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Andy: “Man hat vielleicht wie bei einer Prüfung seine Hausaufgaben gemacht, aber man weiß nie, welche Fragen gestellt werden…”

Andy: “Man hat vielleicht wie bei einer Prüfung seine Hausaufgaben gemacht, aber man weiß nie, welche Fragen gestellt werden…”

Hinter der Mercedes-Benz Power Unit liegt ein ermutigendes Wintertestprogramm. Worin liegen die Gründe dafür?

Vieles ist auf unsere Planung zurückzuführen, die wir begonnen haben, sobald die Regeln bekannt wurden. Es reicht aber sogar noch weiter zurück - bis zum Designprozess des KER-Systems 2009 und dessen Weiterentwicklung 2010. So erhielten wir eine zweite Generation, die bei uns im Haus entwickelt und 2011 von sechs Autos eingesetzt worden ist. Damit hatten wir eine starke Basis an internem Wissen, Fähigkeiten und Kapazitäten für das Hybrid-Konzept. Ebenfalls entscheidend war unsere Stärke bei der Analyse und Simulation von Verbrennungsmotoren. Wenn ein Problem entdeckt wird, lassen wir keinen Stein unberührt, bis wir es gelöst haben.

Wie wichtig war es, im Winter so viel wie möglich fahren zu können?

Wer viel fährt, kann auch viele Dinge von seiner Liste streichen. Gleichzeitig kommen aber auch neue Punkte hinzu. Im Verlauf der Tests gab es einige Schwierigkeiten, die mit der Power Unit zu tun hatten, besonders an den letzten paar Tagen, als wir versuchten, längere Distanzen zurückzulegen. Die Ergebnisse waren dabei ermutigend, den sie bestätigten, dass unsere Prüfstandsversuche und Streckentests gut übereinstimmten.

Wie zuversichtlich sind Sie vor Melbourne?

Wir sind vorsichtig und interpretieren nicht allzu viel in die zurückgelegten Distanzen und die Performance bei den Tests hinein. Zu diesem Zeitpunkt geht es darum, unermüdlich das Risiko von Problemen an einem Rennwochenende zu minimieren. Uns allen steht eine wichtige Woche in Melbourne bevor, aber uns ist bewusst, dass dies nur das erste Rennen in einer langen Saison ist.

Ist es schon eine eigene Herausforderung, das Rennen in Australien zu beenden?

Jeder von uns arbeitet zum ersten Mal unter dem realen Druck eines Rennwochenendes. Der Zeitplan der Sessions ist unverrückbar: es gibt keine Verlängerungen. Die Präzision des Qualifyings verlangt beispielsweise nach einem akuraten Ablauf - Sekunde für Sekunde. Am Sonntag fährt die neue Generation an Autos zum ersten Mal gegeneinander auf einer Strecke. Dann werden sich erstmals der Rennverlauf und der Umgang mit dem Benzinlimit von 100 kg zeigen. Es wird faszinierend, aber die Anspannung unter den Teams wird hoch sein. Wir haben insgesamt fast 18.000 Testkilometer mit der Mercedes-Benz Power Unit zurückgelegt. Das hat uns viel gebracht, aber hat es jede Schwachstelle freigelegt? Nein. Es ist ähnlich wie bei einer Prüfung. Man hat vielleicht seine Hausaufgaben gemacht, aber man weiß nie, welche Fragen gestellt warden…

Wie viele Autos kommen am Sonntag ins Ziel?

Ich glaube, dass wir alle positive überrascht sein werden. Die Formel 1 ist voller entschlossener Menschen. Von den Ingenieuren über die Arbeiter in der Produktion bis zum Rennteam selbst - jeder hat einen enormen Siegeswillen. Die Vorhersagen vor dem Beginn der Wintertests sprachen von einem absoluten Desaster. Die Autos hätten noch nicht einmal eine Runde drehen sollen. Wenn wir uns die erzielte Kilometerleistung ansehen, ist diese ziemlich beeindruckend. Ich denke, diese Bedenken sind gesunken.

Ist die Zuverlässigkeit dennoch weiterhin der entscheidende Faktor?

Es ist eine Balance aus Performance und Zuverlässigkeit. Wir müssen sicherstellen, dass alle Aspekte des Systems perfekt abgestimmt sind, dies aber gleichzeitig keine Zuverlässigkeitsschwierigkeiten hervorruft. Im Verlauf der Saison dürfen wir pro Fahrer nur fünf Power Units verwenden, inklusive der Hybrid-Systeme. Ansonsten drohen erhebliche Strafen. Unsere Herausforderung ist es nun, die gesammelten Daten von den Testfahrten anzusehen und statistische Analysen durchzuführen, damit wir bei jedem der 19 Grands Prix eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit haben.

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