Back
Back
  • 1

    INSIDE: Bonus-Geschichten aus Austin Vom Vermächtnis einiger F1-...

Vom Vermächtnis einiger F1-Legenden bis zur Zukunft der nächsten Generation und ein bisschen dazwischen - hier sind unsere USGP-Geschichten, die ihr vielleicht noch nicht kennt...

Für eine Handvoll Dollar

Kimi Räikkönens Sieg in Austin beendete die Serie von vier aufeinanderfolgenden USGP-Erfolgen für das Team. Ferrari steht nun bei 13 Siegen in den USA - einen vor McLaren. Und wer hat den ersten Sieg der Scuderia dort geholt? Niemand anderer als unser Niki Lauda!

Tatsächlich war Nikis Sieg 1975 in Watkins Glen höchstkontrovers - so etwas sieht man heute glücklicherweise nicht mehr. Niki hatte bereits seinen ersten WM-Titel in Monza eingefahren, aber "The Glen" war damals immer das Rennen, bei dem alle viel Geld gewinnen wollten.

Niki und Emerson Fittipaldi führten das Feld aus der ersten Reihe an, aber weiterhin krachte Nikis Teamkollege Clay Regazzoni in das Heck von Fittipaldis McLaren-Teamkollegen Jochen Mass. Entsprechend musste Regazzoni einen Boxenstopp einlegen und eine neue Nase montieren lassen.

Als Niki und Emerson "Regga" nach nur 18 Runden überrundeten, machte Clay sofort für Niki Platz und hielt Emerson in den nächsten sechs Runden auf - dabei ignorierte er die blauen Flaggen einfach.

Als Niki auf Regga auflief, hatte er 2,2 Sekunden Vorsprung. Nachdem Emerson Clay sechs Runden später überrundet hatte, waren es mehr als zwölf Sekunden Vorsprung für Niki! Heute regen sich die Piloten schon auf, wenn sie länger als drei Kurven hinter einem Überrundeten herfahren müssen!

Emerson setzte seine Aufholjagd erfolglos fort (Niki gewann das Rennen nach 59 Runden mit 4,9 Sekunden Vorsprung), während Rennleiter Burdette "Burdie" Martin Regazzoni die schwarze Flagge zeigte. Luca di Montezemolo war damals Teammanager bei Ferrari und überhaupt nicht glücklich über die Entscheidung - also verpasste er Burdie einen rechten Haken und zog Regga aus Protest aus dem Rennen zurück - bevor die offizielle Disqualifikation ausgesprochen war...

Martin schien den Treffer von Lucas nicht bemerkt zu haben, aber er sprach die später unvergesslichen Worte: "Mr. Montezemolo, bitte denken sie darüber nach, was sie tun..." Fittipaldi war hingegen nicht besonders begeistert davon, als er Niki mit seinen Seitentaschen voller Dollar in den Sonnenuntergang reiten sah!

Der Nachwuchs

Die Mercedes-Junioren Esteban Ocon und George Russell sind Teil des Generationswechsels in der Formel 1 - obwohl das Rennen in Austin von einem 39-Jährigen gewonnen wurde! Claire Williams schien in Texas auf jeden Fall super begeistert von ihrem langjährigen Deal mit dem 20-jährigen George.

"Seine Erfolge sprechen für sich selbst", sagte sie. "Er hat die F4-Meisterschaft, die GP3 Serie und hoffentlich bald auch die Formel 2 gewonnen. Seine Leistungen auf der Strecke sprechen für sich selbst, aber alles in allem ist George auch ein sehr beeindruckender Mensch. Er besitzt sehr viel Persönlichkeit und ist sehr entschlossen. Er weiß genau, was er wollte und er hat es bekommen. Wir sind sehr gespannt darauf, mit ihm zu arbeiten."

Valtteri begann seine F1-Karriere ebenfalls bei Williams, bei denen Toto früher Anteilseigner war. Der Finne sagte am letzten Wochenende: "Es ist großartig für George. Ich habe mit ihm darüber gesprochen. In meiner ersten Saison bei Williams war es schwierig, durch das Q1 zu kommen, danach ging es aufwärts und hoffentlich läuft es für George genauso. Es besteht immer ein Risiko in deiner ersten Saison, wenn du am Ende kämpfst und weniger sichtbar bist, aber es ist ein tolles Team und fantastische Leute."

Esteban steht ebenfalls auf der Liste für das zweite Cockpit bei Williams an der Seite von George. Aber auch Sergey Sirotkin und Robert Kubica sind noch im Rennen.

"Meine Situation ist etwas anders", sagte der 22-Jährige. "George hat einen mehrjährigen Vertrag unterschrieben und es ist eine gute Chance für ihn. Ich befinde mich noch in Verhandlungen und es gibt noch einige Möglichkeiten für mich. Wenn noch nicht im nächsten Jahr, dann sollte es für mich gute Chancen im Jahr darauf geben."

Esteban erwartet 2019 auch Großes von seinem früheren Kartgegner und Ferrari-Neuzugang Charles Leclerc. Darauf angesprochen, ob er glaubt, dass sich der 20-jährige Monegasse gut gegen Sebastian Vettel schlagen wird, war seine Antwort klar:

"Ich glaube, dass Charles 2019 um den Titel fahren wird. Es wäre zumindest keine Überraschung für mich. Ich weiß, dass er viel Talent besitzt und einer der Schnellsten ist. Ich denke, Charles - der am Dienstag vor Austin 21 Jahre alt geworden ist - und Pierre (Gasly) werden 2019 um Podestplätze und Siege kämpfen."

Gasly (22) wechselt nächstes Jahr an die Seite von Max Verstappen zu Red Bull. Das Team tritt dann mit Honda-Motoren an, die aktuell schon bei Toro Rosso zum Einsatz kommen. Obwohl beide Toro Rosso-Fahrer nach Motorstrafen von weiter hinten starten mussten, nannte Gasly die neue Motorenspezifikation "einen großen Schritt" und belegte dies mit P7 im Q1.

"Das haben wir zur Kenntnis genommen", sagte Toto lächelnd. "Es beweist, dass man sich in diesem Geschäft niemals ausruhen darf. Man muss neue Regeln und eine neue Generation an Talenten beachten."

Es ist kaum zu glauben, aber nachdem Fernando Alonso das Fahrerlager verlassen hat, wird Lewis mit 34 Jahren der zweitälteste Fahrer im Feld sein - hinter Kimi Räikkönen. Es scheint keine fünf Minuten her zu sein, dass der 22-jährige Lewis beim Australien GP 2007 in Melbourne sein F1-Debüt gegeben hat...

Der komplexe COTA...

Eine Kombination aus verschiedenen Umständen und der Tatsache, dass der Rennsieg über Punkte gestellt wurde, führte dazu, dass der WM-Kampf am kommenden Wochenende in Mexiko Stadt in die nächste Runde geht.

Es war nie nur eine Formsache, Ferrari auf dem COTA zu schlagen. Das stand bereits nach dem engen Kampf um die Pole am Samstag fest, in dem Lewis nur um 0,07 Sekunden vor Ferrari landete.

Vor dem Rennen war es eine schwierige strategische Entscheidung, sich für einen oder zwei Stopps zu entschieden. Im Vorjahr machte der Sieger zwei Stopps, hinzukam, dass der Regen am Freitag zu geringen Informationen führte. Einer der Teamstrategen betonte: "Nach dem dritten Training hatten wir sechs Runden, um sie auf ein 56-Runden-Rennen hochzurechnen, das ist nicht genug."

Dem Reifenhersteller Pirelli fehlten ebenfalls Daten. Wenn der Reifenverschleiß höher als erwartet ist, kann Pirelli den Sturz und die Reifendrücke anpassen, aber das geschieht normalerweise am Freitagabend. In Austin fuhren die Piloten aber erst am Samstagvormittag im Trockenen und eine minimale Anpassung am hinteren Reifendruck von 20 auf 21,5 psi wurde erst am Samstagabend vorgenommen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Autos bereits im Parc Fermé.

Obwohl das für alle gleich ist, hat die Veränderung des Drucks an den Hinterreifen Einfluss auf die Fahrhöhe und die Fahrzeugbalance. Sobald die Autos aber im Parc Fermé sind, dürfen nur noch der Heckflügel und der Druck der Vorderreifen verändert werden.

Die limitierten Daten aus dem dritten Training ließen das Team vermuten, dass es ein Ein-Stopp-Rennen werden würde. Das war möglich, aber schwierig. Obwohl Lewis sich mit einer starken Runde seine 81. Pole gesichert hatte, war es schwer, die Führung in der ersten Kurve zu behalten.

Lewis, Valtteri, Vettel und Daniel Ricciardo fuhren im Q2 mit den SuperSoft-Reifen und mussten somit auch mit diesen ins Rennen gehen. Räikkönen startete hingegen auf den ultraweichen Reifen, die ihm einen besseren Start ermöglichten.

Noch schlimmer: Eine Strafversetzung um drei Positionen für Vettel führte dazu, dass Räikkönen aus der ersten Reihe startete - nur acht Meter hinter Lewis. Es bestand also eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Lewis gegen den Finnen auf der Innenseite von Kurve eins machtlos sein würde - und genauso ist es gekommen.

Allerdings verringerte sich der Druck etwas, als Vettel Ricciardo auf der ersten Runde angriff und sich drehte. Aber Lewis hoffte darauf, Räikkönen dann zu überholen, wenn dessen Reifen abbauten. Doch das erwies sich als schwierig.

"Das Auto war von Anfang an schwer zu fahren", sagte er. "Es war nicht so gut wie am Samstag und die Temperaturen der Hinterreifen waren zu hoch."

In Runde 11 gab es eine VSC-Phase, um Ricciardos Red Bull zu bergen. Dies stellte das Team vor ein Problem: Stoppen oder nicht? Lewis wurde angewiesen, das Gegenteil zu Räikkönen zu machen. Als der Finne erst antäuschte, hereinzukommen, aber dann doch draußen blieb, ging Lewis an die Box, um auf die Soft-Reifen zu wechseln.

Stoppen oder nicht stoppen?

Es war eine schwierige Entscheidung. Ein Boxenstopp unter VSC-Bedingungen ist ein Vorteil - man verliert nur 9,5 Sekunden im Vergleich zu 19,5 Sekunden unter normalen Bedingungen. Zudem hatte Lewis ein Fenster, in dem er herauskommen würde.

Durch Vettels Dreher auf der ersten Runde lag er weiter hinten im Feld. Verstappen war auf den Soft-Reifen von hinten gestartet und arbeitete sich bis auf P4 nach vorne. Aber er war 19 Sekunden zurück und würde klar hinter Lewis bleiben. Die einzige Position, die er verlieren würde, war an Valtteri, bei dem man darauf vertrauen konnte, dass er ihn vorbeilassen würde. Mit dem robusteren Soft-Reifen würde Lewis dann Räikkönen härter attackieren können.

Der Nachteil war, dass die VSC-Phase früher war als es ideal gewesen wäre. Dadurch musste er 45 Runden auf den Softs fahren, die ungefähr 35-40 halten. Deshalb dachte das Team mehr über zwei Stopps nach.

In runde 14 war der angreifende Lewis mehr als 1,5 Sekunden pro Runde schneller als Räikkönen im Ferrari und lag nur noch 5,7 Sekunden hinter ihm. Fünf Runden später lag er bereits in DRS-Reichweite. Es folgten zwei langsame Runden, weil sich Räikkönen gut verteidigte, während er seine ultraweichen Reifen bis zum Ende von Runde 21 ausnutzte. Damit war klar, dass Ferrari nur einmal stoppen würde.

Die Entscheidung für den Boxenstopp von Lewis wurde auf der Basis getroffen, dass sie keinen Nachteil gegenüber Räikkönen darstellte, den Lewis auf seinen abgefahrenen SuperSofts nicht überholen konnte. Wenn Lewis geführt hätte, wäre er nicht an die Box gekommen und wenn Räikkönen gestoppt hätte, wäre Lewis ebenfalls draußen geblieben.

Zu viel gewollt in Texas?

Hier geht es nicht um riesige Texas-Steaks oder Dreifach-Burger, sondern vielmehr um die Entscheidung des Teams, in Austin lieber auf den Rennsieg zu setzen als auf sichere Punkte im Kampf um den fünften WM-Titel für Lewis.

Um schon in Austin mit Fangio gleichzuziehen, musste Lewis acht Punkte mehr holen als Vettel. Zur Erinnerung das Punktesystem: 25-18-15-12-10-8-6-4-2-1. Vettel lag hinter Räikkönen, Lewis, Valtteri und Verstappen auf Platz fünf und damit auf Kurs zu zehn Punkten.

Ein zweiter Platz hätte 18 Punkte gebracht und damit wäre es das für Lewis gewesen. Aber wenn Vettel Valtteri überholt hätte - was ihm zwei Runden vor Rennende gelungen ist, als die Reifen des Finnen abbauten - dann hätte Lewis gewinnen müssen.

Das Problem hieß Verstappen. Er war auf den weichen Reifen gestartet und hätte länger als Runde 22 fahren können. Aber sobald Red Bull glaubte, dass er in Undercut-Reichweite zu Valtteri war, holten sie ihn rein und wechselten auf die superweichen Reifen.

Das Team glaubte, dass es ihn abgedeckt hatte, aber Valtteris SuperSoft-Reifen hatten nicht mehr genug übrig und als das Team auf der nächste Runde reagierte, kam er hinter dem Red Bull heraus. Dennoch hielt es das Team für unwahrscheinlich, dass Verstappen 34 Runden mit einem Satz SuperSoft würde fahren können. Soimt hätte er noch einmal stoppen müssen.

Doch der SuperSoft entpuppte sich als der bessere Reifen für das Rennen, vor allem am Red Bull. Und so wurde Verstappen zu einer großen Gefahr. Der Niederländer überquerte die Linie am Ende von Runde 23 21,6 Sekunden hinter Lewis. Für die nächsten sieben Runden blieb der Abstand bemerkenswert konstant. Lewis fuhr auf den weichen Reifen und Verstappen achtete auf seine SuperSofts. Aber am Ende von Runde 32 war der Abstand auf 19,9 Sekunden geschmolzen - ein Boxenstopp dauerte 19,5 Sekunden. Wenn das Team Lewis noch ein zweites Mal hereinholte und dabei vor Verstappen bleiben wollte, dann musste es das jetzt tun.

Aber das Team machte sich keine Sorgen um Red Bull, stattdessen versuchte es, den Reifenunterschied zwischen Lewis und Räikkönen am Ende des Rennens zu maximieren, damit Lewis so lange wie möglich fahren konnte, bevor er zu seinem zweiten Stopp hereinkam.

Lewis stellte jedoch fest, dass die Wirbel der vorausfahrenden Autos seine Reifen in einem Fenster von bis zu 5 Sekunden beeinflussten. Dadurch verlor er im Verkehr mehr Zeit als erwartet.  Da er hart angriff, fingen seine weichen Reifen auch an, Blasen zu schlagen. In Runde 37 kam er für einen neuen Reifensatz herein, nach einem Stint von nur 26 Runden.

Warum erhielt er erneut die weichen Reifen, obwohl die superweiche Mischung bei Verstappen so gut funktionierte? Ganz einfach: Lewis hatte nur noch angefahrene und keine neuen Sätze UltraSofts und SuperSofts übrig.

Lewis musste danach in den verbleibenden 19 Runden einen Rückstand von zwölf Sekunden aufholen. Wen Räikkönen und Verstappen nicht zusammen gefahren wäre, hätte er es schaffen können, aber die Kombination aus dem Windschatten und DRS war an diesem Tag zu viel für die Performance des W09 auf den weichen Reifen.

Wenn das Team nicht versucht hätte, den Reifenunterschied zu optimieren, hätte Lewis eher an die Box kommen können und wäre damit vor Verstappen auf Platz zwei gelandet. Aber schlussendlich hätte es keinen Unterschied gemacht, da Vettel am Ende Valtteri überholte. Nur ein Sieg hätte Lewis dann gereicht.

Sorry, es scheint so, als sei die Version deines Browser zu alt!

Bitte aktualisiere deinen Browser oder lade eine aktuelle Version der unten aufgelisteten Browser herunter.

Internet Explorer Internet Explorer Firefox Mozilla Firefox Opera Opera Browserr Chrome Google Chrome