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Der Staub legt sich – Analyse des Rennens in Indien

Der Staub legt sich – Analyse des Rennens in Indien

Neue Strecke, neue Umgebung, neue Kultur… Die Spannung, die die Premiere des Großen Preis von Indien seitens der Fans, Teams und Fahrer umgab, zeigte mehr als jemals zuvor, dass es der Formel 1 darum geht, ein neues Publikum zu erreichen.

Es geht in Ordnung zu sagen, nachdem Sebastian Vettel und Red Bull die Weltmeisterschaft 2011 bereits für sich entschieden haben, dass der weitere Verlauf des Jahres zu einer Prozession hätte werden können, weil alle "Zweitbesten" schon in Richtung 2012 blicken. Dabei vergisst man jedoch, wie konkurrenzfähig die 24 Fahrer und all die Menschen drum herum sind - bei noch drei ausstehenden Rennen, in denen viele Punkte gewonnen und Plätze in beiden Meisterschaften gesichert werden können, stürzte sich jeder kopfüber in den Indien GP; bereit, die neue Strecke zu entdecken.

Ab Freitagmorgens wurde es ziemlich deutlich, dass der Buddh International Circuit einer der Lieblingskurse der Fahrer werden würde - Gefälle, schnelle Kurven… Nico beschrieb ihn schnell als "großartig". Die meisten Fahrer begannen, die indischen Organisatoren für das zu loben, was sie mit der Strecke erreicht hatten.

Ein weiterer Faktor tauchte auf, noch bevor das erste Auto auf den Kurs abbog: die staubige Strecke… unser Feature könnte keinen passenderen Namen tragen als zum Großen Preis von Indien! Alle Teams mussten dies berücksichtigen, während sie bei den Trainings am Freitag am Setup arbeiteten. Das große Fragezeichen des Wochenendes war mit Sicherheit, wie viel Grip die Fahrer am Sonntag haben würden.

Das Team hatte einen ziemlich produktiven Freitag, Michael und Nico spulten 118 Runden ab. Ross beschrieb unsere Pace als "ordentlich" und das Team ging das Qualifying mit dem Anspruch an, die gute Geschwindigkeit der vergangenen paar Rennen zu bestätigen und dies in ein gutes Resultat umzumünzen.

MICHAEL

Nach einem durchwachsenen Freitag, als er hart daran arbeitete, ein gutes Setup für das Rennen zu finden, trat Michael mit ordentlichem Selbstvertrauen beim Qualifying an. Leider sollte er am Samstag ein paar Probleme haben - nachdem er zu Beginn von Q2 im Verkehr steckte, wollte Michael seinen letzten Lauf in Angriff nehmen, als er Vibrationen an seinen Reifen spürte. Michael beendete die Session mit einer Rundenzeit in 1:26.337 Minuten und wurde Zwölfter, dabei verpasste er Q3 um… 0,18 Sekunden!

Sein Start am Sonntag wurde wieder einmal zu Michaels Markenzeichen in dieser Saison, da er bis zum Ende der ersten Runde wieder einige Plätze gutmachte - vier, um genau zu sein. Das lässt sich teilweise durch Michaels großartige Taktik während des ersten Teils von Runde 1 erklären: anstatt einen Großteil seines KERS zu nutzen, um beim Start besser weg zu kommen, sparte sich es Michael für die zwei langen Geraden auf. Das erlaubte es ihm, sauber zu überholen und zum Start der zweiten Runde hinter Nico auf Platz acht zu fahren.

Von dort aus "kontrollierte" Michael klug seine Pace zusammen mit seinem Ingenieur, um die nötigen Zeiten zu erzielen, ohne dabei zu nah an Nico heranzukommen - das hätte seine Reifen mangels sauberer Luft schneller zerstört. Stattdessen fuhr Michael in der sauberen Luft, behielt Nicos Vorsprung im Auge und Sutil hinter sich bis zu seinem ersten Stopp in Runde 18. Dank einer weiteren großartigen Leistung seiner Boxencrew - es war in 20.892 Sekunden der schnellste Stopp des Rennens - verlor Michael lediglich zwei Positionen und fuhr schnell wieder nach vorn, als er in der 19. Runde Senna überholte.

Michael achtete während seines zweiten Stints grandios auf die Reifen, fuhr konstante Rundenzeiten im unteren 1,28er Bereich zum Ende des Stints war vor seinem zweiten Stopp der schnellste Fahrer im Feld. Sein Reifenmanagement spielte im Hinblick auf das Endergebnis eine wichtige Rolle, denn Michael blieb fünf Runden länger auf der Strecke als Nico und fuhr zu diesem Zeitpunkt seine stärksten Rundenzeiten. Das bedeutete, dass er den fünften Platz nach seinem zweiten Boxenstopp in Runde 50 behielt.

Seine Geschwindigkeit auf den letzten zehn Runden ließ Michael problemlos als Fünfter die Ziellinie überqueren… ein großartiges Resultat für ihn, vor allem nach dem komplizierten Start des Wochenendes.

NICO

Nico war einer der ersten, die das Layout der Strecke lobten, und seine Qualifying-Session zeigte in der Tat, dass er den Kurs ziemlich gut im Griff hatte. Unglücklicherweise überfuhr er in Q1 einen Kerb ziemlich hart, was dem Unterboden seines Autos einen gewissen Schaden zufügte und ihn für den Rest der Session Downforce kostete…

Die leichte Enttäuschung rührte auch daher, dass Nico in Q3 auf einer fliegenden Runde unterwegs war, als er vom Gas gehen musste, weil aufgrund des Massa-Zwischenfalls gelbe Flaggen geschwenkt wurden. Trotzdem beendete Nico die Session mit der siebtschnellsten Zeit - eine halbe Sekunde von Button auf Position fünf entfernt - und machte ihm für das Rennen Lust auf mehr!

Nico hatte am Sonntag einen guten Start, sicherte seinen siebten Platz und behielt genügend Abstand zu den Autos um ihn herum. Während des ersten Stints war seine Geschwindigkeit ziemlich gut und die erste Hälfte seines Rennens war "ruhig" - sofern so etwas überhaupt existiert - denn Nico verbrachte die ersten 17 Runden ziemlich allen. Nico holte sich in der 17. Runde seinen zweiten Satz Prime-Reifen ab (also der weiche Reifen) und fuhr sehr gut weiter.

Leider bauten Nicos Reifen schneller ab als bei Michael und er musste in der 45. Runde für seinen zweiten und letzten Stopp in die Box abbiegen, als er begann, im Vergleich zu seinem Teamkollegen an Geschwindigkeit einzubüßen. Aufgrund eines kleinen Problems musste Nico ein wenig länger als erwartet in der Box bleiben (seine Zeit für den gesamten Stopp dauerte 22.978 Sekunden) und es brauchte ein paar Runden, bis seine Option-Reifen (die harte Mischung) optimal arbeiteten.

Am Ende der Runde, als Michael vor Nico aus der Boxengasse auf die Strecke abbog, lagen nur 1,3 Sekunden zwischen den beiden und ihre Renningenieure erinnerten sie daran, dass sie frei fahren konnten. Die einzige Regel: sauber bleiben!

Obwohl Nicos Pace stark war, konnte er nicht nah genug an Michael für den Versuch eines Überholmanövers heranfahren und so beendete Nico das Rennen als Sechster…

Alles in allem war die Premiere des Großen Preis von Indien gut für das Team. Ein Doppel-Finish in den Punkten, das vierte Top-6-Resultat in den vergangenen sechs Rennen sowie die Festigung unserer vierten Position in der Meisterschaft… es war auch positiv zu sehen, dass beide unsere Fahrer ähnliche Geschwindigkeiten fuhren und einmal mehr das volle Potenzial unseres derzeitigen Autos ausschöpften.

Man darf wohl sagen, dass Michael und Nico ohne den Massa-Hamilton-Zwischenfall nicht als Fünfter und Sechster die Ziellinie überquert hätten - aber es ist immer wichtig, das Meiste aus dem zu machen, was auf der Strecke passiert. Weiteres Positives gab es aufgrund der Art und Weise zu berichten, wie Michael in der zweiten Hälfte des Rennens seine Reifen schonte. Das Team hat durch die Saison hinweg hart daran gearbeitet, den Reifenabbau des Autos zu verbessern. Die vergangenen paar Rennen zeigten in dieser Hinsicht, dass sich die Arbeit gelohnt hat.

Das Team geht die letzten beiden Rennen dieser Saison mit dem gleichen Anspruch an, in der kommenden Woche geht es in Abu Dhabi los…

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