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13.04.2015

Toto Wolff: “Beide Fahrer haben heute ihre Emotionen gezeigt”

Toto, wie verlief das Debriefing?

TW: Interessant. Es war ein gutes Debriefing, weil es ein positives Debriefing war. Es gab keine Animositäten. Es gab viel Positives heute. Wir haben im Rennen keine Fehler gemacht. Insgesamt herrscht bei jedem eine gute Stimmung vor.

War es gut von Nico, sich zu beschweren? War es gut von Lewis, langsamer zu fahren?

TW: Es war gut für Nico, sich zu beschweren und es war gut für Lewis, langsamer zu fahren. Lewis lag in Führung. Er kontrollierte die Pace. Wir erwarteten im Rennen Option/Prime/Prime zu fahren. Wir haben unsere Lektionen aus Malaysia gelernt und dachten, dass wir vielleicht wieder Schwierigkeiten bekommen könnten. Dann bemerkten wir jedoch, dass der Option viel besser als erwartet funktionierte und wir wollten Ferrari mit dem Option abdecken. Deshalb setzten wir den Option im zweiten Stint ein. Der Fahrer bemerkt dann, dass er die Option-Reifen drauf hat, aber er weiß nicht, was hinter ihm vor sich geht. Also kontrolliert er seine Pace. Lewis kontrollierte diese Pace. Aus seiner Sicht ist das absolut verständlich. Nico andererseits bekam echte Probleme, weil er hinter Lewis festhing und nicht näher an ihn heranfahren konnte. Deshalb fragte er nach einem Abstand von zwei Sekunden zu Lewis, um seine Reifen etwas mehr zu schonen. Gleichzeitig erhöhte Sebastian hinter ihm die Pace.

Kannst du verstehen, dass der Durchschnittsfan darüber verwundert sein kann, wenn der Zweite sich darüber beschwert, dass der Führende zu langsam fährt?

TW: Die Emotionen sind ein wichtiger Faktor. Ich sehe es aus beiden Perspektiven. Du kannst nicht überholen. Wenn du zu nah heranfährst, verlierst du sofort Reifen-Performance. Nico war in dieser Situation gefangen.

Und in diesem Moment kamen etwas Spannungen auf...

TW: Lewis hat nichts getan, um Nico einzubremsen, damit er Dritter oder schlechter wird. 100%. Er kannte die Abstände hinter Nico nicht. Was er aber wusste, war, dass er mit diesem Reifen länger fahren musste, als wir es am gesamten Wochenende über vorher getan hatten. Deswegen entschied er sich dazu, auf diese Weise langsamer zu machen. Nach einer Weile bemerkte das Team, dass dies Nico in Schwierigkeiten und seinen zweiten Platz in Gefahr brachte. Wenn Lewis ausgefallen wäre, hätte Mercedes dadurch möglicherweise das Rennen verloren. Wir haben am Kommandostand die Köpfe zusammengesteckt und über mögliche Konsequenzen nachgedacht. Das wusste er nicht. Als wir es im Funk angesprochen haben, mussten wir reagieren. Danach hat er die Pace erhöht und wir haben Nico als Lösung zuerst an die Box geholt, was wir normalerweise nicht gemacht hätten.

Wenn Ferrari weiter schneller wird und wir in eine Situation kommen, in der ihr Teamorder anwenden müsst: Wie macht ihr das dann? Geht ihr das Risiko ein, Dritter zu werden?

TW: Unser Hauptziel ist es, Nummer 1 zu sein. Das haben wir entschieden. Wir haben eine große Verantwortung gegenüber dem Team und einer großen Marke. Es geht nicht nur um die beiden Jungs auf der Strecke, sondern um tausend Menschen, die an diesen Autos arbeiten. Wenn es jemals soweit kommen sollte, dass wir eingreifen müssten, weil wir sonst Gefahr laufen, das Rennen zu verlieren, würden wir das tun. Wir haben nicht mehr den Vorsprung aus dem Vorjahr, als wir die beiden sich gegenseitig bis zuletzt pushen lassen konnten. Wir müssen die Abstände zwischen ihnen managen. Es hätte am Sonntag soweit kommen können, dass wir im Funk sehr streng hätten werden müssen. Dann hätten wir sagen müssen, was getan werden muss, um das Rennergebnis nicht in Gefahr zu bringen. Es könnte zu einer Situation kommen, in der wir Gefahr laufen, den Sieg an Ferrari zu verlieren. Dann müssen wir vielleicht eine unpopuläre Entscheidung treffen und sie mehr managen.

Hättet ihr das im Voraus verhindern können? Zum Beispiel eine bessere Erklärung im Boxenfunk?

TW: Du kannst nicht verhindern, dass Fahrer aufgestachelt sind. Wenn wir von unseren beiden Fahrern verlangen würden, sich super-corporate zu verhalten und nichts zu sagen, würden wir zu recht dafür kritisiert werden. Es ist aber verständlich, dass die Emotionen hochkochen. Manchmal ist es der eine, manchmal der andere. Das müssen wir akzeptieren. Es ist verständlich, dass Nico mit der Situation nicht zufrieden ist. Aber es ist auch verständlich, warum Lewis es so gespielt hat, wie er es getan hat. Wir wollen nicht jegliche Emotionen auslöschen, die sie als Rennfahrer haben. Heute haben beide Emotionen gezeigt.

Wie wird das heutige Ergebnis eure Herangehensweise an Bahrain verändern?

TW: Überhaupt nicht. Es ist gut, dass wir als Team zurückgeschlagen haben. Wir haben das Problem gelöst und die Reifen haltbarer gemacht. Wir sind dieses Problem auf verschiedene Weisen angegangen - aerodynamisch, mechanisch und beim Verhalten der Power Unit. Das hat funktioniert. So gesehen sind wir gut vorbereitet.

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