f1silverstone2015jki1751269jpg1280x496q85crop-smartmask-0203px200203pxsubjectlocation-28342C1110upscalejpg

25.07.2015

Toto: “Das Team funktioniert gut, aber wir dürfen uns keinen Moment ausruhen”

F: Bislang hat noch nie ein Team in der Geschichte der Formel 1 beide Autos bei zehn aufeinanderfolgenden Rennen auf das Podium gebracht. Ihr könntet das am Sonntag schaffen. Sagt das mehr über das Auto oder die Fahrerpaarung aus?

TW: Zunächst einmal möchte ich betonen, dass wir es noch nicht geschafft haben. So etwas ist immer gefährlich. Wir hatten solche Diskussionen schon früher und dann bleibt es bei neun Mal und es gibt keinen Rekord. Diese Rekorde bedeuten nicht viel. Es zeigt, dass du ein Team zusammengestellt hast, das funktioniert. Es geht nicht darum, ob dies am Fahrer oder dem Motor oder dem Chassis liegt. Es ist eine gemeinsame Anstrengung vieler Menschen und klar, wenn uns das gelingen würde, wäre das gut.

F: Was hältst du vom Token-System in diesem Jahr? Ihr und eure Gegner konntet dadurch die Motoren während der Saison weiterentwickeln. Wäre es gut für den Sport, wenn das nächstes Jahr auch so wäre?

TW: Es gibt einen Plan, um mit dem Token-System weiterzumachen, allerdings in reduzierter Form. Es geht um Tokens, diese sind nicht mit der Performance gleichzusetzen. Manchmal ist es komplizierter. Dennoch gibt es laufende Gespräche darüber, wie wir mit der Situation zukünftig umgehen wollen. Wir erkennen an, dass Honda und Renault sich in einer schwierigen Position befunden haben. Dies ist eine gemeinsame Plattform. Wir arbeiten mit der FIA und dem kommerziellen Rechteinhaber zusammen, egal ob wir das System anpassen oder nicht.

F: Ein normales Formel 1-Rennen geht über eine Distanz von ca. 305 km, abgesehen von Monaco natürlich. Die Durchschnittsdauern sind jedoch unterschiedlich. Das führt zu extremen Momenten. Die Rennen in Monza dauern eine Stunde 20 Minuten. In Singapur sind es hingegen zwei Stunden - das ist für TV-Zuschauer manchmal vielleicht etwas schwierig. Wurde darüber nachgedacht, die Renndistanzen an die durchschnittliche Dauer eines Rennens auf einer bestimmten Strecke anzupassen, um es so vielleicht für eine jüngere Generation an TV-Zuschauern schmackhafter zu machen?

TW: Eine interessante Idee. Ich glaube, dass wir das Phänomen erleben: je jünger die Zuschauer sind, desto weniger Geduld haben sie. Es scheint so, dass, egal was man sich auf seinem Gerät ansieht, es muss kurz, schnell und einfach sein. Ein Formel 1-Rennen ist jedoch lang. Aber so ist es. Ob zwei Stunden zu viel sind oder eine Stunde und 20 Minuten oder eine Stunde und 10 Minuten die richtige Zeit ist, das ist eine Frage für die FIA und den kommerziellen Rechteinhaber. Natürlich kann man mehr Werbung verkaufen, wenn das Rennen länger ist. Das ist gut für das Einkommen. Die Frage ist aber wirklich interessant.

F: Der kommerzielle Rechteinhaber hat angedeutet, dass Renault bei einer möglichen Rückkehr als Teambesitzer die Gelder für ein historisches Team erhalten könnte. Dieses Geld kann aus zwei Quellen kommen: Entweder vom kommerziellen Rechteinhaber oder von dem Pott für die Teams. Wenn letzteres der Fall wäre, wärt ihr dann bereit, euren Anteil umzuverteilen, um die historischen Zahlungen an Renault zu ermöglichen?

TW: Es ist ähnlich wie vor ein paar Jahren. Die Verträge wurden verhandelt und zwischen dem kommerziellen Rechteinhaber und dem jeweiligen Team abgeschlossen. So ist es im Moment und das ganz ohne Einfluss von den Teams von außen..

F: Wir haben heute Renault und einen französischen Fahrer, aber keinen Frankreich GP. Wir haben Mercedes und deutsche Fahrer, aber in diesem Jahr gab es keinen Deutschland GP. Wir haben Ferrari, Toro Rosso und Pirelli und in zwei Jahren verlieren wir möglicherweise den Italien GP. Was hältst du davon? Sollten die Teams den Organisatoren dabei helfen, ihre nationalen Grands Prix zu vermarkten, vielleicht mit Geld, Publicity, Management oder Marketing?

TW: Meine persönliche Meinung ist, dass diese legendären und historischen Grands Prix wichtig für den Sport sind. Aber es gibt eine sehr heikle Balance, die man erzielen muss. Sie besteht daraus, Einnahmen für den Sport und die Teams zu generieren. Deshalb sind diese Entscheidung nicht immer ganz so einfach. Für uns ist der Deutschland GP ganz sicher sehr wichtig, ebenso wie Monza und Spa. Aus unserer Sicht wäre es also gut, wenn wir diese Grands Prix beibehalten könnten.

F: Michelin hat bekannt gegeben, dass sie sich um den Reifenvertrag ab 2017 bemühen werden. Allerdings mit einer anderen Herangehensweise als Pirelli. Sie möchten 18 Zollreifen mit denen es Einstopprennen geben soll. Pirelli hat quasi gesagt, sie machen alles, was die Formel 1 möchte. Was würdet ihr vom Reifenhersteller bevorzugen?

TW: Zunächst einmal sollte an seinen aktuellen Partner respektieren. Wir haben mit Pirelli verschiedene Phasen erlebt und sie hatten eine recht schwierige Aufgabe, das zu erfüllen, was gerade gefragt war. Wir wollten mehr Stopps und einen spektakulären Reifen, der schnell an Grip verliert - den wir vor einigen Jahren hatten und dann nicht mochten. Als Reifenhersteller ist die Sicherheit das Wichtigste. Deshalb wurden sie konservativer, was zu weniger Stopps führte. Vor uns liegt ein weiteres Jahr mit Pirelli. Was auch immer danach passiert, wir müssen uns auf diese Partnerschaft konzentrieren und sie für 2016 hinbekommen. Wir müssen in dieser Partnerschaft gemeinsam den bestmöglichen Reifen für die bestmögliche Show 2016 produzieren. Was danach passiert, liegt nicht in unseren Händen. Das ist eine Angelegenheit für die FIA und den kommerziellen Rechteinhaber. Sie müssen es ausschreiben und entscheiden.

Sorry, es scheint so, als sei die Version deines Browser zu alt!

Bitte aktualisiere deinen Browser oder lade eine aktuelle Version der unten aufgelisteten Browser herunter.

Internet Explorer Mozilla Firefox Opera Browserr Google Chrome