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1.5 Minuten

1.5 Minuten

von Tet Tiongco

Es war ein einmaliges Erlebnis von dem ich nie dachte, das es je stattfinden würde. Seit ich Ende der 90er Jahre die Formel 1 verfolge, träumte ich davon die Rennen live an der Strecke zu sehen und einmal Michael Schumacher zu treffen. Doch ich lebe auf den Philippinen und daher war dieser Traum nur schwer in die Realität umzusetzen. Formel 1 ist in unserem Land kein sehr bekannter Sport, die Rennen werden nur vom Kabelfernsehen übertragen, dadurch können sie nicht viele Menschen sehen. Besonders in den späten 90ern und Anfang 2000 war der Sport noch weitgehend unbekannt. Doch ich verfiel diesem Sport von der ersten Minute an, es war liebe auf den ersten Blick. Ich habe schon immer Autos geliebt und genau das bietet die F1. Ich verehre Michael Schumacher, so einfach ist das. Immer wieder überrascht dieser Mann mich mit seiner unendlichen Leidenschaft und damit, dass er nie müde wird, das Beste aus sich und seinem Team herauszuholen. Ich habe ihn in seinen erfolgreichen Ferrari-Jahren gefeiert, ich stand hinter ihm auch wenn er für Manöver kritisiert wurde und ich war einer von den Millionen Fans die tief traurig waren, als er in Monza 2006 seinen Rücktritt bekannt gab. Ich habe mir damals geschworen, dass ich ihn in meinem nächsten Leben auf jeden Fall live auf der Strecke sehen werde.

Was ich nicht ahnen konnte war, dass alles viel besser kommen würde. Wer hätte gedacht, dass der Meister zurück auf die Rennstrecke kommen würde? 2006 verließ er die Formel 1 noch als einer von Ferrari, einem Team mit einer langen Renntradition. 2010 kehrte er zurück, um für ein Team zu fahren, das ebenfalls sprüht vor Renntradition. Für alle Fans war es das schönste Weihnachtsgeschenk, als Ross Brawn verkündete, dass sie Michael Schumacher für drei Jahre verpflichten konnten! Ich habe mir gesagt, das ist nun deine zweite Chance, deinen Traum wahr werden zu lassen! Ich muss Michael einmal live auf der Strecke sehen!

Der Zeitpunkt hätte nicht besser sein können. Ich hatte gerade mein Studium an der medizinischen Fakultät abgeschlossen und promoviert. Ich hatte Zeit und ich hatte genügend Geld zusammengespart, um nach Sepang zu reisen. Ich kaufte mir die Tickets so früh, dass ich noch in die Frühkäufer-Aktion mit hinein kam! Als ich in Malaysia ankam, konnte ich immer noch nicht glauben, dass das alles wahr ist. Ich lebte meinen Traum und damit nicht genug. Ich war bereits eine Woche vor dem Rennen in Malaysia und ich war überglücklich, dass MERCEDES GP PETRONAS eine Demo-Fahrt in den Straßen von Kuala Lumpur absolvieren würde. Sie unternehmen so viele Aktionen mit den Fans rund um den Grand Prix von Malaysia, weil es mit als Heimrennen zählt. Immerhin ist PETRONAS Titel-Sponsor. Doch als ich die Tickets kaufte, wusste ich von all dem nichts. Alles was ich dachte war, dass Malaysia der ideale Ort für mich sei, um das Rennen zu sehen, denn die Tickets sind nicht so teuer und die Philippinen sind nicht zu weit weg. Das es ein Heimrennen war, war eine super Zugabe für mich!

Endlich war der Tag gekommen, an dem die Demo-Fahrt abgehalten wurde – und es war der reine WAHNSINN! Wir haben sehr weit vorn gesessen, ganz nah an den Autos und natürlich auch dem Team mit Michael, Nico und Ross. Die Demo-Fahrt fand am Nachmittag statt, so gegen 15 Uhr und wir ließen uns auch nicht von den heftigen Regenschauern zwischendurch vertreiben, denn wir wollten eine gute Sicht auf die Fahrt. Wir warfen einfach unsere PETRONAS Regenmäntel über, die wir geschenkt bekommen hatten, saßen auf der nassen Tribüne und warteten auf die Fahrer. Als Michael und Nico das erste Mal erschienen, war ich unglaublich aufgeregt. Ich konnte nicht fassen, dass ich Michael und Nico lebensecht vor mir hatte! Die Atmosphäre war sehr aufregend, alle haben nach ihnen gerufen und um die Fans zu begeistern winkten Michael und Nico und gaben ihr 'Daumen hoch'-Zeichen. Die Demo-Fahrt war fantastisch. Zuerst fuhr Nico und danach Michael. Er legte ein paar Donuts vor unseren Augen hin, obwohl der Asphalt nass war. Der Mercedes Motor war unglaublich laut, aber in meinen Ohren klang es wie Musik. Es war unbegreiflich, dass ich wirklich dort saß, nur wenige Meter von dem Auto entfernt, in dem mein großes Idol saß. Das war ein so großes Glücksgefühl. Nach der Demo-Fahrt durften wir alle zum Mercedes Safety Car gehen und es sogar anfassen. Einfach unglaublich!

Das alles wurde aber noch durch den Rennsonntag getoppt. Es war der Tag an dem auch die offizielle Autogrammstunde abgehalten wurde. Wir fanden heraus, dass Michael und Nico mit die ersten Fahrer sein würden, früh gegen 8 Uhr standen wir also schon in der Meet & Greet Zone parat. Ich stand vielleicht an 15. Stelle in der Schlange. Wir setzten uns alle auf den Fußboden, und suchten ein wenig Sonnenschutz. Wir machten es uns bequem, denn wir mussten ja noch vier Stunden warten bis Schumi und Nico kamen! Ja, vier Stunden! Die Autogrammstunde war für 12 Uhr angesetzt, aber die Fans standen bereits um 8 Uhr morgens da. Ich sagte mir, dass ich diese Gelegenheit einfach nicht verpassen darf. Es machte mir nichts aus, vier Stunden in der Hitze zu stehen und zu warten!

Es hatte sich absolut gelohnt! Es wurde verkündet, dass die Fahrer schon da seien, also drehte ich mich um, um einen Blick auf Michael und Nico zu erhaschen – und tatsächlich, da waren sie! Sie winkten den Fans, dann setzten sie sich an ihre Tische und begannen mit der Autogrammsession. Es ging sehr zügig voran, als die Session einmal gestartet wurde und schwups, stand ich vor den Fahrern. Zuerst die Toro Rosso Fahrer, dann weiter zu Sauber... alles ging so schnell. Weiter hinten ging es etwas langsamer voran. Nico war der vorletzte Fahrer und, das Beste kam zum Schluss, mit Michael. Als ich bei Nico ankam lächelte er, unterschrieb meine Karte und gab sie mir wieder. Ich war begeistert und bedankte mich. Dann war Michael an der Reihe. Ich hielt ihm meine alte Kappe hin, mit Weltmeister 2002 und fragte, ob er sie unterschreiben würde. Ich war so unglaublich nervös, dass ich ihm die Kappe verkehrt herum gab! Er nickte, lächelte und drehte sie in die richtige Richtung. Ich war ehrlich gelähmt vor Faszination. Ich glaube ich vergaß mich zu bewegen, zu lächeln und zu sprechen! Als er mit dem Signieren fertig war, gab er mir noch eine seiner Karten und reichte sie mir, zusammen mit meiner Kappe. Ich glaube mich zu erinnern, dass ich danke gesagt habe und ihm viel Glück wünschte für das Rennen am Nachmittag. Ich glaube aber nicht, dass er mich verstanden hat, denn es war sehr laut, aber er hat zumindest gelächelt und diese Geste hat mir den ganzen Tag gerettet. Es war der schönste Tag in meinem Leben! Ich habe vier Stunden in der Sonne gewartet und natürlich die Jahre, seit ich Formel 1 Fan bin und nie hätte ich mir erträumt, eines Tages Michael zu treffen, für unglaubliche 1.5 Minuten. Für diese hat sich alles gelohnt! Ich schwebte für einige Tage auf Wolke sieben.

Das Rennen war dann die eigentliche Zugabe, das Highlight für mich war, dass ich Michael getroffen hatte. Immerhin war das Rennen aber am Ende eines der besten für das MERCEDES GP PETRONAS Team, denn Nico konnte zum ersten Mal in der Saison auf das Podest fahren. Als ihm die Zielflagge geschwenkt wurde, habe ich für ihn gejubelt, zusammen mit all den anderen Mercedes Fans. Das war ein unglaublich schönes Gefühl, die Begeisterung mit den anderen zu teilen. Insgesamt kann ich aber immer noch nicht glauben, dass ich diesen Traum wahr werden lies. Es zeigt, dass wenn man einen Traum hat und hart dafür arbeitet, ihn auch wahr werden lassen kann.

Ich wünsche dem MERCEDES GP PETRONAS Team viel Glück für 2011! Wir stehen alle hinter Euch, was auch immer passiert. Lasst uns weiter vorwärts Schreiten!

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