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    INSIDE: Tag vs Nacht - Welche Lehren gibt es für die F1-Teams? Welche Lehren können die Te...

Der Bahrain Grand Prix ist eines der wenigen Abendrennen im Formel 1-Rennkalender. Welche Lehren können die Teams also auf den beiden Trainings bei Tageslicht ziehen?

Das Rennen in Bahrain stellt die Teams vor eine seltene und relativ einzigartige Herausforderung. Neben Singapur und Abu Dhabi ist es das einzige Formel 1-Rennwochenende, an dem sowohl bei Tageslicht als auch in der Abenddämmerung gefahren wird. Dadurch sehen sich die Fahrer und Teams ganz unterschiedlichen Streckenbedingungen gegenüber.

Entsprechend fällt die Vorbereitung bei diesen Rennen kniffliger als sonst aus. In Bahrain werden das erste und das dritte Training bei Sonnenschein und unter blauem Himmel ausgetragen. Während des zweiten Trainings, des Qualifyings und des Rennens geht die Sonne jedoch unter und die Flutlichter gehen an.

Dadurch sind die Möglichkeiten der Teams, im ersten und dritten Training etwas zu lernen ein bisschen eingeschränkt. Schließlich sind die Bedingungen und Einflüsse ganz anders als während des Qualifyings und des Rennens. Die Teams machen jedoch das Beste aus ihrer Fahrzeit, denn auch so können sie noch viel lernen.

Das gilt ganz besonders für Bahrain, schließlich ist es in diesem Jahr erst das zweite Saisonrennen. Bei den beiden Sessions am Tag fahren die neuen Autos zum ersten Mal bei sehr warmen Bedingungen, sodass die Kühlung getestet werden kann.

Wie sich das Kühlpaket eines Autos in der Hitze von Bahrain schlägt, ist eine wichtige Lehre für den Rest der Saison, gerade für Rennen wie Ungarn, Frankreich und Brasilien, bei denen sehr hohe Luft- und Streckentemperaturen herrschen werden.

Gleichzeitig stellt e seine gute Gelegenheit für die Teams dar, um das Verhalten der neuen Pirelli-Reifen bei warmen Bedingungen zu beobachten. Das Wetter in Bahrain ist ganz anders als die kühlen Bedingungen bei den Wintertestfahrten in Barcelona. Somit erweist sich eine Session bei hohen Temperaturen und konstanten Streckenbedingungen als sehr wertvoll.

Entsprechend gehen die Teams das erste und das dritte Training in Bahrain wie Testfahrten für den Rest der Saison an. Sie absolvierten Tests und probieren Dinge aus. Das führt normalerweise zu einer gemischten Reihenfolge in der Zeitentabelle, da sich alle auf andere Dinge konzentrieren.

Während die Bedingungen nicht repräsentativ sind, können die Teams das dritte Training immer noch dazu verwenden, um eventuelle Veränderungen über Nacht zu überprüfen, etwa an den Systemen, der Power Unit, dem Benzinverbrauch und mehr. Es ist keinesfalls eine verschwendete Stunde, stattdessen ist es besonders hilfreich für die Abstimmung des Autos und die Suche nach der richtigen Balance.

Beim letztjährigen Großen Preis von Bahrain fiel die Streckentemperatur vom ersten zum zweiten Training von über 47 Grad auf 35 Grad Celsius. Am Tag darauf fand das dritte Training bei 39 Grad Hitze statt. Bis zum Qualifying sanken die Temperaturen jedoch bis auf 30 Grad. Das gleiche Spiel ereignete sich am Sonntag beim Rennen.

Das bedeutete einen Unterschied von rund zehn Grad (oder mehr) zwischen den Sessions bei Tageslicht und jenen in der Dämmerung. Das kann nicht nur Einfluss auf die Fahrzeugbalance nehmen, sondern auch das Verhalten der Reifen verändern, da die Pirellis dadurch vielleicht aus ihrem Arbeitsfenster fallen.

Auch die Kühlung und die Bremsen werden von dieser Temperaturveränderung beeinträchtigt. Einige Teams verwenden deshalb am Tag vielleicht andere Kühlungsspezifikationen als dann am Abend. Auf gewisse Weise hilft es, zu wissen, wie die Kühlung mit der Hitze umgeht, aber es hat auch Einfluss auf die Aerodynamik des Autos.

Aufgrund des Temperatur-Einflusses auf die Autos und Reifen ist es sehr schwierig für die Fahrer und Teams, während dieser beiden Trainings am Setup und der Balance zu arbeiten. Schließlich verändert sich die Situation für die entscheidenden Sessions dramatisch. Entsprechend ist das zweite Training die einzige echte Chance, um am Setup zu feilen und den Sweetspot zu finden.

Dabei berücksichtigen wir bislang aber noch nicht einmal die Entwicklung der Strecke in Bahrain, die sich von Session zu Session stetig verändert. Da der Bahrain International Circuit in der Wüste liegt, wird oftmals Sand auf die Strecke geweht. Das erschwert die Situation zusätzlich und bedeutet, dass die Temperaturen am Abend zwar kühler ausfallen, die Strecke selbst aber sauberer ist und dadurch schneller wird.

Einen so erheblichen Temperatursturz und eine solche Veränderung der Strecke im Verlauf des Wochenendes wie in Bahrain gibt es nicht oft. Der Große Preis von Abu Dhabi wird bei ähnlichen Zeiten gefahren, aber er findet auch später in der Saison statt, wenn die Teams bereits alle benötigten Informationen gesammelt haben. Das erste und das dritte Training in Singapur werden am Tag gefahren, aber aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit fallen dort die Temperaturveränderungen nicht so stark aus.

Bahrain ist immer ein forderndes Wochenende für die F1-Teams, aber sie müssen einfach das Beste aus ihrer Zeit auf der Strecke herausholen. Obwohl die Sessions am Tag nicht so wertvoll sind wie jene am Abend, gibt es immer etwas zu lernen, wenn die Autos auf die Strecke fahren.

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