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Unser Technischer Direktor James Allison beantwortet eure Fragen zum Abu Dhabi GP

Christine Smyrnios (@RisDeSmy) fragte auf Twitter

- Warum habt ihr Lewis so früh hereingeholt?

James Allison: "Es war tatsächlich sehr, sehr früh und aggressiv, aber wir haben uns dazu entschieden, weil zu diesem Zeitpunkt das virtuelle Safety Car kam."

"Man kann sich nicht auswählen, wann eine virtuelle Safety-Car-Phase kommt, aber wenn sie da ist, musst du dich schnell entscheiden, wenn du die Chance hast, einen Stopp zu machen."

"Die VSC-Phase stellt eine Möglichkeit dar, weil man einen Boxenstopp einlegen kann, der viel schneller als ein normaler Stopp ist, etwa zehn Sekunden schneller."

"Wenn man das zum richtigen Zeitpunkt hinbekommt und deine Gegner nicht, dann katapultiert dich das auf der Strecke rund zehn Sekunden nach vorne."

"Bei Lewis haben wir die Chance ergriffen und dadurch profitiert. Der Kompromiss danach war, dass wir einen langen Stint auf den Reifen vor uns hatten. Damit ist Lewis sehr gut umgegangen und sah deshalb im Rennen nie gefährdet aus."

Rohan Prasad (@rohanprasad97) commented on Instagram

- Warum kam Valtteri nicht auch mit Lewis herein? Warum hat er noch einen zweiten Stopp gemacht?

JA: "Zur ersten Frage: Es machte Sinn, Lewis während des VSC hereinzuholen, weil er das Rennen anführte und wir definitiv garantieren konnten, dass er auf einer guten Position wieder hereinkommen würde."

"Valtteri lag drei Sekunden hinter Lewis, seine Situation war also anders. Wäre er zur gleichen Zeit wie Lewis hereingekommen, hätte er sich für ein paar Sekunden hinter ihm anstellen und warten müssen. Während dieser Wartezeit wären alle Autos auf der Strecke, die sehr eng zusammenlagen, an ihm vorbeigezogen. Danach wäre er nicht in der guten Position herausgekommen, in der sich Lewis wiederfand, sondern weiter hinten im Feld, von wo er sich hätte nach vorne kämpfen müssen. Hinter den langsameren Autos hätte er nicht den gleichen Vorteil gehabt wie Lewis."

"Der andere Grund ist natürlich, dass wir so das Risiko aufteilen konnten. Es war eine aggressive Entscheidung bei Lewis, bei der wir genau berechnen mussten, wie lange die Reifen halten würden. Dabei gibt es immer eine gewisse Ungewissheit. Mit einem Auto auf der aggressiven Strategie und einem weiteren auf der defensiveren Taktik wussten wir, dass wir unsere Chancen verteilt hatten und in beiden Fällen ein Eisen im Feuer hatten."

"Der Grund für seinen zweiten Stopp ist einfacher erklärt. Er hatte einen heftigen Verbremser in Runde 35, verlor einen Platz an Vettel und danach zogen auch die beiden Red-Bull-Fahrer an ihm vorbei. Deshalb machten wir uns Sorgen, dass er seine Reifen vielleicht beschädigt haben könnte. Also wollten wir ihm das Vertrauen geben, dass er mit seinem Auto sicher bis ins Ziel kommen würde. Von hinten drohte keine Gefahr, es war eine einfache Entscheidung für einen freien Stopp und deshalb haben wir uns dafür entschieden, ihm für den Rest des Rennens frische Reifen zu verpassen. Damit konnte er ohne Probleme bis zum Ende fahren."

Ali Abdallah (@ali.abdallah_) fragte auf Instagram

- Hatte Valtteri Probleme mit den Bremsen, er verpasste plötzlich seine Bremspunkte und hatte stehende Räder?

JA: "Ich glaube, jeder, der das Rennen verfolgt hat, hat seinen heftigen Verbremser gesehen, der ihn Platz zwei und danach noch Positionen gegen die beiden Red Bull gekostet hat."

"So ein Verbremser kostet dich viel. Wir haben keine Schwierigkeiten mit der Technik selbst gefunden, aber Valtteri hatte etwas Pech, dass ihn der Wind im falschen Moment erwischt hat."

"Nach ungefähr einer Dreiviertelstunde Rennzeit gab es einen kleinen Regenschauer und damit veränderte sich das Wetter deutlich. Zu Beginn des Rennens war es warm und kaum windig, aber nach dem Regen fielen die Temperaturen und der Wind wurde stärker."

"Gleichzeitig verbremste er sich und die Windböen waren bis zu 40 km/h stark. Eine davon hat ihn falsch getroffen. Diese Autos sind aerodynamisch extrem ausgeklügelt und deshalb können sie für den Wind sehr anfällig sein. Er hatte das Pech, dass er gerade am Limit bremste, als ihn eine heftige Windböe erwischte und den Verbremser verursachte."

"Sobald das einmal passiert ist, ist es sehr viel einfacher, dass es noch mal passiert, weil der Reifen immer an der gleichen Stelle blockieren möchte. Das hat sein Rennen stark beeinträchtigt, es war Pech, dass ihn die windigen Bedingungen erwischt haben und verhinderte, dass er das verdiente Ergebnis nach einem extrem starken Qualifying einfahren konnte. Bis dahin fuhr er ein souveränes Rennen auf Platz zwei."

Dennis Sampson fragte auf Facebook

- Wie konnte Lewis die Reifen beinahe das ganze Rennen über am Leben halten?

JA: "Das war eine sehr beeindruckende Leistung. Er ist beinahe eineinhalb Stunden auf einem Reifensatz gefahren. Wir haben ihn in Runde sieben hereingeholt und dann ist er bis zum Rennende mit dem gleichen Satz gefahren. Das ist ihm gelungen, weil er ein sehr vorsichtiger Fahrer ist, der wahnsinnig schnell fahren kann, dabei die Reifen aber nicht überstrapaziert."

"Wenn man zu viel Gas gibt und dadurch zu viel über die Straße rutscht oder zu hart bremst oder zu hart durch die Kurven fährt, beschädigt man die Reifen damit. Dadurch werden sie mit jedem Mal langsamer und diese Rundenzeit bekommt man nicht mehr zurück. Lewis ist also richtig vorsichtig gefahren."

"Er wusste, dass er einen richtig langen Stint vor sich hatte. Er fuhr zu Beginn für viele Runden sehr vorsichtig und hat erst gegen Rennende richtig aufgedreht, als er sich mit Vettel ein Duell um die schnellsten Runden lieferte."

"Wenn wir uns den ersten Stint ansehen, dann ist er mehr oder weniger die gleiche Pace wie Fahrer vor ihm gefahren. Er blieb ungefähr eine Sekunde unter dem, was mit dem Auto zu diesem Zeitpunkt möglich gewesen wäre."

"Das hat er gemacht, weil er wusste, dass er sich diese Performance aufheben musste, um sie später im Rennen abzurufen. Er wusste, dass er dann von hinten unter Druck geraten würde, wenn die anderen Autos frischere Reifen hatten."

Adam Hudson (@adamomfg) fragte auf Instagram

- Stört es euch, dass die Jungs nach dem Saisonfinale Donuts drehen?

JA: "Ehrlich gesagt lieben wir es von vorne bis hinten. Man könnte es nicht nach jedem Rennen machen, weil wir dadurch die Informationen über den Reifenabbau verlieren würden."

"Denn dadurch werden die Hinterreifen richtig rangenommen und wir hätten keine Infos über den Zustand der Reifen bei der Zieldurchfahrt. Außerdem nimmt das Getriebe dabei einen gewissen Schaden."

"Aber nach dem Saisonfinale und einem harten Jahr ist es fantastisch, wenn die Fahrer sich so mit ihren Autos austoben."

"Wer genau hingehört hat, konnte sogar seinen Renningenieur Pete Bonnington im Funk hören, der ihm sagte, dass er auf Start-/Ziel noch eine Reihe an Donuts hinlegen sollte, damit wir sie live sehen konnten und nicht nur auf dem Bildschirm."

Amélie S. Belosevic (@amelie.blsvc) fragte auf Instagram

- Was wollt ihr 2019 verbessern und was soll auf dem gleichen Performance-Niveau bleiben?

JA: "Die simple Antwort darauf ist, dass wir alles verbessern wollen und wir möchten, dass nichts auf dem gleichen Performance-Level bleibt. In der Formel 1 gibt es das Klischee, dass Stillstand Rückschritt bedeutet."

"Aber es ist die Wahrheit. Alles geht unglaublich schnell und man kann sich in keinem Bereich zurücklehnen, nicht nur auf der technischen Seite des Teams, sondern in jeder der komplexen Abteilungen und Aktivitäten, die in der Fabrik erledigt werden. Wenn man sich nicht verändert, fällt man hinter seine Gegner zurück, die hungriger sind und dich schlagen machen."

"Deshalb muss sich jeder in unserem Unternehmen verbessern und im neuen Jahr stärker werden. Genau das haben wir uns alle auf die Fahnen geschrieben."

"Das ist das Lustige an diesem Sport: Man kann eine lange, harte und fantastische Saison wie diese haben und dennoch beginnt man fünf Minuten danach schon wieder damit, sich auf die Herausforderungen im nächsten Jahr zu konzentrieren und wie man sie meisten kann."

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