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30.10.2015

Lewis: “Für mich heißt es wie immer: Voller Angriff”

Lewis, legen wir mit dir los: Du hattest jetzt ein paar Tage, um alles zu verarbeiten und kommst hier als dreimaliger Weltmeister her. Wie fühlst du dich und wie hast du gefeiert?

Lewis Hamilton: Nun ja, hola an alle. Heißt es: Como estas?

Sergio Pérez: Como estas.

LH: Como estas? Ich freue mich sehr, hier in Mexiko zu sein. Ich bin zum ersten Mal hier und die vergangenen Tage waren erholsam, nicht allzu hektisch. Ich habe ein wenig gefeiert, hatte aber natürlich immer im Hinterkopf, dass wir an diesem Wochenende ein Rennen fahren. Ich konnte also nicht allzu ausgelassen feiern. Das werde ich am Ende des Jahres nachholen. Ich glaube, ich habe es noch nicht ganz verarbeitet. Ich muss mich jeden Tag noch einmal zwicken und denke: "Ich kann nicht glauben, dass das wirklich passiert ist". Gestern ging es gleich weiter. Ich schaltete in den Rennmodus. Deshalb habe ich nicht wirklich darüber nachgedacht, aber es ist ein gutes Gefühl.

Du hast jetzt drei WM-Titel gewonnen. Was hat sich seit dem Gewinn deiner ersten Weltmeisterschaft verändert?

LH: Ich glaube ziemlich viel. Ich bin sehr gewachsen, es hat sich viel mit anderen Teams, einem anderen Management und anderen Leuten um mich herum getan. Ich bin durch diese Erfahrungen sehr gewachsen. Es hat lange gedauert und ich bin den harten Weg gegangen. Bevor ich in die Formel 1 gekommen bin, war ich nicht auf Medienarbeit oder Pressekonferenzen wie diese vorbereitet. Ich hatte das Gefühl, dass ich ins kalte Wasser geworfen wurde. Es dauerte sehr lange, bis ich mich mit dieser Seite der Formel 1 zurechtgefunden hatte - aber auch mit dem Ruhm. Ich denke, es geht darum, sich in seiner Haut wohl zu fühlen, etwas aus sich herauszukommen und zu wissen, wer man ist. Es hat mir sehr geholfen, heute besser zu fahren als je zuvor. Im Verlauf der Jahre lernt man viel über den Rennsport und verbessert sich dadurch hoffentlich. Ich denke definitiv, dass ich als Allrounder heute besser sein sollte - und ich bin besser.

Du hast die Weltmeisterschaft zuvor noch nie drei Rennen vor dem Saisonende gewonnen. Im Gegenteil: es war immer das letzte Rennen. Wie sieht nun dein Plan für den Rest der Saison aus? Weiter volle Attacke?

LH: Für mich heißt es immer: Volle Attacke. So wird es auch bei diesen drei Rennen sein. Zunächst steht der Mexiko Grand Prix an - zum ersten Mal seit 23 Jahren. Das wird für die Mexikaner sehr aufregend. Für mich ist es das definitiv und auch für alle anderen Fahrer. Wir lieben es, dem ersten Rennen irgendwo den eigenen Stempel aufzudrücken - oder eben in diesem Fall bei einer Rückkehr. Das ist das Ziel. Noch stehen drei große Rennen aus, die es zu gewinnen gilt.

Wirst du bei den letzten Rennen mehr Risiken eingehen als bislang, weil du nichts mehr zu verlieren hast?

LH: Ich denke, dass ich grundsätzlich eine sehr ausgeglichene Herangehensweise habe. Ich glaube nicht, dass ich daran etwas ändern muss, denn es hat für mich mit zehn Siegen bislang gut funktioniert. Ich werde genauso weitermachen und natürlich gibt es an diesem Wochenende keinen Druck. Ich kann es genießen - das werde ich versuchen und umsetzen.

Du hast die Strecke jetzt einmal gesehen. Was erwartest du im Rennen? Besteht die Möglichkeit, dass es eine der besten Strecken des Jahres wird?

LH: Ich bin gerade erst angekommen, also habe ich die Strecke noch nicht so genau angeschaut. Ich bin noch nicht herumgelaufen. Aber hoffentlich erhalte ich später die Gelegenheit dazu. Aber im Simulator sah sie fantastisch aus - und auf den Bildern ebenso. Die Zuschauer sorgen für Atmosphäre an diesem Wochenende. Ich habe gehört, dass es ausverkauft ist und ich habe einige mexikanische Freunde, mit denen ich schon Weihnachten verbracht habe. Ich kenne den mexikanischen Geist. Wenn sie zu tausenden kommen, könnte es eines der aufregendsten Wochenenden der Saison werden. Darauf freue ich mich.

SP: Keine Sorge, das werden sie!

LH: Auf dem Podium sollte es Champagner und Tequila geben… und Sombreros!

SP: Das wird es!

Hast du Bedenken werden der Höhenlage?

LH: Ich weiß nicht, was ich erwarten soll. Ich trainiere im Winter in Höhenlage, deshalb gehe ich davon aus, dass es für uns anstrengender wird. Aber es hängt auch vom Grip ab. Morgen werden wir es wohl herausfinden.

Du glaubst, dass die Gerade eine der schnellsten im Kalender sein wird. Kannst du dazu etwas sagen?

LH: Meine Ingenieure haben mir gesagt, dass es die schnellste Gerade ist. Sie ist recht lang und weil wir hier so hoch sind, gibt es wohl den geringsten Luftwiderstand des Jahres. In der Vergangenheit hätten wir mit den Saugmotoren hier Leistung verloren. Aber mit diesem Auto ist das nicht so. Wir verlieren Abtrieb und Luftwiderstand, aber wir verlieren keine Power, weil wir den Turbo und ERS haben. Es sollte ein unglaublich schnelles Wochenende werden.

Hast du den Vorfall in der ersten Kurve in Austin schon mit Nico oder dem Team besprochen? Nico befindet sich in einem engen Kampf um den zweiten Platz in der Weltmeisterschaft - wirst du ihm aus Respekt helfen?

LH: Wir haben nicht darüber gesprochen, aber das müssen wir denke ich auch nicht. Das Team hat mich nicht gebeten, ihn in dieser Rolle zu unterstützen. Denn ich bin hier, um Rennen zu gewinnen. Das Team hat die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gewonnen und ich denke, dass es von hier an kein großer Vorteil für das Team ist, wenn ich ihm helfe. Warten wir ab, was Toto mir sagt.

Toto war nach dem Rennen recht klar, dass es Gesprächsbedarf gibt und er keine Reaktionen wie in Spa haben möchte. Warum sagst du dann, dass du keinen Grund für Gespräche siehst? Und was war mit dem Kappenwurf? Haben Nico und du darüber gesprochen?

LH: Ah, ok. Der Grund, warum ich das sage, ist, dass ich sehr ruhig bin und deswegen keine echten Probleme habe. Ich glaube, Toto denkt, dass er sich mit Nico zusammensetzen muss, um zu sehen, wie er die Sache sieht. Natürlich wollen wir keine Spannungen im Team. Wir kommen oft zusammen und halten es transparent. Ich habe nichts dazu zu sagen, aber natürlich bin ich sicher, dass wir uns zusammensetzen werden und dann werden wir sehen, wie Nicos Gefühle aussehen und welche Emotionen er hat. Dann werden wir ihn beruhigen und weitermachen. Was die Kappe angeht: Ich weiß es nicht. Es ist recht lustig, mehr habe ich dazu nicht zu sagen.

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