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Die Geburt der Silberpfeile

Die Geburt der Silberpfeile

Die Schweißperlen liefen den Mercedes-Benz Mechanikern über die Stirn. Ihre schweißtreibende Aufgabe hörte sich einfach an, war aber umso anstrengender: die beiden brandneuen W 25 Rennwagen mussten am 2. Juni 1934 in höchster Eile von ihrer weißen Lackierung und der darunter liegenden Bleischicht befreit werden. Einige Bögen Sandpapier und viel Schmirgelarbeit später erstrahlten zum ersten Mal zwei Mercedes-Benz Rennwagen in mattem Alusilber. So erblickte der erste Silberpfeil das Tageslicht!

Auslöser für die Zusatzschicht der Mechaniker war eine Reglementänderung aus dem Jahr 1932. Damals schrieb der Vorgänger der heutigen FIA, die Association Internationale des Automobile Clubs Reconnus (AIACR), ein neues Reglement für die Saison 1934 aus. Dieses diktierte ein Maximalgewicht der Rennwagen von 750 kg ohne Reifen, Betriebsstoffe und Fahrer. Das Reglement sollte bis Ende 1937 seine Gültigkeit behalten und die Grundlage für den Bau des Mercedes-Benz W 25 bilden.

Am Nachmittag des 2. Juni sah es für einige Stunden jedoch gar nicht nach einem Triumph im Debütrennen aus: Die Fahrzeugabnahme im Fahrerlager ergab, dass beide W 25 je ein Kilo über dem erlaubten Gewicht lagen. Obwohl das Rennen nicht unter der 750-Kilo-Formel ausgetragen wurde, war man bei Mercedes-Benz entschlossen, das neue Gewichtslimit zu erreichen, um das Auto unter repräsentativen Bedingungen für das neue Reglement einzusetzen.

Die letzte Chance war es, die weiße Farbe von der Aluminium-Karosserie des W 25 abzuschleifen – denn gemäß der alten Tradition trat das deutsche Fabrikat mit einem weißen Karosseriekleid an, so wie die italienischen Rennautos rot, die französischen blau und die britischen grün lackiert waren.

Die Arbeit lohnte sich: Der W 25 nahm am 3. Juni 1934 auf dem Nürburgring an seinem ersten Rennen teil. Manfred von Brauchitsch siegte vor 300.000 Zuschauern. Der Silberpfeil hatte sein allererstes Rennen gewonnen. Eine Legende war geboren.

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