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    INSIDE: Bonus-Geschichten aus Budapest Ein kleiner Blick hinter di...

Ein kleiner Blick hinter die Kulissen der Achterbahnfahrt in Ungarn

Die Wichtigkeit von mentaler und physischer Stärke

Nach dem ebenso emotional anstrengenden wie grandiosen Sieg in Deutschland wurde Lewis in Ungarn gefragt, ob er erneut auf einer Strecke gewinnen könne, die eher Ferrari liegen sollte. Schließlich habe er "einen Lauf".

"Wir haben keinen Lauf!", sagte er und erklärte, dass die Saison 2018 eines der härtesten Duelle sei und Mercedes gegen einen schnelleren Ferrari fahre.

"Im vergangenen Jahr war es recht ausgeglichen, aber in diesem Jahr sind sie im Vorteil", fügte er an. "Der Druck, absolut alles herauszuholen, ist viel größer als je zuvor, wenn ich am Ende des Jahres die Nummer 1 sein möchte."

Al sein Vergleich zwischen den Fehlern von Vettel und dem grundsätzlich fehlerfreien Rennen gezogen wurde, gab Lewis zu, dass seine Qualifyings und Rennstarts in dieser Saison hätten besser sein können.

"Niemand ist perfekt", betonte er. "Wenn ich unter Druck stehe, möchte ich der Letzte sein, der mental und physisch nachgibt. Das ist meine Einstellung."

"Niemand sieht uns abseits der Strecke und das ist am anstrengendsten, von März bis November mit dem Kopf bei der Sache zu bleiben, an jedem Wochenende 100% da zu sein. Ich muss zugeben, dass mir das nicht immer gelungen ist."

Wenn mit seinem Wochenende am Hungaroring etwas nicht stimmte, konnte es zumindest niemand finden...

Ausgeglichene Voraussetzungen

Monaco ist wahrscheinlich die einzige Strecke, auf der das Qualifying noch wichtiger als auf dem Hungaroring ist.

Ein erfahrener Beobachter sagte einmal bei allem Respekt vor einem belgischen Grand Prix-Sieger: "Das weiß man, weil Thierry Boutsen hier einmal Ayrton Senna 30 Runden lang hinter sich halten konnte."

Die Position im Rennen ist entscheidend und die Pace von Ferrari deutete am Freitag und Samstagvormittag an, dass Lewis und Valtteri viel Arbeit vor sich hatten, um ihre Autos in die erste Reihe zu bringen, ganz zu schweigen von der Pole Position.

Aber dann kam der Regen. Bei diesen Bedingungen wäre es mutig, gegen Lewis zu wetten. Sein sechste Pole in Ungarn war keine Formalität, aber die Mercedes-Fahrer wussten, dass sie nun im Spiel waren.

Am Ende lief es auf einen Q3-Shoot-Out auf den Regenreifen von Pirelli hinaus. Lewis fuhr eine brillante Rundenzeit in 1:35.658 Minuten, gerade als es so aussah, als ob Valtteri (1:35.918) ihn im zweiten Jahr in Folge in Budapest würde schlagen können. Aber beide Runden waren schneller als die der Ferrari-Fahrer: Kimi Räikkönen kam auf P3, Sebastian Vettel auf P4.

"Heute hat der Mensch und nicht die Maschine den Unterschied ausgemacht", sagte Toto mit einem Lächeln. Dabei dachte er bestimmt schon über die Strategie-Optionen für den Sonntag nach.

Es sollte der Grundstein für 50 Punkte und zwei Siege innerhalb von sieben Tagen sein.

Die Arbeit erledigen

Während Lewis und Valtteri das Team mit ihren Startplätzen in der ersten Reihe das Team in eine starke Ausgangsposition gebracht hatten, mussten sie den Job jetzt noch erledigen. Da im Qualifying Regenreifen zum Einsatz gekommen waren, durfte jeder seine Reifenmischung für den Start frei wählen und alle Augen waren auf die Seitenwände der Reifen gerichtet, als die Heizdecken abgezogen wurden.

Beide Mercedes-Fahrer und Räikkönen entschieden sich für die UltraSofts, Vettel startete auf den gelben Soft-Reifen von Pirelli. Dadurch gab es auf Anhieb unterschiedliche Strategien, obwohl ein Ein-Stopp-Rennen vorhergesagt wurde.

Ferrari setzte Räikkönen auf die UltraSofts und hoffte darauf, dass er sich in Kurve eins zwischen die beiden Silberpfeile würde quetschen können. Vettel hätte dann mit dem Soft-Reifen flexibler reagieren können. Mercedes musste die wichtigen Plätze in Reihe eins umsetzen und genau das ist ihnen gelungen. Vettel griff in Kurve zwei außen Räikkönen an und ging auf P3 nach vorne.

Lewis würde nun sein Glück in der Flucht suchen, während Valtteri Abstand hielt, um seine Reifen zu schonen und Vettels Aufgabe etwas schwerer zu machen. Genauso verlief die erste Hälfte des 70-Runden-Rennens. Lewis fuhr in den ersten fünf Runden einen Vorsprung von 3,5 Sekunden heraus.

Ferrari machte den ersten Schachzug, als sie Räikkönen in Runde 14 hereinholten. Zu diesem Zeitpunkt lag er auf P4 - vier Sekunden hinter Valtteri. Dadurch musste das Team reagieren, um sich vor einem Undercut zu schützen. Entsprechend musste Valtteri 55 Runden auf den Soft-Reifen fahren, wenn er mit nur einem Stopp durchkommen wollte.

Als Valtteri hereinkam, lag der Zweitplatzierte Vettel 8,7 Sekunden hinter dem Führenden Lewis und hatte zum ersten Mal freie Fahrt. Er war auf dem härteren Reifen und der Abstand blieb relativ konstant. Vettel fuhr einen längeren ersten Stint und würde dann am Ende auf den schnelleren UltraSofts fahren. Die Spannung stieg...

Das Team ließ Lewis auf seinem ersten Stint so lange wie möglich draußen, da seine Rundenzeiten noch konkurrenzfähig waren. Dann kam er in Runde 25 für frische Soft-Reifen herein und ging 13 Sekunden hinter dem nun führenden Vettel wieder auf die Strecke. Valtteri lag acht Sekunden dahinter, Räikkönen weitere drei Sekunden.

Wichtig anzumerken ist, dass Valtteri auf seinen frischen Soft-Reifen nicht ganz so schnell fuhr wie Vettel auf seinem ersten Reifensatz. Das deutete zwei Dinge an: Erstens, dass der Soft in der Hitze mit 60 Grad Streckentemperatur weniger abbaute als erwartet. Zweitens, dass der Ferrari wohl zwei oder drei Zehntel im Vorteil war. Zu diesem Zeitpunkt erwartete Lewis ein harter Kampf.

Vettels Boxenstopp war entscheidend. Idealerweise wollte er bis ungefähr Runde 40 fahren, um dann nur noch 30 Runden auf den ultraweichen Reifen zu haben, um auf Lewis aufzuschließen. In Runde 30 hatte er ein relativ komfortables Boxenstoppfenster auf den drittplatzierten Valtteri (23 Sekunden im Vergleich zu den nötigen 21 Sekunden). Aber er kam in Verkehr. Die blauen Flaggen und Überrundungen kamen ihm nicht entgegen und in Runde 37 war sein Vorsprung nur noch 21,8 Sekunden - sehr gering! Das war ein unerwarteter Bonus für Mercedes und Valtteri, der nun angreifen sollte.

Es folgten mehrere schnelle Runden von der Nr. 77, als dann Vettels linker Vorderreifen nicht richtig draufging und er für 4,2 Sekunden an der Box stand, kam er hinter dem Mercedes mit der Nr. 77 heraus.

Vettel war zu diesem Zeitpunkt neun Sekunden hinter Lewis, der auf dem langsameren Soft-Reifen noch 30 der 70 Runden überstehen musste. Der Ferrari-Pilot musste schnell an Valtteri vorbei, bevor er den Vorteil seiner UltraSofts verlor. Aber es gelang ihm nicht. Nicht für die nächsten 25 Runden!

"Das war das beste Rennen, das Valtteri je für Mercedes gefahren ist", sagte Toto nach dem Rennen.

Valtteri dürfte wahrscheinlich nach P5 nicht zugestimmt haben. Gegen Rennende gaben seine Soft-Reifen nach, Vettel beschleunigte in Kurve eins außen herum und zog in Kurve zwei herein. Valtteri verteidigte sich so gut es ging, aber er konnte das Auto auf der schmutzigen Linie nicht rechtzeitig stoppen und beschädigte sich die Fahrzeugnase am linken Hinterreifen des Ferrari. Räikkönen zog mit durch und Valtteri musste sich gegen Daniel Ricciardo im Red Bull verteidigen.

Der Australier ging in Runde 67 in Kurve eins außen herum vorbei, Valtteri kam innen weit hinaus und konnte erneut auf den abgenutzten Reifen und dem beschädigten Frontflügel nicht rechtzeitig abbremsen. Es kam erneut zu einer Berührung. Ricciardo kam in der letzten Runde vorbei und Valtteri erhielt eine 10-Sekunden-Strafe für seine Verteidigung. Glücklicherweise fiel er dadurch nicht weiter zurück.

"Valtteri hätte heute den zweiten Platz verdient gehabt", sagte Toto. "Der Begriff Wing-Man ist nicht treffend, aber er hat heute perfekte Arbeit abgeliefert und ist ein sensationelles Rennen gefahren. Lewis fuhr ein perfektes, spektakuläres Rennen!"

Lewis schlug Vettel um 17 Sekunden auf einer Strecke, die eigentlich Ferrari mehr hätte liegen sollen und auf der die Pace der Roten im Trockenen schneller war. Hätte Vettel Lewis eingeholt, wenn er bei seinem Stopp an Valtteri vorbeigekommen wäre? Er hätte ihn wahrscheinlich eingeholt, aber ob er ihn auch hätte überholen können, steht auf einem ganz anderen Blatt Papier...

Nach zwei fantastischen Siegen innerhalb von sieben Tagen geht das Team mit einem guten Gefühl in die Sommerpause: Lewis hat seine Führung in der Fahrer-WM auf 24 Punkte Vorsprung auf Vettel ausgebaut und das Team hat einen 10-Punkte-Vorsprung auf Ferrari in der Konstrukteurs-Wertung. Schöne Ferien! Wir sehen uns am 26. August in Spa!

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