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Der Staub legt sich: Nürburgring

Der Staub legt sich: Nürburgring

Die Formel 1 stellt viele Herausforderungen. Heute geht es darum, das vergangene Wochenende zu beschreiben, ohne die Wörter „kalt“, „feucht“ oder ähnliche Adjektive zu den kühlen Temperaturen zu verwenden.

“Ist es wirklich Juli?”, war wahrscheinlich die am häufigsten gestellte Frage am vergangenen Wochenende. Die Teammitglieder entschieden sich dazu, jede nur erdenkliche Teamkleidung anzuziehen, die ihnen zur Verfügung stand.

Zwei Wochen nach der Herausforderung des typisch britischen Wetters in Silverstone stellten sich uns auch am Nürburgring neue Aufgaben. Dennoch ist es bemerkenswert, dass trotz des vielen Regens an diesem Wochenende jede einzelne Formel 1-Session im Trockenen stattgefunden hat!

Da unserem Team in Silverstone die nötige Trainingszeit fehlte, um das neue Auspuffsystem (inklusive des überarbeiteten Bodyworks und Unterbodens) richtig zu verstehen, nutzten wir diesmal jede Gelegenheit dafür.

Am Freitagabend hatte das Team ein besseres Bild davon, wie gut das System war und Ross bestätigte am Samstag, dass wir an diesem Wochenende gute Fortschritte beim Verständnis der neuen Aerodynamikteile erzielt haben. Insgesamt fuhren wir damit an einem problemlosen Freitag 650 km – das sind mehr als zwei Renndistanzen!

Aber wie immer gab es am Freitag nichts zu gewinnen und unser Wochenende begann wie für alle anderen auch erst, als die Lichter zum Q1 auf Grün schalteten...

NICO

Nach einem weiteren guten Start, bei dem er Felipe Massa in Kurve eins überholte, musste Nico hart gegen den Ferrari-Fahrer kämpfen, um seinen fünften Platz zu verteidigen. Er hielt für elf Runden Stand, nutzte dafür verschiedene Verteidigungstaktiken, etwa sein gesamten KERS in der DRS-Zone, in der Massa näher kam. Aber in Runde elf fand Massa eine Lücke und Nico war wieder Sechster. Er ging in Runde 14 an die Box, um einen weiteren Satz Option-Reifen aufziehen zu lassen und kam als 14. Auf die Strecke zurück.

Nach seinem Boxenstopp war Nicos Pace konstant und seine Rundenzeiten stetig im 1:38er Bereich. Nach den Boxenstopps der anderen Fahrer lag er in Runde 25 wieder auf Platz sechs.

Nach zwei weiteren Boxenstopps in den Runden 36 und 53 (beim letzten wechselte er auf die Prime-Reifen) schloss Nico erneut ein Rennen fehlerfrei ab und fuhr als Siebter ins Ziel, das war womöglich ein Platz weiter hinten als die aktuelle Pace des Autos an diesem Wochenende zugelassen hätte.

MICHAEL

Es wird immer schwieriger, Michaels Starts in dieser Saison ohne Wiederholungen zu beschreiben, aber er machte wieder einmal am Start einen Platz gut, wenn auch „nur“ einen bis zum Ende der ersten Runde. Danach lag er am Ende der zweiten Runde auf Platz acht. Michaels Rundenzeiten blieben bis zu seinem ersten Stopp in runde 15 im Bereich von 1:39 Minuten. Er kam als Zwölfter auf die Strecke zurück und kämpfte sich bis auf Platz zehn nach vorne. Danach vollführten er und Nico in Runde 21 ein spektakuläres doppeltes Überholmanöver gegen den Lotus Renault von Vitaly Petrov!

Leider bremste Michael danach auf einem feuchten Punkt der Strecke und drehte sich in Runde 23 in Kurve 10. Das kostete ihn 15 Sekunden und zwei Positionen. Nach den Boxenstopps von Petrov und Jaime Alguersuari lag er am Ende der gleichen Runde allerdings wieder auf Position neun.

Michaels durchschnittliche Rundenzeiten lagen für den Rest seines Stints in den niedrigen 1:37er Zeiten. Danach ging er in den Runden 37 und 56 noch einmal an die Box, überholte Alguersuari am Ende der Geraden mit einem mutigen Manöver und eroberte so nach seinem letzten Stopp den achten Platz zurück. Es war ein hartes Rennen, das ohne die feuchte Stelle in Kurve 10 noch besser hätte ausgehen können...

Und sonst...

Bei jedem Rennen lernen wir wichtige Dinge. Auf dem Nürburgring gehörte dazu, dass unsere Updates funktionieren. Das war eine gute Erinnerung daran, dass alle im Team wirklich sehr hart dafür arbeiten.

Momentan hat das Team das viertschnellste Auto – was Michaels und Nicos schnellste Rennrunden (die sechst- und siebtbesten des Rennens) bestätigten. Gleichzeitig bauten wir unseren Vorsprung in der Konstrukteurswertung auf Lotus Renault auf zwölf Punkte aus.

Es ist auch interessant festzustellen, dass selbst an der Spitze alle Teams in die Rückspiegel schauen müssen – denn alle Teams zeigen eine beeindruckende Entwicklungsgeschwindigkeit, selbst die „Mittelfeldteams“.

Das bewies Adrian Sutil mit seinem sechsten Platz im Force India, wobei seine Zweistoppstrategie dabei eine Rolle spielte. Dennoch muss jeder alles geben, um seine Position zu halten oder zu verbessern.

MERCEDES GP PETRONAS kämpft noch nicht an der Spitze, wo wir hinkommen möchten, aber der Abstand wird kleiner: In Prozenten ausgedrückt, hat sich der Rückstand im Qualifying und bei den schnellsten Rennrunden seit dem ersten Saisonrennen halbiert. Jetzt müssen wir diese Fortschritte konsolidieren und mehr vom Abstand zu den drei Topteams abknabbern.

Natürlich gibt es nur selten perfekte Rennwochenenden und am Nürburgring hatte das Team bei keinem der Fahrer das perfekte Händchen beim Setup. Aber so ist das in der Formel 1: Upgrades benötigen eine Lernkurve.

Außerdem mussten die Fahrer schon relative früh im Rennen Benzin sparen, was ihre Pace beeinträchtigte. Der Grund dafür lag in der Wettervorhersage für das Rennen, das von starken Niederschlägen betroffen sein sollte – aber diese Schauer sollten nie kommen... Die Strategieentscheidungen beinhalten stets ein gewisses Risikomanagement, wobei der potenzielle Vorteil das Risiko aufwiegt. Allerdings ist der Spielraum wahnsinnig gering.

Einmal mehr wurde der Kampf um die Punkte genauso in der Box wie auf der Strecke entschieden. Zum dritten Mal in dieser Saison lieferten unsere Jungs den schnellsten Boxenstopp des Rennens ab, und zwar bei Michaels letztem Boxenbesuch. Somit war unsere Boxenmannschaft zum fünften Mal in zehn Rennen unter den Top-3-Boxenstopps des Wochenendes – klasse Arbeit, Jungs!

Mittlerweile sind die Mechaniker bereits in Ungarn eingetroffen und bereiten sich auf das zweite Rennen innerhalb einer Woche vor. Unser einfaches Ziel lautet, das Beste aus den Upgrades für den Hungaroring herauszuholen und den Schwung in die wohlverdiente Sommerpause mitzunehmen...

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