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Das schnellste Safety Car aller Zeiten

Das schnellste Safety Car aller Zeiten

"Safety Car Go!", schallt es aus dem Funk. Jetzt heißt es, keine Zeit zu verlieren. Bernd Mayländer fährt mit dem offiziellen Safety Car der Formel 1, einem Mercedes SLS AMG, aus der Box, setzt sich vor den Führenden an die Spitze des Feldes und bleibt dort, bis die Strecke wieder sicher und frei ist.

Für den Safety Car Fahrer ist das keine einfache Aufgabe. Im Gegenteil: Mayländer muss darauf achten, dass er selbst bei schwierigsten Bedingungen nicht zu langsam fährt. "Während einer Safety Car-Phase ist die Geschwindigkeit das Wichtigste", erklärt er. Er muss den Spagat schaffen, das Tempo so zu drosseln, dass keine Gefahr besteht, er aber dennoch schnell genug fährt, damit die Formel 1-Motoren nicht wegen mangelnder Kü?hlluft ü?berhitzen, die Bremsen nicht zu stark abkühlen und der Reifendruck nicht zu sehr nachlässt.

Das Safety Car sieht oft langsamer aus als es ist. "Ein Formel 1-Fahrzeug ist im Schnitt zwischen 35 und 55 Sekunden schneller pro Runde, je nach Streckenlänge", rechnet Mayländer vor. Grob gesagt könnte ein Formel 1-Rennauto das Safety Car spätestens alle drei Runden überrunden.

Dabei sitzt der Schwabe im schnellsten Formel 1 Safety Car aller Zeiten. Der SLS AMG mobilisiert 571 PS und beschleunigt in nur 3,8 Sekunden auf 100 km/h. Trotzdem ist es ein reinrassiges Serienfahrzeug. Motor, Kraftübertragung, Performancefahrwerk, Keramikbremsscheiben - alles wie bei der Straßenversion. Das Wichtigste aber ist: das Auto ist sicher. Schnell, aber einfach zu fahren, auch und gerade in Extremsituationen.

Das erste Safety Car in der Formel 1 wurde 1973 beim Großen Preis von Kanada eingesetzt. Seit 1996 stellt Mercedes-Benz das offizielle Safety Car - beim Saisonfinale in Abu Dhabi 2010 fuhr zum 250. Mal ein Mercedes Safety Car vor dem Feld her. Mayländer kennt alle neun AMG Safety Cars aus Fahrersicht. Das erste Safety Car 1996 war sogar zunächst sein Dienstwagen!

"Der C 36 war 1996 das erste Safety Car in Magny Cours", erinnert sich Mayländer. "Damals hatte das Auto das Kennzeichen: S - BM 300." BM wie Bernd Mayländer. "Das war mein Dienstwagen." Er wurde im April ausgeliefert und Ende Mai wieder eingezogen. "Ich dachte schon, ich hätte in der ITC-Saison etwas falsch gemacht." Tatsächlich wurde aus seinem Auto das spätere Formel 1 Safety Car.

Seitdem erlebte Mayländer als Safety Car Fahrer einige denkwürdige Augenblicke. "Für mich war es ein großartiger Moment, als ich im Jahr 2001 in Hockenheim Michael Schumacher von der ersten Schikane bis zu Start/Ziel mitgenommen habe, weil er ausgefallen ist", erinnert sich Mayländer. "Mit ihm fährt man nicht jeden Tag um eine Rennstrecke." Umso mehr freut es Mayländer, dass Michael mittlerweile selbst in einem Mercedes Silberpfeil Rennen bestreitet. "Aber ich hoffe, dass ich ihn nicht mehr mit zurücknehmen muss."

Ebenso lebendig in Erinnerungen hat Mayländer den Großen Preis von Japan 2007, der wegen starken Regens und schlechter Wetterbeverhältnisse hinter dem Safety Car gestartet wurde. "Ich bin bei Regen die ersten 19 Runden am Stück am Limit gefahren", erinnert sich Mayländer. "Es war mein eigenes F1-Rennen." Am liebsten sind Mayländer jedoch jene Rennen, bei denen er gar nicht zum Einsatz kommt. "Es ist das beste Gefühl, wenn ich in der Boxengasse stehe und das Rennen relaxt anschauen kann." Jedenfalls so lange, bis es zum nächsten Mal aus dem Funk heißt: "Safety Car Go!"

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