Back
Back

Albert Park: Im Cockpit mit Lewis & Nico

Albert Park: Im Cockpit mit Lewis & Nico

Lewis

Ich liebe den Albert Park. Die Strecke fordert die Fahrer richtig. Sie ist zur einen Hälfte ein Straßenkurs und zur anderen eine Rennstrecke. Die Streckenoberfläche weist sehr viele Bodenwellen auf, was den Reifen sehr zusetzt. Es gibt zwei schnelle Streckenabschnitte. Die meisten Kurven sind als langsam oder mittelschnell einzustufen. Wir benötigen also so viel Abtrieb wie möglich am Auto. Überholen ist hier schwierig, aber nicht unmöglich. Oft ist es ein Ritt auf der Rasierklinge, ob ein Manöver funktioniert oder ein schlechtes Ende nimmt. Deshalb kommt das Safety Car hier häufig zum Einsatz.

Ein weiterer Einflussfaktor ist das Wetter. An einem Tag kann es sengend heiß sein, am nächsten fürchterlich kalt. Hier kann es an einem Tag vier Jahreszeiten geben! An manchen Rennwochenenden lagen die Temperaturen in der Vergangenheit im Qualifying zwischen 10 und 20 Grad, im Rennen stiegen sie dann aber auf über 30 Grad. Das kann sich hier sehr schnell ändern. Deshalb muss man stets ein Auge auf dem Wetterbericht haben und das Auto so abstimmen, dass es mit allen Bedingungen zurechtkommt.

Die Start-/Zielgerade ist der schnellste Abschnitt der Strecke. Darauf folgt eine recht starke Bremszone für Kurve eins. Hier kann man sich sehr einfach verbremsen, weshalb es an dieser Stelle im Verlauf des Wochenendes einige spannende Momente gibt, wenn die Fahrer ans Limit gehen. Auf der ersten Runde gibt es hier auch oft Zwischenfälle, da die Kurve recht eng ist. Gemeinsam mit dem zusätzlichen Adrenalin des ersten Rennstarts einer neuen Saison hat das in den vergangenen Jahren zu vielen dramatischen Szenen geführt.

Kurve drei bietet die besten Überholchancen der Strecke. Dennoch ist es alles andere als einfach. Man muss gut aus den ersten beiden Kurven herauskommen und bei seinem Angriff mutig und entschlossen vorgehen. Davon abgesehen wünscht man sich vor allem für die letzten beiden Kurven, also die Kurven 15 und 16, ein perfekt funktionierendes Auto. Beide Kurven sind sehr langsam. Hier kann man am meisten Zeit gutmachen. Außerdem bestimmen sie deinen Speed auf der folgenden Start-/Zielgeraden.

Nico

Der Albert Park Circuit ist keine permanente Rennstrecke. Abseits von den Formel 1-Rennwochenenden werden Teile der Strecke von Straßenfahrzeugen benutzt. In Folge dessen ist die Streckenoberfläche am ersten Trainingstag meistens sehr schmutzig und rutschig und es dauert, bis sie genügend Grip aufgebaut hat. Es ist auch wichtig, richtig über die Kerbs zu fahren.

Grundsätzlich ist Überholen auf dem Albert Park Circuit schwierig. Aber es gibt dieses Jahr bestimmt mehr Möglichkeiten durch die Zusatzleistung der beiden Elektromotoren. Man hat 33,3 Sekunden pro Runde 163 Zusatz-PS zur Verfügung. Damit kann man spielen. Die beste Überholstelle ist die Kurve am Ende der Zielgeraden - dort kann man einige tolle Überholmanöver zeigen. In Turn 1 setzt man den Vordermann unter Druck, in Turn 3 schließt man das Manöver dann ab. Davon abgesehen ist auch Kurve 12 im hinteren Streckenteil eine Schlüsselstelle. Das ist die schnellste Kurve der Strecke und es ist äußerst spannend, von dort das Rennen zu verfolgen.

Ein weiterer Faktor ist der Benzinverbrauch, der in Melbourne recht hoch ist. In diesem Jahr spielt das aufgrund der neuen Benzinmengenbegrenzung auf 100 Kilo eine ganz besondere Rolle. Meine Ingenieure haben mir gesagt, dass das neue Spritlimit im Albert Park eine echte Herausforderung darstellen wird. Spritsparen hängt dabei nicht nur von den Motoreinstellungen ab. Vieles ist auch auf den Fahrstil des Piloten zurückzuführen. Wir müssen effizient fahren - das bedeutet zum Beispiel am Ende der Geraden vom Gas zu gehen, noch bevor man die eigentliche Bremszone erreicht hat.

Eine Besonderheit des Australien Grand Prix in Melbourne ist die Startzeit des Rennens am späten Nachmittag. Bis zur Rennmitte steht die Sonne schon so tief, dass man auf einigen Geraden direkt hineinsieht. Dadurch sieht man seine Bremspunkte fast nicht. Das macht das Rennen noch einen Tick schwieriger.

Sorry, es scheint so, als sei die Version deines Browser zu alt!

Bitte aktualisiere deinen Browser oder lade eine aktuelle Version der unten aufgelisteten Browser herunter.

Internet Explorer Internet Explorer Firefox Mozilla Firefox Opera Opera Browserr Chrome Google Chrome