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    INSIDE: Bonus-Geschichten aus Deutschland Ein Blick auf die weniger b...

Ein Blick auf die weniger beachteten Geschichten aus Hockenheim...

Vielen Dank für die Erinnerungen...

Nur auf sechs Strecken ist die Formel 1 öfter gefahren als in Hockenheim - und eine davon ist der Nürburgring. Umso seltsamer mutet es an, dass Deutschland auf dem Kalenderentwurf für 2019 abermals fehlte.

Mit Rekordchampion Michael Schumacher, Mercedes als Gewinner der letzten vier Konstrukteurs-Titel und Sebastian Vettel als viermaligen Weltmeister sollte Deutschland doch eindeutig zu den Klassikern zählen.

Mercedes besitzt eine lange Tradition beim Deutschland GP. Zwischen 1926 und 1939 gehen fünf Silberpfeil-Siege auf der Avus und dem Nürburgring auf das Konto von Rudolf Caracciola. Weitere Vorkriegssieger waren Otto-Merz - der Nägel mit der bloßen Hand in Holz schlagen konnte - und der Brite Richard Seaman.

Der legendäre Juan Manuel Fangio gewann 1954 den Deutschland GP in einem Mercedes W196. 44 Jahre danach siegte Mika Häkkinen in einem McLaren-Mercedes in Hockenheim - auf dem Weg zu seinem ersten WM-Titel.

Ein Jahrzehnt später erzielte Lewis Hamilton mit der gleichen Fahrzeug-/Motorenkombination den Sieg in Hockenheim und kam damit seinem ersten WM-Titel näher.

Lewis gewann auch 2011 auf dem Nürburgring und dann 2016 erneut in Hockenheim. Am vergangenen Sonntag holte er nun vom 14. Startplatz seinen vierten Sieg in Deutschland.

"Es waren so viele Zuschauer da, ein volles Haus", sagte Toto. "Nach den letzten paar Rennen freut mich das wirklich sehr. Die Leute kamen und erlebten ein großartiges Rennspektakel. Ich hoffe, dass es weitergeht und der Veranstalter, der Staat und die (F1-Besitzer) Liberty einen Weg finden, um den Deutschland GP zu erhalten."

Nikis Deutschland GP Geschichte

Der Aufsichtsratsvorsitzender des Teams, Niki Lauda, blickt mit gemischten Gefühlen auf den Großen Preis von Deutschland zurück. 1975 war er der erste Mann, der die legendäre Nürburgring Nordschleife unter sieben Minuten umrundete. Ein Jahr zuvor hatte er das schon einmal bei einem Test geschafft, aber als er 1975 in 6:58.5 Minuten die Pole für den Deutschland GP einfuhr, war es die erste offizielle Zeit unter dieser magischen Marke.

Er war auch der einzige Fahrer, dem das gelang. Der Zweitplatzierte Carlos Pace war in seinem Brabham 1,4 Sekunden langsamer und Ferrari-Teamkollege Clay Regazzoni war drei Sekunden langsamer als Niki.

Auf einer so langen Strecke, die vom mehrmaligen Sieger Sir Jackie Stewart den Beinamen "Grüne Hölle" erhalten hatte, war es mit ihren 300 Metern Höhenunterschied in der Eifel nahezu unmöglich, überall ausreichend Streckenposten und Rettungskräfte bereit stehen zu haben. Zudem gab es kaum Auslaufzonen und der Asphalt war wellig.

Die Strecke pausierte bereits 1970 für ein Jahr, während Modifikationen vorgenommen wurden. Dadurch kam Hockenheim zum ersten Mal in den Genuss der Formel 1.

1976 hatte Niki die Rolle als Sicherheitsverfechter von Stewart übernommen. Für ihn waren die Bedingungen am Nürburgring inakzeptabel und er versuchte, einen Boykott der Fahrer zu organisieren. Dabei wurde er mit einer Stimme überstimmt und das Rennen fand wie geplant statt.

Niki trug schwere Verbrennungen davon und sein Leben hing nach dem Unfall auf der zweiten Runde lange Zeit am seidenen Faden. Die Tatsache, dass er von Fahrerkollegen und nicht von Streckenposten gerettet wurde, bestätigte seine Meinung... Es war der letzte Grand Prix auf der Nordschleife.

Zuvor hatten Zuschauer mit einem kurzen Gedächtnis nach Nikis 75er Pole-Runde seine Einstellung und seinen Mut in Frage gestellt. Niki blieb pragmatisch wie immer und sagte, dass dies nichts damit zu tun hätte, es waren einfach Tatsachen.

Ein Jahr später lieferte er die perfekte Antwort: Er kam nach Hockenheim und gewann den Deutschland GP - sein zweiter von drei Siegen in diesem Jahr auf dem Weg zu seinem zweiten WM-Titel.

Von 14 auf 1 - wie hat er das geschafft?

Nachdem Lewis die Enttäuschung über den Sieg seines Rivalen Sebastian Vettel in Silverstone verarbeitet hatte, revanchierte er sich mit einer bemerkenswerten Leistung in Hockenheim.

Im Qualifying brachten ihm Hydraulikprobleme den 14. Startplatz ein. Nach der ersten Runde überquerte Lewis die Linie schon auf P13. In der zweiten Runde überholte er Esteban Ocon, eine Runde später Fernando Alonso und wiederum eine Runde danach Charles Leclerc. Damit lag er in den Punkterängen.

Renault-Pilot Carlos Sainz fiel dem fliegenden Mercedes in Runde sechs zum Opfer, Romain Grosjean im Haas in Runde acht und Sergio Perez im Force India in Runde neun.

Zwei Runden später überholte Lewis den zweiten Renault-Fahrer Nico Hülkenberg und lag damit bereits in den Top-6. Vier Runden später lag er vor Haas-Fahrer Kevin Magnussen auf P4.

Lewis fuhr die gleichen Rundenzeiten wie die Führenden und kam gefährlich nahe ins Boxenstoppfenster von Kimi Räikkönen. Entsprechend rief Ferrari den Finnen in Runde 14 relativ früh an die Box herein. Damit war relativ klar, dass er noch einmal würde stoppen müssen - immerhin waren noch 53 Runden zu fahren.

Lewis startete außerhalb der Top-10 und hatte dadurch eine freie Reifenwahl. Dabei entschied er sich für die gelben Soft-Reifen, während die Top-10-Fahrer mit den UltraSofts starteten.

Der Plan sah folgendermaßen aus: Lewis sollte seinen ersten Stint so weit wie möglich ausdehnen. Dafür gab es zwei Gründe:

Erstens: Regenschauer, die im späteren Rennverlauf erwartet wurden. Dann wäre es von Vorteil, gegebenenfalls gleich auf Intermediates zu wechseln.

Zweitens: Sollte es trocken bleiben, konnte er das Rennen möglicherweise mit nur einem Stopp samt Wechsel auf die UltraSofts zu Ende fahren. Damit wäre er stark in der Schlussphase. Die große Leistung von Lewis auf dem ersten Stint war, sich durch das Feld zu arbeiten, dabei aber die Reifen in guter Verfassung zu behalten.

Vettel kam in Runde 26 an die Box und wechselte auf Softs. Damit konnte auch er mit nur einem Stopp durchfahren. Er kam 2,5 Sekunden vor Lewis auf die Strecke zurück, der aber noch seinen Stopp absolvieren musste.

Valtteri war nie in Reichweite eines Undercuts im Vergleich zum führenden Ferrari. Vor seinem Stopp führte er das Rennen aber für einige Runden an.

Das Team konnte den ersten Stint von Lewis gut ausdehnen und in Runde 42 kam dann auch er an die Box - danach lagen noch 25 Runden auf den UltraSoft-Reifen vor ihm.

Bereits seit einigen Runden drohten Wolken am Himmel, aber zu diesem Zeitpunkt regnete es noch nicht. Lewis kam 23 Sekunden hinter dem führenden Ferrari zurück auf die Strecke.

Einige Runden später begann es in Kurve 6 zu regnen. Charles Leclerc und Fernando Alonso pokerten und wechselten auf Intermediates.

Aus der Spitzengruppe pokerte nur Max Verstappen in der Hoffnung auf stärkeren Regen. Fünf Runden später kamen auch Renault und Haas, aber alle mussten wieder zurück auf Slicks wechseln.

Die UltraSofts von Lewis gaben ihm etwas zusätzlichen Grip im Vergleich zu den führenden Ferrari-Fahrern und Valtteri auf Softs. Aber es besteht kein Zweifel daran, dass der Mann im Cockpit den Unterschied ausmachte. In den nächsten fünf Runden holte er 8,6 Sekunden auf Vettel auf und lag damit nur noch 12 Sekunden hinter ihm.

Die einzige Runde, in der Vettel nach dem Stopp von Lewis nah an dessen Zeiten herankam, war interessanterweise Runde 51: die Runde bevor der Ferrari-Fahrer abflog. 16 Runden vor Schluss war Lewis auf den weicheren Reifen und Vettel wusste gewiss, dass der Kampf begonnen hatte.

Wie sein Held Ayrton Senna schien Lewis einen Instinkt für den verfügbaren Grip bei wechselhaften, rutschigen Bedingungen zu haben.

"Bei schwierigen Bedingungen sieht man den Unterschied zwischen den sehr guten und den besten Fahrern", sagte Toto. "Lewis hat das Rennen heute gewonnen, aber im Qualifying und auf trockener Strecke hatte Ferrari die bessere Pace."

Die folgende Safety-Car-Phase bot eine Gelegenheit, um an der Box frische ultraweiche Reifen zu holen. Als die überrundeten Autos vorbei gewunken wurden und sich das Feld hinter dem Safety Car sortierte, führten plötzlich Lewis und Valtteri vor Räikkönen. Mercedes hatte sich eine Doppelführung erarbeitet.

In Runde 57 wurde das Feld wieder losgelassen und Valtteri sah darin seine Chance. Seine ultraweichen Reifen waren zehn Runden frischer als die von Lewis, sie würden also schneller wieder auf Temperatur kommen.

Valtteri ging sofort zum Angriff über. Die erste Rennrunde, bevor Lewis seine Reifen auf Temperatur bekam, war entscheidend.

Aber Lewis verteidigte sich und kurz darauf bekam Valtteri von Stratege James Vowles den Funkspruch: "Positionen halten."

"Verstanden, James...", sagte Valtteri, der trotz aller Enttäuschung die Entscheidung des Teams verstand und sich wie immer als Teamplayer präsentierte.

"Es ging nicht um eine Nummer 1 oder 2", erklärte Toto. "Ich wollte einfach nicht ein oder zwei Autos verlieren."

"Wir hatten in den letzten Rennen einiges an Pech mit Unfällen und der Zuverlässigkeit und ich wollte den Doppelsieg nicht riskieren. Wenn Valtteri vorne gewesen wäre, hätte die Entscheidung genauso ausgesehen."

"Wir haben immer gesagt, dass es Anweisungen geben könnte, wenn nur noch ein Drittel oder Viertel in der Saison zu fahren ist und es die Situation verlangt. Aber noch ist es zu früh und heute ging es einfach darum, unsere Situation zu schützen und den größten Vorteil herauszuholen."

Dank der grandiosen Leistung von Lewis und eines weiteren starken Rennens von Valtteri, der seine Reifen im ersten Stint geschont hatte und ohne das Safety Car ebenfalls nur einen Stopp hätte machen müssen, führt das Team wieder beide Weltmeisterschaften an!

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