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Der Staub legt sich: Korea Rennanalyse

Der Staub legt sich: Korea Rennanalyse

Abgesehen vom kommenden Großen Preis von Indien ist das Rennen in Korea das jüngste Event im Rennkalender und hält dadurch noch einige Fragezeichen fr die Teams bereit, wenn es um die Abstimmung des Autos und die Herangehensweise an das Rennwochenende geht. Im letzten Jahr beherrschten die wechselhaften Wetterbedingungen das Rennen, beinahe die Hälfte des Grand Prix fand hinter dem Safety Car statt! In diesem Jahr ging es dort weiter, wo es vor einem Jahr aufgehört hatte...

Das wenige Training aller Teams am Freitag führte dazu, dass alle mit nur wenig Wissen über den Reifenabbau ins Qualifying gingen, besonderes Interesse erhielt die angeblich „aggressive“ Entscheidung von Pirelli, mit den weichen und superweichen Reifen anzutreten. Am Ende erwies sich diese Wahl als weniger delikat als erwartet und am Samstag war klar, dass es zwei oder drei Stopps im Rennen geben würde...

NICO

Nico erlebte eine recht normale Qualifying-Session am Samstag. Platz sieben spiegelte die aktuelle Pace des Autos wider. Seine Q3-Zeit von 1:37.754 Minuten erzielte er in nur drei Runden und brachte ihn bis auf 0,9 Sekunden an die Zeit von Massa auf Platz fünf heran. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass Massa drei Runden mehr fuhr als Nico.

Nico startete auf gebrauchten Option-Reifen und kam gut weg. Danach blieb er für einen Großteil seines ersten Stints nah an Jenson Button dran – beide Fahrer fuhren mittlere 1:45er Zeiten. Wieder einmal wurde Nicos gute Pace von der großartigen Arbeit unserer Jungs an der Box unterstützt. Er kam gemeinsam mit Jenson zum ersten Boxenstopp herein, fuhr aber vor ihm wieder heraus – dank des zweitschnellsten Stopps des gesamten Rennens (20,091 Sekunden). Ein kleiner Fehler von Nico in der engen ersten Kurve nach der Boxenausfahrt bedeutete jedoch, dass Jenson ihn wieder überholte. Dadurch war allerdings Nico in der besseren Position, um auf der folgenden Geraden mit DRS anzugreifen... er überholte Jenson wieder, bis der McLaren-Fahrer zwei Runden später wieder vorbeizog.

Eine strategische Schlüsselentscheidung für das Rennen gab es beim Stopp, als das Team Prime-Reifen (die weiche Mischung) anstelle der Options (superweiche Mischung) aufzog. Der Hintergedanke dabei war, dass die Options maximal 15 Runden hielten, dadurch wäre das Team dazu gezwungen gewesen, drei Mal zu stoppen, wenn es nicht nach Plan gelaufen wäre. Mit den Primes im zweiten Stint war eine Zweistoppstrategie möglich – dadurch konnten wir davon profitieren, wenn ein anderer Fahrer das Gegenteil machte und am Rennende keinen Grip mehr hatte.

Dank des guten Boxenstopps fuhr Nico zu diesem Zeitpunkt vor den beiden Ferraris und seine Pace war recht gut. Allerdings spielte ihm die Safety Car Phase nach dem Unfall zwischen Michael und Petrov nicht in die Karten. Dadurch konnten die Option-Reifen auf den Autos seiner Konkurrenten abkühlen, wodurch sie möglicherweise länger hielten.

Nico verteidigte sich bis Runde 27 sehr gut gegen Felipe und Fernando, doch dann handelte er sich bei einem Abwehrversuch einen Bremsplatten ein. So konnten ihn die beiden Ferrari-Fahrer ausgangs Kurve drei überholen und Nico musste früher als geplant einen neuen Reifensatz der Primes abholen. Die einzige Chance, trotzdem noch einen Punkt zu holen, war, auf einer Zweistoppstrategie zu bleiben – das bedeutete jedoch, dass er mit den Primes mehr als eine halbe Renndistanz zurücklegen musste. Somit sah sich Nico der kniffligen Aufgabe gegenüber, sich durch das Feld zu kämpfen und gleichzeitig auf seine Reifen zu achten...

Nach dem zweiten Stopp war seine Pace ziemlich gut und Nico verbesserte sich von Platz 14 auf sieben in weniger als zehn Runden, weil die anderen Autos an die Box gingen. Als Jaime Alguersuari in Runde 37 seinen Boxenstopp absolvierte, kam er weniger als zwei Sekunden hinter Nico heraus und hatte zehn Runden frischere Reifen. Dadurch konnte er eine ähnliche Pace mitgehen. Zu diesem Zeitpunkt war Nicos einzige Sorge, den Abstand zumToro Rosso-Fahrer auf über einer Sekunde zu halten, damit dieser sein DRS nicht einsetzen konnte. Dies gelang ihm fehlerfrei, bis Alguersuari ihn auf der letzten Runde in der DRS-Zone doch noch überholte. Angesichts der abfallenden Performance seiner Reifen zeigte Nico eine klasse Leistung und hielt das Unvermeidliche so lange wie möglich hin.
Nach dem Rennen glaubte Nico, dass ihn die Kombination aus der SC-Phase und seinem Bremsplatten daran hinderte, das Maximum aus seinem Auto herauszuholen. Es gab aber auch positive Anzeichen: die tolle Pace, die es ihm erlaubte, im ersten Stint mit den Top-6 in Kontakt zu bleiben, dann den schnellen Stopp, der es ihm ermöglichte, sich aus eigener Kraft Platz fünf zu holen und das gute Reifenmanagement in der Schlussphase des Rennens.

MICHAEL

Michaels Qualifying verlief leider nicht so gut wie jenes von Nico, obwohl seine Q1-Zeit recht konkurrenzfähig war. Michael spürte auf seinem einzigen, geplanten Run im Q2 Vibrationen am Auto. Nach Rücksprache mit der Boxenmauer entschied er sich aber, trotzdem die Runde zu fahren. Da er später fuhr als Nico, hatte er keine Zeit mehr für einen zweiten Run, doch seine Zeit war eine halbe Sekunde langsamer als die seines Teamkollegen (1:38.354 Minuten im Vergleich zu 1:37.892 Minuten). Sobald er an die Box zurückgekehrt war, war es nur noch eine Frage der Zeit und des Hoffens. Doch es reichte nicht – er verpasste das Q3 um ein Zehntel. Michael blieb dennoch positiv, denn er wusste, dass er zwei frische Sätze Option-Reifen für das Rennen gespart hatte.

Von Startplatz zwölf hatte Michael abermals einen klasse Start und machte zwei Positionen bis zum Ende der ersten Runde gut. Seine Pace im ersten Stint war stark und er lag klar auf Punktekurs. Nach seinem ersten Stopp in Runde 14 war Michael dank eines großartigen Boxenstopps (in 20,238 Sekunden der viertschnellste des Rennens) bereits vor den beiden Ferraris.

Aber auf der gleichen Runde verpasste Petrov seinen Bremspunkt in Kurve drei und fuhr Michael ins Heck. Ein enttäuschendes Ende für Michaels Wochenende, der den Zwischenfall als typischen Rennunfall bezeichnete. „Das passiert, wenn man hart kämpft – so ist der Motorsport.“

DAS TEAM

Die Boxenmannschaft zeigte erneut ein gutes Wochenende – alle drei Stopps des Teams waren schneller als 21 Sekunden, zwei davon zählten zu den vier schnellsten Stopps des Rennens. Die Jungs lieferten in diesem Jahr sehr konstante Leistungen ab, ein weiterer Beweis dafür, dass sich Entschlossenheit, Leidenschaft und harte Arbeit immer auszahlen – stellt euch das Grinsen auf den Gesichtern der Jungs vor, als Nico Jenson bei seinem ersten Stopp überholte. Klasse Arbeit, Jungs.

Am Ende erzielten wir nicht so viele Punkte, wie es unser Potenzial zugelassen hätte. Dennoch sah Ross Brawn einige „ermutigende Anzeichen“ für unsere Wettbewerbsfähigkeit. Das wollen wir in den verbleibenden drei Rennen fortführen. Ein weiterer positiver Aspekt war unsere Pace zu Rennbeginn mit vollen Tanks auf den weichen Reifen. Es war eine gute Leistung, dass Nico so nah an Button dran bleiben konnte. Damit hatten wir zu Saisonbeginn einige Probleme. Das Team kann aus diesen Fakten also einige positive Dinge mitnehmen...

Das Abenteuer geht weiter, und zwar auf unbekanntem Gebiet für die Formel 1 in Indien. Alle im Team sind gespannt darauf, die neue Strecke kennen zu lernen und dort ein gutes Resultat einzufahren... Namaste!

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