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Donnerstags-Pressekonferenz in Monza

Donnerstags-Pressekonferenz in Monza

Nico, das Team hat vergangene Woche eine Erklärung abgegeben. Was hat dich letztlich davon überzeugt, dich zu entschuldigen?
NR: Im Laufe der Woche hatte ich Zeit, darüber nachzudenken und dann habe ich die Angelegenheit mit dem Team am Freitag besprochen. Letztlich habe ich mich dazu entschlossen, dass ich die Verantwortung dafür übernehmen muss. Ich habe diese Entscheidung getroffen, nachdem ich die Meinung anderer gehört hatte und es mir selbst noch einmal überlegt hatte. Ich hatte das Gefühl, dass es meine Verantwortung war.

Lewis, war es aus deiner Sicht ein Rennzwischenfall?
LH: Derzeit denke ich nicht viel darüber nach. Es scheint viel Interesse daran zu geben, aber für mich geht es ausschließlich darum, nach vorne zu blicken. Ich hatte einige schöne Tage in der vergangenen Woche und es fühlt sich großartig an, hier zu sein. Dies ist eine meiner Lieblingsstrecken und ich hoffe, dass wir hier ein gutes Wochenende haben können.

Wie geht es jetzt weiter? Habt ihr eine Vertrauensgrundlage für die Zukunft gefunden?
LH: Vertrauen ist ein großes Wort. Das würde ich beim Rennsport auf der Strecke nicht verwenden. Nico und ich fahren schon lange gegeneinander. Wir haben schon vor langer Zeit eine gute Basis gelegt. Darauf bauen wir auf.

Nico, euer Zweikampf wurde schon mit berühmten Duellen aus der Formel 1-Geschichte verglichen. Bist du dir dessen bewusst, dass ihr zwei in dieser Saison Geschichte schreibt? Lastet diese Verantwortung auf dir?
NR: Ja, absolut. Ich war in Spa nicht stolz darauf, wie es gelaufen ist. Denn ich möchte wirklich etwas zu diesem Sport beitragen und dafür sorgen, dass er die beste Unterhaltung der Welt bietet. Wenn ich dazu im Verlauf des Jahres auf viele verschiedene Weisen meinen Beitrag leisten kann, dann ist das super. Ich denke, dass ist uns in diesem Jahr bislang gelungen.

Lewis, spürst auch du den Druck der Geschichte auf deinen Schultern?
LH: Die Geschichte umgibt uns an jedem Tag. Ich liebe das Rennfahren und ich liebe es einer der Fahrer hier zu sein. Ich versuche, jeden Tag zu genießen. Alles wird irgendwann Geschichte.

Es gab einige Kommentare, die unterstellten, dass beide Seiten der Box nun geteilt wären und den einen oder den anderen Fahrer bevorzugen würden. Ist das wahr?
LH: Ich finde nicht, dass das der Fall ist. Wir haben ein sehr professionelles Team. Sie wollen einfach nur gewinnen und werden so hart sie können dafür arbeiten. Die Jungs in der Box müssen bei den Boxenstopps gemeinsam arbeiten. Dieser Gedanke liegt mir also fern. Die Jungs werden an diesem Wochenende mit Volldampf arbeiten. Sie wissen, dass wir die Chance auf einen Doppelsieg haben und wir wollen beide WM-Titel gewinnen. Dafür werden sie alles geben.
NR: Die gesamte Saison war ein gesunder Wettkampf innerhalb des Teams. Deshalb sind wir hier angekommen. Wir haben das beste Auto und wir sind im Moment das beste Team. Denn wir arbeiten als Team gut zusammen. Wenn man als Team nicht gut zusammenarbeitet, kann man den Sport nicht so dominieren, wie wir das tun. Ich denke, das ist der beste Beweis.

Nico, ist es in deinen Augen ein kleiner Nachteil für dich, dass du für den Rest der Saison enge Berührungen vermeiden musst?
NR: Es war von Anfang an klar, dass wir Teamkollegen untereinander uns nicht berühren dürfen. So gesehen verändert sich die Herangehensweise für die Zukunft überhaupt nicht. Sie ist noch immer die gleiche.

Die Spannungen werden im Titelkampf immer größer. Hast du dich auf eine gewisse Hexenjagd eingestellt?
NR: Ich respektiere die Meinungen aller. Aber für mich gilt, dass ich mich nur darauf konzentriere, mein Rennauto so schnell wie möglich zu fahren und gut mit dem Team zusammenzuarbeiten, um das Beste aus der Situation zu machen. Wir müssen den Moment genießen. Ich bin sehr glücklich, dass ich so ein gutes Auto zur Verfügung habe, das bei jedem Rennen um die Pole und den Sieg mitfahren kann. Das Team leistet unglaubliche Arbeit, auch bei der Weiterentwicklung. Es gibt Vollgas und macht immer weiter. Die anderen Jungs kommen uns nicht näher. Das ist klasse. Darauf konzentriere ich mich und hole das Beste heraus.

Lewis, Nico wurde nach dem Zwischenfall in Spa vom Team bestraft. Wurdest du vom Team nach dem Zwischenfall in Ungarn bestraft, als du der "Teamorder" nicht nachgekommen bist?
LH: Wir haben immer Meetings und bekommen dabei einen Schlag auf die Finger. Aber in Ungarn habe ich nicht nein zur Situation gesagt. Ich sagte: Wenn er nah genug herankommt, lasse ich ihn vorbei. Danach haben wir uns mit der Teamführung zusammengesetzt und sie haben gesagt, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Als Menschen haben wir das Recht, Entscheidungen anzuzweifeln, wenn wir glauben, dass etwas nicht stimmt. Es scheint, dass diese Entscheidung nicht richtig war. Das hat mir das Team gesagt.

Nico, wie hat es sich angefühlt, als du auf dem Podium in Belgien ausgebuht wurdest? Hast du Angst, dass sich das wiederholen könnte?
NR: Es war kein schönes Gefühl, die Reaktion der Zuschauer zu hören. Ich verstehe sie aber, weil sie einen weiten Weg angereist sind, um ein spannendes Rennen und einen großen Zweikampf zwischen Lewis und mir zu sehen. Den haben sie nicht bekommen. Also verstehe ich das.

Lewis, es gibt Gerüchte, dass du die Vertragsgespräche mit dem Team "eingefroren" hättest. Stimmt das?
LH: Ich habe nicht gesagt, dass irgendetwas eingefroren wurde. Wir sprechen regelmäßig mit dem Team, aber derzeit liegt das Hauptaugenmerk darauf, die WM zu gewinnen. Ich habe noch ein weiteres Jahr Vertrag. Es gibt also keinen Grund zur Eile. Aber ich möchte anmerken, dass ich meine Zukunft bei Mercedes sehe und hier glücklich bin.

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