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    INSIDE: So entsteht die Lackierung eines F1-Autos Die Entwicklung der Fahrzeu...

Die Entwicklung der Fahrzeuglackierung eines Formel 1-Autos ist eine Herkulesaufgabe für Mercedes. Sie dauert mehr als sechs Monate und sieht mit der Zeit über 50 verschiedene Designvorschläge.

Ein wichtiges Element bei der Lackierung des W08 war der 'digitale Flow'

Die Lackierung eines Formel 1-Autos sticht dem Betrachter sofort ins Auge. In manchen Fällen ist sie sogar kultig. Sie ist der Mittelpunkt der Teamidentität und des Markenimages. Entsprechend ist es eine riesige Herausforderung und ein wichtiger, zeitintensiver Prozess, alles optimal hinzubekommen.

Die Lackierung des Mercedes-AMG F1 W09 EQ Power+ ist weitestgehend eine Evolution des Vorgängers und keine komplette Neuausrichtung in der Designrichtung des Teams.

Ein wichtiges Element bei der Lackierung des W08 war der "digitale Flow", die schwungvollen, lebendigen blauen Linien, die sich elegant an der Fahrzeugseite entlang entfalten. Beim W09 gibt es nur noch vier dieser Linien: Jede steht für den Gewinn einer Konstrukteurs-Weltmeisterschaft.

Bei der Lackierung handelt es sich nicht um eine radikale Veränderung. Dennoch bleibt der Prozess aber genauso detailliert und umfangreich wie zuvor. Wie hat das Team also das diesjährige Design entwickelt?

'Der Designprozess für die Lackierung beginnt beim Österreich Grand Prix im Juli', erklärt Sam, der Designchef des Teams. 'Dann setzen wir uns zum ersten Mal zusammen und analysieren das aktuelle Design, sowohl auf als auch neben der Strecke, und studieren auch andere Autos und was die anderen Teams machen.'

'Danach entscheiden wir uns für vier verschiedene Wege, die wir dann in den Designstufen zwei, drei und vier weiterentwickeln. Der Grund, warum es sechs Monate lang dauert und wir vier Designphasen haben, ist, dass die Leute gleichzeitig auch noch an anderen Dingen arbeiten.'

'Obwohl das Auto natürlich im Mittelpunkt steht, gibt es noch viele weitere Designarbeiten - von den Renntrucks über die Garagendesigns bis hin zu Fabrikpostern. All das muss mit der Zeit für das Team erledigt werden.'

Falls sich jetzt jemand fragen sollte, wann Toto zum ersten Mal einen Blick auf das Design wirft, dem sei gesagt: er ist von Anfang an in den kreativen Prozess eingebunden.

'Toto ist schon sehr früh in den Designprozess integriert und er sieht sich die verschiedenen Vorschläge immer an', verrät Michael, seines Zeichens Designer bei Mercedes-Benz.

'Zwischendurch zeigen wir ihm auch einige verrückte und andersartige Ideen. Falls er denkt, dass es Sinn macht, eine davon weiterzuverfolgen, dann machen wir das. Während des gesamten Designprozesses sehen wir uns ungefähr 60 Designvorschläge an, die dann systematisch auf 30, 10 und den finalen heruntergebrochen werden.'

'Danach entscheiden wir uns für vier verschiedene Wege, die wir dann in den Designstufen zwei, drei und vier weiterentwickeln.'

Sam

Motorsport und Straßenfahrzeuge sind zwei verschiedene Welten

Bei diesem Prozess ist die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den Designern in Stuttgart und Brackley entscheidend. Sie tauschen Ideen untereinander aus, überlegen, was machbar ist und was nicht - denn Motorsport und Straßenfahrzeuge sind zwei verschiedene Welten.

"Die größten Herausforderungen sind die Form und die Proportionen", verrät Sam. "Michael und sein Team arbeiten an der allgemeinen Form und dem Design der Fahrzeuglackierung. Danach klügeln wir die Details und die Feinheiten aus."

"Zu Beginn des Designprozesses verwenden wir natürlich noch ein aktuelles Chassis. Wenn die finale Lackierung angebracht wird, ist dieses schon ein Jahr alt. Deshalb haben wir immer etwas Spielraum, um das Design nach der Abnahme noch etwas zu verändern, um uns an die Form des neuen Autos anzupassen."

Neben der Form und den Proportionen besteht für Sam einer der härtesten Teile des Prozesses darin, Designs zu entwickeln, die die Fans niemals auf der Strecke zu sehen bekommen. Es wird viel Arbeit in andere Designrichtungen gesteckt, aber am Ende kann es eben nur eine geben.

Nach dem ersten Meeting beim Österreich Grand Prix wurden die Konzepte für den W09 der Reihe nach ausgedünnt, bis nur noch das finale Design übrigblieb. Dieses wurde von Dr. Zetsche beim Daimler-Vorstandstreffen im Dezember abgesegnet.

Aber wie geht es danach weiter? Jetzt ist die Zeit reif für das Lackieren! Sam erklärt: 'Wir arbeiten Hand in Hand mit der Lackiererei, zu der wir eine starke Beziehung haben. Denn wenn etwas schiefläuft, könnte das Design auf die falsche Art und Weise interpretiert werden. Dann würden wir etwas auf der Strecke zu sehen bekommen, was am Anfang gar nicht so gedacht war.'

Die Lackiererei kam bei der Lackierung des W09 erst ins Spiel, nachdem das finale Design abgesegnet worden war. Dann kamen alle Beteiligten zusammen, um die Formen und Linien des Autos zu verstehen.

Anfang Januar wurde ein 2017er Showcar im neuen Design lackiert. Damit bekamen alle Beteiligten das neue Design zum ersten Mal in Fleisch und Blut zu sehen. Anfang Februar begannen dann die Lackierarbeiten am W09 selbst. So stellte das Team sicher, dass das Auto für die große Enthüllung am 22. Februar in Silverstone fertig war.

'Das Verblassen ist einzigartig an unserem Design, wir sind damit die einzigen in der Formel 1. Die Inspiration dafür stammt aus dem Herzstück unserer Designsprache.'

Michael

Alle haben nur ein einziges Ziel vor Augen: Das schönste Auto der Formel 1 zu gestalten!

Was hat sich nun genau am Design der neuen Lackierung verändert? Wie hat es sich vor der neuen Saison weiterentwickelt? "Die Grundlage ist die Lackierung von 2017 mit dem 'digitalen Flow', aber wir haben die gesamte Grafik auf vier Linien beschränkt und betonen sie dadurch stärker", sagt Michael.

"Wir haben uns beim Gesamtanteil stark verbessert und wir betonen jede einzelne Linie mehr, was zu einer besseren Sichtbarkeit im Fernsehen führt. Das Verblassen ist einzigartig an unserem Design, wir sind damit die einzigen in der Formel 1. Die Inspiration dafür stammt aus dem Herzstück unserer Designsprache."

Die Entstehungsgeschichte der Lackierung des W09 ist lang. Sie dauert mehr als sieben Monate, beinhaltet eine Reihe an Designvorschlägen (darunter einige verrückte Ideen) und ein hart arbeitendes Team in Stuttgart und Brackley. Aber sie alle haben nur ein einziges Ziel vor Augen: Das schönste Auto der Formel 1 zu gestalten!

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