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    INSIDE: W08 vs. W09 - Was ist neu? James Allison erklärt uns d...

James Allison erklärt uns die größten Unterschiede zwischen dem 2018er Boliden des Teams und seinem weltmeisterlichen Vorgänger...

Es ist eine Seltenheit, dass sich zwei Formel 1-Geschwister zur gleichen Zeit im gleichen Raum aufhalten. Aber unser Technischer Direktor James Allison gab uns kürzlich die Gelegenheit, den W08 und den W09 im direkten Vergleich anzusehen.

Der W08 ist die ältere Schwester, die im Verlauf der Formel 1-Saison 2017 jede Menge Erfolge eingefahren hat. Sprich: Zwölf Siege sowie den Gewinn der Konstrukteurs- und der Fahrer-Weltmeisterschaft.

Der neue W09 tritt also in große Fußstapfen und muss sich erst noch beweisen, wenn er die Erfolge seines Vorgängers erreichen möchte. Das Team arbeitete über ein Jahr lang sehr hart daran, das Auto zu verbessern, mehr Speed zu finden und die Regeländerungen (die im Vergleich zu 2017 relativ gering ausfallen) bestmöglich umzusetzen.

Schlaflose Nächte und lange Tage im Büro: Es war ein unerbittlicher und anstrengender Entwicklungsprozess, an dessen Ende diese letzten Zehntel, Hundertstel und Tausendstel stehen sollen, die den Unterschied zwischen den obersten beiden Stufen auf dem Treppchen ausmachen können.

"Es ist absolut unmöglich, der Arbeit von mehr als 1.000 Menschen gerecht zu werden, die über ein Jahr lang in dieses Projekt involviert waren. Aber ich kann zumindest ein paar wichtige Punkte zeigen", erklärt James, während er zwischen dem W08 und dem W09 steht. Definitiv kein schlechter Platz!

"Wenn man sich das neue Auto ansieht, dann sind die größten Veränderungen natürlich jene, die durch das Reglement vorgeschrieben werden. Sobald man das Auto sieht, sticht einem der Halo ins Auge."

"Diese Regel ist 2018 neu und der Halo ist ein neues Teil, das den Kopf des Fahrers bei Zwischenfällen schützen soll. Etwa wenn ein Rad von einem anderen Auto losgerissen wird und das Cockpit bei hoher Geschwindigkeit trifft. Das wäre ein fataler Unfall. Der Halo ist also sehr wichtig für die Sicherheit des Fahrers."

"Optisch ist es natürlich ein sehr großer Unterschied. Damit muss man sich erst anfreunden. Aber wir werden in den kommenden Jahren daran arbeiten, einen spannenderen Look zu finden und den Schutz für den Kopf des Fahrers noch weiter zu verbessern."

Eine weitere auffällige Regeländerung ist der Abschied von der Haiflosse auf der Motorabdeckung sowie dem T-Flügel. Beides sind Aerodynamikteile, die in der Saison 2017 wiederaufkamen. "Sie sahen nicht gerade besonders schön aus. Sie waren quasi ein Regelunfall", gibt James zu.

"Deshalb haben wir für dieses Jahr versucht, die Regeln so zu ändern, dass wir sie loswerden." Aber die Haiflosse ist nicht ganz verschwunden. "Das Ergebnis ist eine stark verkleinerte Flosse auf der Motorabdeckung sowie kein T-Flügel mehr", fügt er hinzu. "Das ist die andere optisch sichtbare Veränderung."

Die Teams versuchen immer, die Bauform des Fahrzeughecks so eng wie möglich zu wählen, um so den Luftfluss rund um das Auto zu verbessern und mehr Abtrieb im Bereich des Unterbodens und des Diffusors zu erzeugen. "Wir haben verdammt viel Arbeit investiert, um das Auto richtig schlank zu machen", erklärt James. "Wenn du es mit dem W08 vergleichst, kannst du den Unterschied erkennen. Die Ausbeulung der Karosserie ist auf Höhe des Motors und des Auspuffs viel größer."

"Am neuen Auto ist sie viel schlanker. Der Unterschied sieht nicht besonders groß aus, aber wenn man alles zusammenzählt, macht allein das eine Viertelsekunde aus."

"Es sieht nicht nach etwas Besonderem aus, aber es steckt sehr viel Arbeit darin, sowohl auf Seiten der Motorenabteilung als auch auf der Chassis-Seite. Darüber haben wir einige Haare verloren, aber das Endergebnis sieht schön aus und ist, was noch viel wichtiger ist, auch sehr viel schneller!"

Viele der Anpassungen und Veränderungen am Auto sind schwieriger zu erkennen. Man braucht echte Adleraugen, um sie zu finden. Der W09 ist eine Evolution seines Vorgängers, des W08. Das Ziel war es, die Schlüsselcharakteristiken beizubehalten, die ihn 2017 zum schnellsten Auto im Feld gemacht haben. Gleichzeitig sollten jene Probleme behoben werden, die dem Auto den Spitznamen "Diva" einbrachten. Zu diesen kleineren Modifikationen gehört zum Beispiel, dass die Vorderradaufhängung angehoben wurde.

"Man muss schon etwas verrückt sein, um das wirklich zu bemerken. Aber die Vorderradaufhängung sieht ganz schön anders aus als im letzten Jahr. Die Querlenker wurden angehoben, was sich in den letzten Jahren in der Formel 1 zu einer Art Trend entwickelt hat", fügt James hinzu. "Das bringt uns eine bessere aerodynamische Performance. Es ist eine große strukturelle Herausforderung, aber es bringt dir definitiv mehr Abtrieb und ein schnelleres Auto."

Der Großteil der Veränderungen am W09 ist nicht offensichtlich und fällt einzeln betrachtet auch nicht groß aus. Aber zusammen machen sie einen enormen Unterschied bei der Performance eines Formel 1-Autos aus. Und das obwohl es nur kleinere Anpassungen am technischen Regelwerk gegeben hat.

"Das Vorjahresauto war das schnellste im Feld", sagte James. "Es hat mehr Rennen gewonnen als jedes andere und natürlich auch die Weltmeisterschaft."

"Aber es wäre dem W09 hoffnungslos unterlegen und würde von ihm weggeblasen werden. Der Grund dafür ist die harte Arbeit aller im Team über ein ganzes Jahr hinweg, in dem sie in allen Bereichen Modifikationen vorgenommen haben. Diese sind allesamt klein, ergeben aber zusammen ein großes Ganzes und ein Auto, das sehr viel schneller ist."

Die Formel 1-Autos haben in der Saison 2017 einen großen Performance-Sprung hingelegt. Sie waren die schnellsten, die jemals gebaut wurden. In der Saison 2018 scheinen sie sogar noch schneller zu werden. In diesem Jahr erwarten uns erneut niedrigere Rundenzeiten und neue Rundenrekorde. Das verspricht Hochspannung und wir können es kaum erwarten, es in Melbourne in Fleisch und Blut zu erleben.

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