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    INSIDE: Bonus-Geschichten aus Suzuka Von Jubiläen zu neuen Herau...

Von Jubiläen zu neuen Herausforderungen - hier sind unsere Bonus-Geschichten aus Japan...

Vielen Dank für die Erinnerungen

Nur fünf verschiedene Fahrer haben je einen Grand Prix in Suzuka gewonnen, aber die meisten F1-Fahrer werden sagen, dass es ihre Lieblingsstrecke im Rennkalender ist.

Die Strecke wurde 1962 vom Niederländer John Hugenholtz als Teststrecke für Honda entworfen und war 1987 zum ersten Mal Austragungsort für den Großen Preis von Japan. In diesem Jahr wurde die 30. Ausgabe des Rennens auf der einzigen Strecke in Form einer Acht im aktuellen Kalender ausgetragen.

Lewis Hamiltons Kindheitsidol Ayrton Senna sicherte sich 1988 in Suzuka den ersten seiner drei WM-Titel. Ein Jahrzehnt später fuhr Mika Häkkinen seinen ersten Suzuka-Sieg mit Mercedes-Power ein und sicherte sich damit nach einem langen Kampf gegen Michael Schumacher seinen ersten von zwei aufeinanderfolgenden Weltmeistertiteln.

Häkkinen, der gerade erst seinen 50. Geburtstag gefeiert hat, nahm an einem ganz speziellen 30 Jahre Jubiläum in Suzuka teil, in dessen Zuge im Laufe des Wochenendes einige legendäre Autos ein paar Demorunden drehten.

"Das war schon immer ein besonderer Ort für mich und die Erinnerung an den WM-Titel bescheren mir heute noch eine Gänsehaut", sagte Mika.

Die Strecke hat noch immer die gleiche Wirkung auf die Fahrer. "Diese Strecke ist einfach fantastisch", sagte Lewis im Funk, nachdem er gerade seine zweite Pole Position in Suzuka erzielt hatte und damit einen neuen Rekord von 80 Poles aufstellte.

Mit Blick auf die Gesamtzahl an Siegen zog Lewis mit seinem achten Saisonsieg mit Sebastian Vettel gleich, sodass beide nun viermal in Suzuka gewonnen haben - er gewann zusätzlich auch den Japan GP in Fuji 2007. Lewis ist nun nach Damon Hill der erst zweite Brite, der in Suzuka gewinnen konnte.

1987 endeten Nigel Mansells WM-Hoffnungen nach einem heftigen Crash in den Esses, was eine alte Verletzung aus dem ersten Rennen in Suzuka aufbrechen ließ.

Die meisten Suzuka-Siege hält Schumacher mit sechs Erfolgen. Mittlerweile erscheinen jedoch einige der großen Rekorde des Deutschen nicht mehr so unerreichbar. Lewis liegt nach seinem Sieg am Sonntag nur noch 20 Siege hinter Schumachers Rekord von 91 Triumphen!

Ein Hoch auf das Teamwork

Nachdem das Team Valtteri in Sotschi gebeten hatte, für Lewis Platz zu machen, gab es Stimmen, die besagten, dass dies einen anhalten psychologischen Effekt auf den Finnen haben würde.

Dabei wurden Parallelen zu Ferrari gezogen, die Felipe Massa in Hockenheim 2010 öffentlich angewiesen hatten, seinen Teamkollegen Fernando Alonso vorbeizulassen. Die Argumentation lautete, dass ein Fahrer eine solche Situation nur einige Male über sich ergehen lassen können, ohne sein Selbstvertrauen zu verlieren.

"Absolut", sagte Toto. "Es ist keine einfache Situation und man braucht mehr als nur eine Umarmung und viel Alkohol. Man muss eine transparente und offene Diskussion miteinander führen, was das für die Zukunft bedeutet."

In Japan sagte Valtteri, dass natürlich jeder gewinnen möchte, aber Russland dennoch einen positiven Effekt hatte, gerade angesichts seiner starken Leistung - er holte die Pole und führte das Rennen an.

Am Montag nach dem Wochenende in Russland zeigte sich der Zusammenhalt und Teamspirit in der Fabrik in Brackley, wo Valtteri vor mehr als 900 Mitarbeitern von Mercedes-AMG Petronas Motorsport gelobt wurde.

Am Sonntagabend betonte Toto in Japan einmal mehr: "Er ist ein fantastischer Teamplayer. Nach Sotschi hatten wir zum Beispiel ein Gespräch am Abend. Er sagte: 'Ich verstehe absolut, was du gemacht hast und wo das Team steht. Wenn ich in deinen Schuhen stecken würde, hätte ich dasselbe getan. Ich muss Lewis am Anfang der Saison schlagen, mehr Siege einfahren und mich in die Situation bringen, die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Mach dir um mich keine Sorgen.'"

Blistering Pace

Die schnellen Kurven in Suzuka bringen hohe seitliche Kräfte für die Reifen mit sich. Das kann zu Blasenbildung führen. Angesichts dieser Tatsache waren Lewis, Valtteri sowie Haas-Fahrer Romain Grosjean die einzigen Fahrer, die in Q2 (das die Startreifen festlegt) auf die weiche Reifenmischung von Pireli setzten.

Der Gedanke dahinter war, dass die Blasenbildung schlimmer wird je weicher der eingesetzte Reifen ist. Somit bot der Soft-Reifen etwas mehr Haltbarkeit am Start des Rennens, gerade angesichts der Wettervorhersage, die höhere Temperaturen für den Renntag vorhersagte.

Die Starter auf den SuperSoft-Reifen mögen am Start und in den ersten Runden schneller gewesen sein, aber da das Überhol-Delta in Suzuka 1,3 Sekunden beträgt, war es unwahrscheinlich, dass sie vorbeikommen würden.

Obwohl das Team zu Beginn der Saison etwas mehr unter den Reifentemperaturen litt als Ferrari, haben die Ingenieure mit Interesse festgestellt, dass Ferrari mehr unter Blasenbildung litt als im Freitagstraining in Japan.

So war Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen (P4) der erste Fahrer mit SuperSofts, der im Rennen an die Box ging - und das nach nur 17 der 53 Rennrunden. Somit musste er auf die Medium-Mischung von Pirelli wechseln, um bis ins Ziel zu kommen - die härteste Reifenmischung im Angebot.

Max Verstappen und Red Bull konnten hingegen bis zur 21. Runde auf dem SuperSoft fahren und dabei eine starke Pace an den Tag legen, womit sie innerhalb von vier Sekunden an Valtteri auf Platz zwei dranbleiben konnten.

Er konnte einen Overcut gegen Räikkönen ausführen, obwohl er eine 5-Sekunden-Strafe bei seinem Boxenstopp absitzen musste, da er auf der Startrunde eine Berührung mit dem Finnen hatte. Während sie ihre Gegner überwachten, waren die Strategen des Teams von der Pace des Red Bull und wie lange der Stint auf den SuperSofts war sehr beeindruckt.

Verstappens langer Stint bedeutet auch, dass er bei seinem Stopp den schnelleren Soft-Reifen aufziehen lassen konnte und damit zu einer möglichen Gefahr für Valtteri wurde, der den zweiten Stint auf den Mediums absolvierte.

Während sich die Gefahr durch Sebastian Vettel durch dessen Dreher auf Runde acht (nach einer Berührung mit Verstappen in der Spoon-Kurve) selbst erledigte, kam plötzlich Daniel Ricciardo ebenfalls ins Spiel.

Im Q2 warf den Australier ein technischer Defekt auf Startplatz 15 zurück. Somit hatte er freie Reifenwahl und konnte wie die beiden Mercedes-Fahrer auf den Soft-Reifen starten.

Dank einer aggressiven Startrunde und der Hilfe des Safety Cars, das während der Aufräumarbeiten für Trümmerteile vom Kontakt zwischen Kevin Magnussen und Charles Leclerc auf die Strecke ging, arbeitete er sich bis zur 13. Runde bis auf P5 nach vorne.

Wie Lewis und Valtteri wechselte Ricciardo bei seinem Stopp in Runde 23 auf die Medium-Reifen. Sobald er wieder in Fahrt war, führte Lewis mit 4,6 Sekunden Vorsprung vor Valtteri, Verstappen lag 10,6 Sekunden hinter dem Finnen und Ricciardo war nur 1,3 Sekunden hinter seinem Teamkollegen.

Valtteri hatte auf dem zweiten Stint mehr Schwierigkeiten, um auf seine Reifen zu achten, als Lewis. Das Team vermutete, dass dies an der Balance lag. Nach dem vierten Doppelsieg der Saison für das Team konnte man die Fahrer vor der Siegerehrung über den maximalen Reifendruck hinten links sprechen hören. Bei Valtteri lag das Maximum rund vier Grad höher als bei Lewis.

Als Verstappen versuchte, ihn in der Schlussphase einzuholen, überstand Valtteri einen Verbremser, der ihn drei Sekunden kostete. Am Ende fuhr er 12,9 Sekunden hinter Lewis und 1,3 Sekunden vor dem Red Bull über die Ziellinie.

Wie erwartet war Ricciardo auf dem zweiten Stint auf den Medium-Reifen weniger konkurrenzfähig als Verstappen auf den Soft-Reifen. Aber die Tatsache, dass er über 28 Runden nur 2,9 Sekunden auf Lewis auf denselben Reifen verloren hat, war ein Anzeichen dafür, wie stark der Red Bull in Japan war.

Und was ist mit Ferrari? Vettel erzielte auf der letzten Runde die schnellste des Rennens (1:32.318) auf 27 Runden alten Soft-Reifen - eine Zeit, die beinahe eine halbe Sekunde schneller als die zwei besten Runden von Lewis gegen Rennende waren.

Dies gelang ihm zudem mit einem Ferrari, an dem nach dem frühen Kontakt mit Verstappen das rechte Bargeboard fehlte. Eine Beeinträchtigung, die Vettel bis zu vier Zehntel pro Runde gekostet haben könnte.

Das ist ein Zeichen dafür, was Maranello hätte erreichen können, aber auch dafür, wie wichtig es ist, bei der Strategie das Gesamtbild im Auge zu behalten und diese mit der gesamten Crew perfekt umzusetzen.

Keine Zeit zur Erholung

Der Doppelsieg von Lewis und Valtteri in Suzuka (der vierte der Saison und der zweite innerhalb einer Woche) hat Lewis in Sichtweise zu seinem fünften Fahrer-Titel gebracht. So viele WM-Titel haben bislang nur Michael Schumacher und Juan Manuel Fangio gewonnen.

Vor dem Rennen in Austin, auf einer Strecke, auf der Lewis stets stark ist, hat er nun 67 Punkte Vorsprung auf Sebastian Vettel. Ein weiterer Doppelsieg würde ihm den fünften Titel garantieren. In der Konstrukteurs-WM führt das Team mit 78 Punkten Vorsprung vor Ferrari, aber hier kann die Titelentscheidung noch nicht in den USA fallen.

"Wir werden nicht darüber sprechen, bis wir die Pokale in unseren Händen halten!", sagte Toto am Sonntagabend in Japan.

Dabei glaubt er, dass sich dem Team neue Herausforderungen bislang unerwarteter Art stellen könnten.

In den vergangenen beiden Rennen haben wir bereits starke Vorstellungen von Red Bull erlebt. In Japan kam die neue Motorenspezifikation von Honda zum Einsatz, die in Sotschi ihr Debüt gegeben hatte. Diese half Toro Rosso dabei, beide Autos ins Q3 zu bringen. Im nächsten Jahr steckt dieser Motor im Heck des Red Bull.

"Diese Kombination könnte stark sein", gibt Toto zu. "Wir haben gesehen, dass es kein richtiges Muster mehr gibt. Es kein Team mehr, dass auf einem Streckentyp dominiert. Das hat sich geändert und der Honda-Motor sieht sehr stark aus und Red Bull ist eine gute Mannschaft voller echter Racer."

"Aber den größten Einfluss werden wohl die komplett neuen Aerodynamikregeln für 2019 haben, die alles durcheinanderbringen könnten. Jemand könnte ein Schlupfloch oder eine Innovation finden oder das Auto besser verstehen als alle anderen."

"Die neuen Regeln stellen im nächsten Jahr eine große Variable dar und dann könnten Teams vorne mitmischen, die wir aktuell gar nicht auf dem Schirm haben."

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