Back
Back
  • 1

    Formel 1-Rennen in der Wüste Der Bahrain Grand Prix stel...

Der Bahrain Grand Prix stellt die Teams vor mehrere Herausforderungen, aber wie gehen sie damit um?

Welche Temperaturen können wir in Bahrain erwarten?
In den vergangenen Jahren stiegen die Temperaturen am Tag auf 38 Grad Celsius und mehr. Dabei erreichten die Streckentemperaturen Werte über 50 Grad. Während die Temperaturen am Tag extrem hoch ausfallen, sinken sowohl die Strecken- als auch die Lufttemperatur nach dem Sonnenuntergang deutlich. Das zweite Training, das Qualifying und das Rennen finden um 18:00 Uhr Ortszeit statt. Entsprechend werden diese drei Sessions bei erheblich kühleren Bedingungen abgehalten. Die Lufttemperaturen liegen dann nur noch zwischen 20 und 30 Grad und die Asphalttemperaturen über 30 Grad. In diesem Jahr soll es jedoch etwas kühler werden und in den Tagen vor dem Wochenende wird sogar leichter Regen erwartet.

Wie reagieren Formel 1-Autos auf hohe Temperaturen?
Eine Reihe an Komponenten, darunter die Power Unit, das Getriebe und die elektrischen Systeme, würden Schaden nehmen, wenn das Team sie über einen längeren Zeitraum über ihren Temperaturlimits einsetzen würde. Entsprechend öffnet das Team bei einem Einsatz bei hohen Temperaturen das Bodywork des W10 und installiert zusätzliche Kühlung, um so eine Überhitzung der Komponenten zu verhindern.

Damit einher geht jedoch ein Verlust an aerodynamischer Performance, da zusätzliche Lufteinlässe mehr Luftwiderstand produzieren und den Luftfluss rund um das Auto stören. Das wiederum hat einen negativen Einfluss auf die Effizienz des Heckflügels und des Diffusors. Abhängig davon, welche Aerodynamik-Konfiguration das Team einsetzt, kann der Unterschied auf der Stoppuhr recht deutlich ausfallen. Ein komplett geschlossenes Auto wäre mehrere Zehntelsekunden pro Runde schneller als ein auf maximale Kühlung abgestimmtes Auto.

Können die Teams im Qualifying eine andere Kühlungskonfiguration einsetzen als im Rennen?
Ja und nein. Die Regeln besagen, dass die F1-Teams das Rennen mit der gleichen Kühlungskonfiguration beginnen müssen, die sie auch im Qualifying eingesetzt haben. Die Kühleinlässe können also im Parc Fermé nicht verändert werden. Allerdings kann das Bodywork bei einem Boxenstopp geöffnet werden, falls die Sensoren am Fahrzeug melden, dass bestimmte Komponenten überhitzen. So lässt sich beispielsweise die Kühlungsplatte unter dem Kopfschutz des Fahrers am Cockpit relativ einfach öffnen. Die Lüftungsschlitze können für das Qualifying und den ersten Stint abgedeckt werden, um dann bei einem Boxenstopp einfach entfernt zu werden. Das bringt weitere drei bis fünf Prozent an zusätzlicher Kühlung für den zweiten Stint.

Das erste und das dritte Training finden in der Hitze am Tag statt. Das zweite Training, das Qualifying und das Rennen werden hingegen bei kühleren Temperaturen am Abend abgehalten. Welchen Einfluss hat das?
Die veränderten Bedingungen während der Sessions bedeuten, dass die Fahrzeit bei repräsentativen Verhältnissen begrenzt ist. Das zweite Training ist die einzige Session, die bei vergleichbaren Temperaturen wie das Rennen stattfindet. Entsprechend konzentrieren sich die Teams bei ihren Rennprogrammen auf den Freitagabend.

Obwohl die Hitze während des ersten Trainings nicht ideal für Long-Run-Simulationen ist, können die Teams die Session dennoch für nützliche Arbeit an anderen Teilen nutzen. So testen sie vielleicht neue Komponenten und arbeiten an ihrem Verständnis für die 2019er Reifen. Schließlich nehmen die hohen Temperaturen die Reifen hart heran und führen zu einem schnelleren Abbau und dem Überhitzen der Hinterreifen. Das dritte Training am Samstag wird normalerweise für die Performance auf einer Runde verwendet. Dabei fahren die Piloten viele Abkühlrunden, um die Reifen für den Beginn der nächsten Runde wieder ins Temperaturfenster zu bekommen.

Wie nützlich sind die Daten aus dem ersten und dritten Training für den Rest des Wochenendes?
Während der Großteil der Rennvorbereitungen im zweiten Training absolviert wird, können die Teams auch in den heißeren Sessions etwas am Setup arbeiten. Allerdings dürfen sie sich dabei nicht von den starken Veränderungen auf eine falsche Fährte locken lassen. Entsprechend müssen die Teams besonders vorsichtig sein, um sicherzustellen, dass sie die richtigen Veränderungen an der Fahrzeugbalance vornehmen, damit die Autos nicht für die falschen Bedingungen abgestimmt werden.

Welche Herausforderungen gibt es sonst noch in Bahrain?
Der Bahrain International Circuit liegt auf dem Gebiet einer ehemaligen Kamel-Farm in einer ländlichen und flachen Gegend. Er ist umgeben von Wüste und Sand, wobei der Wind letzteren oft auf die Strecke weht. Als die Formel 1 das erste Mal in Bahrain gefahren ist, fragten sich die Ingenieure, ob der Sand möglicherweise einen negativen Einfluss auf die Fahrzeugsysteme haben könnte. Entsprechend dachten sie über Spezialfilter nach, um den Sand abzuwehren. 15 Jahre später wissen wir, dass solche Spezialfilter nicht benötigt werden. Der Sand ist jedoch sehr rau, was einen negativen Einfluss auf die Aerodynamik-Oberflächen hat. Sobald die 20 Autos auf der Strecke sind, säubern sie den Asphalt jedoch relativ schnell. Der Asphalt ist dann in einer viel besseren Verfassung. Somit wirkt sich der Sand zu Beginn der Sessions am meisten aus, wenn die Teams darauf warten, dass die anderen die Strecke sauber fahren.

Sorry, es scheint so, als sei die Version deines Browser zu alt!

Bitte aktualisiere deinen Browser oder lade eine aktuelle Version der unten aufgelisteten Browser herunter.

Internet Explorer Internet Explorer Firefox Mozilla Firefox Opera Opera Browserr Chrome Google Chrome