• F1 M13 E Performance

Die Power Unit für die Saison 2022 baut auf den Weltmeister-PUs auf, die das Team von Mercedes AMG High Performance Powertrains (HPP) seit 2014 produziert hat. Obwohl die Regeländerungen für das Jahr 2022 auf Seiten der Power Unit nicht ganz so einschneidend oder auffällig sind wie auf der Chassis-Seite, war die Herausforderung nicht weniger beachtlich.

„Für 2022 wurde uns eine letzte Leistungsverbesserung zugestanden, die größtenteils zu Beginn der Saison erfolgen muss. Die ERS-Systemverbesserung muss danach vor dem 1. September eingeführt werden. Dies wirkt sich jedoch nicht nur auf 2022 aus, da die Performance-Spezifikation bis zum Beginn des nächsten Reglementzyklus im Jahr 2026 eingefroren wird“, erklärt Hywel Thomas, Managing Director von Mercedes AMG HPP.

Für die Power Unit 2022 wurden mehr Teile verändert als bei allen vorherigen Versionen seit der Einführung der V6-Turbos im Jahr 2014. Ein Grund dafür ist, dass das Team hart daran arbeitet, sich in die bestmögliche Position für das Einfrieren der PUs zu bringen und damit die Performance für die folgenden Saisons zu erhalten.

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„Das Projekt, das wir für 2022 in Angriff genommen haben, war sehr umfangreich, und es handelt sich um ein sehr umfassendes Upgrade der verschiedenen Elemente, um das letzte Quäntchen an Leistung, Effizienz und Zuverlässigkeit herauszuholen. Es gibt auch einige von der FIA vorgeschriebene Messungen, insbesondere beim ERS-System, die wir ebenfalls berücksichtigen mussten“, fügte Hywel an.

Beim kompletten Redesign des Chassis war die enge Zusammenarbeit zwischen dem Chassis-Team in Brackley und HPP in Brixworth von grundlegender Bedeutung, um alle Möglichkeiten zur Performancesteigerung voll auszunutzen.

„Das Chassis-Team hat sich sehr gewissenhaft und zügig durch das neue Reglement gearbeitet, um zu verstehen, wo die Möglichkeiten liegen und welche Bereiche für die Rundenzeit entscheidend sind. Wir nehmen Änderungen an der PU vor, die es dem Chassis-Team ermöglichen, das Reglement bestmöglich zu nutzen. Es kann sein, dass wir die Installation etwas umstellen oder das PU-Layout ändern wollen, um mehr Flexibilität in den Bereichen zu erhalten, die für die Rundenzeit wichtig sind“, so Hywel. 

Die für 2022 vorgeschriebene Einführung von E10-Kraftstoff, einer Mischung aus 10% Ethanol und 90% fossilem Kraftstoff, hat auch das Ingenieursteam in Brixworth vor große Herausforderungen gestellt. Die Formel 1 macht damit einen wichtigen Schritt in Richtung ihres Ziels, ab 2026 mit 100% nachhaltigem Kraftstoff anzutreten.

In enger Zusammenarbeit mit unserem Titelpartner PETRONAS hat das Team mehr Kraftstoffkandidaten getestet und mehr Entwicklungsschleifen mit dem E10-Kraftstoff durchlaufen als in den Vorjahren.

„Das klingt nicht unbedingt nach einer großen Änderung, aber es ist eine ziemlich bedeutende Veränderung in der Art und Weise, wie der Kraftstoff und die PU zusammenwirken. Wir können auf eine gute Entwicklungsphase zurückblicken, in der wir sehr eng mit unserem Partner PETRONAS zusammengearbeitet haben. Das war absolut entscheidend”, so Hywel.

Ein brandneues Chassis, kombiniert mit einer verbesserten und neu arrangierten PU, wird das Fahrverhalten des Autos auf der Strecke verändern. Entsprechend wird es im Laufe der Saison entscheidend darauf ankommen, welche Erkenntnisse wir daraus ziehen und wie schnell wir alles weiterentwickeln können.

„Die Fahrer werden wollen, dass die PU zu unterschiedlichen Zeiten in den Kurven und möglicherweise von einer Kurve zur nächsten aufgrund der Fahrzeugcharakteristik unterschiedliche Dinge tut. Die Dauer der Vollgasphase, die Art und Weise, wie die Fahrer die Kurven anfahren und aus ihnen wieder herauskommen, wird nicht mehr genau so sein wie früher, und das wird sich auch darauf auswirken, wie wir Energie zurückgewinnen und einsetzen.“

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„Ich denke, dass sich das Gesamtpaket des Autos im Laufe des Jahres aufgrund der Regeländerungen stark weiterentwickeln wird, so dass die Art und Weise, wie die PU zu Beginn der Saison funktioniert, bei den letzten Rennen 2022 nicht mehr dieselbe sein wird. Wir müssen die Anpassungsfähigkeit der PU von Beginn an einbeziehen, da ihre Leistung danach eingefroren wird“, fügte Hywel hinzu.

Mit welchem Gefühl werden die Ingenieure im Laufe des heutigen Tages die erste Ausfahrt des W13 in Silverstone erleben?

„Für uns alle, die wir so sehr involviert sind, ist es sehr emotional, zu sehen, wie das Chassis und die PU zum ersten Mal gemeinsam die Boxengasse hinunterfahren“, sagte Hywel. „Den Motor zu hören, sich zurückzulehnen und über all die Komponenten nachzudenken, die in diesem Auto zusammenarbeiten. All die Menschen, die harte Arbeit, der Aufwand. Es ist immer etwas überwältigend, und es ist ein schöner Moment, wenn man eine Nachricht zurück in die Fabrik schicken kann, dass das Auto gerade auf die Strecke gefahren ist.“

Mercedes-AMG F1 M13 E Performance – Technische Daten

Power Unit Spezifikation

Typ: Mercedes-AMG F1 M11 EQ Performance
Mindestgewicht: 150 kg
Umfang der Power Unit: Verbrennungsmotor (ICE)
  Motor-Generator-Einheit – Kinetisch (MGU-K)
  Motor-Generator-Einheit – Hitze (MGU-H)
  Turbolader (TC)
  Energiespeicher (ES)
  Kontroll-Elektronik (CE)
Power Unit Zuteilung: Drei ICE, TC, MGU-K & MGU-H pro Fahrer und Saison
  Zwei ES & CE pro Fahrer und Saison

Verbrennungsmotor (ICE)

Hubraum: 1,6 Liter
Zylinder: Sechs
Zylinderbankwinkel: 90
Anzahl der Ventile: 24
Max. Drehzahl ICE: 15.000 U/Min
Max. Benzindurchfluss: 100 kg/Stunde (über 10.500 U/Min.)
Benzineinspritzung: Hochdruck-Direkteinspritzung (max. 500 bar, eine Einspritzdüse/Zylinder)
Aufladung: einstufiger Kompressor und Abgasturbine an einer gemeinsamen Welle
Max. Drehzahl Abgasturbine: 125.000 U/Min.

Energierückgewinnungssystem (ERS)

Bauart: Integrierte Hybrid Energierückgewinnung mittels einer elektrischen Motor-Generator-Einheit
Energiespeicher: Lithium-Ionen Batterie-Lösung mit mindestens 20 kg (vom Reglement vorgeschrieben)
Max. Energiespeicher/Runde: 4 MJ
Max. Drehzahl MGU-K: 50.000 U/Min.
Max. Leistung MGU-K: 120 kW (161 PS)
Max. Energierückgew./Runde MGU-K: 2 MJ
Max. Energieabgabe/Runde MGU-K: 4 MJ (33,3 Sek. bei voller Leistung)
Max. Drehzahl MGU-H: 125.000 U/Min.
Max. Leistung MGU-H: unbegrenzt
Max. Energierückgew./Runde MGU-H: unbegrenzt
Max. Energieabgabe/Runde MGU-H: unbegrenzt

Benzin & Schmiermittel

Kraftstoff: PETRONAS Primax
Schmierstoffe PETRONAS Syntium