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    INSIDE: Eure Fragen zum Aserbaidschan GP Nach dem actiongeladenen As...

Nach dem actiongeladenen Aserbaidschan GP haben wir uns unseren Trackside Engineering Director Andrew Shovlin geschnappt, damit er Eure Fragen beantwortet.

Richard Fardon fragte auf Facebook:

-  Warum ist es so schwer, die Reifen zum Arbeiten zu bekommen (nicht nur für Mercedes)? Das war in der Vergangenheit nicht so ein Problem. Sind die Reifen die echte Diva?

Andrew Shovlin: "Es war knifflig, besonders bei den letzten paar Rennen. In China waren die Bedingungen extrem kalt. Im Qualifying lag die Umgebungstemperatur bei 14 Grad und die Strecke bei nur 16."

"Baku war im Rennen etwas wärmer, 16 Grad Umgebungstemperatur und mittlere 20er für die Strecke. Aber das Problem in Baku ist, dass es keine schnellen Kurven gibt und schnelle Kurven sorgen für Energie. Deshalb hatten wir in den letzten Rennen diese Probleme."

"Zu Beginn des Jahres lernen die Teams auch noch, wo sie die Reifen bei der Temperatur hinbringen müssen und wie sie ihre Autos einsetzen müssen."

"Es wurde vom Aufwärmen der Reifen und der Temperaturen dominiert. Die Fahrer geben alles und einige Teams haben 15 oder sogar 20 Runden gebraucht, um das Beste aus den Reifen herauszuholen."

Freddie Barry (@freddieb121) fragte auf Twitter:

-  Welche Elemente des Fahrzeugdesigns beeinflussen die Reifentemperatur und gibt es einen Weg für den Fahrer, diese Schwierigkeiten abzumildern?

AS: "Der größte Faktor ist der Speed des Autos. Wenn du ein schnelles Auto hast, generiert es mehr Temperatur in den Reifen, weil in den Kurven mehr Energie aufgenommen wird."

"Das ist der erste Punkt. Ein weiterer ist, dass die Teams an der Front Kuchenformen (runde Bremstrommeln) verwenden. Sie sind ausgeschnitten und manche haben sogar Luftschlitze."

"Die Bremsscheiben arbeiten bei 600 oder sogar 800 Grad. Diese heiße Luft sitzt zwischen der Trommel und der Felge und erhitzt den Reifen. Sie können das nutzen, um zu beginnen."

"Die Fahrer fahren auch zickzack. Dabei wird Energie erzeugt, die wiederum Temperatur erzeugt."

"Es gibt also eine Reihe an Faktoren, mit denen wir am Auto spielen können, um sie aufzuheizen. Aber in Baku saß jeder im gleichen Boot."

"Ferrari hat die Reifen gut aufgeheizt. Aber selbst sie hatten damit zu kämpfen, die Reifen auf die absolut perfekte Temperatur zu bringen."

Matt (@19mjoll82) fragte auf Instagram:

-  Sahen die SuperSofts am Freitag nicht so schnell und haltbar aus? Und wenn doch: Warum war es nicht besser, auf den UltraSofts zu starten und sich damit einen Vorteil zu verschaffen und dann auf die SuperSofts zu wechseln, die während des gesamten Rennens immer besser wurden?

AS: "Was wir am Freitag gesehen haben, war, dass der Ultra in Baku tatsächlich ein recht schwacher Reifen war. Ich denke, das war für mehrere Teams eine Überraschung. Aber wir haben an den Vorderreifen einigen Abrieb gesehen, wo es anfing, aufzubrechen und Grip zu verlieren."

"Einige Teams hatten auch kleinere Schäden an den Hinterreifen. Aber dadurch verlor man während des Stints etwas an Grip."

"Die Teams, die schnell genug waren, um auf dem SuperSoft durchs Q2 zu kommen, nutzten ihn. Das war bei Ferrari, Red Bull und uns der Fall. Kimi (Räikkönen) hatte seinen Verbremser und musste den Satz danach abschreiben. Deshalb musste er auf den UltraSoft starten."

"Die Sorge bei dem UltraSoft war, dass der Abbau zu einem frühen Stopp führen würde und du dadurch die Kontrolle über das Rennen verlieren würdest. Deshalb entschieden sich die Top-Teams dafür, auf dem SuperSoft zu starten."

"Zu dieser Zeit dachten wohl die meisten Leute, dass man von den SuperSoft direkt auf die Soft wechseln und so das ganze Rennen bestreiten würde."

"Am Sonntag kamen dann die Probleme beim Aufwärmen der Reifen, weshalb einige auf die UltraSofts wechselten. Wenn sie damit umgehen und darauf achten können, sollte der Reifen okay sein, aber er hat zumindest eine bessere Aufwärmphase."

Nicolette (@Silverarowangel) fragte auf Twitter:

-  Hielt Valtteri im ersten Stint absichtlich einen großen Abstand zu Lewis und war es der Plan (wenn sich Lewis nicht verbremst hätte) mit beiden Fahrern nach einem langen ersten Stint auf die UltraSofts zu wechseln?

AS: "Nein, das war es nicht wirklich. Sie kämpften beide mit dem Warm-Up. Valtteri zu Beginn vielleicht etwas mehr als Lewis."

"Es ist schwierig, weil wenn du keinen Grip hast und auf einem Straßenkurs fährst, sind die Mauern extrem nah und du weißt nicht, wie stark du das Auto pushen darfst, ohne einen Fehler zu machen. Einige Fahrer haben Fehler gemacht und normalerweise sind sie dann draußen."

"Valtteri spürte den Grip und brachte die Reifen hin. Er fiel etwas ab, aber dann konnte er wieder mehr angreifen, er fand den Grip und konnte sehr gute Rundenzeiten fahren, um mit Lewis mitzuhalten."

"Aber es war schwer für ihn, die Lücke zu schließen, als seine Reifen abgenutzt waren, weil die von Lewis gut funktionierten und er in einer guten Position war."

"Hätten wir Lewis ohne den Verbremser draußen gelassen und wären dann auf die UltraSofts gegangen? Wir hatten begonnen, darüber zu sprechen. Wir erwarteten, dass Red Bull das gleiche machen würde, sie hatten auf den SuperSofts zu kämpfen und wollten nicht auf den Soft wechseln."

"Deshalb hielten wir uns die Option offen, aber zu diesem Zeitpunkt trieb uns nichts in diese Richtung. Erst als sich Lewis verbremste, mussten wir reinkommen und die Softs aufziehen, denn der UltraSoft hätte niemals bis zum Ende gehalten."

Ryan Chua (@Ryanjhchua) fragte auf Instagram:

- Habt ihr auf ein Safety Car gehofft und Valtteri deshalb so spät hereingeholt?

AS: "Absolut, darauf haben wir gehofft. In Baku besteht immer eine gute Chance auf eine Safety Car-Phase."

"Als Sebastian hereinkam, ließ er uns dieses Fenster. Er war ausreichend weit hinter uns, sodass wir bei einem schnelleren Stopp unter SC oder VSC tatsächlich die Führung übernehmen konnten."

"Sie hoffen, dass es keines gibt, aber es ist eine dieser Strategien, auf die man hofft."

"Es ist recht schwierig, das Rennen anzuführen und zu kontrollieren, weil du dich gegen Fahrer verteidigst, die einen Undercut machen, aber genauso gegen die Problematik mit dem Safety Car."

"Du kannst nicht beides machen, deshalb entschieden Chancen für den, der hinter dir ist."

Nate Siewert (@Purebfn) fragte auf Instagram:

-  Wie wäre es gewesen, wenn es keine SC-Phase gegeben hätte? Wären es die Plätze 2 und 3 gewesen?

AS: "Ohne Safety Car wären wir mit Valtteri hereingekommen und hätten den UltraSoft ungefähr 10 Runden vor Rennende aufgezogen."

"Der SuperSoft baute nicht ab, er lief richtig gut und wir hätten damit so lange fahren können, wie wir wollten."

"Diese 10 Runden hätten ihm gerade genug Zeit gegeben, um auf Seb aufzuholen und mit ihm um den Sieg zu kämpfen. Er hätte das ein paar Runden vor Schluss geschafft."

"Lewis hatte weniger Optionen. Die erste Wahl wäre gewesen, mit dem Soft zu Ende zu fahren und die Position zu retten."

"Der Soft hätte gehalten. Er wurde nicht wirklich schlechter, aber er hätte nicht den gleichen Grip wie der UltraSoft gehabt."

Stuart Mackenzie (@sstuartmackenzie) fragte auf Instagram:

-  Hat Valtteri vom Team eine Warnung über mögliche Trümmerteile erhalten?

AS: "Die Antwort darauf lautet nein. Wir haben ihn nicht gewarnt, weil wir sie nicht gesehen haben."

"Das erste Mal, dass wir sie gesehen haben, war, als er über diese Bodenwellen gefahren ist. Deshalb hat er sie auch nicht gesehen."

"Man sah, wie er darauf zufuhr, aber es blieb nur eine halbe Sekunde oder so Zeit - nicht genug für uns, um ihm im Funk zu sagen, dass Teile auf der Strecke liegen."

"Wenn wir sie gesehen hätten, hätten wir ihn gewarnt. So haben wir es auch auf vielen anderen Runden bei anderen Zwischenfälle gemacht. Wir versuchen, die Fahrer so gut wie möglich zu leiten, um sie zu vermeiden."

"Leider war es in dieser Situation zu spät."

Justin McLauchlin (@JustinMcLauchli) fragte auf Twitter:

-  Blicken wir nach vorne: Wie viele wertvolle Informationen konntet ihr auf dieser Strecke sammeln, die ihr mit nach Barcelona nehmen könnt?

AS: "Tatsächlich kann man mit Blick auf das Verhalten der Reifen nicht viele Informationen von Baku auf Barcelona übertragen."

"Wir haben gute Informationen von den Wintertests in Barcelona, aber beim Rennen wird es dort viel wärmer sein. Entsprechend erwarten uns andere Bedingungen."

"Baku und Barcelona sind beinahe jeweils am anderen Ende des Spektrums, deshalb ist es schwer, die Lehren vom einen Ort auf den anderen zu übertragen."

8:09

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