welle
Max. Drehzahl Abgasturbine: 125.000 U/Min.

Energierückgewinnungssystem (ERS)

Bauart: Integrierte Hybrid Energierückgewinnung mittels einer elektrischen Motor-Generator-Einheit
Energiespeicher: Lithium-Ionen Batterie-Lösung mit mindestens 20 kg (vom Reglement vorgeschrieben)
Max. Energiespeicher/Runde: 4 MJ
Max. Drehzahl MGU-K: 50.000 U/Min.
Max. Leistung MGU-K: 120 kW (161 PS)
Max. Energierückgew./Runde MGU-K: 2 MJ
Max. Energieabgabe/Runde MGU-K: 4 MJ (33,3 Sek. bei voller Leistung)
Max. Drehzahl MGU-H: 125.000 U/Min.
Max. Leistung MGU-H: unbegrenzt
Max. Energierückgew./Runde MGU-H: unbegrenzt
Max. Energieabgabe/Runde MGU-H: unbegrenzt

Benzin & Schmiermittel

Kraftstoff: PETRONAS Primax
Schmierstoffe PETRONAS Syntium