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    INSIDE: Alles, was Du über die neuen Reifen 2018 wissen musst In der Formel 1-Saison 2018...

In der Formel 1-Saison 2018 gibt es etliche neue Regeln, eine der wichtigsten Veränderungen betrifft dabei die Reifen.

'2018 gibt es ziemlich viele Veränderungen'

Man sieht sie schnell als selbstverständlich an, aber sie sind ohne jeden Zweifel eines der wichtigsten Elemente in der Formel 1 - die Reifen. Das richtige Verständnis für die Pneus kann zwischen Sieg und Platz zwei entscheiden.

Über den Winter mögen andere Regeländerungen wie Halo die Diskussionen und die Schlagzeilen beherrscht haben, aber die wohl wichtigste Veränderung betrifft in dieser Saison die Reifen.

"2018 gibt es ziemlich viele Veränderungen", erklärt Loic Serra, seines Zeichens "Chief Vehicle Dynamicist" beim Team. "Zunächst einmal hat Pirelli in der neuen Saison zwei zusätzliche Mischungen im Angebot."

"Einmal die superharten Reifen, die eine orange Markierung erhalten, und dann noch die hyperweichen Reifen, die pink markiert sind. Rein mit Blick auf die Farben gibt es noch eine weitere Änderung, denn der harte Reifen ist nun 'eisig blau'."

Aber nicht nur die Farbpalette erhielt einen frischen Anstrich... auch die Konstruktion hat sich drastisch verändert. 'Mit Blick auf den Mantel haben sich die 2018er Trockenreifen hauptsächlich vorne verändert', fügt Loic hinzu. 'Es ist ein recht erheblicher Schritt bei dem Profil, das wir einsetzen werden.'

'Die Mischungen fallen alle eine Stufe weicher und ein bisschen aggressiver aus, bieten uns in diesem Jahr aber mehr Haftung.'

Und obwohl die Regenreifen sowie die Intermediates normalerweise nicht so häufig zum Einsatz kommen, sind auch sie von einer kleinen Regeländerung betroffen: 'Es bleibt wie im letzten Jahr bei zwei Mischungen für die Regenreifen, aber bei den Intermediates gibt es jetzt eine zusätzliche Mischung. Somit gibt es zwei statt nur einem Intermediate.'

Die große Frage lautet nun: Warum hat Pirelli diese Veränderungen vorgenommen? Die Antwort überlassen wir unserem Chefstrategen James Vowles: 'Im vergangenen Jahr gab es nur drei Zwei-Stopprennen', erklärt er.

'Die Mischungen fallen alle eine Stufe weicher und ein bisschen aggressiver aus, bieten uns in diesem Jahr aber mehr Haftung.'

Loic Serra

'Dieses Ziel haben sie erreicht, aber die Reifen waren im ersten Anlauf zu robust'

"Die restlichen Grands Prix waren grundsätzlich Einstopp-Rennen, obwohl einige im Nassen stattfanden und andere durch rote Flaggen unterbrochen wurden. Aufgrund des niedrigen Reifenabbaus ergab sich dadurch ein Problem: Wir haben nicht viel davon erlebt, was ich in meinen Augen als 'Racing' ansehe - es waren nicht viele Autos dazu in der Lage, verschiedene taktische Optionen auszuprobieren."

"Dadurch war man in den Auswahlmöglichkeiten eingeschränkt. Pirelli musste 2017 einen Reifen bauen, der robust genug war, um mit einer der größten Aerodynamikveränderungen in der Geschichte klarzukommen."

"Dieses Ziel haben sie erreicht, aber die Reifen waren im ersten Anlauf zu robust. Jetzt versuchen sie, besseres Racing zu ermöglichen, also mehr taktische Optionen zu schaffen, mehr Möglichkeiten für Zwei-Stopp-Rennen zu bieten und eine Reihe an Mischungen zu haben, die zu mehr Strecken passen."

Die Arbeiten für 2018 begannen Anfang 2017. Also noch bevor Pirelli an 25 Tagen ein intensives Testprogramm absolvierte, das bei den Testfahrten nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi seinen Abschluss fand.

Wenn die Teams nicht selbst testen, verfolgen sie die Fortschritte von Pirelli so gut sie können und versuchen, eine Vorstellung davon zu erhalten, in welche Richtung sich die Mischungen entwickeln. So können sie vorausahnen, welche Reifen an ihrem 2018er Auto zum Einsatz kommen werden.

Dabei erwies sich der Abschlusstest in Abu Dhabi als entscheidend. 'Bei diesem Test musste man dabei sein, um zu verstehen, welche Richtung man einschlägt', gibt James zu. 'Das waren die Reifen, die uns 2018 erwarten.'

'Beim Übergang von 2016 auf 2017 setzten wir für ähnliche Tests ein Testauto ein. Anders als damals hatten wir diesmal jedoch ein Auto, das näher an den Belastungen dran ist, die wir 2018 erleben werden. Das war eine sehr wichtige Erkenntnis für uns.'

Aufgrund der Produktionsfristen von Pirelli wurden die Reifen für die ersten Saisonrennen bereits ausgewählt, bevor die Autos zum ersten Mal auf die Strecke fuhren!

'Bei diesem Test musste man dabei sein, um zu verstehen, welche Richtung man einschlägt'

James Vowles

'Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch keinen Test mit dem neuen Auto absolviert, es existierte noch nicht einmal'

"Bei einem Europarennen müssen wir die Reifen acht Wochen im Voraus auswählen, bei einem Überseerennen sind es sogar 14 Wochen", sagte James. "Zum Vergleich: Wir haben bereits am 14. Dezember kurz nach dem Abu Dhabi Test die Reifenwahl für Melbourne getroffen."

"Mit so wenigen Informationen weiß man nicht genau, wie sich die Reifen verhalten werden und bis zum 4. Januar mussten wir die Reifenwahl für die ersten drei Rennen treffen."

"Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch keinen Test mit dem neuen Auto absolviert, es existierte noch nicht einmal. Es bestand noch aus einzelnen Karbonteilen, aber wir mussten bereits die Reifen auswählen."

Pro Rennwochenende stehen jedem Fahrer 13 Reifensätze zur Verfügung. Drei davon werden von Pirelli ausgewählt - ein Qualifying-Reifen (die weichste der drei für das Wochenende verfügbaren Mischungen) und zwei Rennreifen, von denen einer im Grand Prix eingesetzt werden muss.

Nachdem diese ausgewählt wurden, entscheiden sich die Teams für die verbleibenden zehn Reifensätze. 'Wir haben eine Arbeitsgruppe mit Loic, mir und einer Reihe anderer. Wir setzen uns zusammen und gehen die Auswahl durch, die wir für richtig erachten, um alle Eventualitäten abzudecken', fügt James hinzu.

Die große Unbekannte ist dabei, ob dies wirklich zu besserem Racing führt. Denn das ist das erklärte Ziel für alle und einer der Hauptgründe für die veränderten Reifen.

'Die Reifen sind weicher, was zu mehr Abbau führt. Dadurch steigen die Rundenzeiten und es kommt zu mehr Stopps', erklärt James. 'Wenn man im vergangenen Jahr ein anderes Auto einholte, stiegen dessen Rundenzeiten wegen der Reifen nicht so stark an.'

'Dadurch war der Unterschied an den entscheidenden Stellen für Überholmanöver nicht groß genug - nämlich in den Bremszonen und wenn es auf Traktion ankommt. 2018 fallen die Unterschiede größer aus und das wird zu mehr Überholmanövern führen. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir allerdings noch nicht, zu wie vielen genau.'

'Meine persönliche Meinung ist, dass wir mehr Boxenstopps sehen werden. Es wird ein wenig mehr Überholmanöver als im letzten Jahr geben und die Autos werden viel Performance verlieren, wenn sie auf den Reifen bleiben wollen.'

Das klingt doch schon einmal sehr ermutigend für alle Formel 1-Fans. Loic fügt sogar noch an, dass die Rundenzeiten 'erheblich sinken werden, um mehr als eine Sekunde'. Das kommt dann noch als Bonus obendrauf.

'Die Reifen sind weicher, was zu mehr Abbau führt. Dadurch steigen die Rundenzeiten und es kommt zu mehr Stopps'

James Vowles
9:17

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