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    INSIDE: Antworten auf eure Fragen zum Großen Preis von Ungarn Unser Technischer Direktor ...

Unser Technischer Direktor James Allison beantwortet eure Fragen zum Großen Preis von Ungarn…

Nathan (@nathan_constable44) fragt auf Instagram:

- Seid ihr nur auf den UltraSoft-Reifen gestartet, um sicherzustellen, dass ihr beim Start schnell vom Fleck kommt? Und wie konnte Lewis so lange auf ihnen fahren?

James Allison: "Zu Beginn des Rennens waren wir auf den UltraSofts, um einen guten Start hinzubekommen. Wir hatten die freie Wahl, wegen der Witterungsbedingungen am Vortag. Wir hätten Soft oder Ultrasoft wählen können."

"Zum Teil ging es darum, einen guten Start zu erwischen. Es lag aber auch daran, dass die meisten unserer strategischen Simulationen gezeigt haben, dass dies die beste Möglichkeit war, um ein gutes Rennergebnis sicherzustellen."

"Wie haben wir es geschafft, die Reifen so lange am Leben zu halten beziehungsweise wie ist Lewis das gelungen? Es war ein Mix aus zwei Dingen: Zunächst einmal kommt unser Auto ziemlich gut mit den Reifen zurecht und darauf war es auch eingestellt."

"Außerdem haben wir einen Fahrer mit seinem sehr sensiblen Gasfuß, der in der Lage war, die Traktion zu erhalten, der auf seine Reifen achtete, die Temperaturen kontrollierte und sie dadurch so lange wie möglich am Leben erhielt, während er gleichzeitig schnell fuhr."

Team Hamilton (@AORHAMILTON) fragt auf Twitter:

- Wenn Vettel beim Boxenstopp an Valtteri vorbeigekommen wäre, hätte er dann Lewis eingeholt und mit den viel schnelleren und frischen UltraSofts überholen können?

JA: "Meine Antwort lautet: Ich glaube nicht, dass er dazu in der Lage gewesen wäre. Der Grund dafür: Als Vettel hinter Valtteri herausgekommen war, konnte er nicht überholen. Zu diesem Zeitpunkt fuhr Vettel auf brandneuen UltraSofts, während Valtteri auf recht gebrauchten Softs unterwegs war."

"Er fuhr da auf Reifen, die schon rund 20 Runden alt waren. Dabei stellte er keine Gefahr für Valtteri dar, bis dieser etwa 50 Runden mit seinen alten Soft-Reifen zurückgelegt hatte."

"Es ist also nur schwer vorstellbar, dass er nach dem Boxenstopp rund 20 Runden lang zu Lewis aufgeholt hätte - sofern er dazu in der Lage gewesen wäre - und dann solch einen Performance-Unterschied gehabt hätte, um Lewis später im Rennen zu überholen."

Ben (@ben.featherstone) möchte auf Instagram wissen:

- Habt ihr überlegt, Lewis während des zweiten Virtual Safety Car an die Box zu holen für einen weiteren Satz Ultras, damit er sich besser gegen Vettel hätte verteidigen können, sofern dieser an Valtteri vorbeigekommen wäre? Oder war der Abstand nicht groß genug?

JA: "Der Abstand war groß genug und wir haben darüber nachgedacht. Wir denken ständig darüber nach, was wir im Falle eines Safety Car oder eines Virtual Safety Car tun müssen."

"Wir kamen hier aber zu dem Schluss, dass die Bedrohung von hinten selbst mit den gebrauchten Reifen nicht ausreichend genug war, um darauf zu reagieren. Deshalb hätten wir es nicht gemacht, selbst, wenn der Abstand es zugelassen hätte."

James Harman fragt auf Facebook:

- Hätte es Valtteri in irgendeiner Weise geholfen, wenn er sich während des VSC neue UltraSofts an der Box abgeholt hätte?

JA: "Das hätte es zweifelsohne, wenn… das hätte es, wenn garantiert gewesen wäre, dass das VSC lange genug dauert, damit wir den Stopp machen können. Zu dieser Zeit sahen wir den zweiten Platz als riskant an. Wir dachten, dass wir es bis zum Ende schaffen könnten, sicher waren wir aber nicht. Das Worst-Case-Szenario war unserer Meinung nach am Ende ein vierter Platz."

"Wir hätten überlegen können, einen riskanten zweiten Platz gegen einen ganz sicheren dritten einzutauschen. Wir hätten nämlich die Zeit für den Boxenstopp gehabt und wären vor Räikkönen rausgekommen. Wir hätten es in Erwägung ziehen können, wenn wir zuversichtlich gewesen wären, dass das Virtuelle Safety Car lange genug für den Reifenwechsel andauert."

"Das Problem daran: Das Auto, dass das Virtuelle Safety Car ausgelöst hatte, stand direkt an einer Öffnung der Streckenbegrenzung. So benötigen die Streckenposten nur wenige Sekunden, um es von der Strecke zu entfernen. Danach würde das VSC wieder enden."

"Es wäre schlecht für uns gewesen und wir hätten uns im Niemandsland befunden, wenn wir unter dem Virtual Safety Car gestoppt hätten, die VSC-Phase aber mittendrin geendet hätte.

"Deshalb haben wir uns letztendlich an unsere riskante Zweier-Platz-Strategie gehalten mit dem Denken, dass der vierte Platz das schlechteste Ergebnis hätte werden können."

"Wie wir gesehen haben, klappte es nicht mit dem zweiten Platz und für Valtteri und uns lief es wegen der Kollisionen noch ein wenig schlechter. Letztendlich fiel er auf den fünften Platz hinter Ricciardo zurück. Aber wir haben es in Erwägung gezogen und uns deshalb dagegen entschieden."

Ben Belcher (@BenBelcher_) fragt via Twitter:

- Hätte Valtteri rückblickend länger draußen bleiben können, bevor er auf Kimis Stopp reagierte? Zu dieser Zeit hatte er einen ordentlichen Abstand und dann hätte er zum Rennende bessere Reifen gehabt?

Ja: "Rückblickend betrachtet: Ja, das hätten wir machen können. Ob wir lange genug hätten draußen bleiben können, um einen Unterschied auszumachen oder nicht, ist eine andere Frage. Als Kimi seinen ersten Boxenstopp einlegte, war er ein paar Sekunden hinter Valtteri. Wir hatten also ein wenig Zeit zum Durchatmen."

"Wir mussten nicht in der darauffolgenden Runde reagieren und hatten noch etwas mehr Luft, weil Kimis Boxenstopp relativ lange dauerte. Obwohl wir also ziemlich schnell reagiert haben, wogen wir eine Weile ab, noch ein paar Runden länger auf der Strecke zu bleiben, damit es für Kimi noch enger würde, uns zu undercutten."

"Letztendlich entschieden wir uns jedoch dagegen, weil wir dachten, dass auch unser Boxenstopp nicht optimal laufen könnte. Und wir wollten definitiv nicht unseren Platz an Kimi verlieren, weil wir unser Glück zu sehr ausgereizt hatten. Vielleicht waren wir da etwas konservativ, vielleicht hätten wir im ersten Stint ein paar Runden länger fahren können. Dann wären wir zum Rennende hin vielleicht etwas weniger gefährdet gewesen."

"Die Realität sieht aber so aus, dass wir die Reifen sechs oder sieben Runden vor dem Ende verloren haben. Da hätten zwei Runden auch keinen Unterschied ausgemacht. Was man auch berücksichtigen muss: Einer der Gründe, warum Valtteri in dieser kritischen Phase vor Vettel blieb, als dieser selbst stoppte, war, dass er schon ein paar Runden auf den frischeren Reifen gefahren war. Entsprechend hatte er einen Vorteil."

"Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass wir nach Vettels Stopp vor ihm geblieben wären, wenn wir früher im Rennen zwei Runden mehr gefahren wären. Man muss also immer abwägen und es ist nie so offensichtlich, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag."

Carl Goodwin schreibt auf Facebook:

- Macht auch jeder in der Teamfabrik eine Sommerpause, oder muss da weitergearbeitet werden?

JA: "Zum Glück können die meisten von uns Urlaub machen. Es gibt ein paar Dutzend Leute, die auch während der Sommerpause arbeiten, weil die Regeln es erlauben."

"Wir dürfen Wartungsarbeiten durchführen und die Infrastruktur erneuern. Bestimmte Teile des Unternehmens wie die Wirtschafts- und Rechtsabteilungen können weiterarbeiten und machen das auch."

"Aber der Großteil des Teams, sowohl das Team an der Strecke als auch das in der Fabrik, nimmt sich eine sehr verdiente Auszeit, auf die sich alle schon gefreut haben. Dann kehren wir zurück und geben in ein paar Wochen in Spa wieder Vollgas."

Jody Barton fragt über Facebook:

- Wo liegen aktuell eure Stärken und Schwächen im Vergleich zu Ferrari?

JA: "Das lässt sich im Moment schwer sagen, weil es sich von Strecke zu Strecke und Rennen zu Rennen ein wenig abwechselt und auch mit dem Entwicklungs-Rennen während der Saison zu tun hat. Es gibt aber ein paar konstante Muster."

"Sicherlich fehlten uns in den letzten paar Rennen ein paar Pferdestärken im Vergleich zu Ferrari, die eine sehr, sehr beeindruckende Entwicklungsrate während des Jahres an den Tag gelegt haben. Auf den meisten Strecken sind wir in den Kurven wahrscheinlich etwas besser als Ferrari. In den langsamen Kurven kommen sie uns manchmal näher. In den mittleren und schnellen Kurven sind wir ihnen aber normalerweise überlegen."

"Auf Strecken, bei denen das Heck sehr eingeschränkt ist, würde ich sagen, dass sie ein kleines bisschen stärker sind. Aber wir sprechen hier von kleinen Unterschieden, und bei uns ist das genauso."

"Tendenziell hatten wir bessere Boxenstopps, während ihre Starts tendenziell besser waren. Das scheinen wir in den letzten Rennen aber geradegerückt zu haben durch eine Menge Arbeit der Kontrollabteilung hier in der Teamfabrik."

"Das sind alles kleine, kleine Unterschiede. Deshalb pendelt die Meisterschaft auch hin und her. Es ist ziemlich interessant, zu beobachten, dass nur fünf der bisherigen zwölf Rennen von dem Auto gewonnen wurden, das die meisten Leute als das schnellste an jenem Wochenende ansahen."

"Sieben davon wurden entgegen dieser Annahme gewonnen. Von diesen haben wir drei Siege gestohlen, Ferrari zwei und auch Red Bull schnappte sich zwei Siege."

"Es ist also ein sehr, sehr faszinierendes Jahr, in dem diese sehr kleinen Unterschiede - vielleicht ein Fehler, vielleicht ein genialer Einfall oder einfach reines Glück oder Pech - entscheidend sind, wer am Ende des Rennens gut Lachen hat."

"Nichts davon ist in Stein gemeißelt. Das Entwicklungs-Rennen für den Rest der Saison - wer Stärke beweist, wer keine Fehler macht, wer das Kinn am längsten oben behält oder wie auch immer man es nennen möchte - ist letztendlich ausschlaggebend in diesem großartigen Jahr."

"Wir und auch die Konkurrenz wissen nicht, wer die Oberhand hat. Das macht es ja so spannend und auch beängstigend. Aber genau deshalb freuen wir uns auf die zweite Hälfte des Jahres, um zu sehen, ob wir am Ende des Jahres ein Lächeln im Gesicht haben mit dem Wissen, dass wir sehr gute Arbeit geleistet haben in einer Saison, die uns wie keine andere auf die Probe gestellt hat."

11:59

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