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28.10.2015

Mexiko Grand Prix 2015 – Technisches Briefing

Das Autódromo Hermanos Rodríguez in Zahlen

Nach 23 Jahren kehrt die Formel 1 an diesem Wochenende nach Mexiko zurück. Die 4,304 km lange Strecke ist die zweitkürzeste der gesamten Saison, nur der Stadtkurs in Monaco mit 3,34 km noch kürzer. Das Autódromo Hermanos Rodríguez ist jedoch beinahe exakt genauso lang wie die nächste Strecke im Rennkalender: Das Autodromo Carlos Pace in Interlagos (4,309 km). Entsprechend werden auch beide Rennen über eine Distanz von 71 Runden ausgetragen.

Die Start-/Zielgerade ist 1,2 km lang, der Volllastanteil darauf liegt bei 14 Sekunden. Zum Vergleich: In Interlagos und Barcelona ist die Start-/Zielgerade rund einen Kilometer lang, in Monza 1,3 km. Das Autódromo Hermanos Rodríguez wird im Uhrzeigersinn befahren, es gibt sieben Links- und neun Rechtskurven. Pro Runde werden die Fahrer wahrscheinlich 52 Mal die Gänge wechseln müssen. Der prognostizierte Top-Speed vor der ersten Kurve liegt bei 360 km/h. Die erwartete Rundenzeit ist 1:19.500 Minuten.

Ein historischer Austragungsort im neuen Glanz

Die Strecke wurde seit ihrer Erbauung im Jahr 1962 sowie dem letzten Formel 1-Rennen 1992 oft verändert, unter anderem fiel die legendäre Peraltada Kurve weg. Der Kurs ist nach den Gebrüdern Rodriguez benannt, die beide bei Rennunfällen verstarben, Ricardo in dieser benannten Kurve.

Die Peraltada wurde nun durch eine Reihe langsamer Kurven durch ein Stadion (Sektor 3) ersetzt. Der erste Sektor besteht aus der langen Start/-Zielgeraden und einer kürzeren Geraden sowie ein paar Zweite-Gang-Kurven. Auf beiden Geraden darf das DRS eingesetzt werden. Der zweite Sektor beginnt mit zwei Kurven, die den Kurven eins und zwei in Montreal sehr ähnlich sind. Danach folgt eine langsame Rechtskurven mit zwei Scheitelpunkten und eine schnelle Passage mit Fünfter- und Sechster-Gang-Kurven. Dieser Bereich ist den Esses in Suzuka nicht unähnlich. Der Stadionbereich wird eine Schlüsselstelle für Überholmanöver sein. Denn der DRS-Messpunkt liegt genau vor den Kurven 16 und 17, die auf die lange Start-/Zielgerade führen. Diese sollte eine gute Überholmöglichkeit bieten.

In der Höhenluft cool bleiben

Die Höchstgeschwindigkeit in Mexiko soll wahrscheinlich die höchste der gesamten Saison werden und sogar die Messwerte in Monza überbieten. Die Streckenkonfiguration verlangt jedoch nach mehr Abtrieb als der Kurs in Italien. Demnach werden die Flügel steiler eingestellt sein. Durch die Höhenlage (2.285 m) verringert sich der Luftwiderstand des Autos jedoch. Demnach können wir auf der langen Start-/Zielgerade mit geöffnetem DRS und in Qualifying-Abstimmung Geschwindigkeiten von bis zu 365 km/h erwarten, also ein paar km/h schneller als die Topspeeds in Italien.

Brasilien wird traditionell als eine Strecke in "Höhenlage" angesehen, das Motorleistung kostet. Mit 785 m ist der Höheneffekt in Interlagos jedoch viel geringer als in Mexico City. Die Höhenlage der Strecke in Mexiko ist höher als die höchste Erhebung in 24 europäischen Ländern, darunter Großbritannien, Schweden und Island oder der halbe Weg zum Everest-Basislager. In der neuen V6 Hybrid-Ära fallen die Auswirkungen der Luftdichte nicht so stark aus wie bei normalen Saugmotoren. Der Kompressor wird jedoch härter arbeiten müssen als bislang. Somit sorgen die Erhaltung der Leistung und die Verringerung des Luftwiderstands für die höheren Geschwindigkeiten.

Die Höhenlage kann sich jedoch negativ auf die Fahrzeugkühlung auswirken, da die dünne Luftdichte die Wirkung der Kühlung verringert. Dadurch müssen sich die Ingenieure darauf konzentrieren, dass die Hybrid-System des Autos ihre Ziel-Betriebstemperaturen erreichen. Es ist möglich, dass die üblichen Zuverlässigkeitsraten innerhalb des Feldes bei diesen einzigartigen Bedingungen anders ausfallen.

Treibstoff für die Gedanken...

Auf den Prüfständen bei Mercedes-AMG HPP kann der atmosphärische Druck verändert werden. Entsprechend wurden in Brixworth intensive Tests mit den Power Units durchgeführt, in deren Verlauf die Höhenlage des Autodromo Hermanos Rodriguez simuliert wurde. PETRONAS hat mit seinen Treibstoffen und den Schmiermitteln ausgiebig dazu beigetragen, dass alle Aspekte der Power Unit für diese Bedingungen optimiert wurden - von der Verbrennung in der dünneren Atmosphäre bis zur Kühlung der Schlüssel-Hybridsysteme mit PETRONAS Tutela.

Gummi legen...

Die Reifenauswahl von Pirelli fällt mit der weichen und mittleren Mischung absichtlich konservativ aus. So sollen alle Eventualitäten abgedeckt werden, da es bislang keine Daten über den Asphalt, die Streckenoberfläche, das Profil der Kerbs oder andere Faktoren gibt, die die Reifenperformance beeinflussen könnten.

Diese "sichere" Herangehensweise an die Reifenauswahl bedeutet normalerweise, dass die Reifen haltbarer sind, als dies nötig wäre. Somit könnte die Rennstrategie im Allgemeinen in Richtung einer Ein-Stopp-Strategie tendieren. Diese Herangehensweise wurde bereits bei den neuen Strecken in Austin und Sotschi festgestellt.

Der Asphalt ist komplett neu und wurde erst kürzlich verlegt. Trotz der Anstrengungen der Organisatoren dürfte die Streckenoberfläche von den Bauarbeiten noch schmutzig sein. Es gilt abzuwarten, wie sich dies auf die mittleren und weichen Reifen auswirken wird.

Der Einfluss der Fahrer

Während eine konservative Reifenwahl die Anzahl an Strategie-Optionen im Normalfall "normalisiert", fällt die Fähigkeit der Fahrer, sich an eine neue Strecke anzupassen oftmals unterschiedlich aus. Die Fahrer gewöhnen sich normalerweise unterschiedlich schnell an neue Kurse und während Simulatoren dafür sorgen, dass die Unterschiede kleiner werden, gibt es beim ersten Grand Prix auf einer neuen Strecke die Tendenz, dass der Einfluss der Fahrer größer ist als sonst.

Dies wirkt sich natürlich am meisten zu Beginn des Rennwochenendes aus. Aber auch nach vier Stunden auf der Strecke ist es noch möglich, dass es einige Unterschiede beim Lernen und Meistern der Strecke gibt. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit für eine durchmischte Startaufstellung in Mexiko an und damit auch das Potential für zusätzliche Überholmanöver in der Anfangsphase des Rennens, wenn die Autos die Hierarchie wiederherstellen.

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