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    INSIDE: Bonus-Geschichten aus Monza Hier sind ein paar Bonus-Ge...

Hier sind ein paar Bonus-Geschichten von einem magischen Wochenende in Monza.

Passion für Fashion

In Monza verabschiedete sich die Formel 1-Saison aus Europa. Nächster Halt: das Nachtrennen in Singapur. Bevor die Autos dort jedoch auf die Strecke gehen, schreitet Lewis in Singapur über den Catwalk! Dort wird im Vorlauf des Rennwochenendes eine neue durch Lewis inspirierte Mode-Kollektion von Tommy Hilfiger präsentiert. Und Lewis kann es kaum noch erwarten!

"Dein Fashiongeschmack wird beurteilt und ich mag es, zu Veranstaltungen und Galas zu gehen und auf der Straße gesehen zu werden. Das ist nichts Neues, aber diesmal ist es anders, denn ich war in den Designprozess stark involviert. Ich habe klar das Gefühl, dass ich diese Kollektion gemeinsam mit einigen großartigen Designern aus dem Team entworfen habe - die Stoffe, die winzigen Details, daran habe ich wirklich mitgearbeitet."

"Ich bin zum ersten Mal am Design beteiligt und natürlich hatte ich Unterstützung, aber ich bin richtig gespannt. Bei meiner ersten Show werde ich sicher nervös sein. Ich war daran beteiligt, wie die Show aussehen wird, die Musik, der Style. Der gesamte Prozess war einfach unglaublich. Ich bin nervös, zu sehen, wie die Leute darauf reagieren werden. Bislang gab es auf Social Media richtig gutes Feedback von Leuten wie Will Smith und Justin Bieber."

"Es wird verrückt, weil ich am Ende der Show gemeinsam mit Tommy rausgehen werde, das ist ein echter Traum für mich. Ich habe mir schon seit einiger Zeit Shows angesehen und erlebt, wie Tommy mit Gigi und all den anderen Designern herauskommt. Diesmal bin ich dabei! Das wird ein besonderer Moment, den ich niemals vergessen werde. Ich bin so dankbar dafür. Ich bin aber auch wahnsinnig aufgeregt, auch darauf, wie die Leute es mit anderen Marken mischen werden, wie sie den Style interpretieren werden."

"Ich habe den Übergang von Kanye (West) vom Musiker zum Designer verfolgt, etwa mit seinen Trainern. Er trägt Dinge, die niemand anderes trägt und dann sprechen die Leute darüber. Das ist richtig cool!"

Vorsprung ausgebaut

Mercedes Ersatzfahrer George Russell hat einen weiteren Schritt im Kampf um den Gewinn der FIA Formel 2-Meisterschaft gemacht. In Monza wurde er im Samstagsrennen Vierter und gewann dann am Sonntag das Sprintrennen in umgekehrter Startreihenfolge der Top-8.

Russell sammelte zudem zusätzliche Punkte für die Pole Position und führte das Hauptrennen an, bis er in Kurve eins zu weit hinausfuhr und Plätze an Alexander Albon und Renault Test- und Entwicklungsfahrer Artem Markelov verlor. Markelovs Teamkollege bei Russian Time, Tadasuke Makino, erzielte seinen Debütsieg. Dabei erwies sich seine Prime/Option-Reifenstrategie als schneller als die Option/Prime-Variante, die von der Spitze gewählt wurde.

Im Sprintrennen führt Markelov das Rennen an und verbremste sich in Kurve eins. Das konnte George ausnutzen und seinen wichtigen fünften Saisonsieg einfahren. Mit den Plätzen vier und eins sammelte er an diesem Wochenende 31 Punkte und hat nun insgesamt 219 Zähler auf dem Konto. Der frisch gebackene McLaren-Einsatzfahrer für 2019, Lando Norris, belegte die Plätze sechs und fünf und fuhr damit 14 Punkte ein. Russell hat nun zwei Rennwochenenden vor dem Saisonende (in Sotschi und Abu Dhabi) 22 Punkte Vorsprung.

Speed mit einem Kniff

Formel 1-Geschichte-Freunde unter unseren Lesern mögen sich an die Autobiographie des verstorbenen Grand Prix-Siegers Peter Revson erinnern: "Speed mit Stil". Die Geschichte vom Monza-Sieg durch Lewis dürfte unter dem Arbeitstitel "Speed mit einem Kniff" gelaufen sein.

Vor dem Rennen stand das Team vor dem Problem, wie es die rote erste Reihe von Ferrari überwinden sollte. Immerhin hatten die Roten ein leicht schnelleres Auto. Lewis startete von P3 und wusste, dass es entscheidend war, die roten Autos so schnell wie möglich zu splitten, was im mit seinem Angriff auf Vettel in der zweiten Schikane sehr gut gelungen ist.

Sein Titelrivale musste danach einen Boxenstopp einlegen, um eine neue Nase anbringen zu lassen. Zudem war sein Auto von der Berührung beschädigt. Entsprechend war das nächste Ziel Räikkönen, dessen Pace ihm die erste Pole Position seit Monaco 2017 einbrachte.

Die schnellste Strategie für das 53 Runden lange Rennen auf dem Autodromo Nazionale Monza war stets eine Ein-Stopp-Strategie. Dabei bot sich nur eine einzige Chance auf einen Undercut.

Nach 20 Runden hatten Räikkönen und Lewis den nötigen Vorsprung von 24 Sekunden auf Romain Grosjean, um sicher wieder vor dem fünftplatzierten Haas-Fahrer herauszukommen. Die Spannung war zu spüren, als die TV-Kameras die Boxenmannschaften von Mercedes und Ferrari in der Boxengasse einfingen.

Lewis hatte die vorherige Runde gerade einmal eine Sekunde hinter Räikkönen beendet, aber die SuperSoft-Reifen vom Start hielten noch gut. Ein Undercut oder genau genommen ein Overcut eine Runde nach dem Ferrari erschien genau an der Grenze zu sein. Als Räikkönen an die Box ging, tat dies auch die Mercedes-Box in der Garage.

Es gibt etwas Verwirrung um "Dummy"-Stopps und deren Legalität. Nach dem Rennen erklärte Toto, warum es kein "Phantom"-Stopp gewesen ist:

"Es war kein sogenannter 'Phantom-Stopp', da wir bereit für den Stopp waren. Wir wollten das Gegenteil von Kimi machen. Wenn er nicht an die Box gegangen wäre, wären wir reingekommen. Damit das funktioniert, muss die Crew natürlich vorbereitet sein."

Das Team hat Strategie-Werkzeuge an der Hand, um innerhalb weniger Zehntel zu erkennen, ob es sicher ist, bei einem Stopp vor einem Gegner herauszukommen. Die Daten besagten, dass der Abstand genau am Limit war. Sie schlossen daraus, dass ein Stopp zu eng war und entschieden sich stattdessen dafür, den ersten Stint von Lewis auszuweiten und damit sicherzustellen, dass die weiche Pirelli-Mischung, die er beim Stopp erhalten würde, am Ende in besserer Verfassung war als die von Räikkönen.

Lewis fuhr weitere acht Runden auf den SuperSoft-Reifen vom Start, bevor er nach 28 von 53 Rennrunden an die Box kam. Das war die Schlüsselphase des Rennens. Die Performance eines Reifensatzes wird dadurch beeinflusst, wie stark er zu Beginn eines Stints herangenommen wird. Räikkönen war dabei gezwungen, schnell genug zu fahren, um Lewis unter Kontrolle zu halten, ohne dabei seine neuen weichen Reifen zu stark zu verschleißen. Lewis sah derweil TV!

"Es gab einige TV-Bildschirme entlang der Strecke und ich konnte auf der Zielgeraden sehen, dass sie aus Ascari herauskamen. Ich konnte Kimi auf Valtteri aufschließen sehen (der in einem eigenen Kampf um P3 gegen Max Verstappen steckte). Also zählte ich zwei und zwei zusammen und nahm an, dass sie mich hereinrufen würden, um diese Position auszunutzen."

Im Gegenteil zur Meinung mancher Betrachter wurde das Rennen von Valtteri nicht geopfert, um Lewis zu helfen. Tatsächlich war es für seinen Kampf gegen Verstappen von Vorteil, den Stint von Valtteri auszudehnen. Zusätzlich konnte er Lewis helfen, indem er den aufholenden Räikkönen hinter sich hielt.

Ein Blick auf die Rundenzeiten zeigt, dass Valtteri alles andere als nachgelassen hat. In Runde 31 fuhr Valtteri eine persönliche Bestzeit - mit Räikkönen in DRS-Reichweite. Und das auf einem Satz superweicher Reifen, die schon 35 Runden alt waren! Alle weiteren Rundenzeiten in den folgenden fünf Umläufen lagen ebenfalls innerhalb einer Sekunde dieser Zeit und meistens sehr viel weniger.

"Die letzten sechs Runden auf diesem Stint waren sehr konkurrenzfähig, gerade wenn man bedenkt, dass er sehr hart gegen Kimi gekämpft hat", bestätigten die Ingenieure des Teams. "Er war schneller als Verstappen, der auf neuen Reifen fuhr. Die Pace war besser als erwartet, weshalb wir seinen Stint etwas ausgedehnt haben."

Als Lewis auf seinen neuen Soft-Reifen zurück auf die Strecke kam, lag er 5,2 Sekunden hinter dem Ferrari von Räikkönen. Als Valtteri acht Runden später stoppte, war das Auto mit der Nr. 44 beinahe schon in DRS-Reichweite. Noch viel schlimmer für Ferrari war, dass man an den Reifen von Räikkönen Abnutzungserscheinungen und Blasenbildung erkennen konnte.

Lewis setzte sein Ziel, schnell zu fahren, dabei aber die Reifen nicht zu stark abzunutzen, meisterhaft um und das erkannte auch Ferrari, die an Räikkönen funkten: "Hamilton achtet in den Lesmos auf seine Reifen. Versuche die Reifen zu schonen."

"Ich wusste, dass ich den Abstand verringern und auf meine Reifen achten musste", sagte Lewis. "Ich konnte sehen, dass er seine Reifen in bestimmten Kurven zerstörte und ich wusste, dass er so nicht weiterfahren konnte."

Die Aufgabe war für Räikkönen zu groß. Auf den beschädigten Reifen konnte er Lewis, der den Sieg vor Augen hatte, nicht hinter sich halten. Neun Runden vor Schluss setzte sich Lewis auf der Zielgeraden in den Windschatten des Ferrari, zog heraus und fuhr außenherum in Kurve eins an ihm vorbei. Bis zur Zielflagge hatte er seine Führung auf 8,7 Sekunden ausgebaut - damit war sein 68. GP-Sieg und einer seiner besten im Kasten.

"Hin und wieder ließ Kimi in der ersten Kurve sein rechtes Vorderrad leicht stehen, so etwas wirkt sich psychologisch auf dich aus", sagte Lewis mit einem Lächeln im Gesicht. "Diesen Fehler habe ich nicht gemacht. Ich wusste, dass ich Druck aufbaute und es war eine fantastische Position für mich!"

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