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    ANALYSE: Die Geschichte des Jahres - Valtteri Bottas Wenige Monate vor dem Saiso...

Wenige Monate vor dem Saisonstart zum Weltmeisterteam zu stoßen ist keine einfache Aufgabe, aber Valtteri Bottas hat sie großartig gemeistert.

Nico Rosbergs Entscheidung, nur wenige Tage nach dem Gewinn seines Weltmeistertitels aus der Formel 1 zurückzutreten, kam überraschend und sorgte für ein verwaistes Silberpfeil-Cockpit. Nachdem das Team seine Optionen geprüft hatte, entschied es sich für den Finnen Valtteri Bottas.

Es war keine einfache Situation für ihn. Valtteri war vier Jahre lang für Williams gefahren und alles schien, als ob dies auch so bleiben würde - bis zur Bekanntgabe der Silberpfeile Mitte Januar. Er hatte viel Arbeit vor sich und nicht viel Zeit, um diese zu erledigen - er musste viele neue Gesichter kennenlernen und sich in ein neues Umfeld integrieren.

Aber Valtteri fand sich rasch bestens im Team ein. Zwei produktive Wintertests halfen ihm dabei, sich schnell im Team sowie dem Cockpit des W08 einzuleben. Als der Formel 1-Zirkus im Albert Park zu Melbourne in Australien ankam, blickte Valtteri der Saison optimistisch entgegen und eröffnete seine erste Saison für die Silberpfeile mit P3.

Er komplettierte eine doppelte Podiumsankunft für Mercedes und ließ dieser Startplatz drei in China folgen. Dabei verpasste er einen Platz in der ersten Reihe nur um ein Tausendstel, das sind umgerechnet 5,91 cm! Leider fiel Valtteri durch einen Dreher auf kalten Reifen hinter dem Safety Car ans Ende des Feldes zurück. Durch einen langsamen Boxenstopp verlor er weitere Zeit, konnte aber nach seinem Fehler wieder Boden gutmachen und die Ziellinie als Sechster überqueren.

Valtteri musste zurückschlagen und das gelang ihm beim Qualifying für den Bahrain Grand Prix. Dort stürmte er zu seiner ersten Formel 1-Pole. Nachdem er diesen Meilenstein erreicht hatte, konzentrierte er sich darauf, am Sonntag einen weiteren zu erzielen. Aber der Plan ging nicht ganz auf und er belegte nur Platz drei, nachdem er mit dem Reifendruck und Übersteuern zu kämpfen hatte.

Glücklicherweise musste Valtteri nicht lange auf seinen ersten F1-Sieg warten - zwei Wochen später war es in Russland soweit. Der Finne qualifizierte sich als Dritter hinter den beiden Ferrari-Fahrern. Aber nach einem fantastischen Start katapultierte er sich an die Spitze und blieb dort bis zur Zielflagge. So hielt er Sebastian Vettel bis zu seinem ersten F1-Sieg hinter sich.

Und wie! "Es wird eine Weile dauern, bis ich es verarbeitet habe", sagte er nach dem Rennen. "Normalerweise bin ich nicht so emotional, aber als ich heute die finnische Nationalhymne gehört habe, war das ein ganz besonderer Moment für mich. Es ist alles etwas surreal, mein erster Sieg und hoffentlich folgen noch viele weitere. Es war definitiv eines der besten Rennen meiner Karriere. Ich bin sicher, dass mir dieser Sieg viel Selbstvertrauen geben wird."

Als nächstes ging es nach Spanien, wo Valtteri trotz einer ermutigenden Pace mit einem mechanischen Problem ausfiel - der einzige Ausfall für die Silberpfeile in der gesamten Saison! In Monaco stand er ebenfalls nicht auf dem Podium, weil er Zeit im Verkehr verlor, aber in Kanada feierte er seine Podest-Rückkehr als Zweiter hinter seinem Teamkollegen Lewis Hamilton.

Es folgte das Rennen in Aserbaidschan, das eines der spannendsten der gesamten Saison werden sollte. Auch für Valtteri war es voller Action und er zeigte eine der beeindruckendsten Leistungen des Jahres. Nach einer Berührung mit Kimi Räikkönen nach dem Start fiel Valtteri auf den letzten Platz zurück. Aber er zeigte eine starke Aufholjagd, stürmte wieder nach vorne und holte sich in einem Fotofinish gegen Lance Stroll den zweiten Platz.

"Das war ein verrücktes Rennen, vor allem für mich", sagte er. "Mein Ziel war es heute, um den Sieg zu kämpfen. Aber das konnte ich schon nach der ersten Runde vergessen. Ich war sogar zwischenzeitlich Letzter, aber ich krempelte die Ärmel hoch, gab absolut alles und versuchte, das Maximum aus jeder Kurve herauszuholen. Der Sieg ist uns nicht ganz gelungen, aber P2 ist nach all dem ein großartiges Gefühl."

In Österreich erzielte er nach seiner zweite Pole Position und einem erneut brillanten Start einen weiteren Sieg. Wieder kämpfte er in der Schlussphase gegen Vettel, aber er konnte dessen Angriffe erneut abwehren und seinen zweiten F1-Sieg einfahren. Es folgten ein zweiter Platz in Silverstone und P3 in Ungarn - sein fünfter Podestplatz in Folge.

Das war ein schöner Weg, um in die Sommerpause zu gehen. Aber nach der F1-Rückkehr erlebte Valtteri einige schwierige Rennen. In Belgien wurde er Fünfter, bevor er als Zweiter hinter Lewis einen Silberpfeil-Doppelsieg in Monza erzielte. Danach profitierte er von dem Start-Drama in Singapur und wurde dort Dritter. Dennoch hatte er das Gefühl, das gesamte Wochenende über mit dem Setup zu kämpfen.

Nach P5 in Malaysia sagte er: "Ehrlich gesagt dürfte dies mit Blick darauf, wie ich mich im Auto fühle, die schwierigste Zeit meiner gesamten Karriere sein. Ich möchte meine Leistung bringen, auf einem guten Niveau fahren, aber ich habe dies aus verschiedenen Gründen nicht geschafft. Mir fehlte die Pace und ich rutschte viel herum."

Aber Valtteri lernte immer mehr dazu und holte aus den schwierigen Rennen das Beste heraus. So beendete er die Saison 2017 als besserer und reiferer Fahrer. Das zeigte sich bei den letzten Rennen, in denen er zu seiner Form zurückfand und wieder an der Spitze mitkämpfte.

In Japan verpasste er nur denkbar knapp das Podium. Aber er erzielte die schnellste Rennrunde und belegte danach P5 in den USA - nach einem harten Kampf zu Beginn des Rennens, bevor er gegen Ende zurückfiel, weil die Ein-Stopp-Strategie nicht aufging.

Er beendete die Saison mit zweiten Plätzen in Mexiko und Brasilien (wo er darüber leicht enttäuscht war, weil er von der Pole startete) und einem meisterhaften Sieg in Abu Dhabi - ein perfekter Weg, um sein Jahr zu beenden.

"Es ist verrückt, dass ich im letzten Jahr hier noch im Williams gesessen habe und dachte, dass ich auch 2017 für sie fahren würde. Und jetzt bin ich hier und gewinne das Rennen mit Mercedes", sagte er nach dem Finale in Abu Dhabi.

"Es ist etwas verrückt, aber so ist das Leben. Es war eine unglaubliche Saison für mich. Ich habe mit diesem Team sehr viel gelernt, aber auch von Lewis. Ich habe bei jedem Rennen irgendetwas gefunden, besonders in den schwierigen. Ich muss nächstes Jahr einfach von Rennen zu Rennen denken, aber das gibt mir viel Selbstvertrauen."

Er wurde ins kalte Wasser geworfen, musste sich mit wenig Zeit zum Eingewöhnen in einem neuen Team zurechtfinden und sich darin einleben. Aber es ist ihm gelungen - auf Anhieb und auf den Fersen von Lewis. Valtteris erste Silberpfeil-Saison war eine Achterbahnfahrt.

Aber es war auch ein Meilenstein für ihn und er ist voll darauf konzentriert, 2018 weitere Meilensteine zu erreichen.

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