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    INSIDE: Eure Fragen vom Spanien GP Debriefing Chefstratege James Vowles s...

Chefstratege James Vowles schnappt sich die Fragen, die ihr uns nach dem Spanien GP gestellt habt.

Israr (@israrahmedkhan5) fragte auf Twitter:

-  Warum blieb Bottas beim ersten Stopp nicht draußen? Er hatte eine großartige Pace. Wenn er noch drei Runden oder so gefahren wäre, wäre er nach seinem Stopp vor Vettel herausgekommen.

James Vowles: "Als (Sebastian) Vettel hereinkam, fiel er im Verkehr selbst hinter (Kevin) Magnussen zurück. Es gab zwei Probleme: Das erste war, dass sein Medium-Reifen ein kleines Aufwärmfenster hatte."

"Das zweite war, dass es gegen Magnussen, der noch auf den Reifen vom ersten Stint unterwegs war, schwer war, ihn zu überholen. Vettel hatte einige Runden lang Probleme hinter ihm. Wir ließen Valtteri so lange draußen, bis er theoretisch vor Magnussen und Vettel sicher war."

"Valtteri kam herein, absolvierte einen normalen Stopp, aber hinten rechts ging das Rad nur langsam ab. Das kostete uns rund 1,3 Sekunden. Als Valtteri die Boxengasse verließ, sah man im TV, dass er 0,4 Sekunden hinter Magnussen lag. Selbst wenn der Stopp sechs oder neun Zehntel langsamer gewesen wäre, wären wir immer noch vor Magnussen und Vettel gewesen."

"Wir nutzten diesen Overcut und die Tatsache, dass Vettel einige Runden im Verkehr festhing, um die Position zurückzuholen, sodass Valtteri freie Fahrt hatte und sein Rennen fahren konnte."

"Was wäre passiert, wenn wir drei Runden länger gewartet hätten? Man konnte schon erkennen, dass Vettel nachdem er an Magnussen vorbei war, sein Warmup auf den Medium-Reifen komplett aufgebraucht hatte und er wäre, sehr, sehr schnell gewesen."

"Unsere gebrauchten Softs wären nicht schnell genug gewesen, um uns gegen ihn zu verteidigen. Dieses Fenster gab es nur für ungefähr eine Runde."

Martin Bashforth (@MartinBashforth) fragte auf Twitter:

-  Was war der entscheidende Faktor, um Valtteri und Lewis nicht beim VSC hereinzuholen?

JV: "Betrachten wir diese Fälle getrennt voneinander. Valtteri lag hinter Vettel auf P3. Wir wussten, dass Vettel mit den Reifen zu kämpfen hatte, da wir ihn während des Stints stark unter Druck gesetzt hatten. Außerdem war klar: Wenn wir stoppen, fallen wir hinter Red Bull zurück. Das kann am Ende des Rennens eine Position bedeuten. Red Bull wollte ganz klar einen Stopp machen."

"Der Schlüssel war einfach: Würden die Reifen bis zum Ende halten und okay sein? Besonders vorne links, wo sie besonders stark belastet wurden. Der zweite Faktor war: Was würde Vettel machen? Würde er zu diesem Zeitpunkt hereinkommen und könnten wir dadurch eine Position gewinnen?"

"Angesichts all der Informationen kamen wir zu dem Schluss, dass es eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür gab, dass Vettel (die Option für einen Stopp) wahrnehmen würde. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass alles andere passiert wäre, wenn wir es auch gemacht hätten, anstatt hinter Vettel und Red Bull zu bleiben. Es wäre also möglich gewesen, schlechter als P2 zu landen."

"Wir entschieden uns dazu, das Risiko einzugehen und mit den Reifen zu Ende zu fahren. Ihr habt gesehen, was passiert ist. Es war extrem eng. Es war eine sehr schwierige Entscheidung, aber schlussendlich haben wir uns in diesem Fall richtig entschieden."

"Bei Lewis gestaltete sich die Situation einfacher. Er war sehr, sehr schnell und fuhr sein Rennen unbeeinflusst an der Spitze. Während des VSC hätten wir frische Medium-Reifen aufziehen können, keine Frage, aber wir hätten dadurch 10 Sekunden verloren."

"Es geht darum, die richtige Balance zu finden, was wichtiger ist. 10 Sekunden im Rennen oder ein neuer Reifensatz. Für uns war klar, dass er durchfahren konnte, aber die 10 Sekunden hätten wir nicht mehr zurückbekommen. Das hätten die neuen Reifen nicht herausfahren können. Es ging einfach darum, das Risiko abzuwägen. Also entschieden wir uns dazu, nicht hereinzukommen und draußen zu bleiben."

Jochem (elpato_jk_17) fragte auf Instagram:

- Gegen Rennende kamen Verstappen und Vettel immer näher an Bottas heran, weil seine Reifen abbauten. Hattet ihr Angst, dass er P2 noch verlieren könnte?

JV: "Ich kann Dir garantieren, dass wir an der Boxenmauer genauso nervös waren wie du zuhause."

"Die letzten paar Runden des Rennens waren für Valtteri extrem haarig. Wir wussten, dass der Gummi am linken Vorderreifen sehr heruntergefahren sein würde und es war eine sehr schwierige Entscheidung. Aber er hatte acht Sekunden Vorsprung auf den Red Bull hinter sich."

"Was wir versuchten, war, ganz langsam etwas von dieser Rennzeit aufzubrauchen, um in den entscheidenden Kurvenabfolgen langsamer zu werden und dadurch auf den Reifen achteten, ohne im verbleibenden Gummi allzu viel Temperatur zu verlieren."

"Das ist eine sehr, sehr schwierige Balance. Das kann man nicht oft genug betonen. Valtteri hat außerordentlich gute Arbeit geleistet. Wir haben ihn in eine sehr schwierige Situation gebracht und er ist perfekt damit umgegangen und bis zum Ende auf den Reifen geachtet, genauso wie wir es von ihm verlangt haben."

Anthony Liddell fragte auf Facebook:

-  Wie sehr musste Bottas gegen Ende auf die Reifen achten und wie nah war das Team dran, ihn hereinzuholen?

JV: "Das ist eine richtig gute Frage und sie passt sehr gut zur Frage von Jochem. Also machen wir mit dem Thema weiter. Für Valtteri war es gegen Rennende auf des Messers Schneide."

"Wenn das Rennen ein oder zwei Runden länger gewesen wäre, hätten wir uns in großen Schwierigkeiten wiederfinden können. Valtteri hat verdammt gute Arbeit abgeliefert, besonders beim linken Vorderreifen. Das war der schwache Reifen, auf den er gut aufpassen musste, während er trotzdem die Performance fortsetzen musste."

"Wir haben nie darüber nachgedacht, Valtteri in den Schlussrunden noch einmal hereinzuholen, weil wir zuversichtlich waren, dass er es schaffen würde. Wir haben eine Reihe an Messwerten am Auto, die uns bei dieser Entscheidung geholfen haben. Zum Beispiel kann man sehen, welche Vibrationen an den Reifen vorherrschen."

"Als wir uns angesehen haben, wie sehr Vettel auf die Reifen Acht geben musste, bemerkten wir, dass es davon abhing, ob er im Verkehr steckte oder nicht oder ob er Überrunden musste."

"Gegen Rennende kam es immer noch darauf an, etwas von der Rennzeit aufzubrauchen, die er zuvor auf Verstappen herausgefahren hatte. Wir mussten nur sicherstellen, dass wir es auch bis ins Ziel schaffen würden."

Melvin Bowman fragte auf Facebook:

-  Gut gemacht und schön, dass Lewis wieder in Topform ist! Welchen Einfluss hatte der neue Asphalt auf die Reifenperformance des Teams?

JV: "Erneut eine gute Frage, die wir uns vor dem Rennwochenende sowie den Testfahrten auch selbst gestellt haben. Wer es vielleicht nicht mitbekommen hat: In diesem Jahr wurde die Strecke in Barcelona neu asphaltiert. Das erste Mal haben wir das bei den Wintertestfahrten ausprobieren können."

"Für das Auto sind im Umgang mit der Strecke mehrere Faktoren wichtig. Einer davon ist: Wie ist die Oberfläche beschaffen? Ein weiterer: Wie sieht das Layout aus? Mit anderen Worten: Wie viele schnelle, mittelschnelle und langsame Kurven gibt es und wie lang sind die Geraden. Das hat einen großen Einfluss auf das Verhalten der Reifen."

"Hinzukommen die Umgebungstemperaturen: Wie warm sind die Luft und die Strecke? Wenn man all das zusammennimmt, kommt heraus, wie gut das Auto und die Reifen funktionieren."

"Der neue Asphalt eliminiert viel von dem Wissen, das wir vorher in Barcelona angesammelt haben. Denn auf dieser Strecke sind wir schon oft gefahren. Ja, die Kurven sind die gleichen, aber die Art und Weise, wie die Reifen und das Auto funktionieren, sind ganz anders. Das wäre für alle Teams gleich gewesen. Alle hätten Zeit gebraucht, um das richtige Setup zu finden."

"Dann ging es vom Test, bei dem es relativ kalt war, zum Rennwochenende, an dem die Temperaturen am Freitag rund 43 Grad erreichten. Entsprechend muss man sich recht stark an diese veränderten Umstände anpassen, um alles richtig zu treffen."

"Schlussendlich war es eine große Veränderung. Der Asphalt war entscheidender als alles andere an diesem Rennwochenende. Entsprechend mussten sich alle Teams daran gewöhnen, lernen und von vorne anfangen."

Lim Ming Xian (mingxian2393) fragte auf Instagram:

-  Hatte die dünnere Lauffläche der Pirelli-Reifen an diesem Wochenende einen Einfluss auf die Performance von Mercedes?

JV: "Blicken wir etwas zurück: Alle Wintertestfahrten fanden in diesem Jahr in Barcelona statt. Wir hatten acht Testtage in zwei Wochen. Unser Auto funktionierte während der Wintertests extrem gut. Es war auf kürzeren und längeren Runs konkurrenzfähig und funktionierte mit allen Reifentypen, die uns zur Verfügung gestellt wurden. Das waren die normalen Pirelli-Reifen mit der vollen Lauffläche."

"Als wir mit den veränderten Reifen ins Rennwochenende gegangen sind, erkannten wir die gleichen Charakteristiken. Das Auto funktionierte extrem gut bei verschiedenen Temperaturen. Unser Schluss daraus war, dass unser Auto aus verschiedenen Gründen, darunter das Streckenlayout und die Oberfläche, in Barcelona sehr gut funktioniert."

"Bei den Wintertests waren die Temperaturen recht kalt und an einem Tag hat es sogar geschneit. Trotzdem erkannten wir - und genau genommen sogar fast alle Teams - starke Blasenbildung an den Reifen. Blasenbildung entsteht, wenn der Reifen viel zu heiß wird, dann erkennt man den daraus resultierenden Schaden an der Oberfläche des Reifens. Das kann zu starken Schwierigkeiten führen, wenn man diese Reifen für einen langen Zeitraum nutzt."

"Wir - und auch alle anderen Teams - wurden beim Bahrain Grand Prix in diesem Jahr von Pirelli darüber informiert, wie sie darauf reagieren würden. Ihre Entscheidung war, die Lauffläche des Gummis zu reduzieren, um so gegen die Blasenbildung vorzugehen, da diese schlimme Auswirkungen auf die Reifen haben."

"In Folge dessen wussten wir zu Beginn des Wochenendes in Barcelona noch nicht, wie genau die Charakteristiken aussehen würden und ob sie uns liegen würden oder nicht. Tatsache ist, dass am Ende unsere Performance von den Wintertests auch am Rennwochenende Bestand hatte."

Dan Whiteside (dan_whiteside) fragte auf Instagram:

-  Was bedeutet es aus technischer Sicht, wenn Lewis sagt, dass das Auto ihm "mehr liegt"?

JV: "Die Fahrer müssen sich im Auto extrem wohl fühlen, um auch das letzte bisschen Performance herausquetschen zu können. Defür benötigen sie einige Dinge, nämlich eine Balance."

"Das bedeutet, dass sich das Auto in schnellen, mittelschnellen und langsamen Kurven für sie gleich gut anfühlen muss, ohne Über- oder Untersteuern."

"Es ist schwierig, eine Fahrzeugbalance hinzubekommen, die dies bei allen verschiedenen Geschwindigkeiten und Temperaturen ermöglicht. Zudem muss der Reifen im richtigen Fenster funktionieren, sowohl vorne als auch hinten. Es darf sich nicht während der Runde oder der folgenden Runden verändern, es muss eine konstante Balance sein, die der Fahrer spüren und verstehen kann. Nur dann kann er sie ausnutzen."

"Valtteri und Lewis haben an diesem Wochenende beide gesagt, dass die Fahrzeugbalance und die Reifen für sie extrem gut funktioniert haben und das schafft Vertrauen in das Auto, um zu pushen, mehr Performance herauszuholen und das Setup zu optimieren, um in eine bestimmte Richtung zu gehen, mit der wir noch mehr Performance erzielen können."

"Wenn Lewis also sagt, dass ihm das Auto mehr gelegen hat, müssen die Reifen für ihn richtig sein, die Fahrzeugbalance muss stimmen, so dass er seine Performance und die des Teams weiter pushen kann, damit wir das erzielen können, was wir am Wochenende geschafft haben."

Edo (@EdoCarminati) fragte auf Twitter:

-  Werden die Silberpfeile auch in Monaco und auf ähnlichen Strecken stark sein? Im vergangenen Jahr war Monte Carlo ein sehr schwieriges Rennen für das Team. Ich hoffe natürlich auf eine ähnlich tolle Leistung wie in Barcelona!

JV: "Diese Frage stellen wir uns gerade selbst. Der Monaco Grand Prix ist eine außergewöhnliche Strecke. Sie ist ganz anders als alle anderen Strecken, auf denen wir fahren."

"Zunächst einmal ist es natürlich ein Straßenkurs. Die Fahrer müssen sich erst daran gewöhnen, in dieser Phase werden sie im Laufe des Wochenendes immer besser. Wir fahren auf einer Straße, die Streckenoberfläche ist ganz anders als auf einer normalen Rennstrecke."

"Ferrari, Red Bull und wir befinden uns in diesem Jahr in einem harten Dreikampf. Alle drei Autos besitzen ähnlich viel Abtrieb. Ja, es gibt Unterschiede wie in Barcelona, aber viel davon hängt davon ab, dass uns die Streckencharakteristik liegt. Vor Monaco steht ganz klar fest, dass wir um den Sieg und die Pole Position kämpfen - aber das gilt genauso für Ferrari und Red Bull."

"Im vergangenen Jahr hatten wir kleine Fehler in unserem Setup, die, wie man sehen konnte, kostspielig waren. Entsprechend hatten wir Schwierigkeiten, die Performance herauszuholen. Diese haben wir verstanden, aber ich bin sicher, dass es weitere Probleme geben wird, was aber auch für unsere beiden Hauptgegner gilt."

"In Monaco kommt es darauf an, diese kleinen Schwierigkeiten auszuräumen und die Performance über das Wochenende hinweg aufzubauen. Wo wir stehen? Wir gehen erhobenen Hauptes in das Wochenende und wollen um den Sieg kämpfen. Aber es wird ein harter Kampf."

12:44

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