03jpg1280x496q85crop-smartmask-0203px200203pxsubjectlocation-13552C1745upscalejpg

01.05.2015

Ewige Bestzeit: Stirling Moss und die Mille Miglia

In den vergangenen Jahren haben die Renn- und Sportwagen ihre Leistungsfähigkeit immer wieder unter Beweis gestellt. Das Jahr 1955 soll nun einen grandiosen Schlussstrich ziehen unter das Abenteuer Rennsport.

Mit dem verbesserten Grand-Prix-Wagen und dem Rennsportwagen 300 SLR (Typ W 196 S) geht die Rennabteilung in das Jahr 1955. Neben Weltmeister Juan Manuel Fangio hat Neubauer den Briten Stirling Moss als zweiten Star ins Team geholt. Im Lauf der Saison 1955 fahren neben Fangio und Moss auch Peter Collins, Werner Engel, John Fitch, Olivier Gendebien, Hans Herrmann, Karl Kling, Pierre Levegh, André Simon, Piero Taruffi, Wolfgang Graf Berghe von Trips und andere Piloten Rennen für Mercedes-Benz.

Seine Premiere im Wettbewerb feiert der 300 SLR schließlich am 1. Mai bei den Tausend Meilen von Brescia. Die Mille Miglia ist 1955 gerade einmal 28 Jahre alt, und doch längst das populärste und bekannteste Straßenrennen der Welt. Vier Rennsportwagen vom Typ 300 SLR schickt Alfred Neubauer in diesem Jahr auf die Strecke. Name und Karosserie des Rennsportwagens erinnern zwar an den 300 SL aus dem Jahr 1952. Doch dieses Fahrzeug ist technisch viel enger mit dem aktuellen Grand-Prix-Silberpfeil verwandt. Das unterstreicht auch die interne Typenbezeichnung W 196 S.

Außer den vier neuen Boliden gehen mehrere Mercedes-Benz 300 SL und sogar drei Diesel-Limousinen vom Typ Mercedes-Benz 180 D unter den 520 Fahrzeugen des Langstreckenwettbewerbs an den Start. Die 1597 Kilometer lange Route der Mille Miglia führt von Brescia über Padua, Ferrara und Pescara nach Rom, zurück geht es über Florenz, die Pässe Futa und Raticosa, Bologna und Piacenza zum Startort.

Als ein Favorit auf den Titel gilt 1955 vor allem Juan Manuel Fangio. Er wäre der erste Ausländer nach Rudolf Caracciola, der die Tausend Meilen von Brescia gewinnt: Caracciola hat das Rennen 1931 auf Mercedes-Benz SSKL für sich entschieden.

Auf der Etappe nach Rom fahren die vier Rennsportwagen mit Stern auf der Motorhaube auf die Plätze eins bis vier. Doch an der Spitze des Feldes liegt nicht Fangio, sondern der junge Brite Stirling Moss mit seinem Beifahrer Denis Jenkinson. Neubauer nimmt die Position für ein böses Omen: "Es ist eine alte Regel, eine Art Bannfluch, der über diesem Rennen lastet: Noch nie konnte ein Fahrer, der in Rom die Spitze hielt, die Tausend Meilen gewinnen. Ich sehe schwarz für Moss."

Karl Kling fällt kurz nach Rom durch einen Unfall aus, Hans Herrmann und Hermann Eger werden von einem Defekt des Tankstutzens aus dem Rennen geworfen. Stirling Moss jagt weiter über den Apennin und durch die Bassa, holt den Gran Premio Nuvolari für die schnellste Fahrt zwischen Cremona und Brescia und gewinnt schließlich mit der besten Zeit, die je bei der Mille Miglia erzielt worden ist. Nur zehn Stunden, sieben Minuten und 48 Sekunden braucht Moss, das entspricht einem Durchschnittstempo von 157,65 km/h.

Der eindrucksvolle Sieg ist mehreren Faktoren zu verdanken: Dem fahrerischen Können von Stirling Moss, der Strategie Alfred Neubauers mit einer ausgefeilten Planung der Treibstoffversorgung, dem ausgiebigen Training, dem ausgetüftelten Roadbook Jenkinsons und den überragenden Mercedes-Benz 300 SLR, die bei ihrer Premiere in Italien den Anspruch auf die Spitzenposition unter den Rennsportwagen der laufenden Meisterschaft kraftvoll unterstreichen. Neben dem Gesamtssieg holt Mercedes-Benz bei diesem Rennen auch die Klassentitel der GT-Fahrzeuge über 1300 Kubikzentimeter Hubraum mit drei 300 SL und den Sieg in der Dieselklasse mit drei Mercedes-Benz 180 D.

Sorry, es scheint so, als sei die Version deines Browser zu alt!

Bitte aktualisiere deinen Browser oder lade eine aktuelle Version der unten aufgelisteten Browser herunter.

Internet Explorer Mozilla Firefox Opera Browserr Google Chrome