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    KOLUMNE: Das ist nicht normal... Beim Großen Preis von Monac...

Beim Großen Preis von Monaco gibt es nichts, was man als "normal" bezeichnen könnte. Seit der ersten Austragung 1929 - lange vor der Einführung der Formel 1-Weltmeisterschaft im Jahr 1950 - wird mit diesem Rennen eine besondere "Magie" in Verbindung gebracht, das mehr als jede andere Sportveranstaltung im Rampenlicht steht.

Das hat auch seine Gründe. Der (zumindest für uns Normalsterbliche) unerreichbare Hafen-Lifestyle, der spektakuläre Hintergrund, die Herausforderung, ein Auto durch den Leitplankendschungel zu steuern... es ist in jeder Hinsicht ein ganz besonderes Rennwochenende. Auf jeden Fall alles andere als normal.

Aber was ist in einer Welt, in der man ständig über die Grenzen hinaus geht, schon "normal"? Mit 300 km/h durch die winkligen Straßen rasen? Völlig normal. Den menschlichen Körper mehrmals mit Kräften in der Stärke des eigenen Körpergewichts belasten? Das ist genauso normal. Nachtschichten in einem engen Ingenieurs-Büro, nur um über Nacht ein paar Tausendstelsekunden zu finden? Normalzustand.

Das Formel 1-Fahrerlager steckt voller außergewöhnlicher Menschen, die außergewöhnliche Leistungen vollbringen. Das gleiche gilt für die vielen Teamfabriken in Großbritannien, Italien, Frankreich, der Schweiz, Japan, den USA und überall auf der Welt. Von den Fahrern und Ingenieuren über die Mechaniker und Truckfahrer bis zu den Hospitality-Mannschaften, den Veranstaltern und den Journalisten sowie TV-Leuten. Niemand von ihnen ist per Zufall hier gelandet. Sie sind alle, nun ja, nicht normal. Und wir sind uns sicher, dass dies keiner von ihnen bestreiten wird.

Nehmen wir zum Beispiel Toto. Dieser Mann konnte im vergangenen Jahr nicht schlafen und lief stattdessen am Montagmorgen durch die Straßen von Monte Carlo, weil er sich solche Sorgen über die Performance (oder das Fehlen dieser) des Teams machte. Lewis ist besessen von jedem verlorenen Sekundenbruchteil in einer bestimmten Kurve (nicht, dass es viele davon geben würde) und kann nach dem Rennen nicht von seinen Kopfhörern getrennt werden. Valtteri geht nach dem kleinsten Fehler hart mit sich selbst ins Gericht und stürzt sich freiwillig in eiskaltes Wasser, um sich zu entspannen. Die Männer und Frauen im Fahrerlager vereint eine gemeinsame Eigenschaft: 1. Besessenheit. 2. Ein Hauch (bei manchen auch etwas mehr) von Schrulligkeit.

Die Formel 1 ist eine verrückte Welt. Es ist eine Blase, die man entweder versteht oder nicht. Du fühlst dich darin wohl oder bist davon überwältigt. Du gibst dein Bestes oder du bist bald schon wieder verschwunden. Und wenn man sich in diese Gesellschaft - oder diesen Wettbewerb - begibt, ist Erfolg nur verdammt schwer zu erreichen. Erst recht anhaltender Erfolg. Rekorde... ihr seht schon, worauf wir hinauswollen.

Nach dem Großen Preis von Spanien legten einige Schlagzeilen nahe, dass mit dem Doppelsieg des Teams "die Normalität eingekehrt" sei. Aber es ist keine Spazierfahrt, auf einer der härtesten Strecken für Rennautos (und so wird Barcelona angesehen) während eines der heißesten Titelkämpfe der jüngeren Vergangenheit zwei Autos an der Spitze des Feldes zu haben. Das in Monaco zu schaffen, wäre noch einmal etwas ganz anderes. Deshalb klappt es nicht sehr oft - es ist einfach nicht normal. Hut ab vor Ferrari, die es vor zwölf Monaten geschafft haben.

Vor diesem Wochenende deutet sich ein Dreikampf um den Sieg an. Andere mögen vielleicht nur einen Zweikampf sehen. Einige mögen es vielleicht sogar wagen, davon zu sprechen, dass ein Team dominieren wird. Aber jeder der schon lange dabei ist, weiß, dass er mit Vorhersagen vorsichtig sein muss.

Hunderte ebenso verrückter wie wundervoller Menschen, 20 Fahrer, zehn Teams, ein legendärer Ort. Nichts davon ist wie immer. Niemand davon darf unterschätzt werden. Niemand von ihnen ist... normal. Das ist das Tolle an Monaco. Und deshalb sollte man dieses Wochenende genießen.

Wem gefällt schon normal?

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