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    INSIDE: F1 Winter-Tagebuch Die Winterpause bietet viel...

Die Winterpause bietet vielen die Chance, etwas Abstand zu gewinnen und die Akkus aufzuladen. Aber in der Formel 1 ist es für die Teams die anstrengendste Zeit des Jahres...

Man mag leicht annehmen, dass die F1-Teams nach dem Abschluss einer langen, anstrengenden Saison eine lange, erholsame "Winterpause" genießen können. Die Fabriken sind ruhig, ein Augenblick zum Ausruhen und Nachdenken. Aber die Realität könnte davon nicht weiter entfernt sein.

In den meisten Abteilungen gibt es wenig Zeit zum Anhalten und Ausruhen. Das Fabrikdoppel der Silberpfeile in Brackley und Brixworth brummt in den Wintermonaten nur so vor Arbeit bei der Vorbereitung der neuen Boliden.

Die neuen F1-Autos werden Ende Februar vorgestellt und erleben danach ihre erste Ausfahrt. Entsprechend müssen das Design, die Herstellung und der Aufbau in den Wintermonaten erfolgen, was die Abteilungen mit Arbeit überhäuft.

Im riesigen Designbüro ist es selten still, das Team arbeitet hart an Entwürfen und Designs für das neue Auto. Dies ist einer der ersten Schritte auf dem Weg, ein F1-Auto zu bauen. "Es wird nicht richtig ruhig", gibt Paul zu, einer der leitenden mechanischen Design-Ingenieure.

"Die Winterzeit ist für uns anstrengend, vor allem, weil wir so viele Design in einem so kurzen Zeitraum erstellen müssen. Über die letzten Monate habe ich hauptsächlich die Bremskomponenten gezeichnet. Sie kühlen die Bremsen und entstehen normalerweise als letztes."

"Der Grund dafür ist, dass sie von der aerodynamischen Gruppe beeinflusst werden, der wir so viel Zeit wie möglich geben, um die bestmögliche Performance aus dem Auto herauszuholen. Es gab einmal eine Zeit, in der man im Sommer etwas Ruhe hatte, aber wir sind normalerweise das gesamte Jahr über ziemlich beschäftigt, weil wir die gesamte Saison mehr Performance herausholen wollen."

Die anstrengende Zeit des Jahres bringt lange Tage und späte Feierabend mit sich. "Ich beginner den Tag normalerweise um 08:00 Uhr morgens und bin zwischen 20:00 und 22:00 Uhr abends fertig", verrät Ben, ebenfalls einer der leitenden mechanischen Design-Ingenieure.

"Im Moment bereiten wir Teile für die Wintertests vor. Dabei versuchen wir sicherzustellen, dass alles stark genu gist und so funktioniert wie es soll."

Die harte Arbeit, der Einsatz und die Entschlossenheit der Teammitglieder konzentriert sich auf zwei Ziele: die Fahrer- und die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. Nach der bemerkenswerten und unglaublichen Erfolgsserie der vergangenen vier Saisons stehen sie unter Druck, einen weiteren Sieger hervorzubringen. Der W09 tritt in große Fußstapfen...

Da die Deadlines im Winter so genau sind, wird in einigen Bereichen der Fabrik rund um die Uhr gearbeitet. Dazu gehört auch die Aerodynamik-Abteilung, in der ständig neue Teile im Windkanal getestet und neue Entwicklugnsrichtungen für das Auto ausprobiert werden.

"Es ist ziemlich stressig. Du kannst dir keine Fehler erlauben", erklärt Pierluigi, Leiter eines Aerodynamik-Teams. "Zu dieser Jahreszeit ist besonders viel los, weil wir alles rund um die Teile mit langen Herstellungszeiten aufziehen. Deshalb müssen wir mit unserem Zeitplan strikte Deadlines einhalten. Wir haben einfach nicht die gleiche Flexibilität, die wir vielleicht während der Saison haben."

Es mag noch einige Monate in der Zukunft liegen, aber Pierluigi und sein Team haben im Winter am Aero-Paket für den Australien Grand Prix gearbeitet. Seine Abteilung durchläuft einen stressigen Zyklus und obwohl er die normalen F1-Zeiten arbeitet, hat der Windkanal nicht den gleichen Zeitplan. Deshalb ist er stets auf Aufruf. Das gehört einfach zur Arbeit in unserem Sport dazu.

Jon, seines Zeichens Inspektor für Koordinatenmessmaschinen, spricht über eine weitere faszinierende Facette der F1: "Du arbeitest niemals zwei Tage in Folge am gleichen Job. Du wechselst ständig von einem Job zum nächsten. Wenn ich um 14:30 Uhr nach Hause gehe, sehe ich den Job, an dem ich gerade gearbeitet habe, vielleicht nie wieder. Jemand anderer macht damit weiter und beendet die Arbeit daran später oder in dieser Nacht. So dringend sind die Teile."

Da viele Bereiche des Teams rund um die Uhr arbeiten, sind ruhige Momente eher selten. "Abhängig davon wie der Aufbau des neuen Autos läuft, gibt es vielleicht ein paar ruhige Wochen rund um die Sommerpause. Aber davon abgesehen, scheint in der Abteilung stets etwas los zu sein", fügt Jon hinzu. "Es werden immer Dinge am Auto verändert, deshalb stellen wir ständig neue Komponenten her."

Jon sieht die ersten neuen Teile für das nächste Auto ungefähr zur Jahresmitte und danach werden e simmer mehr. "Jede Komponente durchläuft diese Abteilung. Es gibt also viel zu tun", fügt er an.

Es gilt nicht für alle Bereiche des Teams, aber viele erreichen die höchste Aktivitätsphase zu den Festtagen. Es ist eine entscheidende Zeit für das Team, um die engen Deadlines einhalten zu können und bestmöglich auf die Herausforderungen einer neuen Saison vorbereitet zu sein.

Tom, seines Zeichens Produktionsingenieur in der Maschinenhalle, erklärt die Winterzeit aus seiner Sicht: "Die Weihnachtszeit ist normalerweise am stressigsten in dieser Abteilung. Ich hatte Glück und bekam etwas mehr als eine Woche frei, aber die Firma ist geöffnet und wenn sie mich gebraucht hätten, wäre ich reingekommen und eingesprungen."

"Alle Teile für das 2018er Auto werden freigegeben. Es müssen alle Mann an Deck. Die Firma hat sich weiterentwickelt und das gilt auch für unsere Komponenten. Sie sind jetzt viel komplexer und benötigen viel mehr Hintergrundarbeiten, Zeichnungen und Modelle."

"Die Teile verändern sich ständig, während wir sie bearbeiten. Das ist eines der Stresselemente in der Produktion, den die Teile, mit denen du beginnst, müssen nicht jene sein, die am Ende herauskommen."

Ähnlich sieht es in der Verbundstoffabteilung aus. So fügt Matt, ein Verbundstoffschneider, hinzu: "Wir haben tausende Komponenten, die von Null beginnen. Alles ist maßgeschneidert und handgefertigt. Das Auto verändert sich immer; auch von Strecke zu Strecke. Hier wird es nie langweilig."

Das Entwicklungsrennen ist genauso unerbittlich wie das auf der Strecke. Es besteht ein stetiger Zyklus des Designs und der Herstellung von Komponenten für diese irrsinnigen High-Tech-F1-Boliden. Wer sich nur einen Moment ausruht, verliert wertvolle Zeit im Vergleich zur Konkurrenz.

Egal ob man mitten am Tag oder in der Nacht durch die Fabrik läuft, es ist immer etwas los, besonders in der anstrengenden Winterzeit. Der Parkplatz ist niemals leer. Die Fabrik steht niemals still. Wir haben den fünften Titel im Visier und wir lassen keine Sekunde lang nach!

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