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Brasilien GP – Renn-Blog

Brasilien GP – Renn-Blog

Sonntag, Rennwochenende

Um es mit einem Songtext zu sagen: "Das Ende ist nah". Zumindest für dieses Rennwochenende. Dabei nimmt die Spannung immer mehr zu. Die Sonne grüßt uns schon am Morgen, es steht ein Rookie auf der Pole, gefolgt von den vier Titelanwärtern. Zudem wollen Michael und Nico jede Gelegenheit ergreifen, um Fehler der Anderen oder schwache Strategien auszunutzen!

Es wurde schon oft gesagt, dass diese Saison einen der besten Titelkämpfe seit vielen Jahren besitzt und genau das bestätigte sich in Brasilien. Es ist unglaublich, wie viele Siegmöglichkeiten es gibt.

Abseits des Rennens in Brasilien muss ich ein Geständnis ablegen: Ja, das bin ich in der Channel Five Dokumentation über Stobarts "Trucks and Trailers" und ja, für meinen Einsatz in der Dokumentation hatte ich auch einen Auftritt bei Harry Hills TV Burp. Jetzt wisst ihr es!

Ich muss gestehen, dass die Formel 1 für mich ein Augenöffner war, sie hat mein Leben verändert. Promis, Weltreisen, tolles Essen, tolle Leute, wobei ein oder zwei ehrlich gesagt schon etwas seltsam sind! Dies ist meine erste Saison im Rennsport und ich begann gleich in der Königsklasse des Motorsports, beim amtierenden Weltmeister, zusammen mit dem siebenfachen Champion und einem zukünftigen Champion... ich lebe einen Traum.

Aber zurück zum heutigen Geschehen. Das Rennen rückt näher und die Jungs haben alle ihre Rennanzüge übergestreift, die Funkchecks sind erledigt und die Autos ebenfalls überprüft. Man kann die Anspannung im Fahrerlager regelrecht spüren, eine Spannung, die es sonst nirgends gibt. Hin und wieder hört man jemanden rufen oder anfeuern, wenn ein Fahrer kurz an die Öffentlichkeit tritt und die brasilianischen Fans nicht zurückweichen. Mit dem Sonnenschein trifft auch der Glamour im Fahrerlager ein. Die Damenwelt zeigt so viel, wie es modisch gerade noch so als anständig gilt. Die Kerle strecken hingegen ihre Brust raus, als ob es sich um ein Paarungsritual eitler Pfauen handeln würde. Besuchergruppen werden in und aus den Boxen geführt und alle möchten so nah wie möglich an die Formel 1 herankommen, Teil des Ganzen sein und vielleicht ein wichtiges Autogramm abstauben.

Sieben Tage harter Arbeit, voller Wutanfälle, Schnitten und blauer Flecken, Erfolgen und Misserfolgen finden jetzt ihren Höhepunkt: 71 Runden voller Adrenalin, Benzin (wovon 5% heutzutage Biosprit sind) und purem Racing! Wenn ihr diese Zeilen lest, wisst ihr bereits, wie das Ergebnis aussieht, also werde ich auch nicht noch einmal mit den Details der ganzen Spannung langweilen. Was ich aber festhalten möchte, ist, dass Michael und Nico ein tolles Rennen gezeigt haben, das Team gute strategische Entscheidungen getroffen hat und wir alle Red Bull eine Runde Applaus zum Gewinn des Konstrukteurstitel spendieren - immerhin lösen sie uns damit ab.

Somit bleibt für mich nur noch eins zu tun, nämlich euch zu danken. Es war mir eine Ehre, diesen Blog zu schreiben und hoffentlich war er für euch auch schön zu lesen. Jetzt geht es für mich wieder an die Arbeit. Der gesamte Zirkus muss zusammengepackt und auf einen 14-Stundenflug in den Mittleren Osten gesendet werden. Unser nächster Halt ist Abu Dhabi...

Obrigado

Samstag, Rennwochenende

Weiter geht's! Es ist bereits Samstag. Wo ist nur die Zeit geblieben? Aber eins kann ich euch sagen: es regnet. In dieser Saison hat es bei jedem Rennen einmal geregnet und meistens am Samstag.

Heute fällt der Blog etwas kürzer aus als an den Vortagen. Das liegt einfach daran, dass weniger los ist. Trotzdem ist es bei Leibe kein ruhiger Vormittag an der Strecke. Die Vorbereitungen in der Box und der Hospitality laufen auf Hochtouren. Noch ist das Fahrerlager wie leer gefegt, oder in unserem Fall leer gespült, aber alles ist bereit für die Teams, Presse, Gäste und Fans. Wer mutig genug ist, kann jetzt nahezu jeden im Fahrerlager ansprechen und interessante Informationen über junge und alte Fahrer, frühere und aktuelle Teams in Erfahrung bringen.

Der Grund für den Zustrom an Besuchern ist klar: Es ist Zeit für das Qualifying, den alles entscheidenden Moment, wenn alle Teams und Fahrer hoffen, dass es diesmal zur Pole Position reicht. Im letzten Jahr stand Rubens hier auf der Pole und der Kampf um die Konstrukteurs- und Fahrerkrone ist den Leuten um mich herum noch gut in Erinnerung.

Vorher gibt es aber noch Rahmenrennen. In Brasilien fährt die Formel 3 und der Porsche Cup. Also bleibt es an der Strecke nur sehr kurz ruhig... es herrschen unterschiedliche Lautstärkepegel vor, das Summen wie in einem Bienenstock steigert sich langsam zu einem ohrenbetäubenden Crescendo der hochdrehenden Formel 1-Motoren! Es gibt absolut keinen vergleichbaren Sound. Das sollte man wenigstens einmal im Leben erlebt haben... es wird dich verändern oder du wirst taub davon!

Das Qualifying findet um 14:00 Uhr statt, also gibt es noch viel Feintuning zu erledigen, die Daten werden gecheckt, das Wetter überprüft, die Strategie geplant und die Köpfe zerbrochen. Für eine Gruppe glücklicher Gäste beginnt am Vormittag der Pit-Walk. Überall blinzeln Augenpaare in die Boxen und versuchen, zu erhaschen, was dort vor sich geht. Es ist ein ständiges Flüstern und Murmeln zu vernehmen - sie wundern sich, "wie sauber alles ist" oder fragen sich beim Anblick eines abmontierten Flügels am Boden, "ob das der F-Kanal ist?".

Das Fahrerlager ist jetzt ein ganz anderer Ort geworden. Ich verbringe die meiste Zeit hier, hier sieht und hört man alles. Aber im Regen erlebt man Momente, die sich nur als Komödie bezeichnen lassen. Nennt mich altmodisch, aber warum sollte man Kleidung tragen, die mehr für den Strand als den Regenwald gedacht ist - ihr wisst sicher, was ich meine!

Bevor ich es vergesse, hier ein paar Statistiken. Ich habe gestern den Reifenmann erwähnt. Wisst ihr, dass er im Laufe einer Saison rund 600 Mal zwischen dem Reifenbereich und der Box hin- und hergeht? Bei 32 Reifensätzen legt er einige Kilometer zurück. Nach jeder Nutzung eines Reifens werden die Ventile ersetzt. Das könnt ihr selbst ausrechnen. Gleichzeitig müssen die Reifen zwischen den Sessions gewaschen werden. Ich ziehe den Hut vor euch, Jungs.

Wer denkt, dass es an einer Rennstrecke nur nach verbranntem Gummi und Benzin riecht, sollte noch mal genau nachdenken. Überall riecht es nach Essen. Manchmal ist es eine Qual - man riecht Schinken zum Frühstück, Steak zum Mittagessen und Curry zum Abendessen. Und dann finden es die Leute unverständlich, dass sie im Laufe der Saison zunehmen!

Der Zeiger rückt der 2-Uhr-Position näher, also übernehme ich meine Rolle als Boxentafelhalter für Nico. Ich schnappe mir meine Sachen, setze mein Headset auf und warte auf die Anweisungen von Jock. Was ich dabei tue? Ganz einfach: Es ist ein manueller Info-Service für den Fahrer. Er erhält auf jeder Runde Informationen zu den gefahrenen Runden, Rundenzeiten, den Vorsprung und Rückstand, wann er an die Box kommen soll und viele weitere Dinge, die ich ihm weitergeben soll. Ich lese die Informationen auf einem Monitor vor mir ab und gebe sie auf jeder Runde weiter. Bei den Boxenstopps ist das manchmal etwas knifflig, besonders wenn viele Fahrer zur gleichen Zeit reinkommen und die Positionen sich sekündlich verändern.

Wie das Qualifying verlaufen ist, muss ich nicht mehr im Detail verraten, aber es ist klar, dass wir im Rennen einiges an Arbeit vor uns haben, um ein gutes Ergebnis zu holen. Trotzdem haben wir wie immer vollstes Vertrauen in das Team und die Fahrer.

Nach der Anspannung des Qualifyings werden die Autos zum Scrutineering gebracht, überprüft und in die Box zurückgeschoben. Eine Abdeckung wird angebracht und das Auto versiegelt. Ab jetzt darf das Auto bis um 9:00 Uhr am nächsten Morgen nicht mehr angefasst werden - das nennt sich "Parc Fermé". Für mich heißt das, den Staffelstab an Sandy für die Nachtschicht zu übergeben. Morgen fasse ich meine Woche mit dem großen Finale zusammen.

Freitag, Rennwochenende

Der Freitag ist in der Formel 1 normalerweise ein hektischer Tag, der im schlimmsten Fall zu einer waschechten Katastrophe führen kann. Aber noch ist alles in Ordnung. Tatsächlich muss ich auf dem richtigen Weg sein, wenn ihr das hier lest, denn dann bin ich a) gestern Abend nicht verloren gegangen und b) wurde ich auf dem Heimweg letzte Nacht nicht überfallen! Es ist 6:20 Uhr und ich bin auf dem Weg zur Strecke und lausche den Tönen von Amy Winehouse. Sogar die Sonne scheint wieder - klasse.

Heute ist der stressigste Tag für die Jungs in der Box und es geht schon früh los. Um 7:30 Uhr müssen die Truckies und Mechaniker mit den Vorbereitungen beginnen - das Boxenstopptraining steht an. Stellt euch irgendein Szenario vor, das während des Rennens eintreten kann - von einem einfachen Reifenwechsel bis zu einem Nasenwechsel - und genau das üben sie. Es zählt nicht unbedingt jede Sekunde, sondern jedes Hundertstel oder Tausendstel. Aus der Nähe sieht die Übung wahnsinnig beeindruckend aus, aber sie lassen es so spielend einfach aussehen.

Während dessen sind die Ingenieure damit beschäftigt, die Daten des Vortages auszuwerten. Sie suchen nach Wegen, die Strategie zu verbessern und legen ihre Pläne für das erste Training fest - all das geschieht noch vor dem Frühstück!

Gestern habe ich geschrieben, dass ich euch auf eine Rundreise ohne technische Hintergründe mitnehmen werde. Dennoch gebe ich euch natürlich einige Kleinigkeiten weiter, die ich von den Jungs erfahren habe. Bevor ich hier angefangen habe, hatte ich nichts mit Motorsport zu tun, also bin ich von jeder Information fasziniert, egal wie einfach sie für all jene zu sein scheint, die glauben, dass es normal sei, ein Auto für ein paar Sekunden anzulassen, um den Motor dann wieder abzustellen, ohne je einen Meter mit dem Auto gefahren zu sein. Ich berichte euch also nicht von Statistiken, Zahlen, Ergebnissen oder schnellsten Runden, denn die erhaltet ihr über Twitter, Blogs, Facebook und Google sowieso. Dafür braucht ihr mich nicht! Stattdessen werde ich euch einen Einblick in die Arbeit mit meinen Kollegen geben, natürlich nicht von allen, denn dann würde ich das ganze Jahr über einen Blog schreiben!

Also zurück zum Anlassen des Motors. Ich weiß, dass dies sehr allgemein gesagt ist, aber es gibt eine Mindesttemperatur, die der Motor benötigt, damit er betriebsbereit ist und wenn die Temperatur darunter fällt, wird er angelassen. Sobald die richtige Temperatur erreicht ist, wird er wieder abgeschaltet. Wie oft das geschieht, hängt von der Außentemperatur ab - je kühler es ist, desto öfter muss der Motor angelassen werden. So lange der Motor läuft, checkt das Team Dinge wie den Gangwechsel und den Drehzahlbegrenzer. Das Beste daran ist: Sie machen all das mit einem Laptop!! Kein Fahrer, kein Zündschlüssel. An dieser Stelle danke ich "Chanto" für seine Infos und Hilfe... (ein Bier auf meine Rechnung, bitte!)

Nach dem Frühstück werden die letzten Vorbereitungen für das erste Training abgeschlossen. Die Motoren werden wieder angelassen, der Reifendruck und die Reifentemperatur werden überprüft und die Fahrer... Moment, die Fahrer - sind sie überhaupt hier?! Funkcheck - sollte der Funk nicht funktionieren, wird Stefan gerufen. Danach beginnt das Rennwochenende.

Jetzt geht es vor und hinter der Box und in der Boxengasse rund - dort herrscht jetzt all die Action vor. Die nationalen und internationalen Medienvertreter versammeln sich an unterschiedlichen Punkten im Fahrerlager, möglicherweise um die Überbleibsel des Frühstücks zu vertilgen, jede Menge Kaffee zu trinken und auf den kleinsten Hinweis auf eine Katastrophe oder einen Triumph auf der Strecke zu warten. Man weiß sofort, wenn etwas passiert ist und wem, denn dann sprinten alle in Richtung seiner Box.

Heute gab es nur bei Renault ein bisschen Blechschaden, aber wie immer ziehen die üblichen Verdächtigen, nämlich unsere Nachbarn in der Box nebenan, jede Menge Journalisten an. Ich werde ständig daran erinnert, dass das erste Training kein echter Maßstab ist, verschiedene Benzinmengen und Setups beeinflussen das Gesamtergebnis. Jetzt kommt wieder so eine einfache Weisheit: Wusstet ihr, dass das Benzin gewogen wird? Es sind nicht einfach nur 25 Liter eures normalen Benzins von der Tankstelle... Nach 90 Minuten ist das erste Training vorbei. Zwischen dem Sound der Schlagschrauber, dem Anlassen der Motoren und ein oder zwei dahingesagten Schimpfwörtern wird es Zeit für das Mittagessen.

Beim Essen ist mir aufgefallen, dass ich euch noch nicht verraten habe, wie die Logistikrolle meines Jobs aussieht... Also los geht's. Bei den Europarennen sind mein Fahrerkoller "Stuey" (ein waschechter Formel-1-Freak, das ist eine Geschichte für sich selbst) und ich für den Transport der Rennautos, der Boxenausstattung und der Ersatzteile zu und von den Rennstrecken in ganz Europa verantwortlich. Wir arbeiten für das Logistikunternehmen des Teams Stobarts.

Das Mittagessen ist vorbei, aber ich denke, es ist nur fair, die Reifenleute "One Sugar Del" und "Harpo Harris" an dieser Stelle zu erwähnen. Sie müssen die Reifen aus dem ersten Training waschen, die Luft rauslassen und die nächsten Sätze für das zweite Training vorbereiten. Ich werde euch noch verraten, wie oft sie das in einer Saison machen müssen - die Zahl wird euch erstaunen.

Das zweite Training endet um 15:30 Uhr. Danach muss das Auto für das Rennen fertig gemacht werden. Ich versuche, euch das zu erklären... die meisten Teile des Autos haben eine bestimmte Lebenserwartung. Diese ist allerdings nicht wie bei Straßenwagen ausgelegt. Bei einem Formel 1-Auto werden die Teile für eine bestimmte Kilometerzahl oder bis zu einem bestimmten Zeitpunkt eingesetzt. Am Rennwochenende werden dann die bestmöglichen Teile eingebaut. Deshalb wird das Auto am Samstagabend, manchmal bis tief in die Nacht, komplett auseinandergenommen und dann für das Rennen neu aufgebaut. Wenn ihr jetzt noch bedenkt, wie viel zu diesem Zeitpunkt bereits an Arbeit hinter den Jungs liegt, dann versteht ihr, warum ein Rennen aus mehr als nur ein paar Runden auf der Strecke besteht - es ist eine stetige Tretmühle, ein Marathon mit einem Sprintzieleinlauf.

Morgen sehen wir, wie es weitergeht...

Donnerstag, Rennwochenende

Mein Name ist Ivor Bourne und ich bin im Team für die Logistik, die Unterstützung der Hospitality und die Sicherheit zuständig. Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, habe ich ziemlich viele Aufgaben, von denen ich euch in meinem Blog berichten werde.

Los geht es am Donnerstagmorgen um exakt 07:00 Uhr. Zu dieser Zeit beginnt normalerweise unsere erste 12-Stunden-Sicherheitsschicht. Wir sind beim vorletzten Saisonrennen in Brasilien und natürlich zieht der Titelkampf die größte Aufmerksamkeit auf sich - selbst bei jenen, die kein Benzin im Blut haben. Die Temperaturen sind frisch, aber die Sonne scheint - es könnte allerdings im Laufe des Tages etwas nieseln. Dabei soll es jedoch warm bleiben - schöne Aussichten! Zu dieser Tageszeit ist das Fahrerlager noch ziemlich ruhig. Man tauscht sich mit den anderen Sicherheitsleuten, den örtlichen Mitarbeitern und den Fotografen aus, die auf einen ersten Schnappschuss hoffen.

Da ich keine technische Rolle im Team ausfülle, möchte ich euch einen kleinen Überblick darüber geben, wie die Formel 1 aus Laiensicht funktioniert. Dazu nehme ich euch auf eine Tour hinter die Kulissen mit.

Mein Rennwochenende beginnt acht Tage bevor die Ampeln in der Startaufstellung erlöschen. Der Countdown beginnt am Samstag bei unserer Abreise in Richtung Brasilien, wo wir in den frühen Morgenstunden des Sonntags ankommen. Zum Glück hatten wir hier eine kleine Atempause, bevor am Montag der erste volle Arbeitstag anstand. Für die Boxentechniker, auch bekannt unter dem Begriff "Truckies", heißt es dann, aus einem Bereich von rund 400 Quadratmetern eine voll funktionstüchtige Formel 1-Box zu gestalten, die aus zwei Bereichen für die Autos und eigenen Bereichen für die Motoren, die Getriebe, die Verbundstoffe, das Benzin, die Druckluftanlagen, die Hydraulik und die Reifen besteht. Danach müssen wir noch ein Plätzchen für die Elektronik und die Ersatzteile finden. Am Ende bleibt nicht viel Platz übrig, besonders in den kleineren Boxen! Während des Aufbaus arbeite ich vor allem mit unserem Hospitality-Team von Rocket Foods zusammen. Ben und Martin, das sind unsere charismatischen Köche, Tim und Pete servieren die besten Cappuccinos und die fruchtigsten Fruchtsäfte (Mango-Limette war einfach fantastisch!) und nicht zu vergessen unsere beiden Mädels Bryony und Anika, die wohl charmantesten und selbstloses Seelen im Fahrerlager, die unermüdlich dafür schuften, dass es hier das beste Essen und die besten Getränke gibt. Bei diesem Rennen zählt auch die einzigartige Sandy zu unserem Team und der Nacht-Security. Wir schaffen gerne einen Bereicht der Ruhe und Gourmetküche... zumindest versuchen wir es! In Interlagos sind die Räumlichkeiten sehr eng und es ist nicht leicht, 70 Teammitglieder an sechs Tischen unterzubringen - aber irgendwie schaffen wir es doch! Wie alles ineinandergreift, wird in anderen Blogs erklärt, aber ihr könnt euch sicher vorstellen, dass nicht immer alles nach Plan läuft - aber am Ende klappt doch immer alles.

Aber ich schweife ab, kommen wir zurück zum heutigen Tag. Das Fahrerlager füllt sich ab 8:30 Uhr langsam mit Teammitgliedern, die letzte Hand an die Autos anlegen. Unsere Jungs beginnen fast schon roboterhaft mit ihrer Arbeit, spulen diese aber nicht einfach nur ab, sondern sind so eingespielt, dass sie genau wissen, zu welchem Zeitpunkt sie was zu tun haben. Heute geht es etwas gelassener zu, da wir gestern einen extrem produktiven Tag hatten... gestern Abend war das "Team Dinner" angesagt! Wie heißt es so schön? Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Heute wurden nicht sehr viele Ölgemälde ausgestellt! Dennoch nimmt alles Gestalt an und der Kommandostand scheint so gut wie fertig zu sein. Das bedeutet: Die Computer und die Telemetrieausrüstung sind bereit für die Renningenieure. Auch die Reifen sind auf ihrem Weg, cirka 32 Sätze müssen identifiziert, mit Luft befüllt und in Reifenwärmer gepackt werden, mit denen bestimmte Bereiche des Reifens auf Temperatur gebracht werden können.

Das Fahrerlager ist wie das 'who's who’ des Rennsports. Ehemalige und aktuelle Fahrer kommen, gehen und sprechen miteinander. Ehrlich, es ist klasse, die Helden der Vergangenheit und Gegenwart auf einem so engen Gebiet gemeinsam zu sehen - von Fittipaldi bis Jackie Stewart, Vettel bis Rosberg, Schumacher bis Barrichello. Ihr könnt es euch sicher vorstellen. Im Laufe des Vormittags erwachen die Autos der verschiedenen Teams zum Leben. Die Mechaniker lassen die Motoren an und checken die Systeme - glaubt mir, das kann ziemlich laut werden, vor allem wenn der Sound von den alten Gebäuden der Boxengasse in Brasilien zurückgeworfen wird.

Kurz vor dem Mittagessen nimmt die Aktivität etwas ab und alle im Team sind zufrieden.

Gestärkt geht es wieder an die Arbeit. Für mich heißt das: Weiter Wache halten. Unter normalen Umständen würde das in manchen Kreisen sicher als ziemlich banal angesehen, aber in der Formel 1 gibt es keine Langeweile. Natürlich bleibe ich immer konzentriert und wachsam, aber dabei bieten sich oft gute Gelegenheiten, um die Leute mit denen ich arbeite, kennen zu lernen. Das hat mir zu Beginn meiner Tätigkeit hier richtig gehend die Augen geöffnet. Ich habe einige fantastische Leute getroffen und nein, ich werde euch nicht mit deren Namen langweilen - aber so erhältst du eine ganz andere Perspektive für den Sport. Sind wir ehrlich: Was geschrieben wird, ist oft gar nicht wahr.

Aber zurück zum heutigen Tag. Der Donnerstag ist für die Fahrer ein Pressetag - das ist heute nicht anders. Unsere Box liegt neben der eines bekannten Getränkeherstellers. Angesichts der WM-Situation ist dort viel los - Fotografen, Kameraleute und Autogrammjäger scharen sich dort, immer bereit zuzuschlagen. Aber auch wir erhalten mit Michael und Nico einiges an Aufmerksamkeit in der Formel 1. Entspannter als am Donnerstag sieht man die Fahrer selten, denn ab Freitag steigt die Anspannung stetig an. Nach den Presseterminen verteilen sich die Massen schnell im Fahrerlager und die Gäste sowie Journalisten machen sich über das verbliebene Essen und die Getränke her, die von den Teams angeboten werden. Auch die Teams nehmen ihr Abendessen an der Strecke zu sich, da es für den Donnerstag keine feste Zeit für das Arbeitsende gibt.

Für mich ist der Tag an dieser Stelle jedoch vorbei. Vor mir liegt eine 40-minütige Rückfahrt in unser Hotel - dabei werde ich mir überlegen, worüber ich morgen schreibe! Und denkt dran, wenn ich auf dem Weg ins Hotel falsch abbiege, ist das eine Geschichte für sich...

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