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06.07.2015

Lewis: “Auf der letzten Runde wurde ich immer unruhiger”

Auf dem Podium mit Frankie Dettori!

FD: Gut gemacht, Lewis. Was für ein Rennen. Wie wichtig ist es dir, vor deinem Heimpublikum zu gewinnen?

LH: Zunächst einmal ein riesiges Dankeschön an alle, die heute hierhergekommen sind. Ihr verschönert mir mein Wochenende. Das hatte ich das gesamte Wochenende im Visier. Ich wollte es für euch schaffen... und es ist mir gelungen! Ich bin so dankbar für eure Unterstützung. Ohne euch hätte ich es nicht schaffen können. Meine Mutter ist auch dort unten! Ich bin so begeistert. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie glücklich ich bin. Ich konnte euch auf jeder Runde aus den Augenwinkeln sehen. Das hat mich richtig angespornt. Auf der letzten Runde war ich dann ganz aufgewühlt. Ich hoffte nur noch, dass ich es schaffen würde. Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr wiederkommen und das gleiche schaffen können. Bis dahin gebe ich für euch alles in dieser WM. Vielen Dank für die Unterstützung. Ich liebe euch alle! Jetzt lasst uns feiern!

FD: Ich muss es fragen: Was ist am Start passiert? Das war ein haariger Moment, oder?

LH: Ehrlich gesagt war meine Kupplung gut. Wir hatten am Start nur sehr wenig Grip. Ich denke, es war bei Nico genauso. Das machte das Rennen aber nur noch spannender. Wir gaben weiter alles und das hat es hoffentlich für die Fans noch aufregender gemacht.

FD: Hat dir der Boxenstopp den Sieg gebracht?

LH: Ich glaube, dass ich vielleicht zum ersten Mal in meiner Karriere die perfekte Entscheidung bei der Reifenwahl getroffen habe. Ich bin damit wirklich überglücklich. Ich denke, dass ich viel Temperatur in meinen Reifen verloren habe, als es anfing zu regnen. Danach hielt ich das Auto bis zum Stopp nur noch am Laufen.

Pressekonferenz

F: Lewis, eines der Gesprächsthemen ist die Pace auf Slicks auf Nasser Strecke. Du warst über eine Sekunde schneller als eure Gegner?

LH: Zunächst einmal war es ein ganz besonderes Wochenende für mich. Ich habe so viele Fans an diesem Wochenende gesehen... Ich dachte im letzten Jahr, dass ich hier schon alles erlebt hätte. Aber das war noch mal eine Schippe unglaublicher. Das Team hat in der Fabrik ebenfalls fantastisch gearbeitet. Es ist eine riesige Anstrengung von vielen Leuten, so ein unglaubliches Auto zu bauen, wie Nico und ich es jetzt fahren dürfen. Das Rennen war richtig hart. Der Start war für uns beide sehr rutschig. Danach jagten wir die Williams, aber es war sehr schwierig, nah heranzukommen und zu überholen. Ich kam beim ersten Boxenstopp nah heran und kam danach mit einer guten Out-Lap vor ihnen heraus. Dann kam der Regen und ich glaube, dass ich dann die Temperatur in meinen Vorderreifen verloren habe. Es ist stets kniffliger für denjenigen, der vorne ist. Denn er ist der Erste, der die Bedingungen erlebt und man weiß nie, wie viel Risiko man gehen darf. Aber dann traf ich zum wohl ersten Mal in meiner gesamten Formel 1-Karriere die perfekte Entscheidung und kam herein. Das gab es vorher noch nie. Ich bin extrem glücklich darüber. Danach sah ich die Menschenmenge, wie sie mich jedes Mal anfeuerten, wenn ich vorbeifuhr, und das spornte mich zusätzlich an. Ich wollte sie absolut nicht enttäuschen! Ich bin sehr stolz darauf, hier die Briten zu repräsentieren, die britische Flagge zu sehen.

F: Hatten die Williams einen besonders guten Start oder hattest du einen besonders schlechten Start? Du hast auf der Inforunde im Funk angesprochen, dass du schlechte Traktion hattest?

LH: Der Grip ist von Strecke zu Strecke anders. Als ich die Burnouts auf dem Weg in die Startaufstellung machte, drehten die Räder sehr leicht durch. Auf manchen Strecken macht man die Burnouts und es hat so viel Grip, dass man die Räder gar nicht zum Durchdrehen bekommt. Hier war es sehr einfach. Als ich die Kupplung kommen ließ, hatte ich durchdrehende Räder und konnte sie im Rückspiegel sofort sehen. Sie drehten sich einfach weiter. In diesem Moment dachte ich mir: "Oh je, ich werde meine Position an mindestens einen Fahrer verlieren." Danach überholten mich die Williams. Ich kämpfte mich aber zurück und war wieder Zweiter. Aber dann versuchte ich am Restart, Massa anzugreifen und ging dabei zu früh ein zu großes Risiko ein. Aber man konnte wenigstens erkennen, dass ich etwas versucht habe!

F: Die erste Entscheidung an die Box zu gehen, schien eine großartige Wahl des Teams gewesen zu sein. Nach Monaco waren sie dir das wohl schuldig. Diesmal warst du danach in Führung...

LH: Es war großartiges Teamwork. Das Team hat stetig mit mir gesprochen und die Reifen fühlten sich gut an. Deshalb hätte ich noch länger fahren können. Aber wir kamen immer mehr ans Limit und Williams hatte noch nicht gestoppt. Als ich um die letzte Kurve bog, sagte ich: "Jungs, ich glaube, die Reifen werden bald abfallen." Deshalb fällten sie die Entscheidung und ich kam in dieser Runde herein. Es war eine richtig schnelle Entscheidung. Danach griff ich auf der Outlap wie verrückt an und alles lief nach Plan. Es war ein großartiges Gefühl, in Führung herauszukommen. Danach ging es darum, die Pace auszubalancieren. Ich hatte noch einen weiten Weg vor mir - 20 oder 30 Runden sind hier sehr viel. Du fährst 10 Runden und denkst, dass du eigentlich schon 30 gefahren wärst. Danach bemerkte ich, dass das Wetter schlechter wurde und immer schlechter. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich mir: "Bitte halte durch." Denn es sah gut für uns aus. Regen macht es immer härter und ich kann euch sagen, es war eines der schwierigsten Rennen, die ich hier je gefahren bin. 2008 war natürlich sehr, sehr schwierig, aber dies hier war auch sehr knifflig.

F: Neben dir steht der RAC Pokal. Wie schön war es, ihn erneut zu halten?

LH: Im vergangenen Jahr habe ich ihn nicht auf dem Podium erhalten. Es ist ein sehr stolzer Moment, den Pokal wieder vor den Augen aller zu erhalten. Ich erinnere mich an das erste Mal, als ich das Privileg hatte, diese Erfahrung 2008 zu machen. Die Reaktion der Fans war gigantisch. Heute wieder ein Meer aus britischen Flaggen zu sehen und all die Kappen und alles drum herum - es ist einfach ein unglaublicher Tag für mich. Ein ganz besonderer Tag. Ich finde gar nicht die richtigen Worte, um zu erklären, wie glücklich ich gerade bin. Hoffentlich könnt ihr mein Grinsen sehen.

F: Dieser Großbritannien Grand Prix steckte voller Action. Was sagst du jetzt zu jenen Menschen, die behaupten, die Formel 1 sei langweilig?

LH: Es war aufregend für mich. Der Start machte es spannend. Ich weiß nicht, wie der Rest des Rennens verlief, aber jeder meint, es war großartig. Das englische Wetter hat denke ich geholfen. Ich glaube, diese Ansichten zählen noch immer. Aber heute war es ein Zeichen für uns, die Spielzeuge nicht wegzuschmeißen und zu glauben, alles sei falsch. Wir sind nicht zu weit weg und ich hoffe, dass wir mehr solcher Rennen sehen werden.

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