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    ANALYSE: Die Geschichte des Jahres - Lewis Hamilton Lewis musste die gesamte Fo...

Lewis musste die gesamte Formel 1-Saison 2017 über in Topform sein. Am Ende ist er viermaliger Weltmeister und der erfolgreichste Brite in der F1-Geschichte.

Es ist stets schwierig, das Kräfteverhältnis anhand der Wintertestfahrten zu bestimmen. Die Pace und die Zuverlässigkeit sah bei den Silberpfeilen definitiv vielversprechend aus, aber Ferrari schien 2017 eine größere Gefahr darzustellen und die neuen Regeln bedeuteten, dass vor dem ersten Rennen in Melbourne ein großes Fragezeichen über dem Paddock schwebte.

Lewis erwischte beim Saisonauftakt auf dem Melbourne Grand Prix Circuit auf alle Fälle einen guten Start: er sicherte sich mit 0,268 Sekunden Vorsprung die Pole Position. Aber Ferrari-Pilot Sebastian Vettel stand neben ihm in der Startaufstellung. Am Ende gelang Vettel, der Lewis an der Box überholte, der Sprung auf das oberste Treppchen des Podiums.

Vorteil Ferrari. Aber die Silberpfeile fanden in China zu ihrer gewohnten Form zurück und Lewis erzielte einen überlegenen Sieg. Zwei Rennen, zwei verschiedene Sieger und zwei Teams, die um die Spitze kämpften - genau darauf hatten sich alle gefreut und das war erst der Anfang des Duells der Giganten.

Aber Vettel war nicht der einzige Gegner für Lewis. Sein neuer Teamkollege Valtteri Bottas hatte sich als Nachfolger von Nico Rosberg im Winter gut ins Team integriert und war dem Briten auf den Fersen. In Bahrain erzielte Valtteri seine erste Pole Position - Lewis wurde Zweiter. Aber im Rennen wurden beide von Vettel überholt und Ferrari fuhr den nächsten Triumph ein. Uns stand ein harter Kampf bevor!

Das Qualifying in Russland spielte wieder Ferrari in die Hände, aber während Valtteri die Silberpfeile auf P1 brachte, hatte Lewis mit Überhitzungsproblemen zu kämpfen und wurde einsamer Vierter. In Spanien kämpfte er wieder vorne mit, und was für ein hartes Duell das war! Lewis und Vettel kämpften Rad an Rad gegeneinander und der Brite ging als Sieger daraus hervor.

"Das war der härteste Kampf, an den ich mich seit einiger Zeit erinnern kann", sagte er hinterher. "Das war super. Deshalb fahre ich Rennen. Aus diesem Grund habe ich angefangen, Rennen zu fahren. So etwas braucht der Sport an jedem Wochenende. So ein enges Duell gegen einen viermaligen Weltmeister ist spitze."

In Monaco lief es nicht so gut für Lewis. Er schied schon im Q2 aus, weil ein verunfalltes Auto gelbe Flaggen hervorrief. Dadurch konnte er keine schnellere Rundenzeit mehr setzen. Im Rennen kämpfte er sich auf P7 vor, aber Vettel gewann auf dem Circuit de Monaco und Lewis hatte in der Fahrerwertung nach sechs Rennen 25 Punkte Rückstand auf den Ferrari-Piloten.

Jetzt ging es für die Formel 1 über den großen Teich nach Kanada auf den Circuit Gilles Villeneuve, eine Strecke, die Lewis besonders mag und auf der er immer gut war. Es sollte ein emotionales Wochenende für ihn werden. Er qualifizierte sich auf der Pole Position und stellte die Bestmarke seines Idols Ayrton Senna von 65 Poles ein. An Sonntag ließ er einen überlegenen Sieg folgen und machte damit wertvolle Punkte im Titelkampf gut.

Danach ging es nach Aserbaidschan. Dort erreichte der WM-Kampf ein neues Level, als Vettel das Auto von Lewis in der Safety Car-Phase berührte. Dafür erhielt Vettel später eine 10-Sekunden-Stopp/Go-Strafe, aber Lewis fiel hinter seinen Rivalen zurück, weil er für einen losen Cockpitschutz einen ungeplanten Stopp einlegen musste. So überquerte er die Linie als Fünfter einen Platz hinter Vettel.

In Österreich warteten weitere Schwierigkeiten auf ihn. Diesmal waren sie mechanischer Natur: eine Getriebestrafe war Lewis zurück. Aber er kämpfte sich auf Platz vier nach vorne und beendete das Rennen nur 1,4 Sekunden hinter dem Dritten Daniel Ricciardo. In der WM betrug sein Rückstand auf Vettel vor dem Rennen in Silverstone 20 Punkte. Für Lewis ging es nun zu seinem Lieblingsrennen.

Dort erlebte Lewis nicht nur ein unglaublich besonderes Rennwochenende, sondern auch einen entscheidenden Punkt im WM-Kampf. Lewis zeigte auf heimischem Boden eine beeindruckende Performance und erzielte seinen fünften Silverstone-Sieg sowie den vierten in dieser Saison. Vettel verlor unterdessen durch einen Reifenschaden mehrere Positionen. Somit betrug der Abstand in der WM nur noch einen einzigen Zähler.

"Ich bin überglücklich, das muss einer meiner süßesten Siege hier sein", sagte er nach dem Rennen. "Ich hatte mir den Sieg vorgenommen und sehe im Moment keinen Fehler. Das Team hat an diesem Wochenende außergewöhnliche Arbeit abgeliefert. Nach diesem Ergebnis ist die Weltmeisterschaft wieder komplett offen."

Der Schwung setzte sich in Ungarn nicht ganz fort. Die Strecke lag Ferrari besser. Valtteri und Lewis belegten die Plätze drei und vier. Zwischenzeitlich tauschten sie die Positionen, um die roten Autos unter Druck zu setzen, aber Lewis hielt sein Versprechen und gab den Platz auf der letzten Runde an Valtteri zurück. Ein perfektes Beispiel für den gegenseitigen Respekt der beiden Fahrer.

Nach Ungarn hatte Vettel zu Beginn der Sommerpause wieder 14 Punkte Vorsprung. Aber Lewis kehrte mit einem bemerkenswerten Speed und fest entschlossen zurück auf die Strecke. Es war der Beginn seines WM-Gegenschlags und alles nahm auf dem legendären Ardennenkurs von Spa-Francorchamps seinen Lauf.

Für Lewis war es der 200. Start in seiner Karriere und wie könnte man diesen Meilenstein besser feiern als mit einem Sieg? Dabei wurde er erst der vierte Fahrer, der sein 200. Rennen gewinnen konnte. Lewis hielt Vettel, der im Gegensatz zu ihm auf den ultraweichen Reifen fuhr, nach einer späten Safety Car-Phase hinter sich und halbierte den Rückstand in der Weltmeisterschaft auf sieben Punkte.

Die Erfolgsserie setzte sich in Monza fort, wo Lewis nach einem verregneten Qualifying mit seiner 69. Pole Positions aus der Gischt herauszischte. Damit überholte er den vorherigen Bestwert von Michael Schumacher. Der Pole ließ er am Sonntag einen überlegenen Doppelsieg in Italien folgen, womit er endlich zum ersten Mal in dieser Saison die Führung in der Fahrer-WM übernahm.

Während Monza den Silberpfeilen traditionell gelegen hat, verhielt es sich mit dem Marina Bay Straßenkurs in Singapur genau umgedreht. Das Team ging mit der Erwartung von Schadensbegrenzung in das Wochenende und Lewis belegte im Qualifying auch nur P5. Aber am Renntag wendete sich das Blatt auf beeindruckende Art und Weise, als die beiden Ferrari und Max Verstappen im Red Bull am Start kollidierten. So stürmte Lewis zur Führung und gab diese nicht mehr ab. Er holte seinen dritten Sieg in Folge und bekräftigte damit seinen Anspruch auf den WM-Titel.

Es folgten ein zweiter Platz in Malaysia, wo Vettel Vierter wurde, und ein brillanter Sieg in Japan, wo sein Rivale ausschied. Damit sicherte sich Lewis eine klare Führung in der WM-Wertung. Er hatte die Saison herumgedreht und hatte schon beim US Grand Prix in Austin seine erste Chance, den WM-Titel einzufahren.

Er hätte nicht mehr machen können. Er dominierte das Rennen und gewann mit mehr als zehn Sekunden Vorsprung. Aber Vettel lag auf Platz zwei direkt dahinter und hielt seine Titelhoffnungen noch ein Wochenende länger am Leben. Allerdings sicherten sich die Silberpfeile mit den Plätzen eins und fünf in Austin zum vierten Mal in Folge die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft! Ein Titel geschafft, ein weiterer noch möglich...

Beim Mexiko Grand Prix wurde Lewis gleich auf der ersten Runde zurück auf den Boden der Tatsachen geholt. Eine Berührung mit Vettel in Kurve drei sorgte für einen Reifenschaden und warf ihn nach einer super langsamen Runde ans Ende des Feldes zurück. Vettel musste ebenfalls einen Reparaturstopp einlegen und sich danach wieder nach vorne kämpfen.

Lewis hatte zunächst Schwierigkeiten, die langsameren Autos zu überholen, aber schlussendlich fand er seinen Weg bis auf Platz neun - was für ihn ausreichte. Er hatte es geschafft! Zum vierten Mal Weltmeister und damit der erfolgreichste britische F1-Fahrer! Es war nicht die Art, wie er den Titel gewinnen wollte, aber er gab niemals auf, ging bis ans Limit und reiste mit seinem vierten Titel im Gepäck ab.

"Ehrlich gesagt, habe ich diesen vierten Titel noch gar nicht richtig verarbeitet", sagte er nach dem Rennen. "Die Leute um dich herum sind ganz aufgeregt, aber es dauert eine Weile, bis du es realisiert hast. Ich bin unglaublich dankbar, wenn ich bedenke, was in diesem Jahr alles passiert ist, was alles nötig war, um dieses Ergebnis zu erzielen."

"Ich habe es aber nicht alleine geschafft. In Brackley und Brixworth arbeiten mehr als eintausend Menschen daran, dieses Biest zu erschaffen und mir die Chance zu geben, meine Fähigkeiten zu zeigen. Es ist egal, was heute im Rennen passiert ist. Auf meinem Helm steht: "Still I Rise" - und das bedeutet, dass du wieder aufstehen und kämpfen musst, wenn du niedergeschlagen wirst. Ich habe nie aufgegeben und weiter angegriffen."

Noch waren aber zwei Rennen zu fahren! Brasilien war nicht gerade das sauberste Wochenende für Lewis. Er hatte im Q1 einen Unfall und musste sich dann im Rennen bis auf P4 nach vorne kämpfen - eine meisterliche Leistung.

Die Saison beendete er mit einem zweiten Platz in Abu Dhabi. Dort komplettierte er einen Silberpfeil-Doppelsieg und feierte ihn mit seinem Teamkollegen Valtteri mit Donuts auf der Start-/Zielgeraden. Warum auch nicht? Was für eine Saison für Lewis. Er kam mit 14 Punkten Rückstand aus der Sommerpause zurück und beendete das Jahr mit einem Vorsprung von 46 Punkten.

"In der ersten Saisonhälfte ging es etwas auf und ab, wenn es darum ging, die beste Leistung aus dem Auto herauszuholen", sagte Lewis. "In der zweiten Hälfte verstanden wir dann die Balance und trafen den Nagel an den meisten Wochenenden auf den Kopf. So konnten wir konstant alles aus dem Auto und meinem Potential herausholen. Das war der Wendepunkt für mich."

"In einem schwierigen Rennen übst du oftmals Druck aus und hoffst, dass du einen Fehler des Fahrers vor dir ausnutzen kannst."

"Genauso verhält es sich beim Team: Du pushst bis ans Limit und quetscht alles aus dem Auto heraus. Trotzdem muss es bei der Zuverlässigkeit einen langen Weg zurücklegen. In diesem Punkt war Ferrari nicht so gut wie Mercedes. Nichtsdestotrotz freue ich mich auf die harten Kämpfe, die wir im nächsten Jahr haben werden."

Es war ein außergewöhnliches, intensives Rekordjahr für Lewis und er ist fest entschlossen, es 2018 zu wiederholen.

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