Back
Back

1934 – Vor 80 Jahren: Die Geburtsstunde der Silberpfeile

1934 – Vor 80 Jahren: Die Geburtsstunde der Silberpfeile

Es ist eine Premiere in glitzerndem Silber und sie endet mit glänzendem Gold: Das erste Rennen der völlig neu entwickelten Mercedes-Benz Rennwagen W 25 am 3. Juni 1934 auf dem Nürburgring gewinnt Manfred von Brauchitsch mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 122,5 km/h – das ist ein neuer Streckenrekord. Fast wird der Sieg jedoch von der Sensation überstrahlt, dass der neue Mercedes-Benz Rennwagen mit silbern glänzender Aluminiumkarosserie statt dem klassischen Rennweiß an den Start geht. Der Legende nach ist die metallisch schimmernde Haut erst in der Nacht vor dem Rennen durch Abschleifen des Lacks freigelegt worden, um das Startgewicht des W 25 in die Grenzen des Reglements zu bringen.

Aus dieser Geburtsstunde der Mercedes-Benz Silberpfeile entsteht in den folgenden Jahren eine faszinierende Tradition großer Motorsporterfolge mit Renn- und Rennsportwagen, die bis heute anhält.

Triumph in der Eifel

Das Internationale Eifelrennen auf dem Nürburgring ist eine der großartigsten Motorsportveranstaltungen der Saison 1934. An diesem Junitag wird deutlich, welche Rolle Automobilrennen als Massenphänomen spielen. Manfred von Brauchitsch erinnert sich in seinen 1964 erschienen Memoiren „Ohne Kampf kein Sieg“ an den Strom der Zuschauer, die zum Nürburgring pilgern: „Viele Sonderzüge brachten die Menschen in das kleine Eifelstädtchen Adenau. Tausende von Motorrädern, Omnibussen und Lastwagen schlängelten sich auf den Landstraßen zum Nürburgring. Aus Frankfurt, Düsseldorf und Köln, aus dem ganzen Ruhrgebiet, aus München, Hamburg und Berlin strömten die Menschen zu der mit Spannung erwarteten Schlacht der Motoren in die Eifel. 200.000 Zuschauer säumten die Strecke. Neben den Kurven am Hatzenbach, am ‚Karussell‘, der ‚Fuchsröhre‘, im Tal von Wehrseifen oder am ‚Schwalbenschwanz‘ zelteten viele schon in der Nacht zuvor und sicherten sich einen guten Platz.“

Am Nachmittag gegen 15 Uhr senkt sich die Startflagge. Geplant ist der Start der Rennwagen eigentlich für 13 Uhr, im Anschluss an zwei Läufe für Motorräder. Doch wegen des schlechten Wetters beginnt der Wettbewerb der Rennwagen verspätet. Mercedes-Benz ist mit zwei Fahrzeugen vertreten: Von Brauchitsch hat die Startnummer 20, und mit dem Rennwagen Nummer 22 startet Fagioli. Insgesamt besteht das Feld aus 44 Fahrzeugen. Fagioli und von Brauchitsch setzen sich auf W 25 früh an die Spitze, gefolgt von Hans Stuck (Auto Union) und Louis Chiron (Alfa Romeo). Nachdem Fagioli in der 14. Runde – der vorletzten – ausfällt, fährt von Brauchitsch den Sieg für Mercedes-Benz ins Ziel, gefolgt von Stuck und Chiron.

Der kometenhafte Aufstieg der Silberpfeile

Der Sieg beim Internationalen Eifelrennen ist der Auftakt für ein ganzes Konzert der Siege und Podiumsplatzierungen: Auf Mercedes-Benz W 25 gewinnen die Rennfahrer der Werksmannschaft im Jahr 1934 das Internationale Klausenrennen (Caracciola), die Coppa Acerbo in Pascara (Fagioli), den Großen Preis von Italien (Caracciola/Fagioli) und den Großen Preis von Spanien (Fagioli). Dazu kommen zahlreiche weitere Top-Platzierungen.

Für Manfred von Brauchitsch bleibt der 1. Platz im Eifelrennen der einzige Sieg der Saison 1934. Dominiert wird der Erfolg des W 25, der bis 1936 bei Grand-Prix-Rennen an den Start geht, stattdessen von Rudolf Caracciola. In der Saison 1935 gewinnt Caracciola am Steuer des W 25 insgesamt sechs Grands Prix, drei weitere Siege erzielt Fagioli. 1935 wird Rudolf Caracciola Europameister, nachdem er bereits die Deutsche Meisterschaft errungen hat. Nachdem die Rennwagen der Auto Union die Grand-Prix-Saison 1936 dominieren, entwickelt Mercedes-Benz für 1937, das letzte Jahr der 750-Kilogramm-Formel, den neuen Silberpfeil W 125. Mit diesem Fahrzeug gewinnt Caracciola erneut die Europameisterschaft.

In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wird die Erfolgsgeschichte der Silberpfeile von zahlreichen Mercedes-Benz Rennwagen fortgeschrieben. Zu diesen legendären Fahrzeugen gehören in der klassischen Epoche der Silberpfeile der W 154 (3-Liter-Rennwagen, 1938 und 1939), der W 165 (1,5-Liter-Rennwagen für den Grand Prix von Tripolis 1939), der 300 SL Rennsportwagen (W 194, 1952), der W 196 R (2,5-Liter-Formel-1-Rennwagen, 1954 und 1955) und der 300 SLR Rennsportwagen (W 196 S, 1955). In den späten 1980er-Jahren kehren die Mercedes-Benz Silberpfeile zunächst in der Gruppe C auf die Rundstrecke zurück. Seit 1994 starten die Stuttgarter Rennwagen dann wieder in der Formel 1 – zunächst in Partnerschaft mit Sauber und McLaren, seit 2010 mit einem eigenen, neu gegründeten Formel-1-Werksteam.

Sorry, es scheint so, als sei die Version deines Browser zu alt!

Bitte aktualisiere deinen Browser oder lade eine aktuelle Version der unten aufgelisteten Browser herunter.

Internet Explorer Internet Explorer Firefox Mozilla Firefox Opera Opera Browserr Chrome Google Chrome