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    INSIDE: Was wir bei den Wintertests gelernt haben Die Grundlage für jede erfo...

Die Grundlage für jede erfolgreiche Saison wird viele Monate vor der ersten Ausfahrt der Formel 1-Autos gelegt. Aber bei den Wintertests nimmt es erste Formen an…

Die Saisonvorbereitung ist relative selbsterklärend. Alle für die Weltmeisterschaft eingeschriebenen Teams reisen einige Wochen vor dem ersten Rennen an eine vorgeschriebene Strecke und testen dort ihre Autos zweimal vier Tage lang auf Herz und Nieren.

Dies ist die einzige Möglichkeit, die Autos unter ernsten Bedingungen auszuprobieren und sicherzustellen, dass sie für ein hart umkämpftes Jahr bereit sind. Somit ist es extrem wichtige Zeit für die Teams. Es macht aber auch Spaß, diese nervöse Erwartungshaltung zu erleben. Das Fahrerlager trifft sich wieder, der F1-Zirkus kommt wieder zusammen, es gibt einige neue Gesichter und jede Menge Fragezeichen und harte Arbeit zu erledigen.

Der Circuit de Barcelona-Catalunya in Spanien ist seit vielen Jahren die Heimat der Formel 1-Wintertests. Der Hauptgrund dafür ist die fordernde Streckencharakteristik, seine breit gefächerte Charakteristik und das normalerweise ungewöhnlich freundliche Wetter. Es ist ein toller Ort, um die Autos auf Herz und Nieren zu testen.

Während der vergangenen zwei Wochen haben die F1-Teams ihre acht Testtage bei stark unterschiedlichen Wetterbedingungen absolviert. Der erste Test wurde von kalten Temperaturen, Regen und sogar Schnee (ja, wirklich!) überschattet. In der zweiten Testwoche war es wärmer und sonniger.

Der neue Mercedes-AMG F1 W09 EQ Power+ absolvierte im Laufe der acht Testtage 1.040 Runden - eine sehr ordentliche Anzahl. Dabei erhielt das Team die Gelegenheit, nützliche Daten und Informationen zu sammeln, die es jetzt studieren kann.

"Die Wintertests verwandeln ein schlechtes Auto nicht in ein gutes und sie machen aus einer chaotischen Truppe auch kein perfekt organisiertes Team", erklärt Technikchef James Allison. "Aber wie bei allem im Leben gilt auch hier: Übung macht den Meister."

"Wir bereiten uns ein ganzes Jahr lang in der Fabrik darauf vor, um das Team und das Auto für jede Saison erneut zu verbessern. Das ist die Grundlage jeder erfolgreichen Saison. Bei den Wintertests greifen wir zum letzten Mal an."

"Sie sind unsere erste Gelegenheit, um die Performance und die Zuverlässigkeit eines Projekts zu überprüfen, das bis dahin nur getrennt voneinander ausprobiert wurde. Es ist unsere erste und einzige Möglichkeit, um sicherzustellen, dass alles, was wir gebaut haben, ein solides Fundament besitzt. Und es ist die letzte Chance, um (vor dem ersten Rennen) in Melbourne sicherzustellen, dass alle Teile des Teams bereit für die neue Saison sind."

Der letzte Punkt ist zweifelsohne der wichtigste. All die harte Arbeit und der Einsatz, die Nachschichten und die Überstunden vor den Wintertests werden bei der ersten Ausfahrt des Autos unter Beweis gestellt.

Funktioniert alles? Ist das Auto zuverlässig? Läuft alles abseits der Strecke rund? All diese Fragen müssen beantwortet werden - und alle Teams finden die Antworten während dieser acht Tage in Spanien heraus.

'Die Wintertests verwandeln ein schlechtes Auto nicht in ein gutes und sie machen aus einer chaotischen Truppe auch kein perfekt organisiertes Team'

James Allison

"Die Formel 1 ist ein komplizierter Sport, in dem das Team nur so stark ist wie das schwächste Glied", erklärt James. "Das Ziel der Wintertests ist es, jeden Glied der Kette zu testen - von der Aerodynamik bis zu den Reifen, der Fahrzeugdynamik, den Rennningenieuren, Fahrern, Getrieben, Power Units, der Elektronik, der IT, der Kommunikation, dem Marketing und so weiter. Es geht darum, zu beweisen, dass wir bereit sind für Melbourne."

"Dieser Einsatz lässt sich grob unter den Begriffen Performance und Zuverlässigkeit zusammenfassen. Aber nichts davon bringt die Herausforderung richtig zum Ausdruck."

Wenn man nur auf einer Strecke testen kann, und das auch noch bei kühlen Bedingungen, dann kann man nur begrenzt viel dabei lernen. Die Temperaturen und die Streckenbedingungen sind nicht repräsentativ für den Rest der Saison. Aber sie bieten immer noch eine wichtige Gelegenheit, um Daten zu sammeln und mehr über die Fahrzeugcharakteristik zu lernen.

"Wir haben gelernt, dass wir eine solide Basis haben", erklärt James am Ende des achten und letzten Testtages der Wintertests mit dem neuen W09.

"Er war zuverlässig und vorhersehbar, er überhitzt nicht, er war ziemlich gut ausbalanciert und es scheint, als ob er schnell genug ist, um in Melbourne an der Spitze mitzukämpfen."

Es waren also nützliche und sehr ermutigende Tage für das Team und den neuen W09. Dieser muss sicherlich viel beweisen, schließlich tritt er in die Fußstapfen eines erfolgreichen Vorgängers. Zum Programm gehörten Rennsimulationen, Qualifying-Runs mit wenig Benzin und Reifentests.

Genau genommen lag ein Hauptaugenmerk der Wintertests darauf, die neuen 2018er Pirelli-Reifen kennenzulernen. Aber während wir darauf aus waren, so viel wie möglich über unser neues Auto und die Reifen für diese Saison zu lernen, haben wir uns auch angesehen, was die Konkurrenz so gemacht hat.

"Wir geben vielleicht vor, dass wir nur auf uns selbst schauen. Aber davon sollte sich niemand täuschen lassen", gibt James zu. "Wir sehen uns ganz genau an, was die anderen machen. Unsere Strategen ziehen sich jede verfügbare Information rein und versuchen, aus den Rundenzeiten und den GPS-Daten das Kräfteverhältnis zu berechnen."

"Unsere Aerodynamiker und Designer untersuchen ein riesiges und stetig wachsendes Fotoarchiv und suchen dabei nach interessanten Innovationen. Wir hören uns den Fahrerlager-Tratsch an und versuchen aus den Unmengen Gerüchten jene Themen herauszufiltern, die sich wahr anhören."

"Die bedauerlichen Personen unter uns, lesen sogar die Pressemitteilungen am Ende des Tages, um zwischen den Zeilen der Aussagen einen Hinweis zu finden, ob ein Team etwas zu selbstgefällig klingt oder versucht, sich selbst Mut einzureden."

"Manches davon machen wir, weil wir besessen sind, weil wir den Sport lieben und weil wir es nicht anders können. Aber manches davon hat einen echten Wert. Das Endergebnis dieses Einsatzes ist ein Bild der Stärken und Schwächen unserer Gegner, was wiederum in den kommenden Wochen und Monaten unsere Entscheidungen bei der Weiterentwicklung beeinflusst.

'Wir hören uns den Fahrerlager-Tratsch an und versuchen aus den Unmengen Gerüchten jene Themen herauszufiltern, die sich wahr anhören.'

James Allison

Es kommt auf die Feinheiten an. Die kleinste Information kann den Teams wertvolles Wissen über ihr eigenes Auto oder wichtige Hinweise über die Gegner liefern.

Das wird nicht weniger wichtig, nur weil sich die Regeln 2018 nicht besonders stark verändert haben - besonders im Vergleich zum großen Regelumbruch im letzten Jahr. Es gibt immer viel zu lernen, egal, ob es eine Evolution oder eine Revolution gibt.

Der W09 hat während der Wintertests 2018 eine beeindruckende Rundenanzahl zurückgelegt, besonders beeindruckend, wenn man das ungewöhnliche Wetter zu Beginn des Tests bedenkt. Er hat 4.841 km absolviert, was mehr als 15 Renndistanzen beim Spanien Grand Prix entspricht und ein sehr vielversprechendes Zeichen ist.

Jetzt reist das Team zurück in die Fabrik, um sich dort mit den letzten Vorbereitungen, Feinschliff und Änderungen auf die neue F1-Saison und Australien vorzubereiten. Wir sind bereit dafür. Du auch?

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