Back
Back

Abu Dhabi – Inside Line

Abu Dhabi – Inside Line

Paddys Blickwinkel

"Brasilien war ein weiteres spannendes Rennen mit einem großartigen Duell zwischen Nico und Lewis. Es war fantastisch, einen neuen Rekord für Doppelsiege aufzustellen. Damit hat das Team eine Bestmarke überboten, die McLaren in meiner ersten Formel 1-Saison aufstellte. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass sie jemals gebrochen werden würde. Das muss ich erst noch verarbeiten. Aber es ist ein Beleg für die Leistung des Teams in dieser Saison. Mit Blick auf die Fahrer-Weltmeisterschaft demonstrierte das Rennen erneut, wie ausgeglichen unsere beiden Fahrer das gesamte Jahr über waren. Es unterstrich die Tatsache, dass beide ein würdiger Weltmeister wären. Es war ungewöhnlich für Interlagos, dass Regen am gesamten Wochenende keine Rolle spielte. Die geänderte Reifenwahl hatte aber sehr wohl ihren Einfluss. Es war schön zu sehen, dass die Performance der Reifen im Rennen gut war - trotz einiger Bedenken am Freitag. Sie trugen mit einem Drei-Stopp-Rennen zum Spektakel bei, was die gute Arbeit von Pirelli in diesem Jahr unterstreicht. Jetzt blicken wir auf Abu Dhabi. Dort gab es in den vergangenen Jahren bereits einige spannende Titelkämpfe. Allerdings noch keinen so spannenden wie mit den doppelten Punkten in dieser Saison. Wir werden das Wochenende wie gewohnt angehen. Unser Ziel ist es, beiden Fahrern die gleiche, faire Chance auf den Titel zu geben. Das ist für uns das Wichtigste bei der Vorbereitung auf dieses Rennen. Yas Marina bietet eindrucksvolle Anlagen und die Strecke besitzt eine Vielzahl an Kurven. Die Fahrer müssen all ihr Können aufbieten, um eine schnelle Runde zu fahren. Einen solch dramatischen Saisonabschluss werden viele Fans an der Strecke und in aller Welt verfolgen. Hoffentlich können wir für sie eine gute Show bieten."

Yas Marina Circuit - Inside Line

Streckenverlauf

Der Yas Marina Circuit besitzt relativ wenige High-Speed-Passagen. Abgesehen von den Kurven eins bis vier besteht eine Runde mit ihren 21 Kurven hauptsächlich aus langsamen Kurven und Geraden. Ein unerwartetes Ergebnis des Streckenverlaufs ist ein Mangel an Überholmanövern. Das prominenteste Beispiel dafür war die Titelentscheidung in der Saison 2010. Zwischen den Kurven sieben und acht verläuft eine extreme lange Gerade. Die Geschwindigkeit auf dieser ist jedoch abhängig davon, ob man im vorhergehenden langsamen Abschnitt mit wenig Grip nahe genug am Vordermann dran bleiben kann. Die 2014er Fahrzeuggeneration kann anderen Autos leichter folgen als ihre Vorgänger. Dadurch gab es mehr Überholmanöver als in den vergangenen Jahren. Dennoch stellt ein erfolgreiches Manöver auf dieser Strecke keine einfache Aufgabe dar.

Reifen

In den vergangenen beiden Jahren kamen in Abu Dhabi die weiche und die mittlere Reifenmischung zum Einsatz. In den Saisons 2012 und 2013 gab es deshalb hauptsächlich einen oder zwei Stopps. In diesem Jahr werden die weiche und die superweiche Mischung eingesetzt. Eine aggressive Wahl, wenn man bedenkt, dass der Option-Reifen im Vorjahr nur eine Handvoll Runden verwendet wurde. Die folgenden beiden Stints wurden auf den Prime-Reifen absolviert. Die 2014er Reifenmischungen sind ungefähr eine halbe Stufe härter als ihre Vorgänger. Dennoch könnte es auch in diesem Jahr in Abu Dhabi ein Drei-Stopp-Rennen geben. Dies kann wie in Brasilien zu verschiedenen Strategieentscheidungen, mehreren Positionswechseln und dem Potential zu vielen Zweikämpfen im gesamten Feld führen.

Benzinverbrauch

Mit Blick auf den Benzinverbrauch befindet sich Abu Dhabi im oberen Bereich der Skala. Allerdings gab es bislang noch auf keiner Strecke große Schwierigkeiten in dieser Hinsicht. Dabei gab es schon einige Strecken in diesem Jahr, auf denen der Benzinverbrauch eine größere Rolle spielte als in Yas Marina. Die Fahrer sind mit den Einschränkungen beim Benzinverbrauch bislang beeindruckend gut zurechtgekommen. Dieser Aspekt ist also eher theoretischer Natur als eine große Sorge.

Rennen in der Abenddämmerung

Immer mehr Rennen finden in der Abenddämmerung statt. Dies führt zu schwankenden Streckentemperaturen zwischen den verschiedenen Sessions des Wochenendes. An einem normalen Rennwochenende schwanken die Strecken- und Umgebungstemperaturen vielleicht um fünf bis zehn Grad. In Abu Dhabi fällt dieser Wert viel höher aus. Der Einfluss auf die Performance kann dabei mehr als eine halbe Sekunde pro Runde betragen. Darauf müssen sich die Teams einstellen, um bei der Abstimmung nicht vom richtigen Weg abzukommen. Ein Überhitzungsproblem könnte somit im zweiten Training nicht so groß sein wie im ersten. Ein zu großer Ausgleich würde als das Risiko bedeuten, den falschen Weg bei der Balance einzuschlagen. Die Teams können hierbei auf ihre Erfahrungen aus Singapur und Bahrain zurückgreifen. Dennoch müssen sie genau darauf achten.

Zuverlässigkeit

Beim Saisonfinale erreichen bei allen Teams einige Fahrzeugkomponenten das Ende ihres Lebenszyklus. Das gehört zum Lauf der Saison. Schließlich werden die Teile so entworfen, dass sie die Saison überstehen, aber nicht viel mehr. Natürlich wird alles unternommen, um die bestmöglichen Spezifikationen im Auto einzusetzen und so das Risiko von Zuverlässigkeitsproblemen zu minimieren. Die vielen roten Flaggen in Brasilien haben jedoch gezeigt, dass alles am Limit ist. Unbekannte Defekte treten zu diesem Zeitpunkt der Saison immer öfter auf. Das ist auch in Abu Dhabi zu erwarten. Dadurch wird es schwierig, in den üblichen Rhythmus des Rennwochenendes zu finden, da die Trainings häufig unterbrochen werden.

Externe Einflüsse

In den letzten Zügen einer langen Saison setzt bei allen Beteiligten langsam Müdigkeit ein. Dazu gesellt sich der Druck des Titelkampfes, sowohl intern von den Teamteilhabern als auch extern von den Medien. Jede Bewegung des Teams wird genau beobachtet. Der Umgang mit diesem Druck gehört zum Tagesgeschäft in der Formel 1. Daran ist jedes Teammitglied gewöhnt. Aber beim angespannten Finale in Abu Dhabi gilt dies umso mehr.

Das nächste Kapitel

Abgesehen von größeren Überraschungen sind die Positionen in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft im gesamten Feld bezogen. Die Teams konzentrieren sich in Abu Dhabi deshalb vor allem auf 2015. Natürlich wird jedes Team weiter vollen Einsatz an diesem Rennwochenende zeigen. Aber es wäre keine Überraschung, wenn das Freitagstraining von Vorbereitungen auf die nächste Saison dominiert würde. An einigen Autos kann es bereits neue Teile geben. Andere konzentrieren sich vielleicht eher darauf, das beste Basissetup für die folgenden beiden Testtage nach dem Grand Prix-Wochenende zu finden. Der verlängerte Abu Dhabi-Trip ist die letzte Chance für die Teams, um Daten vor der Winterpause zu sammeln. Damit könnte er ein Schlüsselwerkzeug für die Performance in der Saison 2015 sein.

Sorry, es scheint so, als sei die Version deines Browser zu alt!

Bitte aktualisiere deinen Browser oder lade eine aktuelle Version der unten aufgelisteten Browser herunter.

Internet Explorer Internet Explorer Firefox Mozilla Firefox Opera Opera Browserr Chrome Google Chrome