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16.11.2015

Lewis: Ich hatte die Pace, hier kann man nur nicht überholen

Auf dem Podium mit Martin Brundle

Glückwunsch, das war wieder eine großartige Leistung. Lewis, du bist die schnellste Rennrunde gefahren, aber am Ende hattest du nicht ganz die Pace, um deinen Teamkollegen herauszufordern.

Lewis Hamilton: Hola Brazil! Nein, ich hatte die Pace, man kann hier nur einfach nicht überholen.

Du hast im Funk gesagt: “Auf dieser Strecke kann man einfach nicht hinterher fahren.” Dann bist du gegen Ende zurückgefallen.

LH: Ja, ich lag hinter Nico und steckte für einige Zeit im Verkehr. Das hat meine Reifen gekillt. Das ist schade, denn es ist eine ganz tolle Strecke. Aber man kann hier einfach nicht nah genug ranfahren im Rennen. Ich weiß nicht, ob es andere Überholmanöver gegeben hat. Aber solange du keinen riesigen Vorteil gegenüber dem Fahrer vor dir hast... Im Motorsport geht es um winzige Details, Zehntelsekunden, aber du kannst nicht nah genug herankommen, um zu kämpfen. Das ist schade, denn es wäre schön, wenn wir hier überholen könnten.

Du hast im Funk gesagt: „Gebt mir eine andere Strategie. Lasst mich irgendwie nach vorne kommen.“ Aber das geht innerhalb des Teams nicht. Ist das frustrierend?

LH: Ich bin hier, um Rennen zu fahren und wenn wir beide immer die gleiche Reihenfolge haben, steht alles schon fast am Anfang fest. Deshalb sage ich natürlich: „Wenn es andere Strategien gibt, lasst es uns ausprobieren. Lasst uns ein Risiko eingehen. Lasst uns etwas probieren.“ Und sie sagen: “Achte auf die Reifen.“ Dann erwidere ich: „Nein, ich fahre Rennen.“ Ich denke, dass wollen die Leute sehen. Aber heute konnte ich leider nicht nah genug herankommen, um etwas zu probieren. Es war relativ langweilig, ihm zu folgen.

Nico hat dir im Moment etwas voraus. Jetzt musst du in Abu Dhabi irgendwie zurückschlagen.

LH: Ja, Nico fuhr fantastisch. Er hat im Qualifying fantastische Arbeit abgeliefert, besonders in den letzten paar Rennen. Das letzte Rennen ist er sehr gut gefahren, auch heute hat er keine Fehler gemacht. Er war gut.

Lewis, es scheint, als ob der 44. Sieg für den Fahrer mit der Startnummer 44 noch ein paar Wochen warten muss. Im zweiten Stint schien es, als ob du etwas anders machen wolltest, versucht hast, eine andere Strategie zu finden. Es ist nicht ungewöhnlich, verschiedene Strategien zu haben und dir wurde gesagt, dass Plan B keine echte Option sei. Aber das hat sich dann zur Rennmitte geändert. Kannst du uns erzählen, wie du das empfunden hast und was du von der Strategie hältst?

LH: Ich denke, die Strategie war gut. Das Team hatte erwartet, dass die Reifen länger halten würden, worüber ich mir vor dem Rennen nicht ganz sicher war – und dem war dann so. Ich liebe diese Strecke, sie ist großartig, aber leider ist es hier schwierig, zu überholen. Du kommst bis auf eine Sekunde heran und dann verlierst du einfach an Abtrieb und kannst nicht näher heranfahren. Und die DRS-Zone ist vielleicht nicht ganz lang genug, um einen Unterschied auszumachen. Ich versuchte deshalb herauszufinden, ob es eine andere Strategie geben könnte. Schließlich bin ich hier, um Rennen zu fahren und ich wäge alle Optionen ab. Sicherlich gibt es mehr als nur zwei Optionen für die Boxenstopps.

Wäre es interessanter gewesen, wenn ihr von Anfang an die Strategie zwischen den beiden Fahrern aufgeteilt hättet – einer auf zwei und einer auf drei Stopps?

LH: Nein, nein. Eine Drei-Stopp-Strategie war insgesamt langsamer oder sie sollte langsamer sein. Aber am Ende war die Drei-Stopp-Strategie wahrscheinlich besser, da die Reifen nicht hielten. Ich weiß es nicht, aber das Team hat eine gute Entscheidung getroffen.

Wir suchen alle nach Erklärungen für die veränderten Kräfteverhältnisse im Qualifying. Jemand sagte heute, dass dies der Fall sei, seit die Reifendrücke ab Monza geändert wurden. Ich weiß, dass du dort auf Pole warst, aber seitdem ist Nico immer vorne. War das einer der Einflussfaktoren?

LH: Seit Singapur hat sich das Auto ein wenig verändert, wodurch das Pendel ein bisschen in seine Richtung umgeschlagen hat. Ob das aber wirklich einen Unterschied ausgemacht hat, weiß ich nicht. Aber es hat sich seit Singapur verändert.

Dies ist nicht die einzige Strecke, auf der man einem anderen Auto nicht folgen kann, sie mag jedoch eine der schlimmsten sein. Müssen die technischen Regeln grundlegend geändert werden, damit man näher auffahren kann?

LH: Letztlich spielt es keine große Rolle, was wir sagen. Die großen Chefs treffen die Entscheidungen und wer weiß, ob dies die richtigen für die kommenden Jahre sind. Etwas muss sich verändern. Bei einigen Rennen kann man einfach nicht nah genug hinterherfahren. Das sorgt aber für gutes Racing, etwa in Austin, wo wir das letzte gute Rennen hatten. Aber ansonsten gibt es einfach einige Strecken, wo dies nicht geht... Ich schätze, es ist für die Fans wahrscheinlich nicht so spannend anzusehen. Natürlich ist es immer schön, wenn man vorne ist. So wie wir jetzt für einige Zeit. Aber wir sind fürs Racing hier und die Fans wollen das auch im gesamten Feld sehen. Diese Veränderung würde sicherlich positiv angenommen werden.

Lewis, die Konstrukteurs- und die Fahrer-Weltmeisterschaft sind entschieden, ihr wart in diesem Rennen vor Ferrari, würdest du dir dann jetzt etwas mehr Freiheit wünschen, wie du es auch auf dem Podium gesagt hast, um mehr Risiken bei der Strategie einzugehen? Denn wenn du zurückgefallen wärst, hättest du in der WM nichts verloren...

LH: Wir müssen auf das Team vertrauen. Natürlich habe ich nach anderen Möglichkeiten geschaut, denn auf der Strecke sah es nicht toll aus und anders, als es Nico sagt, gab es einen Punkt, wo ich ihm im Getriebe hing, aber einfach nicht vorbeikam. Ich kam einfach innerhalb der letzten Sekunde nicht nah genug heran. Ich bin die schnellste Rennrunde gefahren, also hatte ich heute eindeutig die Pace. Deshalb wäre es manchmal großartig, wenn man etwas anderes tun könnte, ein paar Optionen haben könnte. Willst du dies machen oder das und sehen, was dabei herauskommt? Letztlich führen sie aber so viele Strategiesimulationen durch, dass sie die beiden besten auswählen und diese setzen wir ein.

Die Begeisterung der brasilianischen Fans ist großartig und es gab eine riesige Party auf den Tribünen. Hast du an diesem Wochenende einen Unterschied festgestellt?

LH: Es war fantastisch. Die Brasilianer haben stets viel Liebe für unseren Sport in ihren Herzen. Das zeigen sie jedesmal zu 100 Prozent. Vielen Dank an die Veranstalter, die so wundervolle Arbeit leisten. Der Asphalt war großartig und die neuen Paddock-Anlagen waren fantastisch. Sie erhöhen den Standard und es bleibt eine Strecke, die wir nicht missen möchten. An diesem Wochenende habe ich zum ersten Mal etwas von der alten Strecke gehört und ich hätte gerne eine Veränderung. Es war einmal eine der längsten Strecken im Kalender. Vielleicht hat diese Strecke bessere Überholmöglichkeiten. Auf der aktuellen Strecke könnte das definitiv besser sein.

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