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    Als Mercedes-Benz beim Indianapolis 500 an den Start ging... Im Jahr 1994 schrieb Merced...

Im Jahr 1994 schrieb Mercedes-Power Geschichte auf dem legendären Indianapolis Motor Speedway.

In der Motorsportgeschichte gibt es nicht viele technische Schlupflöcher, die für so ein Aufsehen gesorgt haben wie der Start von Mercedes-Benz bei den Indianapolis 500. Im Jahr 1994 kam dabei ein nagelneuer, extra für diesen Zweck gebauter seitengesteuerter Motor.

Mercedes besitzt nicht die offensichtlichste Beziehung zu dem ikonischen Ovalrennen, aber jene zum Rennen in der Saison 1994 ist eine ganz besondere. In diesem Jahr jährt sich dieser ganz besondere Indy 500-Sieg zum 25. Mal. Es war der zweite Erfolg von Mercedes bei diesem Event.

Die Erfolgsgeschichte ging in die Geschichtsbücher des Rennsports ein. Wir schrieben Sonntag, den 29. Mai, aber die Grundlege wurde bereits viele Monate zuvor gelegt, im Geheimen in der Motorenfabrik von Ilmor.

Zu dieser Zeit gab es in der CART Serie leicht andere Regeln für das Indy 500 als für die weiteren Rennen im Kalender. Dadurch ergab sich die Möglichkeit, einen Motor extra für das Indy 500 zu entwickeln und Penske ergriff die Chance mit beiden Händen.

Hinter verschlossenen Toren wurde Ilmor damit beauftragt, in nur zehn Monaten den neuen Indy 500 Motor für Penske zu entwickeln. Die Arbeiten begannen im Sommer 1993 und das Endprodukt erhielt den Namen Mercedes-Benz 500l sowie den Spitznamen "Das Biest".

Es war ein 3,4 Liter-Acht-Zylinder-V8-Turbo-Motor, der insgesamt mehr als 1.000 PS lieferte - etwa 200 PS mehr als der konventionelle V8 gegen den er antrat. Wer einen seitengesteuerten Motor mit nur einer Nockenwelle entwickelte, durfte einen höheren Hubraum haben und einen höheren Turbo fahren, was mehr Leistung erzeugte.

Rückblickend erinnert sich Ilmor Engineering Mitgründer Mario Illien so an das Projekt: "Es war eindeutig eine Herausforderung, weil der Zeitraum für so ein Untergangen beinahe unmöglich war. Jedes Element musste stimmen oder das Projekt wäre gescheitert."

"Der Einsatz und die Entschlossenheit jedes Einzelnen war riesig. Alles fand im Geheimen statt. Die gesamte Belegschaft bei ilmor und Penske durfte mit niemandem darüber sprechen. Das war der Schlüssel."

Die Testfahrten und die Entwicklung wurden von Penske im Früjahr 1994 erledigt, erneut im Geheimen. Im April wurden der PC-23 und sein neuer Mercedes-Benz 500l Motor dann erstmals vorgestellt - nur wenige Tage vor dem Indy 500.

"Der Zeitplan war eng und wir hatten ein fixes Datum im Mai 1994. Es bestand keine Chance, es in den Mai 1995 zu verzögern, da wir alle wussten, dass der Verband nach dem Bekanntwerden die Regeln sofort ändern und es damit unmöglich machen würde", erklärte Graham Gant, der damals die Motorköpfe und Zylinderblöcke für das Projekt herstellte und noch heute bei Mercedes-AMG High Performance Powertrains arbeitet.

"Die Zeit war kostbar und es kam auf jede Stunde an, also war es entscheidend, rasch Lösungen für Probleme zu finden. Der Motor selbst war wundervoll, ein echtes Kunstwerk."

Mit der Bekanntgabe ging eine Schockwelle durch das Fahrerlager des Indy 500. Niemand außer ilmor, Mercedes und Penske wusste von dem Projekt. Entsprechend zog sich die Überraschung durch den gesamten Mai.

Trotz erster Schwierigkeiten bei den Tests und Trainings holten die Penske Autos die Pole Position und P3 in der Startaufstellung. Al Unser Jr. stand vor Emerson Fittipaldi in der ersten Reihe. Das dritte Auto von Paul Tracy ging nach einem Trainingsunfall von P25 ins Rennen.

Die zusätzliche Leistung des Mercedes-getriebenen Penske wurde schon am Start deutlich, als Unser Jr. und Fittipaldi den Rest des Feldes abhängten und überlegen in Führung gingen.

Unser Jr. verlor P1 nach der ersten Boxenstopprunde, als ihm das Auto abstarb. Somit übernahm Fittipaldi die Führung, die er mit jeder Runde ausbaute. In Runde 85 hatte er bereits fast 25 Sekunden Vorsprung.

1994 war jedoch nicht das Jahr von Fittipaldi. Trotz seiner überlegenen Führung und 145 Führungsrunden war sein Rennen 15 Runden vor Rennende vorbei. Unser Jr. hatte sich gerade erst zurückgerundet, als Emerson in Kurve vier das Heck verlor und hinten rechts die Mauer berührte.

Ein enttäuschendes Ende für eine ansonsten überlegene Fahrt von Fittipaldi. Somit war nur noch ein Penske auf der Strecke. Denn Tracy schied zur Rennmitte mit Motorproblemen aus. Das Rennen war für Penske aber noch nicht gelaufen. Unser Jr. lag wieder in Führung, nachdem er vor wenigen Momenten noch eine Runde Rückstand gehabt hatte!

Diese Überraschung durch Fittipaldis dramatischen Ausfall brachte ihm P1 ein und den konnte er nach Hause fahren, um das Indy 500 zum zweiten Mal in seiner Karriere zu gewinnen und damit dem Mercedes-Benz 500l einen Sieg bei seinem Debüt zu bescheren.

Es war der zweite Mercedes-Sieg beim Indy 500, der erste war 1915 durch Ralph DePalma, der mit einem Mercedes Grand Prix Rennwagen bei der fünften Austragung des Rennens triumphierte

"Das Indy 500 zu gewonnen hat eine große Bedeutung", sagte der frühere Mercedes-Benz Motorsportchef Norbert Haug. "Es war weltweite Promotion für Mercedes-Benz, entsprechend war es einfach, ja zu sagen, als Ilmor es uns vorgeschlagen hat."

Auf den ersten Blick waren es gemischte Gefühle für den PC-23 bei seinem ersten Einsatz, aber tatsächlich war es einer der überlegendsten Indy 500-Siege in der Geschichte, der noch heute denkwürdig ist. Das Projekt von Mercedes und Ilmor war wirklich bemerkenswert und jeder, der daran mitgearbeitet hat, erinnert sich noch heute gerne daran zurück.

"Ich wurde richtig emotional, als ich diese Zeilen geschrieben habe, es gibt so viele Erinnerungen", sagte Graham 25 Jahre nach dem Erfolg.

"Alles war super geheim, niemand wusste darüber", erklärte Paul Wisner, der damals in der Inspektion von Ilmor arbeitete und noch heute in der gleichen Abteilung zuhause ist, jetzt allerdings bei Mercedes-AMG High Performance Powertrains. "Es war ein schöner Druck, man fühlte sich geehrt, in dem Programm zu sein. Das ist 25 Jahre danach immer noch der Fall."

"Der Sieg war ein fantastisches Gefühl. Das war das Tüpfelchen auf dem i für dieses Projekt. Allein dafür war es eine spannende Zeit."

Leider kam der Mercedes-Benz 500l nie wieder zum Einsatz. Einige Wochen nach dem Rennen änderte die USAC das Motorenreglement. Das Biest hatte seine Aufgabe erfüllt, aber es wurde direkt danach still gelegt...

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