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    EIGENE WORTE: James und Andy über den W09 Die Formel 1-Autos für die ...

Die Formel 1-Autos für die Saison 2018 mögen mehr Evolution denn Revolution sein, aber es gibt dennoch jede Menge interessanter technischer Details zu analysieren.

Die Saison 2017 brachte eine große Veränderung am Aerodynamikreglement der Formel 1 mit sich. Zusammen mit breiteren Reifen und fortschreitenden Motorverbesserungen waren die Autos so schnell wie noch nie zuvor in der Geschichte der Formel 1. Und 2018 dürften sie sogar noch schneller werden.

Der Feinschliff am Aerodynamikreglement, die Einführung des Halo, weichere Reifen, die Reduzierung auf drei Motoren pro Fahrer und die unnachgiebige Natur der Weiterentwicklung in der Formel 1 hielten das Team in den letzten Monaten auf Trab. Aber die Arbeiten am neuen Mercedes-AMG F1 W09 EQ Power+ begann schon, bevor sein Vorgänger überhaupt vorgestellt wurde.

"Formel 1-Teams verfolgen stets zwei Dinge gleichzeitig", erklärt der Technische Direktor des Teams, James Allison. "Einerseits kämpfen sie mit einem Auto um die Weltmeisterschaft, das vor über einem Jahr konzipiert wurde. Andererseits sind sie parallel zu den Renneinsätzen bereits damit beschäftigt, das nächstjährige Auto zu entwerfen. Die ersten Zeichnungen für das neue Auto wurden also noch im Januar 2017 angefertigt."

Damit einher gingen einige Veränderungen, wie James hinzufügt: "Im vergangenen Jahr befanden wir uns in einem heißen Titelkampf und für einen Großteil der Saison sah es danach aus, als würde dieser bis zum letzten Rennen andauern."

'Das beanspruchte natürlich einen großen Teil unserer Ressourcen. Deshalb mussten wir für einen großen Teil des Jahres den Balanceakt wagen, die letztjährige Weltmeisterschaft zu gewinnen und gleichzeitig probieren, nicht ein Loch mit einem anderen zu stopfen.'

'Wir haben dabei versucht, dass alle Änderungen am letztjährigen Auto nicht nur unsere Titelchancen 2017 verbessern, sondern auch die Performance für das neue Auto voranbringen. Nach der Saison werden wir wissen, ob uns dieser Balanceakt gut gelungen ist.

'Eine weitere große Herausforderung lastete vor allem auf den Schultern unserer Teamkollegen in Brixworth. Die Umstellung von vier auf nur noch drei Power Units verlangt nach einer stark gesteigerten Lebensdauer der Power Unit, wobei es entscheidend war, keine Leistung für die erhöhte Langlebigkeit zu opfern. Auch der Halo brachte viel Arbeit mit sich, die aber im Vergleich zu diesen großen Anstrengungen eher gering ausfiel.'

Das Design des W09 ist 'eleganter' als beim Vorgänger, da das Team zuversichtlicher in die eingeschlagene Entwicklungsrichtung war. 'Im vergangenen Jahr waren die Regeln brandneu und wir waren uns nicht ganz sicher, in welche Richtung sie uns führen würden', erklärt James.

'Deshalb besaß das letztjährige Auto etwas Spielraum, um gegebenenfalls Dinge anpassen zu können, sollten wir zu dem Schluss kommen, dass wir bestimmte Aspekte des Autos ändern mussten. In diesem Jahr waren wir etwas zuversichtlicher und konnten uns dadurch bestimmten Konzepten besser verschreiben.'

'Die Bauform ist kompakter und wir schlugen extremere Wege ein. Das ist der Hauptgrund für die neue Eleganz. Es ist schon witzig: Der Wagen, den du vor einem Jahr geliebt und in den du dein ganzes Herzblut gesteckt hast, sieht ein Jahr später auf einen Schlag veraltet aus, wenn man ihn mit dem neuen Auto vergleicht. So ergeht es jedem Rennauto, das jemals gebaut wurde. Nichts ist so alt wie ein Rennwagen von gestern.'

'Die Bauform ist kompakter und wir schlugen extremere Wege ein. Das ist der Hauptgrund für die neue Eleganz'

James Allison

Während die äußerlichen Veränderungen natürlich am offensichtlichsten sind, erfuhr auch der Motor erhebliche Modifikationen für die neue Saison. "Die Veränderungen an der Power Unit sind in diesem Jahr beträchtlich. Das liegt an einer Vielzahl von Gründen", erklärt Andy Cowell, seines Zeichens Geschäftsführer bei Mercedes-AMG High Performance Powertrains.

"Die größte Herausforderung für uns ist, die Lebensdauer so zu erhöhen, dass wir nur noch mit drei Motoren sowie zwei ERS-Systemen pro Fahrer und Saison auskommen. Im Vergleich zum Vorjahr müssen die Komponenten 40 Prozent länger halten. Deshalb konzentrierten wir uns darauf, die Lebensspanne der Teile zu verlängern, ohne dabei an Performance zu verlieren."

Wie James bereits angesprochen hat, ist die Bauform des Autos 2018 kompakter, um dadurch die Performance und die Aerodynamik zu verbessern. "Wir haben sehr eng mit unseren Kollegen in Brackley zusammengearbeitet, um die bestmögliche Integration in das Chassis, das Getriebe und die Aerodynamikflächen zu finden", fügt Andy hinzu. "Außerdem haben wir gemeinsam mit Petronas an der Effizienz des Verbrennungsmotors gearbeitet und an der Minimierung von Reibungsverlusten."

In dieser Saison dürfen die Fahrer nur noch drei statt vier Motoren einsetzen. Dafür gibt es mehrere Gründe: 'Der Anlass für die Reduzierung auf drei Motoren und zwei ERS-Module war der Wunsch, die Power Unit-Kosten für die Kundenteams sowie die Gesamtkosten unserer Arbeit zu reduzieren. Im Moment haben wir ein erhebliches Entwicklungsinvestment, aber das wird sich in Zukunft sowohl für die Werks- als auch die Kundenteams rechnen.'

'Wenn ein Motor 40 Prozent länger hält, kann man weniger Einheiten für die gleiche Anzahl an Entwicklungsruns bauen. Das hat positive Auswirkungen auf die Performance-Entwicklungsarbeit, die wir in der Fabrik erledigen. Es wird aber auch den Preis für die Kunden sowie die Kosten für unsere 21 Renneinsätze während einer Formel 1-Saison senken.'

'Sobald die Änderungen ihre volle Wirkung entfalten, werden wir also alle davon profitieren.'Das ist übrigens eine bewährte Lösung, um Kosten zu senken. Vor 14 Jahren mussten die V10- und die V8-Motoren zum ersten Mal ein gesamtes Grand Prix-Wochenende halten. So kamen wir nach und nach auf acht V8-Motoren pro Fahrer und Saison. All das hat dabei geholfen, Kosten zu sparen.

Die Evolution des Formel 1-Regelwerks für die Saison 2018 hat also definitiv für viel Gesprächsstoff gesorgt. Aber wird sich dadurch auch das Kräfteverhältnis verändern? Die Zeit wird es zeigen...

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