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“Beide wären ein würdiger Weltmeister”

“Beide wären ein würdiger Weltmeister”

Wow, was für ein Hammer! Nein, nicht der zurückliegende Sommer, sondern die noch laufende F1-Saison. Sie läuft bis Ende November und fast bis Dezember (kann das wirklich wahr sein?). Trotzdem fühlt sie sich noch immer wie die spannende Attraktion an, die im vergangenen März begann, als Mercedes die Bühne eroberte.

Seitdem hatten wir „Map-Gate“ (der Streit zwischen Nico und Lewis über ihre eingesetzten Power-Modi zu Saisonbeginn), Mirabeau-Gate (hat der lächelnde Nico wirklich so ein hinterhältiges Manöver abgezogen, um sich die Pole bei seinem Heimrennen zu sichern?), Stoß-Gate in Spa, als Nicos Versuch, gegen seinen nicht so leicht zu beeindruckenden Teamkollegen hart zu bleiben fehlschlug und dafür sorgte, dass Rosberg bittere Pfiffe und Buhrufe auf dem Podium ertragen musste. Und dann das: ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den WM-Titel 2014, an dessen Ende die beiden Fahrer nach 18 Rennen beinahe gleichauf liegen.

Diese Saison könnte eines Tages als ein Klassiker angesehen werden, dessen Ausgang uns auf Jahre hinweg mit einer Rivalität zwischen gegenseitigen Charakteren beglückte. Dabei scheinen beide, trotz ihrer unterschiedlichen Herangehensweisen, einfach nur Rennfahrer mit einer bemerkenswert ähnlichen Wirkung zu sein.

In der November-Ausgabe des F1 Racing Magazins analysieren wir, wie wir zu dieser Situation gekommen sind. Wir nehmen dabei nicht zu viel vorweg, wenn wir sagen, dass Lewis – Zuverlässigkeit vorausgesetzt – den Schlüssel zu seinem Titelgewinn selbst in der Hand hält. Warum? Nun ja, wie das Cover eindeutig nahelegt, ist sein „massiver Speed“ die Charakteristik, die Lewis am besten beschreibt. Und für diese Eigenschaft lieben wir ihn als Rennsport-Magazin sehr. Sie sollte auch dazu ausreichen, ihm den Titel zu bringen. Hamilton weiß das. Rosberg weiß das. Niki Lauda und Toto Wolff wissen es ebenso. Verdammt, wir alle wissen es. Wenn aber der Speed alleine ausreichen würde, um die Weltmeisterschaft zu gewinnen, hätte er schon mehr als nur eine gewonnen.

Dem ist jedoch nicht so. Das war noch nie so. Deshalb konnten Fahrer wie Alain Prost Ayrton Senna schlagen, deswegen übertrumpfte Lauda Prost, darum schlug Jody Gilles und Mario Ronnie. Und genau deswegen könnte auch der unsichtbare, berechnende und ebenso megaschnelle Nico Lewis schlagen. Allerdings nur wenn die glasklare Rennpace nicht der entscheidende Faktor ist.

Wie wir in unserer „Showdown“ Analyse feststellen, könnte man sich Rosberg leicht schon morgen als CEO eines weltweiten Konzerns vorstellen. Hamilton existiert zu diesem Zeitpunkt in seinem Leben jedoch nur zu einem Zweck – er ist ein Rennfahrer. Das ist sein ein und alles. Das macht seine Existenz aus. Und ich glaube, genau deswegen ist es für ihn so schwierig, zu akzeptieren, dass jemand anderes ihn manchmal mit gleichem Material schlagen kann. Es liegt einfach nicht in seiner konkurrenzfähigen Art, zuzugeben, dass dies möglich ist.

Nun erwartet uns also ein spannendes letztes Kapitel. Herz oder Kopf? Leidenschaft oder Gelassenheit? Inspiration oder Berechnung? Beide würden einen sehr würdigen Weltmeister abgeben. Denn beide haben regelmäßig hervorragende Leistungen gezeigt und beide haben wahrscheinlich das übertroffen, was sie vorher als ihre persönliche Bestleistung angesehen haben. Jetzt sind sie harte Gegner, aber eines Tages werden sie zurückblicken und sich an den Kampf der Titanen erinnern, den sie „in diesem fantastischen Jahr“ so sehr genossen haben. Genauso wie wir Fans im Fernsehsessel es jetzt genießen.

Lewis, Nico (und Mercedes), es war uns eine Ehre, euch zuzusehen. Möge der Bessere gewinnen.

Anthony Rowlinson [@Rowlinson_F1]

F1 Racing [@F1Racing_mag]
f1racing.co.uk

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