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    INSIDE: Wie Lewis die Fahrer-WM 2018 gewonnen hat Die Geschichte seines fünft...

Die Geschichte seines fünften Titelgewinns...

Bono, der Renningenieur von Lewis, sagte es bei der Zieldurchfahrt in Mexiko treffend im Funk: "Die Weltmeisterschaft wurde nicht heute gewonnen. Es war eine harte Saison voller harter Arbeit und verdammt starker Leistungen."

Um einen Formel 1-Weltmeister-Titel zu gewinnen, müssen alle Details stimmen. Von den konstanten Ergebnissen über eine starke Zuverlässigkeit, harte Arbeit und stetige Fortschritte bis zur mentalen Widerstandsfähigkeit... Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Es ist ein kompliziertes, ambitioniertes und forderndes Ziel, aber dadurch fühlt sich der Erfolg umso schöner an.

Hinter Lewis liegt ein aufregendes Wochenende, an dem uns harte Herausforderungen erwarteten, die dazu führten, dass wir mit unseren Autos geradeso die Plätze vier und fünf belegten. Aber dieser vierte Platz reichte für Lewis, um seinen fünften Titelgewinn zwei Rennen vor dem Saisonende klarzumachen.

Es war nicht der perfekte Weg, um eine Weltmeisterschaft zu gewinnen. Aber sobald man es geschafft hat, spielt das keine Rolle mehr und man möchte den Weg bis dahin nicht mehr verändern. In dieser Saison standen wir vor unseren schwierigsten und härtesten Kämpfen in der Hybrid-Ära. Ferrari begann das Jahr stark und war ein harter Gegner, aber auch Red Bull lieferte uns einen guten Kampf.

Dass Lewis den Fahrer-Titel nach 19 von 21 hart umkämpften Rennen gewinnen konnte, beweist, wie stark das Team über die gesamte Saison hinweg war. Wir gehen sogar soweit, zu sagen, dass er in der besten Form seiner bisherigen Formel 1-Karriere gewesen ist.

Statistiken lügen nicht: Er hat bislang neun Siege eingefahren und steht damit jetzt schon als siegreichster Fahrer der Saison fest. Neun Pole Positions, 15 Podestplätze... nach 19 Rennen steht er an der Spitze vieler Statistiken. Basis dafür war seine beeindruckende Konstant, die ihm zu seinem fünften Titelgewinn verholfen hat. Damit gehört er nun zu einem elitären Kreis an Rennfahrern, die das geschafft haben.

Das Jahr begann gut mit einer Pole Position in Australien, aber der Einsatz des virtuellen Safety Cars und dessen Folgen beeinträchtigen die Rennstrategie von Lewis, der auf Platz zwei zurückfiel. In Bahrain zeigte er eine beeindruckende Aufholjagd, inklusive eines Überholmanövers mit drei Autos, das zu einem verdienten dritten Platz führte. Dann folgte ein hartes Wochenende beim Großen Preis von China in Schanghai.

Aserbaidschan war erneut ein unglaublich verrückter Grand Prix. Leider gehörte dazu auch ein später Reifenschaden bei Valtteri, der zu diesem Zeitpunkt in Führung lag. Aber so rückte Lewis auf Platz eins auf und erzielte seinen ersten Saisonsieg. Auch in Spanien stand er nach einer starken Leistung wieder auf dem obersten Podestplatz.

Lewis zeigte eine dominante Vorstellung auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya, was einen willkommenen Schub für das Selbstvertrauen in einem hart umkämpften Titelkampf darstellte. "So gehört sich das, weiter so!!!", sagte Lewis bei der Zieldurchfahrt im Funk. Aber würden die guten Ergebnisse so weitergehen?

Von Anfang an schien klar zu sein, dass sich das Kräfteverhältnis in dieser Saison von Wochenende zu Wochenende hin und her verschieben würde. Einige Strecken lagen unserem Auto deutlich, andere eher Ferrari oder Red Bull. Monaco und Kanada waren harte Wochenenden für uns, das letztere war ein ganz besonders harter Rückschlag.

Aber trotz einiger harter Wochenenden verließ Lewis Montreal nur einen Punkt hinter Sebastian Vettel. Der Kampf tobte, er benötigte nur etwas Schwung für den anstehenden Triple-Header...

Nach einem klaren Sieg bei der Rückkehr des Frankreich GP in Le Castellet sah es danach aus und es ging direkt weiter in Österreich. Aber dort wurde der Schwung jäh gebremst, als Lewis mit einem Problem mit dem Benzindruck ausfiel. Auch Valtteri kam nicht ins Ziel und so endete das Rennen mit einem enttäuschenden Doppelausfall für das Team.

In Silverstone wurde es vor dem begeisterten Publikum beim Großbritannien GP nicht viel besser. Lewis jagte seinen sechsten Heimsieg und im Qualifying brachte ihm eine spektakuläre Runde die Pole Position ein. Aber eine leichte Berührung von Kimi Räikkönen drehte ihn in der Village Kurve.

Dadurch fiel Lewis bis ans Ende des Feldes zurück - kein idealer Start. Aber Lewis gibt niemals auf. Er gab alles, legte sich voll ins Zeug bei seiner Aufholjagd, arbeitete sich durch das Feld und beendete das Rennen schlussendlich auf Platz zwei. Damit sicherte er sich wertvolle Punkte für den Titelkampf. Ein harter Nachmittag, aber dennoch gab es viele Chancen, um zu glänzen...

Der Start in die zweite Saisonhälfte verlief jedoch nicht wie erwünscht: Lewis verlor im Qualifying in Deutschland den Hydraulikdruck. Das hielt ihn aber nicht davon ab, vom 14. Startplatz zu einem unglaublichen Sieg zu stürmen. Dabei half natürlich, dass Vettel in Führung liegend ausschied, nachdem er bei nassen Bedingungen ins Kiesbett gerutscht war.

Auch in Ungarn spielte der Regen eine entscheidende Rolle. Wir gingen nicht davon aus, dass der Hungaroring dem W09 besonders liegen würde, aber starke Regenschauer sorgten im Qualifying für ein ausgeglichenes Feld und Lewis fuhr einfach in einer eigenen Liga. Er kam auf der Pole aus der Gischt hervor und setzte diese in einen unerwarteten Sieg in Budapest um. Das brachte ihm 24 Punkte Vorsprung in der Fahrer-WM ein. Kein schlechter Start in die F1-Sommerpause...

Ende August kehrte das Team in Spa-Francorchamps an die Arbeit zurück und erhielt dabei einen Weckruf. Ferrari hatte einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Lewis holte sich die Pole, war im Rennen aber gegen Vettel machtlos.

Glücklicherweise schlug das Team schon in Monza zurück. Lewis überstand eine Berührung von Vettel auf der ersten Runde und hatte danach einen engen Kampf gegen Räikkönen, den er zu seinen Gunsten entschied und damit das Ferrari-Heimrennen gewann. Rache kann so süß sein. Aber der wirkliche Wendepunkt der Saison sollte erst kommen...

Singapur war für uns in der Vergangenheit eine Art "Angststrecke", besonders 2017 (obwohl wir aus dem Chaos mit einem fantastischen Sieg hervorgingen!). In diesem Jahr waren wir fest entschlossen, dies zu ändern, gerade angesichts des Erfolgs von Monza. Entsprechend waren wir auf dem Marina Bay Street Circuit mittendrin.

An die Pole-Runde von Lewis am Samstag werden wir uns noch einige Zeit erinnern, es war einer der besonderen Momente in dieser Saison bislang. "Diese Runde begann perfekt und blieb so - sie fühlte sich magisch an", sagte er hinterher. "Es war eine meiner besten - wenn nicht sogar die beste, die ich je gefahren bin. So etwas nennen mein Bruder und ich eine sexy Runde."

Sein Vorsprung? Coole 0,319 Sekunden auf Max Verstappen im Red Bull. Lewis setzte das Topergebnis aus dem Qualifying in einen überlegenen Sieg um, in dem er nur einem in Gefahr geriet (als er im Verkehr aufgehalten wurde). Der Sieg in Singapur und 40 Punkte Vorsprung auf seinen ärgsten Verfolger stellten den Wendepunkt dar.

Es folgte ein Doppelsieg des Teams in Russland, der jedoch kein wohles Gefühl hinterließ. Valtteri war an diesem Wochenende in beeindruckender Form, holte sich die Pole und führte die erste Rennhälfte an. Lewis lag auf Platz zwei, verlor bei den Stopps eine Position an Vettel und holte sie sich mit einem starken Manöver in Kurve vier zurück.

Dabei zog er sich jedoch Blasen an seinen Reifen zu. Um Lewis zu schützen und ihm die bestmögliche Punktezahl für den Titelkampf zu ermöglichen, wurde die schwierige Entscheidung getroffen, die Positionen der Fahrer zu tauschen. Valtteri machte bereitwillig Platz, wie es ein echter Gentleman und Teamplayer wie er nun einmal macht, und überließ Lewis den Sieg. In unserem Herzen sind wir Racer, aber manchmal muss der Kopf das Herz überstimmen.

Suzuka ist immer einer der Höhepunkt des Jahres. Die fantastischen Fans, die unglaubliche Kultur, die legendäre Strecke: es ist immer ein denkwürdiges Wochenende. In dieser Saison war es das für Lewis auf alle Fälle. Er erzielte seine 80. Pole in der Formel 1 und führte am Sonntag einen Doppelsieg an - es war sein 50. Sieg mit dem Team.

Vor dem US Grand Prix in Austin, Texas, wurde viel diskutiert. Angesichts seiner außergewöhnlichen Bilanz auf dieser Strecke (fünf Siege in sechs Rennen) waren sich viele sicher, dass Lewis hier zum Weltmeister gekrönt werden würde. Am Samstag ließ es sich auch gut an - Lewis holte sich die Pole. Aber das Rennen verlief nicht nach seinem Geschmack und Platz drei reichte nicht, um ihm den Titel zu sichern.

Aber er musste nicht lange darauf warten. Mexiko war ein hartes Rennen. Wir hatten das gesamte Wochenende über zu kämpfen und waren klar das drittschnellste Team. So gesehen war der dritte Startplatz von Lewis eine beeindruckende Leistung, die ihn in eine starke Ausgangslage für den Renntag brachte.

Sein Start war nahezu perfekt und er verbesserte sich auf Rang zwei. Genau genommen führte er das Rennen in der ersten Kurve sogar kurz an, zog dann aber clever zurück, um einen möglichen Kontakt zu verhindern. Verstappen zog an der Spitze davon, während unsere beiden Autos Schwierigkeiten mit dem Reifenabbau entwickelten. Deshalb wurde Lewis auf zwei Stopps umgestellt.

Platz vier war an diesem Nachmittag in Mexiko-Stadt das bestmögliche Ergebnis für Lewis. Während Lewis damit zum zweiten Mal in Folge auf dem Autódromo Hermanos Rodríguez nicht auf dem Podium landete, reichte es aus, um ihm den Titel zu sichern.

"Ehrlich gesagt ist es sehr schwer, das im Moment zu verarbeiten", sagte er hinterher von den Emotionen übermannt. "Ich habe immer davon geträumt, aber selbst in einer Million Jahre hätte ich nicht gedacht, dass ich heute als fünfmaliger Weltmeister hier stehen würde."

"Damit hatte ich nie gerechnet und ich bin einfach allen wahnsinnig dankbar, dass sie mir auf dem Weg geholfen haben. Zu erreichen, was Fangio vor so vielen Jahren mit Mercedes geschafft hat, ist ein unglaubliches Gefühl und ein surrealer Moment. Es ist eine sehr bewegende Erfahrung."

Selbst einige Tage danach sind wir uns noch nicht sicher, ob Lewis es schon verarbeitet hat. Das kann einige Zeit dauern. Dennoch hat er seinen Namen in den F1-Geschichtsbüchern weiter zementiert und ist einem äußerst exklusiven Club beigetreten, dem nur Juan Manuel Fangio und Michael Schumacher angehören - Fahrer mit fünf oder mehr Titeln.

Eine Weltmeistersaison ist ein kompliziertes Rezept mit einer langen Liste an Zutaten. Kein Fahrer wird jemals alle haben! Es war eine Achterbahnfahrt, wohl eine der härtesten seiner Karriere. Aber Lewis hat es geschafft. Er ist jetzt fünfmaliger Formel 1-Weltmeister. Und wir könnten nicht stolzer auf ihn sein.

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