• Die Saison 2020

Die Saison 2020 stellte die Formel 1 vor viele neue Herausforderungen, allen voran die Frage, wie wir die Sicherheits unseres Teams während einer weltweiten Pandemie gewährleisten konnten. Schlussendlich konnten wir 17 Grands Prix absolvieren und im Laufe der Saison 573 Punkte, 13 Siege sowie zwei WM-Titel erzielen.

Diese Herausforderungen waren uns zu Beginn der Saison 2020 noch nicht bekannt. Als der Australien GP immer näherkam, wurde jedoch mehr und mehr klar, dass wir angesichts der steigenden Pandemie-Zahlen nicht würden fahren können. Nach positiven COVID-19 Fällen im Fahrerlager wurde das Rennen abgesagt und der Saisonstart verschoben.

Nach sorgfältigen Überlegungen wurde verkündet, dass die Formel 1 mit gründlichen Tests, umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen und einer eingeschränkten Anzahl an Personen an die Strecke zurückkehren würde. Das erste Rennen des geänderten Rennkalenders fand auf dem Red Bull Ring in Österreich statt.

Dort wurden gleich zwei Rennen innerhalb einer Woche ausgetragen. Das Team erlebte einen starken Start in die neue Saison: Beide Autos standen in Reihe eins mit Valtteri Bottas auf der Pole. Alles sah nach einem Doppelsieg aus, bis Lewis Hamilton nach einer Berührung mit dem Red Bull von Alex Albon eine 5-Sekundenstrafe erhielt, die ihn mit P4 vom Podest stieß. Valtteri verteidigte seine Position erfolgreich und brachte den Sieg ins Ziel.

Das zweite Event auf dem Red Bull Ring war der Große Preis der Steiermark. Lewis erzielte im einem nassen Q3 eine bemerkenswerte Zeit von 1:19.273 Minuten und holte damit die Pole. Valtteri fand leider nicht die gleiche Performance und qualifizierte sich auf P4. Das führte zu einem fantastischen Rennen, in dem Lewis seinen Platz behielt und Valtteri sich vier Runden vor Schluss bis auf P2 nach vorne kämpfte. 

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Das dritte Saisonrennen fand auf dem Hungaroring in Ungarn statt. Wir gingen mit beiden Autos aus der ersten Startreihe ins Rennen. Lewis behielt seine Führung und setzte sich vom Feld ab. Valtteri kam nicht so gut weg und verlor leider Plätze. Trotz des Regens während des Rennens konnte sich Valtteri in den Schlussrunden bis an den Zweitplatzierten herankämpfen und gegen diesen kämpfen. Dies gelang ihm leider nicht, aber ein Doppelpodium war ein gutes Ergebnis in Ungarn, sodass wir mit einer guten Ausgangslage nach Silverstone reisen konnten, wo die nächsten beiden Rennwochenenden stattfinden sollten.

Das Team zeigte eine gute Performance beim ersten Silverstone-Rennen und stand erneut mit beiden Autos in der ersten Startreihe. Diesmal war Lewis auf der Pole. Das setzte sich im Rennen fort, wo Lewis und Valtteri auf den Rängen eins und zwei lagen. Zwei Runden vor Rennende hatte Valtteri einen Reifenschaden, weswegen er an die Box musste und aus den Punkterängen herausfiel. Verstappen, der auf frischen Reifen unterwegs war, rückte somit auf P2 auf. Es folgte noch mehr Drama: Lewis ereilte eine halbe Runde vor Rennende das gleiche Problem wie Valtteri. Er hatte einen Reifenschaden vorne links und versuchte, damit über die Ziellinie zu humpeln und den rasch aufschließenden Verstappen hinter sich zu halten. Aber Lewis gab nicht auf und fuhr als Sieger eines unvergesslichen Großbritannien GP über die Linie.

Das zweite Event in Silverstone war der 70th Anniversary Grand Prix, bei dem es erneut eine erste Startreihe für Mercedes gab. Diesmal mit dem Pole-Mann Valtteri. Das sollte jedoch nicht bis zum Rennende so bleiben. Verstappen startete von P4 auf den harten Reifen und verbesserte sich in der ersten Kurve auf Platz drei. Danach holte er schnell Lewis ein und kam auf P2 nach vorne. Danach holte er sich Valtteri, der beim Start in Führung geblieben war. Valtteri konnte Verstappen nicht aufhalten und verlor P1. So blieb es für einen Großteil des Rennens, bis Lewis in den Schlussrunden Valtteri in Brooklands überholte und sich P2 sicherte.

Weiter ging es nach Spanien, wo wir erneut eine starke Qualifying-Leistung abliefern konnten. Lewis fuhr in 1:15.584 auf P1, dahinter landete Valtteri auf P2. Lewis legte einen starken Start hin und zeigte danach eine Meisterleistung, die zu einem Start-/Ziel-Sieg führte. Valtteri konnte den Start nicht wiederholen und belegte P4. Im Rennverlauf konnte er sich bis auf P3 vorarbeiten, aber P2 blieb außer Reichweite.

Das nächste Rennwochenende führte die Formel 1 zum Großen Preis von Belgien nach Spa-Francorchamps. Das Team hatte zunächst Schwierigkeiten, das richtige Fahrzeugsetup zu finden. Danach fand es jedoch zu einer großartigen Pace. So stellte das Team im Qualifying erneut beide Autos in die erste Reihe. Das Rennen selbst verlief relativ unkompliziert: Beide Fahrer überquerten die Ziellinie auf ihren Startpositionen und erzielten somit einen Doppelsieg - für Lewis war es sein fünfter Saisonsieg und der 89. in seiner Karriere.

Der Große Preis von Italien war ein schwierigeres Rennen für das Team. Obwohl beide Fahrer nach einem starken Qualifying in der ersten Reihe standen, fiel Valtteri nach einem kniffligen Start und mehreren Berührungen von P2 auf P6 zurück. Lewis kam gut weg, fuhr jedoch in die Boxengasse, als diese geschlossen war. Dafür erhielt er eine 10 Sekunden Stop-and-Go-Strafe. Danach konnte er sich bis auf P7 zurückkämpfen, um die Ziellinie zwei Plätze hinter Valtteri zu überqueren.

Für das Team war es ein enttäuschendes Ergebnis, aber Toto fand dennoch lobende Worte für den Debütsieg von Alpha Tauri-Fahrer Pierre Gasly: "Dies ist eine Niederlage für Mercedes und die großen Teams, aber ein Sieg für die Formel 1. Heute war ein unheimlich unterhaltsames Rennen und es war fantastisch zu sehen, wie die jungen Fahrer an der Spitze gegeneinander gekämpft haben. Herzlichen Glückwunsch an Pierre und Alpha Tauri zu diesem verdienten Sieg."

Der Große Preis der Toskana in Mugello brachte dem Team wieder ein besseres Ergebnis. Lewis ging von der Pole ins Rennen, direkt dahinter Valtteri auf P2. Der Finne hatte seine letzte Qualifying-Runde wegen einer gelben Flagge abbrechen müssen. Im Rennen sicherte sich Lewis seinen 90. F1-Sieg und den 100. Erfolg in der modernen Ära für Mercedes. Aber der Weg dorthin war nicht einfach. Lewis: "Das war einer der schwierigsten Tage, physisch und mental". Valtteri hatte das Gefühl, drei Rennen gefahren zu sein. So viele Herausforderungen hatte Mugello zu bieten.

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Der nächste Stopp im Rennkalender war Russland, wo Lewis zum 96. Mal in seiner Karriere auf die Pole fuhr und in 1:31.304 Minuten einen neuen Rundenrekord erzielte. Valtteri qualifizierte sich auf P3. Im Rennen erhielt Lewis eine 5-Sekunden-Strafe für einen falschen Probestart, die er bei seinem Boxenstopp absaß. Lewis konnte sich trotz des Zeitverlusts durch das Feld zurückkämpfen und das Rennen als Dritter auf dem Podium beenden. Valtteri zeigte ein starkes Rennen und beendete das Rennwochenende mit seinem zweiten Saisonsieg sowie der 15. Schnellsten Rennrunde in seiner Karriere.

Der Eifel GP auf dem Nürburgring bescherte Valtteri eine weitere Pole Position, die 400. Pole für Mercedes-Benz Power. Lewis startete das Rennen direkt neben ihm von P2. Valtteri hatte einen guten Start und verteidigte die Führung bis Runde 19, als er in Folge eines technischen Problems mit seiner Power Unit das Auto an der Box abstellen musste. Lewis nutzte die Gelegenheit und erzielte seinen 91. Formel 1-Sieg. Damit zog er mit der Formel 1-Legende Michael Schumacher gleich. Als Anerkennung für seine Leistung überreichte Michaels Sohn Mick Schumacher Lewis einen Helm seines Vaters.

Beim Portugal GP ging es für Lewis genauso weiter: Er sicherte sich seine 97. Pole, Valtteri kam direkt dahinter auf P2 - damit starteten zum neunten Mal in dieser Saison beide Mercedes aus Reihe eins. Beide Fahrer hatten Schwierigkeiten, die Medium-Reifen auf Temperatur zu bringen, konnten aber das Rennen kontrollieren und den 57. Doppelsieg für Mercedes in der Formel 1 erzielen.

Weiter ging es zu einem Rennen, das ursprünglich gar nicht im Rennkalender vorgesehen war - das dritte Rennen auf italienischem Boden in dieser Saison führte uns zum Emilia Romagna Grand Prix in Imola. Im Qualifying fuhren erneut beide Fahrer des Teams auf die Plätze eins und zwei, diesmal war Lewis knapp ein Zehntel hinter der Zeit seines Teamkollegen. Aber dies war erst der Anfang eines ganz besonderen Wochenendes für Mercedes. Am Sonntag gewann das Team seinen siebten aufeinanderfolgenden Konstrukteurs-Titel

Und das mit Stil: Das Team sicherte sich einen Doppelsieg. Lewis gewann, Valtteri fuhr auf Platz zwei. Gleichzeitig war es der 100. Sieg des Mercedes-AMG Petronas Formel 1 Teams und das 500. Podium für Mercedes-Benz Power.

Toto: " Darin stecken viel Blut, Schweiß und Tränen, die hinter verschlossenen Türen geflossen sind und viele Menschen haben große Opfer erbracht, um dies zu erreichen. Vielen Dank an das gesamte Team, sowohl hier an der Rennstrecke als auch in den Werken in Brixworth und Brackley. Wir haben eine fantastische Mannschaft, die immer weiter macht und die Messlatte immer höher legt. Aber was am meisten heraussticht, ist die Kameradschaft innerhalb dieses Teams und die richtigen Werte im Herzen des Ganzen."

Das Qualifying zum Großen Preis der Türkei erwies sich als schwierig. Aufgrund einer Neuasphaltierung und regnerischer Bedingungen sah sich das Team einigen Herausforderungen gegenüber, um die Reifen auf Temperatur zu bringen und Grip zu erzeugen. Das führte zu den Startplätzen sechs und neun für Lewis und Valtteri. Der Finne hatte im Rennen die gleichen Schwierigkeiten und kam auf P14 ins Ziel. Für Lewis sollte das Wochenende jedoch besser enden: Er kämpfte sich durch das Feld und gewann das Rennen! Damit sicherte er sich seinen siebten Fahrer-Titel und dem Team ein historisches siebtes aufeinanderfolgendes WM-Double. Rekord!

Obwohl beide Weltmeisterschaften entschieden waren, gab es noch immer drei Rennen zu fahren und das Team zeigte keine Anzeichen, dass sie es beim Bahrain GP langsamer angehen wollten. Im Gegenteil: Lewis und Valtteri erzielten die 75. komplette erste Reihe für das Team. Im Rennen sollte Lewis siegen, während Valtteri nach einem schweren Unfall von Romain Grosjean beim Start Pech hatte. Valtteri musste in Folge eines Reifenschadens an die Box, konnte sich aber im restlichen Verlauf wieder nach vorne kämpfen und beendete den Grand Prix auf Platz acht.

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Eine Woche später ging es erneut in Bahrain auf die Strecke, diesmal aber auf dem kürzeren Außenkurs, der den Fans viel Spannung bot. Leider konnte Lewis nicht am Rennwochenende teilnehmen, da er kurz vor dem Wochenende positiv auf COVID-19 getestet wurde. Williams-Fahrer George Russell sprang für ihn ein.

Der Sakhir GP sah Rundenzeiten unter einer Minute und war das vorletzte Saisonrennen. Valtteri holte sich die Pole mit einer Zeit von 53.337 Sekunden. Hinter ihm startete George von P2. Für ihn war es das erste Mal, dass er sich für Q3 qualifizieren konnte. George übernahm am Start die Führung, aber in Runde 62 machte das Team in Folge eines Funkproblems einen Fehler beim Boxenstopp. So erhielt George die falschen Reifen und musste noch einmal an die Box kommen. Auch Valtteri verlor bei dem Stopp mehrere Positionen. George arbeitete sich danach wieder bis auf P2 nach vorne und es sah danach aus, als ob er wieder in Führung gehen könnte. Aber dann hatte er einen Reifenschaden vorne rechts und musste noch einmal an die Box kommen. Er kehrte auf P15 auf die Strecke zurück und kämpfte sich in den Schlussrunden bis auf P9 nach vorne, einen Platz hinter Valtteri.

Beim Saisonfinale in Abu Dhabi kehrte Lewis ins Cockpit zurück. Nach seiner Krankheit zeigte Lewis eine starke Performance und sicherte sich den dritten Startplatz. Valtteri ging von P2 ins Rennen, er verpasste die Pole nur um eine halbe Zehntelsekunde. So ging es im Rennen weiter: Valtteri beendete den Abu Dhabi GP auf P2, Lewis wurde im letzten Saisonrennen Dritter.

Nach der Zieldurchfahrt sagte Toto: "Das letzte Saisonrennen ist auch der richtige Moment, um einen Schritt zurückzutreten und sich die gesamte Saison anzusehen. Herzlichen Glückwunsch an alle, die daran beteiligt waren, eine Saison mit 17 Rennen umzusetzen, an die vor sechs Monaten noch niemand geglaubt hätte. Für uns bei Mercedes war es ein Jahr voller bemerkenswerter Erfolge und Leistungen, an die wir uns noch lange erinnern werden. Vielen Dank an jedes einzelne Teammitglied, das zu dieser historischen Saison beigetragen hat."