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BERICHT: Die Geschichte der Saison 2017 bisher…

BERICHT: Die Geschichte der Saison 2017 bisher…

Es ist erst Halbzeit in der Formel 1-Saison 2017, aber was wir bisher gesehen haben, verspricht eine spektakuläre zweite Saisonhälfte.

'Diese Herausforderung reizt uns.'

Das Jahr begann mit einem Knall, einer Bombe, um genau zu sein! Der 27-jhrige Finne Valtteri Bottas wurde nur 45 Tage nach dem Rücktritt von Weltmeister Nico Rosberg als neuer Teamkollege von Lewis Hamilton präsentiert. Voraus gingen Wochen eingehender Auswertungen, Überlegungen und Verhandlungen, um einen geeigneten Kandidaten zu finden.

Gut einen Monat nach der Bekanntgab war es dann soweit: der neue F1 W08 EQ Power+ erblickte im Rahmen eines Filmtages in Silverstone das Licht der Formel 1-Welt. Das neue Auto wurde nach radikalen neuen Regeln für die Saison 2017 entworfen. Nach acht Testtagen auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya ging es für das Team zur ersten Herausforderung des Jahres nach Australien. Hört sich anstrengend an? Das war es auch!

Auf dem wundervollen Melbourne Grand Prix Circuit bestätigten sich die Eindrücke der Testfahrten: Ferrari entpuppte sich als formidabler Gegner. Während Lewis und Valtteri die Saison mit einem Doppel-Podium für das Team eröffneten, ging der Sieg an Sebastian Vettel und das springende Pferd. "Das ist der beste Beweis dafür, dass wir in dieser Saison alle Hände voll zu tun haben werden", sagte Lewis, der die Herausforderung annahm. "Diese Herausforderung reizt uns."

Schon beim nächsten Rennen in China schlugen die Silberpfeile mit dem ersten Saisonsieg zurück. Für Lewis war es nicht nur sein fünfter Erfolg auf dem Shanghai International Circuit, sondern auch der dritte "Grand Slam" (Pole Position, Sieg, schnellste Rennrunde, Führung von Start bis ins Ziel) in seiner F1-Karriere - und es sollte nicht der letzte in dieser Saison bleiben. "Alles in allem steht es jetzt 1:1 zwischen Ferrari und uns", betonte Teamboss Toto Wolff. "Das Entwicklungsrennen hat begonnen. Dies ist erst der Anfang..."

Ping Pong zwischen Rot und Silber

Und genau so ging es mit dem Hin und Her der beiden Spitzenteams weiter. In Bahrain war wieder Vettel am Zug. Der Deutsche gewann das dritte Saisonrennen vor Lewis und Valtteri, die dem Team das zweite Doppel-Podium des Jahres bescherten. Aber auch diesmal lieferten die Silberpfeile vierzehn Tage später eine passende Antwort: Beim Großen Preis von Russland durfte das Team seinen zweiten Saisonsieg feiern.

Das Besondere daran: Es war Valtteri, der in seinem 81. Formel 1-Rennen zum ersten Mal den süßen Siegerchampagner kosten durfte. "Normalerweise bin ich nicht sehr emotional", sagte der frisch gebackene Grand Prix-Sieger. "Aber als ich die finnische Nationalhymne gehört habe, war das schon etwas ganz Besonderes für mich." Valtteri überholte beide Ferrari am Start und setzte sich in einem spannenden Duell, das sich über die gesamte Renndauer erstreckte, gegen WM-Leader Vettel durch.

Das Ping-Pong-Spiel zwischen Mercedes und Ferrari setzte sich auch an den kommenden drei Rennwochenenden in Spanien, Monaco und Kanada fort. In Barcelona und Montreal erkämpfte sich Lewis seine Saisonsiege Nummer zwei und drei. Dazwischen erlebte das Team ausgerechnet beim Saisonhighlight in den Straßen von Monaco ein schwieriges Wochenende, das Valtteri als bester Silberpfeil-Fahrer auf Platz vier beendete. "Die Realität ist, dass wir an diesem Wochenende mal im Arbeitsfenster der Reifen waren und mal nicht", erklärte Toto den schwierigen Umgang mit der kleinen "Diva" vom Typ W08. "Dadurch war unsere Performance insgesamt nicht konstant genug."

Drama in den Straßen von Baku

Als sich das Team auf den Weg zum zweiten Grand Prix auf dem neuen Baku City Circuit machte, konnte noch niemand ahnen, dass der Formel 1 eines der dramatischsten Rennen der Saison ins Haus stehen würde. Lewis lag in einem von mehreren Safety Car-Phasen geprägten Grand Prix in Führung, als er einen zusätzlichen Boxenstopp wegen eines lockeren Cockpit-Kopfschutzes einlegen musste und dadurch die Führung verlor.

Bereits zuvor gab es viel Aufregung, als Vettel in einer Safety Car-Phase gleich zweimal Kontakt mit dem W08 mit der Startnummer 44 aufnahm. "Die ganzen Jungs in den anderen Serien schauen zu uns herauf, als Weltmeister gehen wir als Vorbilder voraus – und dieses Verhalten erwartet man nicht von einem mehrmaligen Champion", sagte Lewis, der Baku als enttäuschter Fünfter verließ.

Die Aufholjagd des Rennens zeigte derweil eindeutig Valtteri: Er lag nach einer Berührung am Ende der ersten Runde mit einer Runde Rückstand auf dem letzten Platz und kämpfte sich in den verbleibenden 50 Umläufen bis auf Platz zwei nach vorne, den er sich in einem Fotofinish gegen Williams-Rookie Lance Stroll sicherte. Das Rennen gewann Daniel Ricciardo im Red Bull - es sollte der einzige Grand Prix-Sieg eines Nicht-Ferrari- oder Mercedes-Piloten vor der Sommerpause bleiben.

Raketenstart von Valtteri

Der Heim-Grand Prix von Toto Wolff und Niki Lauda in Spielberg entwickelte sich zu einer Art Fortsetzung des Duells Valtteri gegen Vettel aus Sotschi. Der Finne fuhr am Samstag seine zweite Formel 1 Pole Position ein und legte am Sonntag einen absoluten Raketenstart hin - seine Reaktionszeit betrug lediglich 0,201 Sekunden im Vergleich zu Vettels 0,364 Sekunden auf Platz zwei.

"Der Start war absolut perfekt – definitiv einer meiner besten überhaupt", sagte der strahlende Sieger hinterher. Wie in Sotschi ging es zwischen Valtteri und Vettel extrem eng zu - nach 71 spannenden Runden überquerte der "fliegende Finne" die Ziellinie nur 0,6 Sekunden vor dem Deutschen. "Das war mein bislang bestes Wochenende mit der Pole und dem Sieg", freute sich Valtteri.

Für Lewis stand das Rennwochenende in Österreich von Anfang an unter keinem guten Stern, da das Team einen Schaden an seinem Getriebe entdeckt hatte und es dieses sicherheitshalber wechselte. Die damit einhergehende Zurückversetzung um fünf Plätze brachte ihm Startplatz acht ein. Im Rennen kämpfte er sich bis auf Platz vier nach vorne und kam nur 1,4 Sekunden hinter dem Drittplatzierten Daniel Ricciardo ins Ziel.

Fantastischer Heimsieg für Lewis

Schon am darauffolgenden Wochenende bot sich Lewis bei seinem Heimrennen in Silverstone die Möglichkeit, das Blatt zu wenden und seinen Fans ein unvergessliches Erlebnis zu bescheren. Für Lewis war es ein nahezu perfektes Rennwochenende, an dem er nicht nur seine 67. F1-Pole, sondern auch seinen 57. Grand Prix-Sieg einfuhr. Damit zog er in der Wertung der meisten Poles und Siege in Silverstone mit dem legendären Jim Clark gleich und baute seine Präsenz in den Formel 1-Geschichtsbüchern weiter aus.

Zudem erzielte Lewis den fünften Grand Slam seiner Karriere - nach Shanghai und Montreal war es schon sein dritter in dieser Saison. "Ich bin überglücklich… Dies muss einer meiner schönsten Siege hier sein", sagte Lewis am Ende eines verrückten Tages in Silverstone. " Jedes Mal wenn ich aus Kurve sieben herausfuhr, konnte ich die Fans jubeln sehen."

Ab in die Sommerpause

Nach zehn anstrengenden Rennwochenenden fand die erste Hälfte einer Saison, die schon jetzt zu den absoluten Klassikern der Formel 1-Geschichte zählt, beim Großen Preis von Ungarn in Budapest ihr Ende. Für die Silberpfeile lief es beim elften Saisonlauf auf dem Hungaroring nicht ganz so gut wie beim Doppelsieg vor heimischer Kulisse zwei Wochen zuvor in Silverstone. Lewis und Valtteri beendeten das letzte Rennen vor der Sommerpause auf den Plätzen drei und vier.

Wie so oft wurde der Hungaroring vor den Toren Budapests seinem Ruf gerecht, eine Strecke zu sein, auf der das Überholen nahezu unmöglich ist. Weder Valtteri noch Lewis fanden im Verlauf des Rennens einen Weg an den beiden Ferrari vorbei - obwohl der Führende Vettel wegen eines Problems an der Lenkung nicht die erwarteten Rundenzeiten fahren konnte und von seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen abgeschirmt wurde.

Selbst ein strategischer Platztausch zwischen Valtteri und Lewis, um dem Briten einen Angriff auf die Roten zu gewähren, half nichts. "Mir wurde versprochen, dass Lewis mir den Platz zurückgeben würde, sollte es nicht aufgehen", sagte Valtteri. "Ich denke nicht, dass jeder Teamkollege das im Titelkampf machen würde. Das war also sehr nett von ihm und es zeigt, dass er ein echter Teamplayer ist."

Auf geht's!

Mit einem der spannendsten Ungarn Grand Prix der letzten Jahre verabschiedete sich die Formel 1 in die wohlverdiente Sommerpause. Aber erst nach zwei Testtagen mit unserem Mercedes-Junior George Russell, der am Dienstag und Mittwoch nach dem Rennwochenende zum ersten Mal am Steuer des W08 saß. "Es war unglaublich", sagte der junge Brite. "Darauf habe ich mich lange gefreut. Jeder junge Fahrer träumt davon, ein Formel 1-Auto zu fahren. Vor 48 Stunden fuhr ich auf der gleichen Strecke noch ein GP3-Auto, aber heute war es komplett anders."

Zu Beginn der zweiwöchigen Pause wandte sich der Chef mit ein paar anfeuernden Worten an seine Mannschaft: "Es ist noch alles drin und beide Weltmeisterschaften sind vollkommen offen", sagte Toto. "Jetzt haben wir die Zeit, um die Akkus aufzuladen und mit frischer Energie in die zweite Saisonhälfte zu gehen."

Auf geht's!

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