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01.02.2015

MERCEDES AMG PETRONAS nimmt die Arbeit mit dem F1 W06 Hybrid Silberpfeil auf

Das MERCEDES AMG PETRONAS Formel 1-Team stellte heute vor dem ersten Wintertesttag auf dem Circuito de Jerez in Spanien seinen Rennwagen für die Formel 1-Weltmeisterschaftssaison 2015, den F1 W06 Hybrid, vor. Die Fahrer Lewis Hamilton und Nico Rosberg enthüllten den siebten Silberpfeil in der Geschichte der Formel 1 vor der versammelten Weltpresse. Nico übernahm danach das Steuer des neuen Autos für den ersten Testtag der Saison 2015 auf der spanischen Strecke.

Von der Revolution zur Evolution

Die Saison 2015 stellt den Beginn eines Evolutionsprozesses für die im Vorjahr eingeführte moderne Hybrid-Rennformel dar. Der Begriff Evolution sollte dabei jedoch nicht den Umfang der damit verbundenen Veränderungen verschleiern: Die Anforderungen des Reglements und dessen Möglichkeiten bedeuten in Kombination mit den ambitionierten internen Performancezielen, dass die Herausforderungen des vergangenen Winters so groß wie eh und je waren. Je stabiler die Regeln sind, desto innovativer muss ein Team sein, um aus jeder Generation seines Rennwagens mehr Performance herauszuholen.

„Von außen betrachtet mag der Winter in der Formel 1 wie eine Ruhephase erscheinen. Die Wahrheit sieht jedoch ganz anders aus“, erklärt Mercedes-Benz Motorsportchef Toto Wolff. „Wir haben schon lange vor dem Ende der vergangenen Saison das Hauptaugenmerk bei der Entwicklungsarbeit auf unser 2015er Auto gelegt. Die Wintermonate sind die härtesten. Jeder in Brackley und Brixworth arbeitet rund um die Uhr, um sich auf die bevorstehende Saison vorzubereiten. Dieser Einsatz ist absolut inspirierend. Es wäre sehr gefährlich, sich auf unseren Lorbeeren von 2014 auszuruhen. Keiner von uns hat das Gefühl, dass es nun einfacher werden würde. Im Gegenteil: Unsere Motivation ist stärker denn je zuvor. Es gibt ein bekanntes Zitat von Babe Ruth, das ich gerne verwende: „Für die Erfolge von gestern können wir uns heute nichts mehr kaufen.“ Wir sind uns dessen bewusst, dass Erfolg nicht nur schwer erarbeitet werden muss. Ohne die richtige Einstellung kann er auch sehr kurzlebig sein.“

„Viele Aspekte wurden in Stellung gebracht. Nicht von einer Person, sondern von vielen, die als Team zusammengearbeitet haben. Es ging darum, zur richtigen Zeit die richtigen Entscheidungen zu treffen, Fehler zu vermeiden und, wenn es doch zu welchen kam, die Ursachen dafür rasch zu analysieren. Selbst wenn es auf dem Papier gut aussieht, werden wir nicht in die Falle tappen und überoptimistisch sein oder versuchen, Vorhersagen mit der Kristallkugel zu machen. So funktioniert der Sport nicht. Genau genommen ist dies wohl der schonungslos ehrlichste Sport. Denn die Stoppuhr lügt nie.“

„Die Vorstellung eines neuen Autos ist ein aufregender Moment für alle Beteiligten. Es erfüllt uns zu Recht mit großem Stolz, wenn das Ergebnis all der harten Arbeit zum ersten Mal auf die Strecke fährt. Bis zum ersten Rennen liegt jedoch noch ein langer Weg vor uns. Um mit unseren Gegnern, deren Können und Wettbewerbsfähigkeit niemals unterschätzt werden darf, mithalten zu können, müssen wir ein schnelles und zuverlässiges Rennauto bauen. Im Moment hat jedes Team noch null Punkte. Nur eins steht fest: Wir haben im dritten Jahr in Folge eine unveränderte Fahrerpaarung. Beide Fahrer wissen, was von ihnen erwartet wird, wie auch wir wissen, was sie von uns erwarten. Wir freuen uns darauf, zu erleben, wie sie sich gegenseitig und damit auch das Team antreiben. Uns steht ein weiteres faszinierendes Duell zwischen den Beiden bevor. Aber wir müssen bis Melbourne warten, bis wir erfahren, ob wir ihnen ein Auto gegeben haben, mit dem sie gegeneinander um Siege kämpfen können.“

Die Ära der Hybrid-Power schreitet voran und damit erhöhen sich auch die Ansprüche an verbesserte Sicherheit, Zuverlässigkeit, Effizienz und Performance. Eine arbeitsreiche Designphase mit stufenweisen Fortschritten und zielorientierten Innovationen hat den F1 W06 Hybrid hervorgebracht. Das Auto bietet mechanische, strukturelle und aerodynamische Entwicklungen sowie solche zur Gewichtsersparnis gegenüber seinem Vorgänger, dem F1 W05 Hybrid.

„Aus unserer Sicht ist es der Schlüssel, Selbstzufriedenheit zu vermeiden“, sagt Paddy Lowe, Executive Director (Technical). „Die Erwartungen sind hoch. Es werden viele Vermutungen über unser Potential in dieser Saison angestellt. Intern wissen wir aber genau, dass man sich in keinem Sport Stillstand erlauben kann, ganz besonders nicht in der Formel 1. Wir treten gegen Konkurrenten mit einer reichhaltigen Geschichte voller Erfolge an. Sie werden, wie wir, nicht ruhen, bis sie gewinnen. Ein altes Motorsportsprichwort besagt: Du bist immer nur so gut wie dein letztes Rennen. Vor einem Jahr war die neue Hybrid-Technologie noch nicht auf der Strecke im Einsatz. Zu dieser Zeit des Jahres fuhren wir für einen Filmtag nach Silverstone und waren dabei wirklich überrascht, dass das Auto überhaupt aus der Box kam! Beim zweiten Anlauf mögen wir die ursprünglichen Hürden der neuen Formel hinter uns gelassen haben. Aber wir behalten sie frisch im Hinterkopf. Denn es zeigt, dass man nichts als selbstverständlich ansehen darf. Nur eins liegt in unserer Macht: In jedem Bereich unser Bestes zu geben.“

„Natürlich haben wir, wie alle anderen Teams auch, härter denn je daran gearbeitet, Bereiche für Performancesteigerungen auszumachen. Aber gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Eines der Risiken bei der Fahrzeugentwicklung ist, dass man beim Versuch Fortschritte zu erzielen, auch leicht Rückschritte machen kann. Man muss Risiken eingehen, um sich zu verbessern. Aber diese Risiken müssen vorsichtig abgewogen werden. Nur so kann man ein Auto entwickeln, das besser ist als das Vorgängermodell. Dies war eines der Hauptthemen des Teams über den Winter.“

„Wir sprechen von einem Evolutionsprozess, der auch das Reglement an sich beinhaltet. Im Vergleich zum letzten Winter blieben die Regeln 2015 relativ stabil. Das bedeutet aber gewiss nicht, dass die Autos, die wir in Jerez sehen, nahezu identische Nachbildungen ihrer Vorgänger sind. Einige Veränderungen werden natürlich optisch leichter zu erkennen sein als andere. Aber der Teufel steckt nun einmal im Detail. Unter der Haube gab es eine Reihe an Weiterentwicklungen – sowohl am Chassis als auch an der Power Unit. Das Ziel dabei war immer, ein sichereres, effizienteres, zuverlässigeres und letztlich schnelleres Auto zu bauen. Die Hybrid-Ära steckt noch immer in ihren Kinderschuhen. Umso mehr Spielraum gibt es für Innovationen. Die Herausforderung im Moment lautet, die Schlüsselbereiche für Performancesteigerungen zu entdecken. Allerdings nicht nur auf Basis der Lehren des vergangenen Jahres, sondern auch mit Blick auf neue und innovative Quellen für Wettbewerbsvorteile.“

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