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Unser Chefstratege James Vowles beantwortet Eure Fragen zum Singapur Grand Prix

Rennzusammenfassung

"Wieder ein unglaublicher Grand Prix! Das Safety Car kam früh auf die Strecke, als Esteban (Ocon) versuchte, außenherum seinen Teamkollegen zu überholen, dabei wurde er aber an die Wand gedrückt und sein Auto musste geborgen werden."

"Von da an achtete Lewis auf seine Pace auf den HyperSoft-Reifen und zog langsam davon. Ferrari und Red Bull folgten ihm."

"Vettel versuchte in Runde 14 einen aggressiven Undercut. Es folgten eine Reihe von Stopps und der Wechsel auf die UltraSofts. Damit konnte er es nicht schaffen - er blieb auf der Out-Lap hinter Perez hängen und Lewis konnte eine Runde später hereinkommen und auf die weichen Reifen wechseln."

"Verstappen folgte ein paar Runden später und es kam zu einem unglaublichen Moment, in dem Verstappen und Vettel gemeinsam in Kurve zwei fuhren."

"Valtteri war auf einem sehr ähnlichen Programm und verteidigte seine Position gegen Kimi. Danach achteten die Fahrer auf ihre Reifen."

"Dies ist eine extrem schwierige Strecke und sie mussten sehr lange mit den Reifen fahren - das ist allen von ihnen gelungen und am Ende holte sich Lewis den Sieg."

Ming (mingxian2393) auf Instagram

Warum hat das Team sich bei Lewis & Valtteri im Q1 für die UltraSofts entschieden und nicht für die HyperSofts? War das in Singapur nicht etwas zu riskant?

"Uns steht im Qualifying nur eine begrenze Anzahl an Reifen zur Verfügung. In unserem Fall - und dem von Red Bull sowie Ferrari - hatten wir nur vier Sätze der HyperSofts."

"Das ist ein sehr rares Gut - und in diesem Fall ein sehr schneller Reifen - auf einer Strecke, in der sich alles darum dreht, das Beste aus dem Qualifying herauszuholen."

"Das bedeutet normalerweise zwei Runs im Q2 und zwei Runs im Q3. Also muss man einmal vorher mit den UltraSofts fahren."

"Ferrari versuchte, einen Run im Q2 damit zu fahren und sich damit zu qualifizieren. Aber selbst wenn sie das nicht getan hätten, hätte es bedeutet, dass sie die sich verbessernde Strecke nutzen und den HyperSoft gegen Ende einsetzen."

"In unserem Fall setzten wir sie im Q1 ein. Wir wussten, dass dies einige Risiken mit sich brachte und es ging enger zu als wir erwartet hatten. Aber schlussendlich kamen beide Fahrer durch und dadurch konnten sie von da an ihr Programm auf den HyperSofts fahren."

Silver (@Elsilver_) auf Twitter

Wie wichtig war der erste Stint von Lewis für die Strategie?

"Der erste Stint war der Grund dafür, dass Lewis zu einem unglaublichen Sieg fahren konnte. Er fuhr einfach perfekt. Zu Beginn achtete er sehr auf die Reifen, fuhr relativ langsame Zeiten und stellte sicher, dass sich immer Verkehr im sogenannten "Boxenstoppfenster" befand, sodass die Autos hinter ihm nicht stoppen konnten."

"Dann zog er die Pace kontinuierlich an und konnte seinen Verfolgern davonfahren. So hatte er in Runde 14, als Vettel stoppte, noch immer etwas Verkehr."

"Die Reifen von Lewis waren in einem fantastischen Zustand und er konnte pinke Sektorzeiten fahren - die schnellsten Rundenzeiten - und so kam er eine Runde danach herein und befand sich in einer guten Position im Vergleich zu Vettel."

Usman (@usmanA23) auf Twitter

Hättet ihr Lewis hereingeholt, wenn es nach den ersten Boxenstopps ein Safety Car gegeben hätte? Oder waren seine Reifen gut genug, um Angriffe der Verfolger auf frischeren Reifen abzuwehren?

"Keine Frage, der Soft-Reifen hätte etwas mehr Schutz geboten als zum Beispiel Vettels UltraSofts. Aber ein Auto mit brandneuen HyperSofts hätte gegen Rennende wahrscheinlich die Performance gehabt, um vorbeizukommen."

"Es gibt einen kleinen Beweis dafür. Magnussen fuhr in 1:41 die schnellste Rennrunde und war damit viel schneller als die Pace von Lewis. In Singapur ist das Überholen schwierig, aber ein stark abgenutzter Soft-Reifen hätte wahrscheinlich keine Chance gehabt."

"So gesehen hängt es von der Runde ab. Aber es ist höchstwahrscheinlich, dass wir Lewis gegen Rennende hereingeholt hätten, um frische HyperSofts aufzuziehen - auch auf die Gefahr hin, die Führung zu verlieren."

Chen (@CaydenChen) auf Twitter

Zwischenzeitlich hat es genieselt. Habt ihr über einen Wechsel auf Regenreifen nachgedacht?

"Sehen wir uns diese Punkte getrennt voneinander an. Hat es geregnet? Wir sind uns nicht sicher. Es hat in der Boxengasse ein bisschen genieselt und ich meine wirklich nur ein bisschen."

"Wenn wir uns die TV-Bilder ansehen, sieht es fast wie ein Wasserfall aus. Vielleicht war es sogar ein echter Wasserfall. Es hat nie genügend geregnet, um uns Sorgen zu machen. Auf dem Wetterradar war nichts zu sehen."

"Aber davon abgesehen lautet die Antwort auf den zweiten Teil der Frage: Wir haben immer sowohl Intermediates als auch Regenreifen bereitstehen und wir können binnen Sekunden hereinkommen und auf eine der beiden Spezifikationen wechseln."

"Aber in Singapur handelte es sich nur um ein bisschen Nieseln und es war ganz schnell wieder weg."

Kate (kate.baldi) auf Instagram

Warum hatte Valtteri solche Schwierigkeiten, an Hülkenberg vorbeizukommen?

"Hülkenberg war ein Überrundeter. Er war bereits von den Führenden überrundet worden und eine Runde zurück. Er war kein direkter Renngegner von Valtteri. Er kämpfte auch nicht gegen Autos vor ihm."

"Die Regeln in der Formel 1 besagen, dass man bis auf ungefähr eine Sekunde an den Vordermann herankommen muss, damit er blaue Flaggen gezeigt bekommt. Diese blaue Flagge hätte in diesem Fall Hülkenberg erhalten. Dieser hätte dann die Position abtreten und Valtteri vorbeilassen müssen."

"Valtteri kämpfte zu diesem Zeitpunkt damit, die Lücke zum Vordermann zu schließen. Singapur ist eine der schwierigsten Strecken. Es gibt eine lange Abfolge an Kurven, in der es sehr schwierig ist, den Abstand zu halten, ohne die Reifen für einen langen Zeitraum zu schädigen."

"Valtteri versuchte alles, um vor ihn zu gelangen, ohne die Position an Räikkönen abgeben zu müssen. Es war eine Gratwanderung. Am Ende konnten wir den Abstand auf Hülkenberg nicht einholen und Valtteri konnte die Position gegen Räikkönen verteidigen. Also hielt er die Position."

Jon (@JLawlor05) auf Twitter

Wie schwierig ist es, die Power Unit in einem so heißen Rennen zu kühlen?

"Die Umgebungstemperatur lag in Singapur in den meisten Sessions bei rund 29-30° Grad. Es kommt uns entgegen, dass es ein Nachtrennen ist."

"Die Streckentemperatur lag in dem Bereich rund um 32-34° Grad und wir fahren andernorts tatsächlich bei höheren Temperaturen. Zum Beispiel in Bahrain, wenn wir im ersten und dritten Training am Tag fahren."

"Die Temperaturen sind also nicht so sehr extrem. Für den menschlichen Körper ist die hohe Luftfeuchtigkeit viel schwieriger. Diese wirkt sich aber nicht auf das Auto aus."

"Was in Singapur viel mehr ein Problem darstellt, ist die Tatsache, dass alle im Verkehr hintereinander herfahren. Es befinden sich fast immer Autos vor dir, die den Luftstrom stören."

"Auf einer Strecke wie in Monza kann man dann nach links oder rechts fahren, um frische Luft zu haben und in die Kühler zu lenken. Das geht in Singapur aber nicht so einfach und deshalb kommt es zu Schwierigkeiten."

"Dafür haben wir eine Reihe an Bodywork-Optionen, die mehr oder weniger Kühlung zulassen und dafür Performance kosten. Entsprechend passt man es genau so an, wie es am besten ist, um durch das Rennen zu kommen."

6:32

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