• F1 W11 EQ Performance

Stabiles Reglement für die neue Saison

Der Mercedes-AMG F1 W11 EQ Performance ist eine Evolution seines Vorgängers, also jenes Autos, mit dem Mercedes das historische sechste WM-Double in Folge gewinnen konnte.

Das Team hat sich eine Vielzahl an Bereichen angesehen, um das Auto zu verbessern und einen Großteil der mehr als 10.000 Teile des Fahrzeugs verändert, um auf diese Weise die Performance zu steigern. Der Mercedes-AMG F1 W11 EQ Performance dürfte das schnellste Rennauto werden, das Mercedes jemals gebaut hat.

„Das Reglement blieb für das neue Jahr weitestgehend unverändert. Für uns ging es deshalb vor allem darum, sicherzustellen, dass uns bei der Entwicklung eines Autos, das im Vorjahr gut funktioniert hat, nicht der Schwung verloren geht“, sagte James.

„Wir wollten Aspekte des Fahrzeugkonzepts verändern. Aspekte, die sich während einer Saison unmöglich verändern lassen. So wollten wir eine ergiebigere Basis für die neue Saison schaffen. Wir nahmen einige wenige gut durchdachte Änderungen an der Architektur vor, um die Weiterentwicklung trotz der relativ unveränderten Regeln voranzutreiben.“

Neben einer Vielzahl an Detailänderungen und kleineren Verbesserungen konzentrierte sich das Team über den Winter auf drei größere Veränderungen: eine an der Front, eine in der Mitte und eine am Heck des Autos.

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„Vorne akzeptieren wir eine größere strukturelle Komplexität rund um die Querlenker und Radfelgen, um insgesamt eine performantere Baugruppe zu erhalten“, sagte James. „In der Fahrzeugmitte gehen wir mit dem Fahrerlager-Trend und schieben die obere seitliche Crash-Struktur in eine tiefere Position und nehmen den aerodynamischen Vorteil mit, den diese Anordnung bringt.“

„Am Heck des Autos haben wir uns für ein experimentierfreudiges Aufhängungslayout entschieden, um damit Möglichkeiten zur aerodynamischen Weiterentwicklung zu schaffen. Alle drei Veränderungen waren schon für sich alleine gesehen Verbesserungen, aber der tatsächliche Effekt ist eine Gruppe von sekundären Aerodynamikvorteilen, sowohl während des Winters als auch hoffentlich im Verlauf der kommenden Saison.“

Im vergangenen Jahr brachte das Team nach der ersten Testwoche ein erhebliches Upgrade-Paket für das Auto, wodurch sich das Aussehen des Fahrzeugs für Melbourne deutlich von der Launch-Version unterschieden hat. In diesem Jahr wird die Rennversion viel näher an jenem Fahrzeug liegen, das heute in Silverstone zum Einsatz kommt.

„Wir werden erneut Upgrades für Melbourne haben, die in der zweiten Testwoche kommen, aber es wird nicht wie 2019 ein komplett neues Auto geben“, sagte James. „Im vergangenen Jahr wurden die Regeln recht deutlich geändert und die Entscheidung dafür fiel erst ziemlich spät im Jahr.“

„Unter diesen Umständen gaben uns ein Launch-Auto in Woche eins und ein Fahrzeug für die zweite Woche die Möglichkeit, die bestmöglichen Lehren für unser Melbourne-Auto zu ziehen. In diesem Jahr sind die Regeln stabiler und da die Entwicklung für das 2020er Auto auf dem Niveau begann, auf dem sich das letztjährige Fahrzeug am Saisonende befand, würde es keinen Sinn machen, den Ansatz aus dem Vorjahr zu wiederholen.“

Das Jahr 2020 ist ein ganz besonderes für das Mercedes-AMG Petronas F1 Team: die Mannschaft feiert das zehnjährige Jubiläum des Mercedes-Werksteams in der Formel 1. Am 14. März 2010 ging das neue Mercedes F1 Team in Bahrain zum ersten Mal in der Königsklasse an den Start. Seitdem hat es in beinahe 200 Formel 1-Rennen (198) 93 Siege, 194 Podestplätze und 48 Doppelsiege eingefahren.

„Es ist fantastisch, dass das Team in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum feiern kann“, sagte Toto Wolff. „Vor mehr als 25 Jahren sind wir als Motorenhersteller in die Formel 1 zurückgekehrt und ein Jahrzehnt später haben wir aufs Ganze gesetzt. Das zeigt unser langfristiges Engagement sowohl mit unserem Werksteams als auch als Power-Unit-Hersteller für unsere wertvollen Kunden.“

„Wir waren über technische Regeländerungen und Wechsel in der Konzernspitze bei Daimler hinweg in der Formel 1, unser Engagement wurde dadurch nicht beeinträchtigt. Es ist großartig, dass wir nun unser zehnjähriges Jubiläum mit dem Mercedes Werksteam als weiteren Meilenstein hinzufügen können.“

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Das Jahr 2021 macht die Saison 2020 zu einer noch größeren Herausforderung

Eine der größten Herausforderungen dieses Jahres wird es sein, den Spagat zwischen der Weiterentwicklung des aktuellen Autos und den Vorbereitungen auf die einschneidenden Regeländerungen im nächsten Jahr zu bewältigen. In der Saison 2021 erwarten die Formel 1 die größten technischen Regeländerungen in ihrer Geschichte. Aus diesem Grund muss nahezu jedes Teil des Fahrzeugs komplett neu entworfen und entwickelt werden. Zusätzlich zu der technischen Komplexität der Regeländerungen tritt 2021 auch das neue finanzielle Regelwerk in Kraft, in dessen Folge die Teams sich neu aufstellen müssen, um die neuen Herausforderungen zu meistern.

„In der Saison 2020 stellt das Reglement eine Evolution des bisherigen Regelwerks dar, wodurch die Zugewinne kleiner ausfallen werden. Deshalb braucht man mehr Zeit und Einsatz, um sein Auto weiter zu verbessern.“, sagte Toto. „Auf der anderen Seite sind die Veränderungen am Reglement für die Saison 2021 so einschneidend, dass man viel Zeit benötigt, um sich darauf vorzubereiten. Mit jedem Monat, den man später als seine Wettbewerber beginnt, wird es schwieriger, deren Vorsprung aufzuholen. Gleichzeitig tritt die Kostenbegrenzung in Kraft, wodurch dem Team im Jahr 2021 weniger Ressourcen zur Verfügung stehen werden.“

„Das ist eine enorme Herausforderung“, sagte Toto. „In den vergangenen Jahren gab es viele Regeländerungen, aber diesmal handelt es sich im Endeffekt um ein Zwei-Jahres-Projekt. Dadurch wird 2020 zur schwierigsten Saison, die gleichzeitig aber auch eine fantastische Chance darstellt. Dieses Team hat immer wieder bewiesen, dass es Herausforderungen liebt und wir werden auch diese mit der gleichen Leidenschaft und Entschlossenheit angehen, die Mercedes in den vergangenen Jahren so stark gemacht hat.“

Mercedes-AMG F1 W11 EQ Performance - Technische Daten

Chassis

Bauart: Kohlefaser und Waben-Kompositstruktur
Karosserie: Kohlefaser, inklusive Motorabdeckung, Seitenkästen, Unterboden, Nase, Frontflügel und Heckflügel
Cockpit: Entfernbarer Fahrersitz aus anatomisch geformter Kohlefaser, OMP Sechs-Punkt-Sicherheitsgurt, HANS-System
Sicherheitsstrukturen: Cockpit-Überlebenszelle mit Aufprall- und Eindringungsschutz, vordere Crash-Struktur, vorgeschriebene seitliche Crash-Strukturen, integrierte hintere Crash-Struktur, Überrollbügel vorne und hinten, Fahrer-Schutzvorrichtung aus Titan (Halo)
Vorderradaufhängung: Kohlefaser-Querlenker und Torsionsfedern (Schubstreben) und Kipphebel
Hinterradaufhängung: Kohlefaser-Querlenker und innenliegende Federn (Zugstreben) und Dämpfer
Räder: OZ geschmiedetes Magnesium
Reifen: Pirelli
Bremssystem: Carbone Industries Carbon / Carbon Bremsscheiben und -Beläge mit „brake-by-wire“ (hinten)
Bremszangen: Brembo
Lenkung: Servounterstützte Zahnstange und Getriebeanordnung
Lenkrad: Kohlefaserkonstruktion
Elektronik: ECU nach FIA-Standard, Elektroniksystem und Elektrik mit FIA-Zulassung
Ausstattung: McLaren Electronic Systems (MES)
Benzinsystem: ATL mit Kevlar verstärkter Gummiblase
Schmiermittel & Öle: PETRONAS Tutela

Kraftübertragung

Getriebe: Acht Vorwärtsgänge, ein Rückwärtsgang, Kohlefaser-Getriebegehäuse
Schaltung: Sequenzielle Halbautomatik mit hydraulischer Aktivierung
Kupplung: Carbonplatte

Abmessungen

Gesamtlänge: Über 5.000 mm
Gesamtbreite: 2.000 mm
Gesamthöhe: 950 mm
Gesamtgewicht: 746 kg