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Der Staub legt sich: Montreal

Der Staub legt sich: Montreal

Seit Saisonbeginn sprechen wir darüber, wie spannend KERS und DRS die Rennen machen. Viele Überholmanöver, Autos, die vorbeifliegen, Rad-an-Rad-Action. Aber am Sonntag wurden die Fans und Teams Augenzeugen des besten Spannungsmachers in der Formel 1: Mutter Natur.

Der Große Preis von Kanada erlebte sechs Safety Car-Phasen und eine zweistündige Unterbrechung wegen Regens, der die Strecke unbefahrbar machte. Dadurch kam es zu einem der spannendsten Rennen in der jüngeren Formel 1-Geschichte.

MICHAEL

Vor einem Monat schrieben wir nach dem Barcelona Rennen, dass Michael in Spanien seine bisher beste Rennleistung gezeigt habe. Jeder, der das Rennen am Sonntag gesehen hat, dürfte zustimmen, dass Michael in Montreal noch einmal eins draufgesetzt hat.

Nach einem weiteren starken Start, der ihn in der ersten Runde bis auf Platz fünf nach vorne brachte, fuhr Michael einen soliden ersten Stint. Dann holte das Team ihn und Nico für Intermediates an die Box. Doch es begann zu regnen. Wie Nico musste Michael noch einmal auf Regenreifen wechseln und fiel auf Platz zwölf zurück – dann wurde das Rennen unterbrochen.

Bis zum Restart verbesserten sich die Bedingungen deutlich und Michael kam zeitgleich mit dem Safety Car als einer der ersten Fahrer herein, um Intermediates aufziehen zu lassen. Danach gab es nur noch volle Attacke. Michael überholte eine Vielzahl an Autos, darunter ein zweifache Manöver gegen Massa und Kobayashi, und kam dann erneut herein, um auf Slicks zu wechseln.

Michael lag zu diesem Zeitpunkt auf dem zweiten Platz und verteidigte sich gegen Button und Webber, die ihn jedoch überholten. Nach dem Rennen hatte Michael ein „weinendes und ein lachendes Auge“. Gerne wäre er auf das Podium gefahren, aber er war auch so mit dem Ergebnis und der Leistung des Teams zufrieden.

Ein tolles Rennen von Michael, was auch eure Reaktionen auf unseren sozialen Netzwerkseiten zeigten, sollte es den überhaupt nötig gewesen sein: Michael bewegt noch immer viele Menschen und die Fans lieben seine Entschlossenheit!

NICO

Nicos Rennen war eine große Herausforderung, obwohl der erste Teil viel versprechend begann. Nach einem guten Zweikampf mit den McLaren-Fahrern auf der ersten Runde verbesserte sich Nico bis auf Platz vier im ersten Stint und zeigte eine gute Pace. Wie Michael kam er für Intermediates herein, als der Regen begann und das Rennen unterbrochen wurde – Nico lag nun auf dem elften Rang.

Aus seiner Sicht hätte das Rennen im zweiten Teil des Rennens „aggressiver“ sein können. Nico würde jetzt „einige Stopps früher“ machen. Im Nachhinein ist man aber bekanntlich immer schlauer. Nico lag auf einem Punkteplatz, als er sich in Runde 66 seinen Frontflügel bei einer Berührung mit Kobayashi beschädigte. In Runde 70 verlor er den Flügel komplett. Das kostete ihn auf der letzten Runde einige Positionen. Gleichzeitig betonte er, dass es keine schöne Erfahrung sei, auf einer nassen Strecke ohne Frontflügel zu fahren!

Nico sammelte in Montreal keine Punkte, aber seine Pace im ersten Teil des Rennens war ermutigend und er möchte in Valencia zurückschlagen.

THE TEAM

Bei schwierigen Bedingungen kann man dank der Strategie schnell vom Helden zum Verlierer werden und umgekehrt. Am Sonntag drehte sich alles darum, die Streckenbedingungen richtig zu erkennen und das Wetter korrekt vorherzusehen – keine einfache Aufgabe auf der Ile de Notre Dame.

Nach dem Rennen gab Ross zu, dass unsere Entscheidung für Intermediate-Reifen in der ersten Rennhälfte nicht richtig war, weil kurz darauf der Regen stärker wurde und alle Autos auf Regenreifen wechseln mussten. Tatsächlich „waren wir bei der Rennunterbrechung auf den Plätzen elf und zwölf gestrandet“, wie Ross es ausdrückte. Die Autos, die noch nicht an der Box gewesen waren, sahen nun gut aus.

Allerdings wissen wir seit Monaco bestens, dass bei einer roten Flagge Reifen gewechselt werden dürfen, also konnten Fahrer wie Kobayashi, die 25 Runden auf alten Regenreifen gefahren waren, jetzt frische Reifen aufziehen.

Die Wiederaufnahme des Rennens brachte uns aber zurück in selbiges. Die Jungs an der Boxenmauer und Michael riskierten es, mit dem Safety Car hereinzukommen und Intermediates aufzuziehen – damit war er das erste Auto der Spitzengruppe, der in Runde 34 reinkam. Das war entscheidend.

Nach dem Boxenstopp lag er auf Platz 13. Sieben Runden später, in Runde 42, war er Siebter. In Runde 51 war er bereits Zweiter. Nico entschied sich zwei Runden nach Michael zum Reifenwechsel und lag in Runde 51 auf Platz sieben – er war nach einem Kontakt mit Sutil hinter dem Safety Car zuvor bis auf Position elf zurückgefallen.

Der Wechsel auf Slicks kam für Michael in Runde 52 genau zur richtigen Zeit – danach jagten ihn Webber und Button, bis das Safety Car Michaels kleinen Vorteil zunichte machte. Michael musste sich gegen die schnelleren Autos hinter sich verteidigen, die jedoch DRS einsetzen konnten, so fiel er auf Platz vier zurück – kam aber dennoch nur 0,3 Sekunden hinter Webber ins Ziel. Er fuhr seine schnellste Rennrunde auf der letzten Runde des Rennens.

Nach einem extrem harten Wochenende in Monaco sind zwölf Punkte unter solch schwierigen Bedingungen ein guter Schub für das Team, obwohl der letzte Rennteil gezeigt hat, dass wir noch Boden auf die Topteams gutmachen müssen. Wir sehen uns in vierzehn Tagen in Valencia, zum zweiten Spanien-Besuch in dieser Saison.

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